Kann man wurzelnackte Obstbäume später als März pflanzen?

 
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Wanderbursche

Hallo,

ich habe im November vorigen Jahres an die 50 wurzelnackte Buschobstbäume gekauft und erst mal auf einem freien Gartenstück zur Zwischenlagerung eingeschlagen. Seitdem scheitern sämtliche Pflanzversuche, weil es entweder zu frostig oder meiner Meinung nach zu naß ist. Auf jeden Fall ist der Aushub, der jetzt schon eine Weile dort lagert, naß und grobschollig. Ich habe schon überlegt, ob ich die Struktur der Erde durch Untermischen von Mutterboden krümeliger hin bekomme, um die Feinwurzeln der zu pflanzenden Bäume nicht zu verletzen.

Sollte ich witterungsbedingt die Bäume nicht rechtzeitig pflanzen können und sie bei entsprechenden Temperaturen im Einschlag vielleicht sogar ausschlagen, was mache ich dann? Sämtliche Literatur zum Thema erschöpft sich darin, daß man wurzelnackte Bäume während der Vegetationsruhe pflanzen soll, also Okt. / Nov. bis spätestens Ende März (falls dies bei den heutigen Wetterkapriolen überhaupt noch zutrifft). Was aber passiert, wenn man es bis dahin nicht schafft, darüber schweigen sich die Autoren aus. Ist offensichtlich noch nie vorgekommen. Oder doch?

Vielleicht weiß jemand aus eigener Erfahrung einen Rat. Schadet die grobschollige Erde den Feinwurzeln oder reicht es, wenn man nachher tüchtig einschlämmt? Kann man wurzelnackte Bäume auch noch im fortgeschrittenen Frühjahr pflanzen, wenn sie möglicherweise sogar schon ausgeschlagen haben? Ich habe schon jede Menge Laubgehölze mitten im Sommer umgesetzt und (bei entsprechender Wasserversorgung) nie Probleme gehabt. Die waren allerdings nicht wurzelnackt.

Viele Grüße
Klaus
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ogalalasioux

Hallo Wanderbursche,

schaffst du es nicht bis März ,dann eben im April ein späterer Zeitpunkt kann zu Ausfällen führen bei wurzelnackten Pflanzen.



Norbert
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ogalalasioux

Zur Erde, ein bisschen feinere Erde,ins Pflanzloch wäre gut damit die Pflanzen auch gut Erdkontakt bekommen Und wie du richtig sagst gut einschlämmen.

Norbert
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irenereni

Hallo Klaus,
ich habe schon öfter zu den unmöglichsten Zeiten (auch im Hochsommer!) Pflanzen versetzt, auch Gehölze wie z.B. einen Sommerflieder. Jeder hat mir gesagt, der schafft es nicht. Es haben aber immer alle geschafft. Natürlich hingen sie erst mal total schlapp und sahen unmöglich aus. Aber mit täglichem Gießen hat es immer geklappt.
Gruß Irene
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Bergbauer

Es gibt da jemanden (Sepp Holzer), der auch im Sommer pflanzt. Dazu schlägt er die Wurzeln in Folie ein und lässt de Baum sämtliche Blätter abwerfen und erst wird der Baum eingepflanzt. Dazu nimmt er oft Bäumchen die schon von Baumschulen aussortiert wurden und billig zu bekommen sind. Nicht alle überleben, aber diejenigen die es schaffen sind nun sogar robuster als gute Baumschulware Eigentlich logisch, aber kaum ein Kunde würde in der Baumschule einen schlecht aussehenden Baum kaufen.

Im allgemeinen pflanzt man im Sommer deshalb nicht, weil die Trockenheit ein Problem darstellen kann und es natürlich mehr Streß für einen Baum ist, die feinen Wurzeln sind empfindlich in der Hinsicht. Gut anwässern und eine dicke Schicht Rindenmulch helfen dem Baum weiter und der April ist noch kein Problemmonat. Das hängt ja mehr von der Witterung ab, weniger vom Kalender. Außerdem bleiben da noch der Februar und März. Bestimmt findet sich dort auch eine Wetterperiode die ein Pflanzen ermöglicht.
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Joringel

Hallo Bergbauer!

Eine schöne Geschichte, die Du erzählst!!!
Ich muss sie unbedingt bestätigen. Auch ich habe Sträuche, Heister, ja sogar Jungbäume auf diese Art vor dem sicheren Baumschultod gerettet. Die beste Zeit für eine Schnäppchenjagd ist im Juni bis Anfang Juli. Dann liegt in den Einschlägen der Baumschulen die unverkäufliche Restware oder schlicht das, war während des Verkaufsrummels in den Ecken vergessen wurde. Ich habe sogar aus zusammengeschobenen Abfallhalden so manche, auch exquisiete, Pflanze heausgezogen. Man muss allerdings dem Baumschüler bekannt sein, denn mit diesen "Geschenken" verdirbt er sich letztendlich sein Geschäft. Als Gegenleistung bekamen die Gärtner junge Stauden oder Schnittgut für ihre Stecklinge von mir.

Meine Rettungsaktion sah allerdings etwas anders aus. Die vertrockneten Ballen oder die nackten Wurzeln transportierte ich mit Plastik umhüllt nachhause
Ich hob ein größeres Loch aus und rührte unten mit dem Spaten eine Matschpampe an. In die versenkte ich ganz vorsichtig die Pflanze, um nicht noch mehr von den eventuell noch heilen Saugwurzeln zu verletzen. Die Ballenpflanzen tauchte ich zum Vollsaugen für längere Zeit (oft über Nacht) in einen mit Wasser gefüllten Maurerkübel neben meinem Pflanzloch.
Nach dem Pflanzen wurde, falls noch vorhanden, das meiste Laub entfernt, um eine zu starke Verdunstung zu verhindern, oder noch ein wenig zurückgeschnitten. Die nächst Zeit immer darauf achten , dass der Boden gut feucht ist.
Wenn im eigenen Garten eine Pflanze zur unrechten Zeit weichen muss, so sollte man immer erst das Umpflanzen versuchen.
Übrigens Rhododendren kann man zur Not immer umsetzen, weil sie einen ganz festen Ballen haben.
Gruß
Joringel
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Joringel

Hallo zusammen
Ich muss noch ergänzen, dass eine meiner Aktionen mit Erfolg eine Blutpflaume betaf, die essbare Früchte trägt. Es habndelte sich um einen Hochstamm mit einer Stammhöhe von1,80m und hatte nur noch vertrocknete braune Laubreste. Diese fielen nach der Pflanzung endgültig ab. Der Baum stand 3 Wochen ohne Laub. Ende Juli trieb er förmlich über Nacht komplett aus.
Und das geschah alles in Moorboden, den die Rosaceen überhaupt nicht mögen.
Gruß
Joringel
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tartan

Zur Not kann man alle Pflanzen irgendwann im Jahr umsetzen.

Aber es gibt dann doch so die ein oder andere Sache, an die man sich halten sollte.

@Wanderbursche
ich würde mir jetzt noch nicht allzu viele Gedanken darum machen, ob du bis März die Bäume in die Erde bekommst. Bis dahin wird es auch Wärmeperioden geben.

März ist eine doofe Zeitangabe, eigentlich heißt es, solange bis die Pflanze nicht voll ausgetrieben ist, kann man umpflanzen.

Wenn du die Pflanzen aus dem Einschlag holst, schneide die Wurzel an und stelle sie noch einmal in Wasser.
Ohne Anschnitt brauchst du sie nicht noch mal in Wasser stellen, dass bringt dann nämlich nichts, die Pflanze nimmt das Wasser nicht auf. (Ist wie bei Schnittblumen)

LG
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Wanderbursche

Hallo an alle,

vielen Dank für die Antworten auf meinen Beitrag. Ihr habt mir sehr geholfen.

Viele Grüße
Klaus

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