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Samen & Anzucht & Vermehrung

Vermehrung, Anzucht und Aufzucht von Pflanzen...
Vermehrungsarten (wie kann ich eine Pflanze vermehren), Saatgut (in welcher Erde, wie zur Keimung bringen, Samen ernten), Aussaat (wann aussäen, Temperatur zum Keimen, wie viel Licht und Luftfeuchtigkeit, welches Wasser und wie oft gießen), Pikieren (wann teilen, Wurzeln trennen und vereinzeln, wie und wann umpflanzen), Stecklinge (wann schneiden und wie anschneiden), Anzucht (welches Substrat, im Gewächshaus oder Freiland), Düngen von jungen Pflanzen, Blüte und Frucht (wann kommt das erste Blatt, die erste Blüte oder Früchte)


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Tacca chantrieri Aufzucht

Kalimantan Offline
Azubi
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Beiträge: 18
Beitragvom: Do 12 Jan, 2012 23:39
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Hallo Freu mich

Obwohl ich ein echter Pflanzen-Neuling bin, ist es auch mir gelungen 5 kleine Tacca chantrieris innerhalb von 4 Wochen zum Keimen zu bringen (eine davon ist noch winzig). Was ich mich frage: Angenommen, es gelingt mir, sie nicht umzubringen und alles läuft gut - wann könnte man in etwa mit der ersten Blüte rechnen?

LG
Kalimantan

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Bild Tacca chantrieri Aufzucht Seite 3 - Samen & Anzucht & Vermehrung -  - k-CIMG3361.JPG - von Kalimantan
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dragonofearth Offline
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Beiträge: 17
Beitragvom: Fr 13 Jan, 2012 21:40
Gratuliere !
Das mit dem blühen wird wohl eine ganze Weile dauern, das sie nur langsam wachsen. Bei dem Tempo wie meine wachsen, wird es wohl 2-3 Jahre mindestens dauern.
Grüße
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Kalimantan Offline
Azubi
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Beiträge: 18
Beitragvom: Fr 13 Jan, 2012 23:52
Momentan sind die Kleinen im Gewächshaus mit Fußwärme. Ich mache mir allerdings schon Gedanken, wie ich weiter vorgehen soll. Dachte, ich lasse sie noch 3-4 Monate in Ruhe, bis ich sie in Einzeltöpfe setze und stelle sie dann in ein unbeheiztes Gewächshaus an einen nicht zu kalten Ort. Wenn Sie dafür zu groß werden (hoffentlich komme ich so weit), baue ich ihnen ein Gestell, das mit durchsichtiger Folie bespannt ist, damit die Luftfeuchte weiterhin groß genug ist. Bin mir unsicher, ob die Taccas überhaupt dauerhaft ohne "Abdeckung" auskommen - ob man nun sprüht oder nicht... Nötigenfalls kriegen sie lebenslang ein Plastikzelt übergestülpt Freu mich Da nehme ich dann ästhetische Abstriche in Kauf.
Gibt es irgendjemanden hier, bei dem eine Tacca länger als ein Jahr in "normaler Zimmerluft" überlebt hat? Was halten die Tacca-Erfahrenen von meinem Aufzuchts-Plan?

LG
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dragonofearth Offline
Azubi
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Beiträge: 17
Beitragvom: Sa 14 Jan, 2012 10:46
Du solltest sie erst vereinzeln wenn sie 2 Blätter haben. Dabei musst du sehr vorsichtig sein, das du ihre feinen Wurzeln nicht verletzt. Ich habe sie übrigens in hochwertige Erde, welche ich mit Rindenmulch gemischt habe. Das bekommt ihnen sehr gut. Ich muss meine im Frühling auch wieder umtopfen. Sie bilden ja Rhizome und daher wachsen die Wurzeln schnell tief.
Als kleinen Tipp übrigens: Da Taccas immer in leicht feuchtem Boden sein sollten, sind sie auch sehr anfällig für Trauermücken. Dem kannst du ganz einfach entgegen wirken, indem du Rindenstücke von Weintrauben Pflanzen zulegst. An denen leben kleine Raubmilben welche die Trauermückenlarven fressen. Seitdem habe ich ruhe mit den Biestern.
Die Pflanzen lieben zwar hohe Luftfeuchtigkeit, aber eine Lebenslange Haube hat einen großen Nachteil: Licht. Man sollte den Faktor Licht auch bei Taccas nicht unterschätzen, bekommen sie zu wenig legen sie eine Wachstumspause ein und verharren. Das heißt aber nicht, das sie am Südfenster stehen sollen! Meine profitieren von der Aquariumlampe, welche ordentlich Power hat. Von daher könnte eine Pflanzenlampe auch hilfreich sein, sollten sie nicht weiterwachsen.
Ich besprühe meine Pflanzen täglich. Hinzu stehen sie neben meinem Aquarium und sie gedeihen prächtig. Ob sie später anspruchsvoller an Luftfeuchtigkeit werden, kann ich noch nicht sagen. Ich würde sie an deiner Stelle langsam an normale Luft gewöhnen, unter sie kleine Schalen mit Blähton und Wasser stellen (um Luftfeuchtigkeit zu erhöhen) und sie täglich besprühen. Und dabei immer Regenwasser verwenden, da Kalk nicht vertragen wird von den kleinen.
Ich hoffe das hilft dir weiter !
Grüße Enrico
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Kalimantan Offline
Azubi
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Beiträge: 18
Beitragvom: So 15 Jan, 2012 17:12
Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort.

Zur Zeit bekommen meine kleinen Taccas Zusatzlicht und wachsen zwar langsam, aber beständig. Habe auch einen ziemlichen Aufwand mit der Anzucht betrieben, weil ich so unbedingt wollte, dass es klappt... Wink
Wird zwar sicherlich noch eine Weile dauern bis ich sie umsetze, aber hätte auch noch eine Frage zum Substrat. Kann mir vorstellen, dass Rindenmulch etwas grob ist und dachte aus eine Mischung aus hochwertiger Blumenerde, Orchideenerde und Perlite. (Und ich schau dann mal, ob ich die Weintraubengeschichte organisieren kann - ansonsten kann ich ja immernoch zu Gelbstickern greifen). Wäre das in Ordnung?
Und: Düngst Du Deine Taccas eigentlich schon? Wann sollte man damit beginnen? Habe mal gelesen (weiß leider nicht mehr wo), man solle verdünnten Orchideendünger verwenden. Ist das richtig?

LG

P.S.: Deine Taccas sehen richtig toll aus!
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dragonofearth Offline
Azubi
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Beiträge: 17
Beitragvom: So 15 Jan, 2012 17:32
Hey,
ja ich denke die Kombination Orchideenerde, Blumenerde und Perlite ist eine sehr gute wahl. Wichtig ist halt, das das Substrat das Wasser auch gut speichern kann.
Ich dünge meine Taccas eher mäßig aber schon mit normalem Blumendünger. Ich habe auch gelesen, das manche mit Orchideendünger düngen. Meiner Meinung spricht dagegen das Taccas aufgrund ihres Wachstumstempos und der vielen Blätter einen höheren Nitrat und Phosphat Bedarf haben als Orchideen. (Nitrat ist wichtig zur Chlorophyllbildung) Und damit glaube ich mit einem Normalen Blumendünger besser fahre. Geschadet scheint es ihnen nicht zu haben. Dazu ist aber Anzumerken das es sich wirklich nur um einen preiswerten normalen Blumendünger handelt, der nur Nitrat(also Stickstoff) Phosphat und Kalium enthält, und keine weiteren Spurenelemente. Teurere Blumendünger haben oft diese Spurenelemente, solche würde ich persönlich nicht verwenden. Aber vielleicht weis da wer anderes auch mehr. Generell denke ich das es nicht wirklich viel Erfahrungen mit Taccas gibt, da viele sie ja nicht durchbringen. Die Idee mit dem Orchideendünger ist daher meiner Meinung auch nur ein Versuch gewesen aber keiner konnte zeigen das es wirklich was nützt.
Wenn sie so klein sind wie deine würde ich noch nicht düngen, erst wenn sie die Samenschale abwerfen und schnell wachsen (was ziemlich lange dauern kann).
Grüße Enrico
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BigMama Offline
Gärtnermeisterin
Gärtnermeisterin


Beiträge: 1220
Beitragvom: So 15 Jan, 2012 17:41
Ich bewundere wirklich Eure tollen Erfolge. Wenn ich das so sehe, dann bin ich richtig versucht, es auch mal zu probieren.

Ich hab die Befürchtung, daß einer Tacca nach ihrer Terrarium-Zeit nicht mehr die nötigen Bedinungen bieten kann. Zumindest macht mir die große Tacca, die sich meine Tochter im Herbst kaufte, Sorgen. Der scheint es im recht feuchten Badezimmer absolut nicht zu gefallen. Und in das Terrarium paßt sie nicht mehr rein.

Euch allen kann ich wirklich nur gratulieren!

Sheila
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Kalimantan Offline
Azubi
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Beiträge: 18
Beitragvom: So 15 Jan, 2012 18:53
Jetzt bin ich schon wieder ein bisschen klüger - danke Freu mich

Wenn es jemanden interessiert (BigMama?), wie ich meine Tacca chantrieris innerhalb von exakt 4 Wochen zum keimen gebracht habe - hier meine (zugegebenermaßen sehr komplizierte) Anleitung:

Die Samen habe ich von Tropica, weil ich dort mit der Keimfähigkeit sehr gute Erfahrungen gemacht habe. Das Saatgut wurde von mir 24h lang in handwarmem Wasser vorgequellt.
--> http://www.tropica.de/artikeldetails-53-241-fledermausblume.html

Dann habe ich das hier
--> http://www.amazon.de/Beckmann-GAL-A....qid=1326645420&sr=8-2
in das hier
--> http://www.gartenbedarf-versand.de/....cht/Aufzucht-Station.html
gestellt und das Anzuchtskästchen zuerst mit einer Drainageschicht aus Seramis befüllt und anschließend eine Mischung aus Compo sana-Anzuchterde (im Backofen steril gemacht: angefeuchtet und bei 180 Grad 30 Minuten "gebacken") und Perlite zugegeben. Die Samen habe ich sehr dünn mit Erde bedeckt (Taccas scheinen zum Keimen Licht zu brauchen, deshalb auch die Zusatzbeleuchtung - andererseits wollte ich aber auch nicht, dass der Samen austrocknet).

Damit das Ganze nicht schimmelt, habe ich vorsorglich mit einer Chinosol-Lösung (die Tabletten gibt es in der Apotheke zu kaufen) angegossen.
Alle paar Tage habe ich den Deckel mal zum Lüften abgenommen und mit einer Mischung aus 90% destilliertem und 10% weichem Leitungswasser bei Bedarf nachgegossen. (Auf einen 5l-Kanister destilliertes Wasser gebe ich 3 Trofen Superhtrive, aber das ist sicher nicht nötig.) Habe das Substrat ziemlich feucht gehalten.

Seit der Keimung nehme ich den Deckel jeden Tag für 5 Minuten ab und beneble sie mit o.g. Mischung. Die Belüftungsschlitze sind jetzt auch leicht geöffnet.


Der Vollständigkeit halber habe ich jetzt die gesamte Prozedur beschrieben, wobei man hier und da sicher Abstriche machen kann. Wichtig sind, glaube ich, konstante Keimtemperaturen von ca. 25 Grad, steriles Substrat und Licht, kalkarmes Wasser und hochwertiges Saatgut.

Jedem, der es versuchen mag, wünsche ich viel Erfolg!

LG
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dragonofearth Offline
Azubi
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Beiträge: 17
Beitragvom: So 15 Jan, 2012 20:12
Also ich denke das wichtigste ist frisches Saatgut zu bekommen, Taccas scheinen nur eine kurze Zeit zu haben, wenn sie keimen. Ich habe verschiedene Anbieter ausprobiert unter gleichen Bedingungen und nur bei einem sind sie bei mir gekeimt. Allerdings glaube ich auch das sie Licht zum keimen benötigen, ich habe meine nur auf die Anzuchterde gelegt. Und ansonsten hohe Luftfeuchte und warme Temperaturen.
Grüße Enrico
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