Kalkstickstoff Ein Dünger mit besonderen Eigenschaften
Kalkstickstoff setzt sich mit Hilfe der Bodenfeuchtigkeit über mehrere Stufen zu Ammonium und Düngekalk um.
Als erstes wird Kalkstickstoff zu Cyanamid und Kalk umgewandelt. Das Zwischenprodukt Cyanamid wird dann weiter über Harnstoff vollständig in pflanzenverfügbares Ammonium umgewandelt.
Das Cyanamid verbleibt aber über längere Zeit (1-2 Wochen) in einer wässrigen Lösung im Boden, so dass kein Cyanidgas entweichen kann und die Düngewirkung erst in ein paar Wochen einsetzt.
In diesen 1-2 Wochen kommt es zu verschiedenen Reaktionen auf den Boden und damit auf die Pflanzen.
1.Kalkwirkung:
Wie schon beschrieben wird Kalk bei der ersten Umwandlung frei.
° er „spaltet“ den Boden auf
° fördert das Mikroleben im Boden
° setzt Nährstoffe frei (durch die Erhöhung des ph-Wertes)
2. Stickstoff für die Pflanze
Ammonium wird im Bodengefüge gehalten/gespeichert und kann daher nicht ausgewaschen werden.
Nitrat hingegen ist wasserlöslich und daher auswaschungsgefährdet.
Ammonium wird aber im Boden über eine Zwischenstufe (Nitrit) zu Nitrat umgewandelt. Ein Umwandlungsprodukt von Cyanamid hat die Eigenschaft diese Umwandlung zu verlangsamen, so dass das Ammonium länger im Boden verbleibt und die Pflanze über einen längeren Zeitraum mit Stickstoff versorgt wird.
3. Herbizide Wirkung:
Das Cyanamid wirkt in den 1-2 Wochen in einer 2-3cm tiefen Bodenschicht als „Unkrautvernichter“, bevor es dann wie oben beschrieben zur Pflanzenernährung (Stickstoff) wird.
Die herbizide Wirkung ist vom Keimstadium bis die Unkräuter 2-3 Blätter haben am größten.
4. Fungizide Wirkung:
Im Boden befindliche Dauersporen von Pilzen werden am Auskeimen gehindert oder sogar vernichtet. Das Myzelwachstum wird gehemmt
5. Wirkung gegen tierische Schädlinge:
Schnecken/Schneckeneier werden vernichtet. Drahtwürmer oder Grasnarbenschädlinge geschwächt oder vertrieben.
Es ist also ein sehr vielseitiger Dünger, der allerdings immer mir Bedacht eingesetzt werden muss, da in den ersten 2-3 Wochen sicherlich kaum ein Samenkorn auflaufen wird und Jungpflanzen eingehen können.
Da ich hier leider nicht editieren kann (beitrag zu alt)
hier noch etwas, was ich gefunden habe
"... Unsere Empfehlung für Wiesen und Weiden:
Streuen Sie 300 bis 400 kg/ha Kalkstickstoff Perlka® im zeitigen Frühjahr (etwa zum Zeitpunkt der Forsythienblüte) auf feuchten Boden,
aber bei abgetrockneter Grasnarbe. Mit dieser Anwendung wird der Stickstoffbedarf für die ersten zwei Nutzungen sichergestellt und
zugleich eine optimale Zusatzwirkung gegen Weideparasiten erzielt.
Soll mit der Düngung speziell der Löwenzahn zurückgedrängt werden, streuen Sie den Kalkstickstoff erst, wenn in der Mitte der
Blattrosetten die Blütenknospen des Löwenzahns bereits sichtbar werden...."
Quelle:
http://www.kalkstickstoff.de/pdf/Produktratgeber.pdf
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