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forum/ftopic30261.html
Vorsicht mit dem Wort "intakt" alleine..... Viele Wände oder Mauern sind durchaus "intakt" aber dennoch nicht zur Begrünung mit Efeu geeignet. Irgendwann hat mal irgendwer richtig geschrieben, dass Efeu einer intakten Putzfassade nichts anhaben kann (außer nach Entfernung Haftwurzeln zu hinterlassen) aber das ist lange her und bezieht sich ausschließlich auf traditionelle Putzfassaden, also Kalk/Zement-Putze direkt auf Mauerwerk. Diese stimmige These ist also nicht als Pauschalformel für alle "intakten" Mauern, Außenwände und Fassaden anzuwenden.
Die Ätzwirkung der haftscheibenrankenden Arten/Sorten von Wildem Wein ist auf jeder (mit und ohne Anstrich) Putzfassade belanglos, Die winzigen Mengen des ätzenden Klebstoffes, mit der die Pflanzen einen "Erstkontakt" zum Untergrund herstellen bewirken nur auf sehr glatten Flächen - z.B. poliertem Marmor - eine optisch wahrnehmbare Veränderung. Auf Glas stellt sich die Ätzwirkung mal gerade als eben erkennbare punktuelle Trübung der Oberfläche dar. Eine Schädigung von Putzen oder Mauersteinen ist damit nicht verbunden.
Richtig, allerdings sollte man die Dämmwirkung - insbesondere hinsichtlich Wärmeverlusten - nicht überbewerten.
Wer verteufelt hier was? Tatsache ist, dass die Verwendung von Efeu an Bauwerken sorgfältiger Prüfung bedarf. Dabei sollte auch unbedingt der wachsende Schnittbedarf berücksichtigt werden. Und dabei sollte jeder Hausbesitzer bedenken, dass sein Efeu über viele Jahrzehnte immer vitaler wird, während ihm das Erklettern einer Leiter in vergleichsweise kurzer Zeit immer schwerer fällt....
Falsch. Efeu kann in nassem Zustand und unter Einfluss von Windlasten eine erhebliche Uisatzlast für eine Fassade darstellen und ein Putz (oder ein Anstrich, bzw, eine Fassadenbekleidung), der keine sehr erheblichen Zusatzlasten tragen kann, ist deshalb noch lange nicht als "lose" anzusehen. Ein WDVS (Wärmedämmverbundsystem) ist sicherlich i.d.R. nicht "lose" sondern schlichtweg nicht auf Dauer als Träger eines Efeubewuchses geeignet, weil es nicht über die notwendigen Lastreserven verfügt.
Teilweise richtig.... Aber Efeu "kann" nicht nur zufällig in dunkle Bereiche wachsen, sondern er tut es aufgrund genetischer Veranlagung. Diese negativ phototrope Orientierung ist eine Voraussetzung für die Kletterstrategien aller Selbstklimmer denn vertikaler Halt findest sich bevorzugt dort wo Schatten ist.
Richtig. Efeu muss konsequent von sensiblen Bereichen ferngehalten werden.
Im Prinzip ja. Allerdings kommt es in der Praxis immer wieder zu Feuchteschäden durch Efeu. Allein für Niederschlagswasser als Ursache gibt es drei recht häufige Anlässe:
Anlass 1: Die dämliche Unsitte, Regenfallrohre mit Efeu bewachsen zu lassen, bewirkt, dass Schäden an diesen unbemerkt bleiben. Dabei werden häufig Undichtigkeiten der Fallrohe durch den Dickenwuchs des Efeus verursacht. Ein undichtes Fallrohr kann eine großflächige Wanddurchfeuchtung bewirken - insbesondere wenn die Trocknung durch Sonne und/oder Wind behindert ist.
Anlass 2: Efeu überwächst oder hinterwächst die Regenrinne und Regenwasser wird entlang der Triebe von Dach auf die Fassade geleitet. Ebenfalls verzörgerte Abtrocknung von Niederschladmengen, die unter normalen Umständen niemals die Fassade erreichen würden.
Anlass 3 (hinsichtlich der Anfrage des OP relevant): Niederschlagszuflusss aus oberem (nicht efeubegrünten) Fassadenbereich. Je nach Witterungsexposition (Richtung, Höhe, Dachüberstand) einer Fassade kann diese mit erheblichen Niederschlagsmengen beaufschlagt werden. Ein Bewuchs, der die Fassade nur teilweise in der Höhe abdeckt, schützt zwar diesen Bereich, kann aber nicht verhindern, dass Wasser an der Fassade herabläuft. Auch in diesem Fall kann sich die verzögerte Abtrocknung negativ auswirken.
Feuchtes Mauerwerke (auch teilweise durchfeuchtetes) beschleunigt den Wärmefluss und bewirkt eine Verschiebung des Taupunktes, so dass die Schimmelanfälligkeit einer Außenwand sehr erheblich steigt.
Ja ja.... Aber für Fassadenbegrüner gibt es auch keinen Führerschein und was kompetente Leute schreiben oder als allgemeingültige Empfehlungen ausarbeiten (z.B. FLL-Richtlinie "Fassadenbegrünung...") wird in der Praxis noch nicht mal so ernst genommen, wie die STVO unter Verkehrsrowdies....
Grüße
TB
forum/ftopic30261.html
Zitat geschrieben von belascoh
falsch möhrchen!!!
eine intakte mauer/fassade macht efeu nicht kaputt!!!
eine intakte mauer/fassade macht efeu nicht kaputt!!!
Vorsicht mit dem Wort "intakt" alleine..... Viele Wände oder Mauern sind durchaus "intakt" aber dennoch nicht zur Begrünung mit Efeu geeignet. Irgendwann hat mal irgendwer richtig geschrieben, dass Efeu einer intakten Putzfassade nichts anhaben kann (außer nach Entfernung Haftwurzeln zu hinterlassen) aber das ist lange her und bezieht sich ausschließlich auf traditionelle Putzfassaden, also Kalk/Zement-Putze direkt auf Mauerwerk. Diese stimmige These ist also nicht als Pauschalformel für alle "intakten" Mauern, Außenwände und Fassaden anzuwenden.
Zitat
.... im gegensatz zum wilden wein, der sich mit säure in den putz/stein ätzt
Die Ätzwirkung der haftscheibenrankenden Arten/Sorten von Wildem Wein ist auf jeder (mit und ohne Anstrich) Putzfassade belanglos, Die winzigen Mengen des ätzenden Klebstoffes, mit der die Pflanzen einen "Erstkontakt" zum Untergrund herstellen bewirken nur auf sehr glatten Flächen - z.B. poliertem Marmor - eine optisch wahrnehmbare Veränderung. Auf Glas stellt sich die Ätzwirkung mal gerade als eben erkennbare punktuelle Trübung der Oberfläche dar. Eine Schädigung von Putzen oder Mauersteinen ist damit nicht verbunden.
Zitat
schützt efeu die mauer sogar vor regen und sonstigen wettereinflüssen und kann so eine mauer trockener und wärmer/kühler halten und ist somit eine art von aussenisolierung!
Richtig, allerdings sollte man die Dämmwirkung - insbesondere hinsichtlich Wärmeverlusten - nicht überbewerten.
Zitat
efeu wird völlig zu unrecht verteufelt!
Wer verteufelt hier was? Tatsache ist, dass die Verwendung von Efeu an Bauwerken sorgfältiger Prüfung bedarf. Dabei sollte auch unbedingt der wachsende Schnittbedarf berücksichtigt werden. Und dabei sollte jeder Hausbesitzer bedenken, dass sein Efeu über viele Jahrzehnte immer vitaler wird, während ihm das Erklettern einer Leiter in vergleichsweise kurzer Zeit immer schwerer fällt....
Zitat
klar kann efeu dazu führen dass putz abbröckelt, aber dann war der vorher schon lose!
Falsch. Efeu kann in nassem Zustand und unter Einfluss von Windlasten eine erhebliche Uisatzlast für eine Fassade darstellen und ein Putz (oder ein Anstrich, bzw, eine Fassadenbekleidung), der keine sehr erheblichen Zusatzlasten tragen kann, ist deshalb noch lange nicht als "lose" anzusehen. Ein WDVS (Wärmedämmverbundsystem) ist sicherlich i.d.R. nicht "lose" sondern schlichtweg nicht auf Dauer als Träger eines Efeubewuchses geeignet, weil es nicht über die notwendigen Lastreserven verfügt.
Zitat
klar kann efeu in löcher und ritzen wachen, wenn man nicht aufpasst, aber dass kann einem mit jeder kletterpflanze genauso passieren!
Teilweise richtig.... Aber Efeu "kann" nicht nur zufällig in dunkle Bereiche wachsen, sondern er tut es aufgrund genetischer Veranlagung. Diese negativ phototrope Orientierung ist eine Voraussetzung für die Kletterstrategien aller Selbstklimmer denn vertikaler Halt findest sich bevorzugt dort wo Schatten ist.
Zitat
@landgast : fenster gingen dadurch kaputt? daraus schliesse ich, dass der efeu nicht gepflegt wurde! dann darf man sich natürlich auch nicht wundern!
Richtig. Efeu muss konsequent von sensiblen Bereichen ferngehalten werden.
Zitat
schimmel? da wäre ich ebenfalls äusserst skeotisch, dies dem efeu in die schuhe zu schieben! efeu hält nachweislich mauern deutlich trockener!
Im Prinzip ja. Allerdings kommt es in der Praxis immer wieder zu Feuchteschäden durch Efeu. Allein für Niederschlagswasser als Ursache gibt es drei recht häufige Anlässe:
Anlass 1: Die dämliche Unsitte, Regenfallrohre mit Efeu bewachsen zu lassen, bewirkt, dass Schäden an diesen unbemerkt bleiben. Dabei werden häufig Undichtigkeiten der Fallrohe durch den Dickenwuchs des Efeus verursacht. Ein undichtes Fallrohr kann eine großflächige Wanddurchfeuchtung bewirken - insbesondere wenn die Trocknung durch Sonne und/oder Wind behindert ist.
Anlass 2: Efeu überwächst oder hinterwächst die Regenrinne und Regenwasser wird entlang der Triebe von Dach auf die Fassade geleitet. Ebenfalls verzörgerte Abtrocknung von Niederschladmengen, die unter normalen Umständen niemals die Fassade erreichen würden.
Anlass 3 (hinsichtlich der Anfrage des OP relevant): Niederschlagszuflusss aus oberem (nicht efeubegrünten) Fassadenbereich. Je nach Witterungsexposition (Richtung, Höhe, Dachüberstand) einer Fassade kann diese mit erheblichen Niederschlagsmengen beaufschlagt werden. Ein Bewuchs, der die Fassade nur teilweise in der Höhe abdeckt, schützt zwar diesen Bereich, kann aber nicht verhindern, dass Wasser an der Fassade herabläuft. Auch in diesem Fall kann sich die verzögerte Abtrocknung negativ auswirken.
Feuchtes Mauerwerke (auch teilweise durchfeuchtetes) beschleunigt den Wärmefluss und bewirkt eine Verschiebung des Taupunktes, so dass die Schimmelanfälligkeit einer Außenwand sehr erheblich steigt.
Zitat
wenn jemand mit dem auto gegen einen baum fährt, dann ist ja auch nicht der baum oder meistens auch nicht das auto schuld, oder???
Ja ja.... Aber für Fassadenbegrüner gibt es auch keinen Führerschein und was kompetente Leute schreiben oder als allgemeingültige Empfehlungen ausarbeiten (z.B. FLL-Richtlinie "Fassadenbegrünung...") wird in der Praxis noch nicht mal so ernst genommen, wie die STVO unter Verkehrsrowdies....
Grüße
TB