Die Frühlingsblumen haben sich drauf spezialisiert, nach dem Winter schnell durchzutreiben und zu blühen, solange die anderen Pflanzen noch in den Startlöchern sitzen. Unser heimisches Buschwindröschen etwa wächst in Laubwäldern, in denen es im Sommer durch das Blätterdach der Bäume ziemlich finster ist. Solange die Bäume aber noch kahl sind, reicht das Licht für den kleinen Frühlingsblüher völlig aus. Wenn es dann langsam dunkel wird, weil die Bäume neue Blätter bekommen, hat das Buschwindröschen bereits geblüht und Samen gebildet und sein Soll für dieses Jahr erfüllt. Es zieht ein und schläft bis zum nächsten Frühjahr.
Andere Gründe für so kurze Vegetationsperioden können beispielsweise sommerliche Trockenheit oder große Hitze sein, auch dann wird's ungemütlich für die Pflanzen. Wohl dem, der davor schon "fertig" ist und sich unter den kühleren Boden zurückziehen kann... Solche Pflanzen mögen bei uns dann keine verregneten Sommer oder staunasse Standorte - lieber etwas Sand als Unterlage, damit sie im Sommer trocken stehen, wie sie's "gewohnt" sind.
Die Pflanzen gehen nicht nach ein paar Wochen kaputt, sie ziehen in unterirdische Überdauerungsorgane (etwa die Zwiebeln) zurück, aus denen sie im nächsten Jahr dann wieder austreiben. Das ist ganz normal und auch in ihren Ursprungsländern nicht anders.