Früher war alles besser.... - vor allem die Stecklinge?

 
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Scrooge

Bin ich der einzige, der Probleme mit Stecklingen hat, oder geht euch das auch so?

Ich habe als Kind voller Begeisterung Dutzende von Zimmerpflanzen angesammelt, aber dabei nicht wirklich viel von Pflanzen verstanden.
Ich hatte sie in billiger Erde, und hab' sie ständig so stark gegossen, daß die Übertöpfe bis zur Hälfte voll mit Wasser waren, und auf dem Substrat mehr Schimmel gewachsen ist, als sonst irgendwas.
Daß das trotzdem jahrelang gut ging, lag nur daran, daß es sich bei den Pflanzen fast ausnahmslos um solche gehandelt hatte, die hart im Nehmen sind (Grünlilien, etc.).

Besonders begeistert habe ich immer Stecklinge gemacht (so kam auch die große Menge an Pflanzen zustande): Grünlilien (Kindel), Buntnesseln, Tradeskantien, die eine oder andere Crassula. Alles immer fröhlich in Wasser gestellt, und dann in billige 0-8-15-Erde gesteckt - und es ist immer alles schön gewachsen.

Heute weiß ich es besser, bzw. lese hier im Forum bei jeder Pflanze ganz genau nach, wie ich es machen muß. Und trotzdem muß ich um jeden Steckling kämpfen.
Ich hatte letzten Sommer ein Grünlilienkindel von einer Nachbarin - da dachte ich, ich erleb's nicht mehr, bis das Ding endlich Wurzeln schlägt. Alle Versuche mit Buntnessel-Stecklingen sind zwei Jahre hintereinander gescheitert. Von Crassula will ich gar nicht erst anfangen. Und auch bei anderen, angeblich leicht zu bewurzelnden Pflanzen habe ich nur mit Hängen und Würgen eine leidliche Erfolgsquote hinbekommen.
Gab natürlich auch erfreuliche Ausnahmen. Aber alles in allem hatte ich das mit den Stecklingen irgendwie deutlich einfacher und erfolgreicher in Erinnerung.

Woran liegt das? Hat es den Stecklingen früher vielleicht einfach gut getan, daß ich weniger wußte und mich weniger gekümmert habe, und sie dementsprechend wahrscheinlich einfach mehr in Ruhe gelassen habe?
Oder war das früher mit den Stecklingen auch gar nicht so toll, und ich bin inzwischen so uralt, daß ich die Vergangenheit durch eine rosarote Brille sehe?
Oder sind Zimmerpflanzen inzwischen so überzüchtet, daß das schwerer geht; oder [conspiracy mode] werden die vielleicht absichtlich heute so gezüchtet, daß man weniger Ableger machen kann und mehr kaufen muß? Den Verdacht habe ich ja jedes mal, wenn ich von diversen neuen Grünlilienzüchtungen lesen muß, daß sie angeblich keine Kindel bilden. [/conspiracy mode]

Ich schau jetzt mal, ob ich irgendwo Superthrive herbekomme. Dann wollen wir im Frühjahr mal sehen, wer stärker ist: ich, oder die Stecklinge....
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Mel
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Mel

"Nicht den Sand in den Kopf stecken" oder wie das heißt

Das kann an der Jahreszeit liegen. Ich stecke über`s Jahr alles mögliche einfach in die Erde und das klappt zu 50% immer. Momentan brauchst du sowas gar nicht versuchen. Das kalppt vielleicht nur zu 5-10% und ohne "Hilfe" fast gar nicht.

Ich kann das z.B. Von Hibiskusstecklingen berichten. Ab Frühjahr ist das Unkraut. Abschneiden, ins Glas stellen oder sofort in Erde stecken und gut. Schneidet man die im Herbst....geht das nicht, selbst mit St oder Fs nicht
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Canica

Hallo Scrooge,

ich kann Dich soooo gut verstehen. Ich glaube, dass Du Dir schon den richtigen Grund gedacht hast bzw. denke ich auch oft, es liegt wirklich daran, dass man sich jetzt so ins Hemd machen wegen allem. Oft werden Steckis oder auch Samen erst was, wenn man sie schon abgeschrieben oder sich eine Weile nicht drum gekümmert hat. Als ob wir sie manchmal mit all unserem Wissen zu sehr verhätscheln.
Ich kenne auch so jemanden, der eigentlich nicht über Zusammenhänge nachdenkt, aber einen halben Urwald zu Hause hat. Manche Pflanze kommt mit diesem nicht-Wissen sicher nicht klar, aber das kann diejenige verschmerzen. Alle anderen werden dafür umso größer und prächtiger.
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lilamamamora

Manche habe auch einfach GLÜCK!
bzw: bei denen überleben halt DIE Pflanzen in Massen,
die genau zu den vorhandenen Bedingungen passen
(ups, das reimt sich..)
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baki

wenn es mit viel Liebe nicht funktioniert, lass dich von deiner Kindheit inspirieren
einfach machen und wenig kümmern
Canica hat es ja schon genannt


zB Grünlilienkindel kann man auch mal im Wasserglas vergessen, wenn sie anfangen zu "schlappen" natürlich wieder mit Wasser versorgen.
und (wie schon von Mel geschrieben) jetzt ist sowieso keine gute Zeit Stecklinge zu machen

bei den Crassula zu Beispiel - einfach das Blatt ruhig mal auf der Erde liegenlassen und nicht in die Erde setzen
lass deine Kinder ruhig ein bisschen "kämpfen" - gerade bei unkomplizierten Pflanzen

manchmal - bringt es auch was, nicht jeden Tag danach zu schauen - manchmal - nicht immer
aber dann kommt einem die Zeit bis zur Bewurzelung nicht so lang vor

ich wünsche dir viel Spass und Erfolg bei deinem "Baby-Versuchen"

mfg baki
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Scrooge

Vielen Dank für den "Beistand"

Mir bleibt ja auch nix anderes übrig, als es weiter mit Stecklingen zu versuchen - für Samenanzucht bin ich Grobmotoriker zu ungeschickt (außer bei Sachen, die eh von alleine wachsen [Tomaten, Zucchini, etc.]).
Hab' jetzt über irgendeinen Bonsai-Shop ein Fläschchen ST bestellt - vielleicht hilft's ja, wenn ich ganz fest dran glaube.
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florentina1602

Hallo Scrooge
So wie du, hab ich es früher auch gemacht. Und heute auch noch. Alles ins Wasser, nach dem bewurzeln in Erde - und es wächst fröhlich vor sich hin.
Wenn ich mir heute Pflanzen kaufe mache ich mich nur schlau, was sie brauchen. Standort, Wasser und Substrat. Alles andere geht nach Gefühl
Wenn kein Frost mehr erwartet wird, kommen fast alle Zimmerpflanzen nach draußen auf den Balkon und im Herbst räume ich sie wieder ein.
Dünger gibt es nur, wenn ich mal dran denke - also ziemlich unregelmäßig.
Gegossen wird nur, wenn alles knochentrocken ist - dann aber richtig.
Hin und wieder kommt ST ins Gießwasser.
Ich bin zwar jeden Tag hier im Forum und lese und mache mich schlau aber im Großen und Ganzen bekommen meine Pflanzen keine Sonderbehandlung. Und sie fühlen sich offensichtlich sauwohl. Alle wachsen und gedeihen prima.
Einzige Ausnahme war meine Tacca. Die hat wahrscheinlich zu viel Pflege von mir bekommen und hat sich verabschiedet
. Sie kommt im Frühjahr auch auf den Balkon und bekommt noch eine Chance.
Sicher hab ich auch Pflanzen, die bei mir nicht wollen (Blühpflanzen und Farne). aber gut, das weiß ich und die kauf ich mir auch nicht mehr.
Das einzige, worauf ich achte, ist hochwertige Pflanzenerde.
Mach dir nicht so viele Gedanken, die meisten Pflänzchen wollen keine Sonderbehandlung. Verluste gibt es immer - warum? Keine Ahnung - aber wieder andere wachsen um so fröhlicher vor sich hin.

LG
Brigitte
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Lapismuc

Ich denke, wir sind irgenwie zu 'Perfektionisten' und zu sehr erfolgsorientiert geworden
Alles muß klappen, alles muß gleich super sein und wehe es kommt ein Rückschlag, gleich verfallen wir in eine tiefe Depression
Schneller, höher, weiter, länger,..........
Als Anfänger nahmen wir's gelassen, jetzt simma Pflanzendoktoren und -professoren................ da darf sowas nimmer passieren...........

vlG Lapismuc
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florentina1602

Aber es ist nun mal so, das wir vielen Pflanzen nicht ihre gewohnte/übliche Pflanzensituation/Umgebung bieten können. Wir versuchen es, aber es funktioniert nicht immer. Da muss man nun mal mit Rückschlägen rechnen.
In der freien Natur ist es auch so, irgendwo sät sich etwas ein. Es fühlt sich wohl, wächst und gedeiht. Sind nicht die richtigen Bedingungen gegeben, wird erst gar nichts daraus.
Wir versuchen, die Pflanzen zu kultivieren und die "normalen" Bedingungen nachzustellen. Aber wir können nicht das Klima nachstellen, das ja auch eine sehr große Rolle dabei spielt.
Wir können mit unserer Pflege alles tun, damit nach unserem Wissen alles passt.
Aber es ist nicht die Natur. Und wir sind nicht der liebe Gott. Also sind uns Grenzen gesetzt.

Wir sollten einfach froh sein, das die Pflanzen, die wir hegen und pflegen, es uns mit gesundem Wachstum und wunderschönen Blüten danken.

Ich gehöre auch zu denjenigen, die alles mögliche ausprobiere. Ich liebe exotische Pflanzen und das Außergewöhnliche. Aber es ist mir durchaus bewusst, das ich auch derbe Rückschläge in Kauf nehmen muss. Und was bei mir nicht geht, das geht eben nicht. Dennoch bin ich jedesmal sehr traurig, wenn sich eine Pflanze verabschiedet

.
Zum Glück geschieht das nur sehr selten

Auch Perfektionisten, Erfolgsorientierte, Professoren und Doktoren sind nicht perfekt und können alles. Wir sind alle nur Menschen .

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