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Vermehrung, Anzucht und Aufzucht von Pflanzen...
Vermehrungsarten (wie kann ich eine Pflanze vermehren), Saatgut (in welcher Erde, wie zur Keimung bringen, Samen ernten), Aussaat (wann aussäen, Temperatur zum Keimen, wie viel Licht und Luftfeuchtigkeit, welches Wasser und wie oft gießen), Pikieren (wann teilen, Wurzeln trennen und vereinzeln, wie und wann umpflanzen), Stecklinge (wann schneiden und wie anschneiden), Anzucht (welches Substrat, im Gewächshaus oder Freiland), Düngen von jungen Pflanzen, Blüte und Frucht (wann kommt das erste Blatt, die erste Blüte oder Früchte) |
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Aus einem Apfelbaumast einen Apfelbaum ziehen |
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passirob  Hauptgärtner

Beiträge: 175
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MuZZe  Pflanzenprofessor

Beiträge: 5837
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Niklas  Gärtnermeister

Beiträge: 1042
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vom: Mi 18 Apr, 2007 20:49 |
Da bin ich mal gespannt, was die Vermehrung der Äpfel aus Steckholz ergibt und ebenso, wie sie sich später benehmen, wenn mal Früchte dran kommen.
Wenn ein solches Steckholz wächst - von einer bestimmten Sorte -, muss die natürlich nicht veredelt werden - das ist klar.
Aber ..... und hier liegt dann etwas begraben, was bei Quitte und Weinrebe nicht unbedingt zum tragen kommt, nämlich - wie gesund bleiben solche Apfelbäumchen?
Einige Sorten sind anfällig gegen Pilzkrankheiten, die im unmittelbaren Bodenbereich besonders gerne auftreten und den Pflanzen dann ganz schön zusetzen können - bis zum Absterben.
Auch deshalb werden Äpfel auf andere Wurzeln (Wildlinge) veredelt, die gegen solche Pilzkrankheiten resistent bzw. nicht so anfällig sind.
Dabei wird sogar u.a. auch so hoch veredelt, dass die Edelsorte bis 30cm über dem Boden erst anfängt.
In diesem Sinne - viel Glück bei der Apfelvermehrung (aus Ästen? wie dick sollen die denn sein?)
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ARUMGRANDE  Hauptgärtner

Beiträge: 176
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vom: Do 19 Apr, 2007 6:54 |
Hallo Obstbaumfreunde,
zum Erfolg oder Mißerfolg der Stecklingsanzucht, habe ich keine Erfahrung, aber ein paar Sachen weiß ich sicher:
Die Pflanze wird nicht früh tragen, sondern zunächst einige Jahre überstark wachsen und spät in Ertrag gehen. Das Wuchsverhalten von freigewachsenen (=ohne Unterlage) Äpfeln ist zwar sortenabhängig aber ähnelt eher dem von Sämlingen/Wildlingen.
Äpfel werden nicht oder selten auf Wildlinge veredelt. Da die Unterlage ihr Wuchsverhalten / ihre Wüchsigkeit an die Veredelung weitergibt, hätte man den Effekt wie oben.
Deshalb ist bei veredelten Äpfeln unbedingt das sogenannte "Sich-frei-machen" (oder so ähnlich) der Veredlung zu verhindern. D.h. die Veredelung darf keine eigenen Wurzeln bilden.
Äpfel und auch die meisten anderen Obstbäume werden auf genau definierte Unterlagen veredelt, je nachdem, welches Wuchsverhalten und welche Wuchsform später gewünscht ist:
Sehr schwach wachsende Unterlagen für Spindelbüsche, schwach wachsende für Stammbüsche, mittelstarke für Halbstämme, stark wachsende für Hochstämme. Bei Äpfeln tragen diese Unterlagen oft bloß eine Nummer als Namen. Regionale Verhältnisse bezüglich Boden, Wasser und Klima werden von gute Baumschulen berücksichtigt.
Laßt euch bloß nie einen Obstbaum auf (für Eure Zwecke) zu stark wachsender Unterlage verkaufen! Die Behauptung - im Gartencenter oder auch in manchen Baumschulen - das könne man mit dem Schnitt später ausgleichen, ist entweder ein "Schnell-Verkaufen"-Argument, Unwissenheit oder eine glatte Lüge.
Man kann mit einem guten Schnitt viel erreichen, aber "gegen einen Hochstamm anschneiden" kann man nie.
Quitte und Wein sind hier Sonderfälle, ebenso wie manche Pfirsiche oder Zwetschgen, da diese wurzelecht gezogen werden können. Quitte wird z.B. auch als Unterlage für Birne verwendet. Beim Wein hat die Veredlung ( auf "amerikanische" Unterlage) vor allem den Zweck, daß diese Unterlagen gegen die Reblaus resistent sind. In Weinbaugebieten ist dies Pflicht, Ausnahmegenehmigungen ( "Uhudler" z.B.) sind selten.
< teilweise recherchiert aus KRÜSSMANN, Die Baumschule, Parey, 6. Auflage 1997>
Sorry, längerer Sermon, hoffentlich habe ich jetzt "alle Klarheiten beseitigt"!
Gruß
hermann
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