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Reiner Humus geeignet?

Armin07 Offline
Azubi
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Beiträge: 3
Beitragvom: Mi 28 Okt, 2009 10:33
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Hallo,
ich habe eine Frage zur Bodenbeschaffenheit.

Ich habe mir ein "aufgeständertes" Gewächshaus gebaut. In der Mitte ist ein Gang, rechts und links habe ich Hochbeete angelegt.

Die Unterlage dieser Beete besteht aus gehäckselten Holzabfällen. Darüber habe ich eine Schicht von ca. 50 cm reinen Humus eingebracht. Den Humus habe ich mir bei einem Unternehmen besorgt, das Grünabfälle entgegennimmt und zu Humus verrottet. Den Humus kann man in Säcken oder sehr günstig lose erwerben.

Jetzt bin ich mir unsicher. Ich möchte in erster Linie Tomaten, Salat usw. anbauen. Ist dieser Boden dazu geeignet? Reiner Humus ist ja leicht sauer. Muss/sollte ich die Bodenzusammensetzung noch ändern? Jetzt ist ja noch Zeit dazu.

Wer kann Tipps geben?

Danke im voraus!

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Hesperis Offline
Pflanzenprofessor
Pflanzenprofessor


Beiträge: 5181
Beitragvom: Mi 28 Okt, 2009 10:47
Hallo,
reiner Grünkompost hat in der Regel einen zu hohen Salzgehalt um ihn als Substrat zu verwenden. Außerdem ist der aus den Kompostwerken noch nicht vollständig zersetzt, das wird noch weitergehen, dabei wird Stickstoff verbraucht, so dass es bei den Pflanzen zumindest zu Mangelerscheinungen kommen wird, kann aber auch ein Totalschaden werden.
Grünkompost ist gut geeignet als Zuschlagsstoff für Substratmischungen mit Landerde, mehr als ein Drittel würde ich aber nicht zugeben. Und im ersten Jahr dann erstmal nur Stickstoff (Hornspäne) düngen.
Manche Kompostwerke geben die Ergebnisse einer Nährstoffanalyse und Angaben zum Salzgehalt mit, aus gegebenenm Anlass.
Grüße Stefan
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nazareno Offline
Gärtnermeister
Gärtnermeister


Beiträge: 1955
Beitragvom: Mi 28 Okt, 2009 16:22
ich würde den frischkompost einige monate ablagern lassen und ihn dann ca. 1:1 mit scharfem sand (quarzsand) vermischt verwenden. Wenn er aber den kresse-test besteht, kann man sich das ablagern ersparen.
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Armin07 Offline
Azubi
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Beiträge: 3
Beitragvom: Mi 28 Okt, 2009 23:17
nazareno hat Folgendes geschrieben:

ich würde den frischkompost einige monate ablagern lassen und ihn dann ca. 1:1 mit scharfem sand (quarzsand) vermischt verwenden. Wenn er aber den kresse-test besteht, kann man sich das ablagern ersparen.


Hallo,
danke für die beiden Hinweise, mir waren im Nachhinein auch Bedenken gekommen. Gut, dass ich nachgefragt habe.

Gefühlsmäßig hätte ich aber gedacht, dass "lehmiger Sand" das Richtige wäre. Was ist der Grund, dass es "scharfer Sand" (Quarzsand) sein soll/muss? Kannst Du mir da bitte noch einen Hinweis geben, Nazareno? Es fällt mir leichter zu "schüppen", wenn ich verstehe, was ich tue. Freu mich
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Hesperis Offline
Pflanzenprofessor
Pflanzenprofessor


Beiträge: 5181
Beitragvom: Do 29 Okt, 2009 8:57
Hallo Armin,
scharfer Sand dient der Lockerung und der Verbesserung der Wasserdurchlässigkeit schwerer Böden. Ich vermute mal , dass dein Kompost damit eher kein Problem hat.
Dem frischen Grünkompost fehlt der Sorptionskomplex aus Tonmineralien und Dauerhumus um Schwankungen im Nährstoffhaushalt auszugleichen. Deshalb läßt sich sowas als Substrat kaum handhaben. Durch die Zugabe sandigen Lehms bringst du Tonmineralien ein, die dabei helfen.
Über den Kressetest (etwas Kompost nehmen und darauf aussäen) kannst du prüfen ob der Salzgehalt im verträglichen Rahmen ist. Es ist vorteilhaft eine Kontrolle mit einem anderen Substrat oder auf Vliespapier dazuzustellen.
Bei hohem Salzgehalt hilft dir eine Lagerung nur wenn sie im Freien erfolgt um Salze über Niederschläge auszuspülen. Im Gewächshaus erfolgt das nicht. Im Gewächshaus herrschen aride Verhältnisse (aufsteigendes Wasser aus dem Untergrund), weshalb Salzgehalt da mit der Zeit sogar zunehmen kann.
Grüße Stefan
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nazareno Offline
Gärtnermeister
Gärtnermeister


Beiträge: 1955
Beitragvom: Do 29 Okt, 2009 12:07
Hesperis,
reiner kompost neigt mit der zeit zum verschlämmen, wodurch anaerobe verhältnisse entstehen. Um dem abzuhelfen, wird strukturmaterial zugegeben.
Womit du aber recht hast, ist, dass auch ein gewisser ton-anteil notwendig ist. Das kann z.b. durch beimischen von gartenerde erfolgen.

Armin, quarzsand bevorzuge ich deshalb, weil er eher ph-neutral ist. Bei bausand, estrichsand u.dgl. dagegen weiss man nie, welcher kalk-anteil enthalten ist.
Rasenneuanlagen, z.b. bei golfplätzen, werden daher aus substraten, die grossteils auf quarzsand basieren, hergestellt.
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Armin07 Offline
Azubi
Azubi


Beiträge: 3
Beitragvom: Fr 30 Okt, 2009 15:35
Hallo,
es ist geschafft. Aber demnächst werde ich mich vorher informieren.

Bis eben:
Humus zum großen Teil raus, Erde rein, umgegraben und vermischt, Sand rein, umgegraben und vermischt.

Jetzt heißt es abwarten und nach der Bepflanzung hoffentlich den Erfolg sehen.

Danke für Eure Hinweise, sie haben verhindert, dass ich ein Erntejahr hätte abschreiben müssen.

Armin07
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nazareno Offline
Gärtnermeister
Gärtnermeister


Beiträge: 1955
Beitragvom: So 01 Nov, 2009 19:03
na fein, ich wünsch dir gutes gelingen
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