Was haltet Ihr davon, Pflanzen "auszuwildern"?

 
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Lorraine

In meinem ganz speziellen Fall denke ich an das heimische Leberblümchen. Leider habe ich es hier noch nirgendwo gesehen,
obwohl der Boden eigentlich ideal dafür ist. Haltet Ihr das für einen Eingriff in die Natur oder meint Ihr, man kann das durch-
aus machen?
Solche blauen Flecken z.B. im Buchenwald stelle ich mir im Frühling total hübsch vor:

[img::]http://lorraine.macbay.de/albums/Stauden/slides/IMG_0301%2028-03-2007.jpg[/img]

Wahrscheinlich wäre aber die Gefahr groß, daß sie von Spaziergängern ausgebuddelt würden. Evtl müßte man sich ganz
versteckte Plätzchen aussuchen.

Mich würde mal Eure Meinung zu diesem Thema interessieren.
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Mel
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Mel

Manchmal "denkt" die Natur sich was dabei warum die nicht überall wachsen und ich bin prinzipell dagegen.

Wäre auch zu schade, wenn die da einfach nicht wachsen und eingehen. Viele Pflanzen sind eingeschleppt worden und man sieht ja, dass es selbst bei harmlosen Pflanzen wie z.B. Schmetterlingsflieder zu Problemen kommen kann.

Ich war am Wochende in Köln. Da dauert es nicht mehr lange bis die "verschmetterlingsfliedert" sind

Pflanzen die unter Naturschutz stehen sollte man eh nicht ausbuddeln oder verpflanzen. Das haben vielleicht schon genug Menschen gemacht und gerade deshalb sind sie vom Austerben bedroht. Ist immer eine heikle Sache
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kara

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Mel
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Mel

Zitat
Gefährdung und Schutz

Das Leberblümchen ist nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) besonders geschützt. Es darf weder gepflückt noch ausgegraben werden.
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kara

Das hab ich auch gelesen, dachte aber, dass Lorraine eine "Überflutung" bei sich im Garten hat und welche davon woanders "unterbringen" wollte, statt sie aufn Kompost zu packen ... sie soll keine wilden in den Wald verfrachten
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Stefan_09_08_1991

Hallo,

das wäre dann eventuell Florenverfälschung.
Du weißt ja schlißlich nicht genau, ob sie dort schon irgendwo wachsen.
Dann könnte sich das Erbgut vermischen, was nicht so gern von einigen Extrem-Botanikern gesehen wird.
Prinzipiell finde ich es auch nicht gut eine Pflanze einfach auszuwildern, auch wenn sie einheimisch ist.
Schließlich gehört sie in dem Sinne ja nicht dort hin. Vierlleicht wächst sie deshalb nicht dort, weil bisher eine geologische Barriere verhindert hat, dass die leberblümchen bis dort hin vordringen. Dort hat sich dann vielleicht ein ziemlich einmaliges Ökosystem entwickelt. Pflanzt du jetzt welche dort hin umgehst du das und das Ökosystem wird verändert und sie verdrängt vielleicht eine andere Pflanzenart oder sowas ähnliches.

Mit freundlichen Grüßen
Stefan
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Jondalar

Hallo

Ich bin ein ziemlich großer Leberblümchenfan! Das Verbreitungsgebiet der Leberblümchen lässt darauf schließen, dass für die Pflanzen nicht nur die Waldzusammenstellung und der Boden, sondern auch das Kleinklima stimmen muss. Wenn in deiner Nähe keine wachsen passt es entweder nicht, oder es handelt sich bei den Wäldern um Sekundärwälder, die nicht den ursprünglichen Wald der Region darstellen. Leberblümchen brauchen lange um neue Standorte zu besiedeln weil sie einiges an Zeit brauchen um sich zu vermehren. Eingebürgert ist eine Pflanze an einem Standort dann, wenn sie sich über mehrere Generationen ohne menschliche Hilfe dort fortpflanzen konnte. Es dauert also ohnehin ewig und da das Leberblümchen kaum Verdrängungskraft besitzt kannst du ruhig welche auswildern.
Was auch wichtig ist.... du brauchst eine gewisse Bandbreite an Genen damit keine Inzucht entsteht auf Dauer. Gekaufte Pflanzen sind aber oft Klone und in der Natur soll man nicht ausgraben. Ich fürchte es ist also viel zu aufwendig eine Pflanze wie das Leberblümchen als Privatperson auswildern zu wollen.
Ich sehe es ja in meinem Garten. Ich wohne in einer Leberblümchenregion und sie wachsen darum sehr gut. Allerdings habe ich noch keinen einzigen Sämling entdeckt.... die keimen oft erst nach Jahren und die Ameisen verschleppen die Samen zudem...



lg robert
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Guestuser

Wenn das wirklich hepativa nobilis ist, dann kannst Du es theoretisch in einem Buchenwald auswildern. Immerhin gehört das Leberblümchen zu den Charakterarten der Buchengesellschaften. (Wikipedia weiss da ein bisschen zu)

Aber man hat schon recht: wenn sie an einem Ort nicht wächst, dann wird Mutter Natur schon wissen warum.

Von der Auswilderung von Varietäten und Sorten würde ich absehen.

Viele Grüße
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Rosie

Deine Bilder sind wunderschön! Hab ich schon sooo oft bewundern dürfen!

Leberblümchen werden sicher nicht das Gleichgewicht der Natur durcheinanderbringen .... sie sind doch in dieser Region heimisch, also warum nicht?

Problematisch find ich die Gartenflüchter, die sich wie die Pest aussähen (Indische Springpflanze, Japanischer Knöterich, Kanadische Goldrute)
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Canica

Sag mal, seid Ihr sicher, dass man einfach was im Wald einpflanzen darf? Genießt doch die Leberblümchen zu Hause.
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Rosie

wenns mein Wald ist .. warum nicht?
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DonnaLeon
 
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DonnaLeon

Hallo,


Lorraine hat eine Frage aufgeworfen, die fast schon einen "Glaubenskrieg" entfachen kann


Schauen wir uns doch alle mal den eigenen Garten an; was steht dort, was wirklich "heimisch" ist?
Geranie, Dahlie oder Gladiole sind es jedenfalls nicht.

Und im Gemüsegarten werden Jahr für Jahr von etlichen Gartenfreunden Kartoffeln, Tomaten und Co gezogen. Diese Pflanzen sind nicht heimisch.

Große Mode sind zur Zeit Palmen und Bananen... auch diese sind nicht heimisch.



Es wäre abzuklären, ob das Leberblümchen eine invasive Pflanze ist, also eine Art, die unerwünschte Auswirkungen auf andere Pflanzenarten und Tiere hat... aber wer kann das schon im Vorraus sagen.
(Ein interessanter Artikel ist hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Neophyt ... ich war erstaunt, wie viele Pflanzen einem tagtäglich begegnen, die aber nicht heimisch sind und Probleme verursachen....).


Aber zurück zur Frage von Lorraine:

Ich selber pflanze nur im eigenen Garten - egal ob heimisch oder nicht. Auf fremden Terretorium nicht



Ciao, DonnaLeon
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Jondalar

Da muss ich Donna Leon beipflichten, dass ist eine sehr löbliche Einstellung!

Wir besitzen ja auch 8 ha Wald und es ist sogar so, dass man selbst wenn einem der Wald gehört, nicht einfach dort fremdländische Arten auswildern darf. Das Leberblümchen ist in Mitteleuropa heimisch, da ist das nicht so schlimm. Abgesehen davon, vetrete ich aber, wie oben schon geschrieben, die Meinung dass es ohnehin nicht klappen wird. Ich kenne die leberblümchen sehr gut und die sind einfach viel zu anspruchsvoll und langsam, wenn es darum geht irgendwo einen stabielen Bestand zu bilden, der auf Dauer ohne menschliche Hilfe überleben kann.
Das gelingt wirklich nur wenn es ein idealer Standort für Hepaticas ist, oder mit enormem Aufwand...

lg robert
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Lorraine

Hallo zusammen, mir käme es auch nicht in den Sinn, "Fremdes" auszuwildern.
Aber mit den Leberblümchen werde ich es nächstes Jahr mal versuchen. Wir haben
hier einen städtischen Forst, wo es vor Buschwindröschen nur so wimmelt. Ich glaube,
dort würden sich die Leberblümchen auch wohl fühlen. Schaden kann ich mit diesem
Versuch sicher nicht anrichten. Ich glaube, es wäre eher eine Bereicherung.

Viele heimische Pflanzen sind doch auch nicht (mehr) da, weil sie ausgerottet wurden.
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Hesperis

Hallo,
ich las vor einiger Zeit mal einen Artikel zu den Auswirkungen der sogenannten "Ansalbung", also dem künstlichen Freisetzen von heimischen Arten an einem potentiell geeigneten Sandort. In diesem Artikel ging es um die Auswirkungen auf die Erbeigenschaften vorhandener Populationen. Kurz gefaßt: vorhandene Restpopulationen leiden unter der Ausbringung von weiteren Pflanzen, die genetische Variationsbreite wird eingeschränkt, lokale Besonderheiten gehen verloren.
Vor diesem Hintergrund sollte man den Gedanken der Freisetzung nur hegen, wenn die Art am Standort noch nicht vorkommt.
@Jondalar: Bei mir im Garten funktioniert die Ausbreitung, ich hatte auch den Eindruck dass jemand die Samen in die hintersten Winkel davonträgt, jedes Frühjahr halte ich Aussschau nach neuen Blütchen, um die Pflänzchen dann an einen geeigneteren Platz zu verpflanzen.
Grüße Stefan
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