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Wissenswertes über Lithops / lebende Steine

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Lithops
(von griechisch: lithos = "Stein", opsis = "Aussehen") stammen aus Südafrika und gehören zur Familie der Mittagsblumengewächse, Unterfamilie Mesembryanthemoideae (Mesembs).

FAQ zu Lithops: http://green-24.de/forum/ftopic57636.html


Allgemeines zu Lithops

Lithops sind hochsukkulente Pflanzen, die aus zwei miteinander verwachsenen Blättern bestehen, die meist nur in der Mitte durch einen Spalt voneinander getrennt sind.

Die gesamte Pflanze ist kegelförmig und der oberirdische (breiteste) Teil ist meist rundlich mit möglichst geringer Oberfläche, um die Verdunstung zu minimieren.

[albumimg]2829[/albumimg] [albumimg]2831[/albumimg]

Da Lithops in der Wüste heimisch sind und meist direkter Sonne und großer Hitze ausgeliefert sind, wachsen sie nicht sehr hoch, sondern bleiben meist knapp über der Erdoberfläche bzw. schließen in sehr heißen Gegenden mit der "Oberkante" direkt mit der Erde ab. Dadurch verringern sie die Verdunstung noch weiter.

In unseren Breitengraden können sie höher wachsen, bei Lichtmangel allerdings auch unnatürlich hoch, was zu vermehrter Verdunstung am Pflanzenhals führt. Wenn Lithops hier gehalten werden, sollte man immer auf einen sehr sonnigen Standort achten.

Angepasst an ihr natürliches zu Hause sind sie extreme Überlebenskünstler. Lithops können im Extremfall bis zu 2 Jahre ohne Wasser auskommen und sie können sogar Feuchtigkeit aus dem Morgentau über die Blätter aufnehmen. Aufgrund ihres extrem heißen Lebensraumes nehmen Lithops immer soviel Wasser auf, wie vorhanden ist, was in der Wüste unproblematisch ist, da es nicht sehr viel auf einmal regnet, bei Zimmerhaltung und Überwässerung aber zum Platzen der Pflanze und damit zu Schimmelbildung oder Infektion führen kann.

Lithops haben ihr Chlorophyll auf der Innenseite der Blätter (Loben genannt) und Licht dringt durch die Fenster auf der Blattoberseite hinein. Diese Fenster können groß und rund sein, in Form von kleinen Linien oder kleinen runden Punkten auftreten.

Lithops haben Pflahlwurzeln, um zur Not Wasser aus tieferen Ebenen erreichen zu können. Werden sie in zu kleinen Töpfen oder gar flachen Schalen gehalten, führt dies zu einem Hochschießen der Pflanzen, da sie nicht genügend Platz nach unten haben.


Fortsetzung folgt...

Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Lithops
"Lithops - flowering stones" von Desmond T. Cole, Cactus&Co. Libri
Zuletzt geändert von Indigogirl am Di 09 Mär, 2010 14:22, insgesamt 2-mal geändert.
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BeitragMi 11 Apr, 2007 23:46
Jahresrhythmus

Lithops bilden jedes Jahr ein neues Blattpaar aus, das zu Beginn der Wachstumsphase im Inneren der Pflanze zwischen den beiden Loben heranwächst.
Dieses neue Blattpaar wird immer größer und konsumiert das alte Blattpaar von innen. Das neue Blattpaar wächst mit dem Blattspalt quer zum Spalt des alten Blattpaares.

Nach der Blüte im Herbst beginnt das neue Blattpaar heranzuwachsen und ab diesem Zeitpunkt braucht die Pflanze kein zusätzliches Wasser mehr.
Sobald die Blüte eingetrocknet ist sollte man die Pflanze das letzte Mal gießen und dann erst wieder mit dem Gießen beginnen, wenn das neue Blattpaar vollständig herangewachsen ist und beginnt, seitlich Runzeln zu zeigen.

Das alte Blattpaar ist zum Ende der Ruhephase nur noch eine trockene, papierartige Hülle, die die neue Pflanze noch einige Zeit vor zu großer Hitze und Verdunstung schützt und schließlich abbröckelt oder entfernt werden kann.

Diese hier sind gerade auf dem besten Weg dahin:
[albumimg]2834[/albumimg]
Hier sieht man auch, wie das alte Blattpaar an der Seite (innen zwischen den beiden Köpfen) aufreißt, weil es erstens eintrocknet und zweitens das neue Blattpaar zu groß wird für die Hülle.

Da Lithops in der südlichen Hemisphäre leben, ist in ihrem Rhythmus Sommer, wenn bei uns Winter ist.
Das heißt ihre Ruhephase liegt eigentlich im Sommer (bei uns im Winter) und die trockene Hülle des alten Blattpaares schützt die Pflanze also noch so lange, bis kühlere Temperaturen vorherrschen (in Südafrika der Beginn des Winters, bei uns der Beginn des Sommers).

Man kann Lithops nicht an unsere Jahreszeiten gewöhnen (sie also dazu überreden, dass sie im Frühjahr die Blütezeit und im Sommer ihre Ruhephase haben), aber ihnen macht unser Jahresrhythmus auch nichts aus.

Wenn die Pflanze im Frühjahr ihr neues Blattpaar gebildet hat und über den Winter eine ausreichende Trockenperiode hatte (genau wie fast alle Kakteen), belohnt sie den Besitzer im Herbst/ Winter je nach Art mit einer gelben oder weißen Blüte, die sich zur Mittagszeit öffnet und sich nachmittags wieder schließt. Daher auch der Name der Mittagsblumen.

Pflanzen mit weißen Blüten sind wesentlich seltener als die gelben. Es gibt aber auch da noch Unterschiede (gelb mit gelbem Zentrum, weiß mit gelbem Zentrum, gelb mit weißem Zentrum etc.) und es gibt auch gezüchtete Varianten, die andersfarbige Blüten aufweisen.

Das wichtigste und am breitesten gefächerte Merkmal der Lithops sind aber ihre Blattzeichnungen und -formen, auf die ich später noch eingehen werde.
Zuletzt geändert von Indigogirl am Do 12 Apr, 2007 12:39, insgesamt 1-mal geändert.
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BeitragDo 12 Apr, 2007 12:34
... dann machen wir doch gleich mal weiter.

Vermehrung

Vermehrung findet durch Samen statt, die sich nach Bestäubung der Blüte in der Mitte der beiden Loben in einer Samenkapsel bilden. Diese Samenkapsel hat meist 5 ?Blätter? und öffnet sich, sobald ein Tropfen Wasser auf die Kapsel trifft (z.B. bei Regen). Dieser spült dann auch gleich die Samen aus der Kapsel und sie keimen. Die Samenkapsel schließt sich wieder, sobald sie trocknet. Dadurch können die Samen über Jahre hinweg geschützt bleiben. Lithops-Samen sind auch nach Jahren noch keimfähig.

Lithops können sich, so steht es in meinem Buch, nicht selbst bestäuben. Man braucht also zwei verschiedene Pflanzen um Samen zu bekommen. Es reicht anscheinend nicht einmal, von einem Kopf zum anderen zu bestäuben.
Laut Desmont T. Cole ist es aber wohl auch schon vorgekommen, dass sich Lithops (gerade in Kultivierung) selbst bestäuben, was aber eher die Ausnahme ist.
Ich meine aber hier im Forum schon von Mitgliedern gelesen zu haben, die ihre Lithops innerhalb der einen Blüte bestäubt haben und daraus Samenkapseln bekommen haben.

---
Ich werde dieses Jahr höchst wahrscheinlich Blüten bekommen (mit etwas Glück 4 Stück, 2 von den beiden aucampiae-Köpfen und 2 von den beiden neuen lesliei-Köpfen). Und ich werde auf jeden Fall versuchen, sie zu bestäuben. Wie weiß ich noch nicht, vielleicht jeweils einmal mit sich selbst und einmal aucampiae mit lesliei oder so....
---

Durch die widrigen Umstände ist es für Pflanzen in der Natur recht schwer, sich zu vermehren. Es regnet nur selten, was vorhandene Samen nur selten ausspült. Keimlinge sind sehr empfindlich was Hitze und Wassermangel angeht und brauchen eigentlich kontrollierte Bedingungen, also einen regelmäßigen Wechsel von Sonne und Wasser, der in der Wüste oft nicht so perfekt auftritt und daher Lithopskeimlingen das Überleben erschwert.
In zu heißen oder zu langen Trockenperioden blühen Lithops nicht, um sich die Kraft für's Überleben zu sparen, und bilden dann auch keine Samenkapseln.

Lithops wirken alldem entgegen, indem sie
1. pro Samenkapsel mehrere hundert Samen produzieren
2. Samen mit sehr langer Keimfähigkeit haben
3. sehr schnell keimen (nach ca. 2-5 Tagen)

Manchmal (ab einem gewissen Alter) bilden Lithops im jährlichen Zyklus nicht ein neues Blattpaar, sondern zwei oder mehr. Dann erscheint der Spalt zwischen den beiden Köpfen parallel zum Spalt der alten Blätter (so dass die Blattspalten wieder quer zum alten Spalt stehen).

Das sieht dann so aus:
[albumimg]2832[/albumimg]

Die Pflanze teilt sich dadurch nicht komplett, sondern bleibt an der Wurzel eine Pflanze, die eben nur zwei Köpfe oder mehr hat.
Je nach Art können sie bis zu 10 (Lithops aucampiae, Lithops hookeri, Lithops lesliei, Lithops marmorata und Lithops olivacea) oder sogar 20 Köpfe bekommen (Lithops salicola). Das wohl größte Exemplar ist ein Lithops salicola, der in Natur gefunden wurde, aber schon seit 20 Jahren in Kultivierung wächst. Diese Pflanze hat(te) mehr als 350 Köpfe.

Alte, mehrköpfige Pflanzen kann man angeblich auch trennen und somit vermehren, wobei dies schwierig ist und die Wurzeln leicht verletzt werden können.
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BeitragDo 12 Apr, 2007 23:15
Heimische Anzucht aus Samen

Das richtige Aussaatsubstrat
Ich verwende meist Kakteenerde gemischt mit Sand.
Zum Anfang hatte ich Sand aus dem Sandkasten (im Backofen entkeimt) und jetzt habe ich dafür feinen Aquariensand.
Beides geht, den Aquariensand finde ich besser, weil er nachdem er feucht war, nicht so festpappt. Sandkastensand bildet nach Feuchtigkeit eine Kruste auf der Oberfläche. Das ist meist nicht so schön und auch nicht so praktisch, da dann schnell mal der Halt für die Pflänzchen verloren gehen kann.

Da beides mischt man im Verhältnis 1:1 (mal mehr Sand mal weniger, bei Zweifel lieber mehr Sand, sind schließlich Wüstenpflanzen).
Dann ist das "Substrat" auch schön fein, so dass die Samen nicht hindurchfallen.
Perlite, Kokohum und Seramis sind definitiv zu grob.


Aussaat
Lithops-Samen sind Lichtkeimer, weshalb das feine Substrat sehr wichtig ist.

Die Samen werden dann auf die leicht angedrückte Oberfläche gestreut. Da sie so klein sind, ist gezielte Aussat fast unmöglich.
Für größere Samenmengen empfiehlt Desmond T. Cole tatsächlich die Aussaat mittels Pfefferstreuer...!

Wichtig ist dann, die ausgesähten Samen nur noch von unten zu gießen (also über die Abzugslöcher im Topf, und gegossen wird nur in den Übertopf).

Ich fülle übrigens unten in den Topf immer eine Schicht Seramis, um gute Wasserdurchlässigkeit zu gewährleisten. Außerdem speichert Seramis da unten dann immer ein bisschen Wasser, was den Pflänzchen über ihre Pfahlwurzeln auch längere Zeit noch zur Verfügung steht.
Oben auf die Erdschicht gebe ich, entweder noch vor der Aussaat oder nachdem die Samen gekeimt sind, eine Schicht Sand um Trauermücken das Eierlegen zu vermiesen. Die Samen kann man sowohl auf die Erd-Sand-Mischung sähen, oder auf die Schicht Sand oben drauf.

Das Aussaat-Töpfchen wird dann mit Folie bedeckt, um eine hohe Luftfeuchtigkeit im Töpfchen zu erhalten.

Sobald die Samen gekeimt sind (im Frühjahr dauert das zwischen 1 und 5 Tagen) - bzw. besser ist es mehrere Wochen nach der Keimung -, kann man die Folie langsam entfernen (langsam heißt hier, erst ein paar Stunden am Tag Folie weglassen, dann ein paar Stunden mehr, dann schließlich ganz weglassen) und spätesten dann sollte man die Pflänzchen mit Sand umhäufen und die Oberfläche ganz mit Sand bedecken, um ein Eindringen der Trauermücken zu verhindern.

Nach 2 bis 3 Monaten darf die Erde auch ruhig mal austrocknen und wenn gegossen wird, ruhig etwas mehr Wasser geben, das härtet die Pflanzen ab.


Aussaatzeit
Am günstigsten ist das Frühjahr und der Sommer, da die Pflanzen dann die warme Zeit vor sich haben und bis zum ersten Winter schön kräftig werden können.
Pflanzen, die im Herbst oder Winter ausgesäht werden, müssen dann als kleine und schwache Keimlinge den harten Winter überstehen, was zu großen Verlusten oder zu schwachen und kränklichen Pflanzen führen kann.


Aussaatgefäße
Aussaatgefäße sollten Wasserabzugslöcher enthalten, da Lithops keine Staunässe vertragen und zu Anfang von unten gegossen werden sollten.
Sie müssen tief genug sein, denn Lithops bilden, auch wenn sie oberirdisch nicht danach aussehen, erstaunlich lange Pflahlwurzeln und sie tun das recht früh, also auch schon als Keimlinge (dann sind die Wurzeln zwar nur feine Haarwurzeln, aber laaang).

Als Aussaatgefäß kann eigentlich alles genommen werden, was diese Eigenschaften erfüllt, z.B. normale Blumentöpfe, Obstschalen aus Plastik (aus dem Supermarkt, von Tomaten oder Kiwis) oder gar alte Gehäuse von Autobatterien (mit in den Boden gebohrten Löchern).
Die Gefäße sollten allerdings Lichtundurchlässig sein, weil sich sonst aufgrund der hohen Feuchtigkeit beim Keimen Algen bilden können.
Das ist mir in den durchsichtigen Schalen durchaus auch schon aufgefallen.


Aussaattemperatur
Lithops mögen es zum Keimen nicht nur hell, sondern unbedingt auch warm. Ich hatte einen meiner ersten Versuche zwar unter einer Lampe stehen, aber in der kalten Küche und es ist nur sehr wenig gekeimt. Die Temperatur sollte zwischen 22 und 28 Grad Celsius liegen.


Lithops-Keimlinge mögen es übrigens, eng nebeneinander zu wachsen.
Da man die Aussaat und somit die Abstände zwischen den Pflanzen nicht steuern kann, bilden sie sich automatisch eng beieinander.
Das hat den Vorteil, dass eine natürliche Auslese stattfindet, denn nur die stärksten und gesunden Pflänzchen können sich hier behaupten. So erhält man nur starke erwachsene Pflanzen.
Wenn die Sämlinge zu groß werden und sich gegenseitig verdrängen oder beschatten, sollte man sie vorsichtig vereinzeln.
Sitzen zu viele Keimlinge auf einem Haufen, kann es auch passieren, dass die Pflanzen in der Mitte eines solchen ?Teppichs? hochgehoben werden und mit den Wurzeln irgendwann nicht mehr in die Erde reichen können. Dann sollten sie auch vereinzelt werden.

Die kleinen Lithops können durchaus schon Sonne vertragen, sollten aber, wenn sie unter einer Lampe oder im Schatten standen, erst daran gewöhnt werden, sonst bekommen sie ?Sonnenbrand? oder verbrennen sogar komplett.
Zuletzt geändert von Indigogirl am Mo 21 Mär, 2011 10:09, insgesamt 2-mal geändert.
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BeitragFr 13 Apr, 2007 18:15
Aussehen

Lithops haben sich über die Jahre hinweg in ihrem Aussehen perfekt an ihre Umgebung angepasst, um Fressfeinden zu entkommen.
Daher auch der Name ?lebende Steine?, denn sie sehen Steinen oder Kieseln zum Verwechseln ähnlich.

In Kultur wird dieser Charakterzug meist dadurch hervorgehoben, dass Lithops oft in einem Topf mit Kieseln umgeben werden, die dafür sorgen, dass man die Pflanzen beim ersten Blick nicht als solche erkennt und sie erstmal suchen muss.

In Afrika sind manche Lithops so getarnt, dass sie kaum über der Erdoberfläche wachsen und sich der umliegenden Erde in Farbe und Textur komplett angepasst haben.
Zum Beispiel so:
http://www.lithops.info/de/galerie/lithops_c393.html

Andere Lithops erstaunen den unerfahrenen Betrachter (damit meine ich mich beim ersten Durchblättern des Buches... :D ) dadurch, dass sie in einem Teil der Wüste, der viele komplett weiße Steine aufweist, ebenso komplett weiß sind und aussehen, als seien sie nichts anderes als eben solche Steine.
Leider habe ich kein Foto von den Lithops-Arten in ihrem echten Lebensraum in Afrika, aber diese Art ist eine davon:
http://www.lithops.info/de/galerie/lithops_c239.html

Wobei ich mich immer noch frage, woher die Lithops wissen, dass ihre Umgebung jetzt so aussieht. Und vorallem, dass sie sich dann nicht nur an die Erde anpassen, sondern aussehen, wie die etwas weiter entfernt liegenden Steine.

Wirklich verwunderlich, die Kleinen!

Näheres zum Aussehen der einzelnen Arten kommt später.
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BeitragSa 14 Apr, 2007 14:30
Alter von Lithops

Es ist recht schwer (um nicht zu sagen unmöglich), bei Pflanzen in der Natur festzustellen, wie alt sie sind. Theorien über eine Verbindung zwischen Wurzellänge und Alter sind noch nicht ausgereift und die bisher einzige Möglichkeit, das Alter einer Pflanze festzustellen, ist eventuell vorhandene Blatthüllen vorsichtig zu entfernen und zu zählen. Wobei diese Methode natürlich sehr ungenau ist, da man nie sicher feststellen kann, ob wirklich alle Blatthüllen noch vorhanden sind.
Mit dieser Methode wurde von Pflanzen in Natur ein Alter von 50 - 95 Jahren festgestellt.

In Kultivierung wurde die älteste Pflanze mindestens 36 Jahre alt.

Bei selbst gesähten Pflanzen kann man deren Alter natürlich nachvollziehen, aber ein Analogon zu, zum Beispiel, den Jahresringen bei Bäumen gibt es nicht.

Die Anzahl der Köpfe ist übrigens kein Maßstab dafür, wie alt eine Pflanze ist. Man kann höchstens über eine Pflanze mit mehreren Köpfen sagen, dass sie mindestens einige Jahre alt sein muss.
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BeitragSa 14 Apr, 2007 22:26
Schädlinge und Krankheiten

Vorkommende Schädlinge
Wollläuse setzen sich gerne zwischen die getrockneten Blatthüllen und in die Blattspalten nachdem die Blüten diese auseinander gedrückt haben.
Ratten und Mäuse können in Natur (und eventuell im Gewächshaus) gefährlich werden, denn sie fressen die Pflanzen gerne an. Bei kleinen Schäden, also nur kleinen Bissspuren, erholt sich die Pflanze spätestens im nächsten Jahr mit dem nächsten Blattpaar wieder. Bei größeren Schäden können Infektionen oder Schimmel gefährlich werden, oder die Pflanze kann einfach kein neues Blattpaar bilden und sich auch nicht weiter vermehren.
Vögel, Würmer und andere Tiere können bei Pflanzen, die draußen wachsen ebenfalls gefährlich werden, weil sie die Lithops an verschiedenen Stellen anfressen, Würmer sogar unterirdisch, so dass man den Schaden erst bemerkt, wenn schon keine Wurzeln mehr vorhanden sind.

Bei Lithops-Keimlingen (gerade bei den selbst gezüchteten) sind Trauemücken und deren Larven die schlimmsten Feinde. Sie mögen (wie bei fast allen Keimlingen) die feuchte Erde und anscheinend schmecken Lithops-Keimling-Wurzeln auch sehr gut.
Schäden, die von Trauermückenlarven verursacht wurden, äußern sich an den Keimlingen durch plötzliches glasig werden des Pfanzenkörpers und darauf folgendes Eintrocknen bzw. Absterben. Meist bemerkt man die fehlenden (aufgefressenen) Wurzeln dann erst, wenn man die schon tote Pflanze aus dem Topf entfernt.


Abhilfe bei/ Vorbeugung vor Schädlingen oder Krankheiten
- Fressfeinde. Wenn Lithops im Gewächshaus im Garten gehalten werden, kann man sich Ratten, Vögel und andere Fressfeinde durch Netze oder abendliches Schließen der Gewächshaustür fernhalten. In der Wohnung sind diese Tiere natürlich kein Thema (es sei denn man hat Haustiere... Katzen mögen Lithops übrigens, allerdings nicht zum Fressen, sondern zum drauf legen, wenn es mehrere Pflanzen sind: http://www.lithops.info/de/etc/katzen.html )

- Wollläuse kann man durch regelmäßiges Absuchen der Pflanzen entdecken und entfernen. Vorbeugend kann man die getrockneten Blatthüllen des letzten Jahres entfernen, sobald sie wirklich ganz trocken sind. Eingetrocknete Blüten kann man ebenso entfernen bzw. abschneiden. Die offen stehende Spalte, die sich von der Blüte gebildet hat, kann man ohne die Blütenreste besser von Wollläusen freihalten.

- Trauermücken, wenn man sie schon hat, sind recht schwer zu bekämpfen. Dazu gibt es auch genügend Infos hier im Forum (Suche benutzen). Pestizide, die gegen die Tiere helfen würden, würden leider gleichzeitig auch gegen den Keimling ?helfen?.
Vorbeugend kann man die Anzuchttöpfchen nach folgendem Schema aufbauen:
unterste Schicht Seramis, nächste (dünne) Schicht Sand, größte Schicht (Mitte) Erd-Sandgemisch, obere Schicht Sand.
Die beiden Schichten Sand verhindern, dass Trauermücken ihre Eier in die feuchte Erde legen können. Seramis unten im Topf hilft dagegen nur bedingt, da die Steinchen meist zu groß sind und die Mücken bzw. Larven ihren Weg hindurch finden.
Während der Keimphase sollte das Töpfchen eh abgedeckt werden, was wenigstens von oben ein Eindringen der Mücken verhindert.
Sobald die Keimlinge größer sind, darf die Erde zwischenzeitig austrocknen, was den Trauermücken und ihren Larven gar nicht gefällt.

- Infektionen/ Schimmel treten meist nur auf, wenn die Pflanze verletzt ist. Wenn man also Fressfeinde ausgeschlossen hat, können Infektionen und Schimmel eigentlich nur noch auftreten, wenn die Pflanze zum Beispiel zu viel gegossen wird, oder wenn sie zu wenig Licht bekommt.
Wird sie zu viel gegossen, können alte Blatthüllen nicht eintrocknen und fangen an zu gammeln. Bei viel zu viel Wasser kann der Pflanzenkörper aufplatzen (Lithops sind hochsukkulent, d.h. sie können sich nicht ?aussuchen? ob und wieviel Wasser sie aufnehmen, sie nehmen alles Wasser auf, was da ist, selbst wenn sie dann platzen). An den aufgeplatzten Stellen ist die Pflanze dann anfällig für Infektionen.
Ist das Substrat konstant feucht, fängt die Wurzel leicht an zu schimmeln. Das gleiche Problem tritt auch auf, wenn man Lithops (in unserer Gegend) zu tief einpflanzt. Dann kann der Pflanzenhals leicht anfangen zu schimmeln. Das Leben und Wachsen tief in der Erde (wie die oben erwähnten Arten, die mit der Oberseite mit der Erde abschließen) funktioniert nur in sehr trockenen und heißen Gegenden.
Zu wenig Licht führt nicht direkt zu Infektionen oder Schimmel, aber es führt dazu, dass die Pflanzen unnatürlich lang werden (auf der Suche nach Licht). Dann kann es dem neuen Kopf zu lange dauern, mittig durch die Pflanze zu wachsen (neue Köpfe, wie auch Blüten gehen immer den kürzesten Weg zum Licht, auch wenn dieser seitlich aus einer zu lange Pflanze herausführt). Die Durchbruchstelle ist dann ebenfalls anfällig für Infektionen und Fäulnis.

- "Plötzlicher Pflanzentod" Manchmal bilden Pflanzen (oder Pflanzenköpfe) im Frühjahr einfach kein neues Blattpaar. Sie blühen dann in dem Jahr nicht und werden mit der Zeit immer blasser. Meist gehen diese Pflanzen dann im Laufe des nächsten Winters ein. Warum das passiert (es hat nichts mit dem Alter der Pflanze zu tun, auch junge Pflanzen trifft manchmal dieses Schicksal), ist noch unklar. Man geht davon aus, dass das ?Herz? der Pflanze (der Teil direkt über der Wurzel, der am tiefsten in der Pflanze liegt und in dem sich die neuen Köpfe bilden) abstirbt und die Pflanze dann keine Überlebenschance mehr hat.


Aber zum Glück lässt sich ja über Lithops sagen, dass man sie gut aus Samen ziehen kann!
Das muntert einen dann nach so traurigen Nachrichten auch wieder auf! :D
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BeitragMo 16 Apr, 2007 12:24
Formen und verschiedene Arten der Pflanzen

Hier gibt es verschiedene Unterscheidungsmerkmale. Einmal schaut man von oben auf die Pflanze und beschreibt die Form und einmal schaut man die Pflanze von der Seite an (also durch die Erde...).

Von oben:
Pflanzen können gleichmäßig runde/ elliptische, ungleichmäßig runde oder längliche Blattform haben.
Bei gleichmäßig runden Formen sind die beiden Loben fast gleich groß, bei der unterschiedlich runden Form ist ein Blatt sichtbar größer als das andere. Bei der länglichen Form kann ebenfalls ein Blatt größer sein als das andere.

[albumimg]3075[/albumimg] Bild 1: gleichmäßig rund, im Ganzen rund

[albumimg]3076[/albumimg] Bild 2: ungleichmäßig rund, einzeln rund

[albumimg]3077[/albumimg] Bild 3: gleichmäßig länglich

Die runden bzw. elliptischen Pflanzen können als Ganzes eine runde Form haben (stellt Euch die gesamte Pflanze als einen Stein vor, in den man mittig einen Spalt geschlitzt hat, siehe Bild Nr. 1 oben)) oder die Blätter können einzeln eine rundliche Form haben (stellt Euch zwei Steine nebeneinander vor, von denen jeder ein Blatt bildet, siehe Bild Nr. 2 oben).

Die Länglichen Formen sehen aus, als hätte man den Stein aufgeschnitten und auseinander geklappt. (Siehe Bild Nr. 3 oben)

[albumimg]3078[/albumimg] Bild 4: Mischung aus im Ganzen rund und einzeln rund

Sie können aber auch eine Mischung aus den beiden oben genannten sein (auf der einen Seite aneinanderliegend wie aus einem Stein, auf der anderen Seite wie aus zwei Steinen, Bild Nr. 4 links).


Von der Seite:
Die Pflanzen können eine glatte oder eine runde Oberfläche haben. Manche haben auch eine eingedellte Oberfläche.
Die Blattzwischenräume können sehr flach (meist bei denen mit glatter Oberfläche, aber hin und wieder auch bei der runden Oberfläche), etwas tiefer (meist bei denen mit runder Oberfläche) oder sehr tief sein (die länglichen Formen).

[albumimg]3079[/albumimg] Bild 5: glatte Oberfläche, flacher Spalt

[albumimg]3080[/albumimg] Bild 6: runde Oberfläche, tieferer Spalt

[albumimg]3081[/albumimg] Bild 7: längliche Form, sehr tiefer Spalt

Die gesamten Pflanzenkörper unterscheiden sich auch. Sie können zylindrische Form haben, hier mit der Unterteilung in längere (siehe Bilder Nr. 5, 6 und 7 oben) und kürzere Formen (Bild Nr.8 unten).

[albumimg]3082[/albumimg] Bild 8: zylindrische Form, kürzer

[albumimg]3083[/albumimg] Bild 9: runde Form

Und sie können runde Form haben (Bild Nr. 9 oben).

Bei den länglichen geht die Pflanze am Hals gleichmäßig in die Wurzel über, bei den runden Formen sieht es eher so aus, als ob sie an einem Band hängen.

Eine weitere Form tritt auf bei Randköpfen von mehrköpfigen Pflanzen. Diese hängen ja alle an der gleichen Wurzel und müssen sich daher stark (bei mehreren Köpfen stärker, bei wenigeren Köpfen nicht so stark) zur Seite dehnen, um noch mit der Wurzel in Verbindung zu bleiben.

[albumimg]3084[/albumimg] Bild 10: Mehrköpfiger Lithops mit den zur Seite gestreckten Randköpfen


Beispiele:

Ein Beispiel für die ungleichmäßig runde Form (von oben gesehen) mit glatter Oberfläche und recht flacher Blattspalte:

Lithops aucampiae c002
http://www.lithops.info/de/galerie/lithops_c2.html

Ein Beispiel für die elliptische Form (von oben), zylindrisch (von der Seite) mit runder Oberfläche und sehr tiefer Spalte (hier erkennt man, was mit dem aufgeschnittenen Stein gemeint ist):

Lithops divergens c201
http://www.lithops.info/de/galerie/lithops_c201.html

Ein Beispiel für die komplett runde Form (sowohl Oberfläche als auch von der Seite und von oben gesehen) mit etwas tieferer Spalte:

Lithops dorotheae c124
http://www.lithops.info/de/galerie/lithops_c124.html

----------------------
Wenn Euch ein Lithops von innen und aus der Nähe betrachtet interessiert, dann schaut mal hier:
http://www.lithops.info/de/botanik/laengsschnitt.html
______________

Alle weiteren Unterscheidungsmerkmale hängen dann von den einzelnen Arten ab.

Es gibt Lithops ...

... aucampiae
... bromfieldii
... coleorum
... comptonii
... dinteri
... divergens
... dorotheae
... francisci
... fulviceps
... gesinae
... geyeri
... gracilidelineata
... hallii
... helmutii
... hermetica
... herrei
... hookeri
... julii
... karasmontana
... lesliei
... marmorata
... meyeri
... naureeniae
... olivacea
... optica
... otzeniana
... pseudotruncatella
... ruschiorum
... salicola
... schwantesii
... steineckeana
... terricolor
... vallis-mariae
... verruculosa
... villetii
... viridis
... werneri

Und zu all denen dann noch diverse Unterarten und Variationen.
Insgesamt sind 413 oder mehr verschiedene Lithops bekannt.
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BeitragFr 20 Apr, 2007 14:19
Einzelne Arten

Lithops dorotheae (c124, c300)

Die dorotheae sind im Ganzen rund und können gleichmäßige oder ungleichmäßige Loben haben. Sie haben auch von der Seite gesehen die runde Form (also sind sie eigentlich kleine Kugeln).
Als Grundfarbe haben sie ein helles beige (c124) oder ein helles gelb (c300) mit dunkel braunen oder grauen Fenstern. Diese Fenster treten ungleichmäßig streifenförmig auf und können auch großflächiger vorhanden sein.
In den dunklen Fenstern finden sich bei vielen Exemplaren noch rote Streifen. Außerdem haben sie angeblich auch noch helle Stippen, die man aber wohl mit bloßem Auge kaum erkennen kann.

Sie blühen gelb mit mittelgroßen Blüten.
Ihre Samen sind gelblich-braun.
Lithops dorotheae wachsen in Gegenden mit viel braun, gelb-braun und etwas weiß als Farben, an die sie sich im Laufe der Zeit farblich angepasst haben.

http://www.lithops.info/de/galerie/lithops_c124.html
http://www.lithops.info/de/galerie/lithops_c300.html

Dies ist meine Lieblingsart. Ich finde sie sowohl von der Farbe als auch von der Form her sehr schön.
Leider sind sie etwas schwierig aus Samen zu ziehen.
Inzwischen habe ich zwei Töpfchen mit Keimlingen, die auch langsam anfangen ihre eigentliche Farbe anzunehmen (ganz langsam). Mein erster Versuch ist damals allerdings kläglich gescheitert, sie zum Keimen anzuregen.

[albumimg]3157[/albumimg] [albumimg]3156[/albumimg]
So sehen sie als Keimlinge aus.
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BeitragSa 28 Apr, 2007 18:43
Namenvergabe

Der Name Lithops kommt, wie zu Anfang schon erwähnt, aus dem Griechischen mit lithos = ?Stein?, opsis = ?Aussehen? und ist bereits der Plural. Im Deutschen existiert kein Singular des Namens, weshalb wir sagen ?ein Lithops? und ?mehrere Lithops?.

----------

Kleiner geschichtlicher Einschub:

Der Name Lithops ist entstanden, als William John Burchell 1811 in Süd Afrika einen sonderbar geformten Stein aufhob, um dann festzustellen, dass es kein Stein, sondern eine Pflanze war.
Diese wurde erst als Mesembryanthemum turbiniformis eingestuft, aber später, als man die Mesembs neu unterteilte, wurde sie zu Lithops turbiniformis.
Diese Lithops turbiniformis wurden lange Jahre verzweifelt gesucht. So verzweifelt, dass einige Zeit lang Lithops einer ganz anderen Art für tubiniformis gahalten wurden (ein oder zwei Forscher hatten in ihrer Verzweiflung die eindeutigen Unterschiede zwischen den Zeichnungen vom Original und den zu der Zeit turbiniformis genannten Pflanzen ignoriert).
Inzwischen weiß man, dass diese Lithops turbiniformis, also die Pionierpflanzen, nicht eindeutig bestimmbar sind. Es ist möglich, dass eine der bekannten Formen eigentlich der turbiniformis ist, es ist aber auch genauso möglich, dass es sie damals gab und sie kurz nach dem Fund ausgestorben sind.

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Lithops werden grundsätzlich benannt, wenn sie von einem Wissenschaftler ?entdeckt? wurden und dieser dann einen wissenschaftlichen Artikel veröffentlicht, in dem er die Pflanze (und eventuell deren Zugehörigkeit zu Unterarten) beschreibt und dann auch benennt.

Die Lithops bekommen dann einen lateinischen Namen, der in korrekter Schreibweise zusätzlich vom Namen des Autors (des Artikels) in Abkürzung begleitet wird.
Zum Beispiel

Lithops N.E. Br. aucampiae L. Bol.

wobei die lateinischen Namen meist kursiv oder fett gedruckt werden um sie von den Namen der Autoren zu unterscheiden. Hier also Dr. N.E. Bown, der 1922 den allgemeinen Namen ?Lithops? veröffentlicht und damit die Gattung Lithops geschaffen hat, (abgekürzt N.E. Br.) und Dr. H.M. Louisa Bolus, die den Namen aucampiae der Spezies veröffentlicht hat.
Bei längeren Namen, wie zum Beispiel Lithops aucampiae ssp. euniceae var. fluminalis
heißt es dann ganz korrekt:

Lithops N.E. Br. aucampiae L. Bol. ssp. euniceae (H.W. de Boer) D.T. Cole var. fluminalis D.T. Cole

Jede Spezies und Unterspezies, die von verschiedenen Personen entdeckt wurde, wird dabei auch mit unterschiedlichen Namen bedacht. Der Name in Klammern bei der subspecies (Abk. ssp.) bezeichnet den ursprünglichen Autor. Hier zum Beispiel hatte H.W. de Boer ursprünglich den Lithops aucampiae var. euniceae benannt, der dann von Desmond T. Cole zur Lithops aucampiae ssp. euniceae aufgewertet wurde. Also erscheint der erste Autor in Klammern und der zweite dahinter.

Da das aber auf Dauer sehr lang und vorallem umständlich zu schreiben und zu lesen ist, lässt man die Namen der Autoren meist weg (es gibt genügend Listen, in denen man die korrekte Zugehörigkeit nachschlagen kann) und hängt sie nur an, wenn verschiedene Synonyme für die gleiche Pflanze verwendet werden und man Verwirrung aus dem Weg gehen will.

Wir brauchen uns mit den Autoren also nicht weiter befassen.

Viel interessanter ist aber die Frage, wonach Lithops benannt werden. Das sind drei verschiedene Dinge:
1. Nach dem Ort (oder der Beschaffenheit des Ortes) an dem sie gefunden wurden
2. Nach ihrem Aussehen (beschreibend)
3. Abgeleitet von Namen des Autors oder anderer Personen

Zum Beispiel benannt nach

- allgemeiner Beschreibung oder Aussehen
bella --> 'charming, beautiful' --> 'bezaubernd, hübsch'
optica --> 'eye-like' --> 'Augen-ähnlich'
pseudotruncatella --> '(falsely) resembling Mesemb truncatellum' --> '(fälschlicherweise) dem Mesemb truncatellum ähnelnd'

- ihrer Oberfläche oder ihrem Aussehen
rugosa --> 'rugose, uneven' --> 'uneben'
marginata --> 'having margins' --> 'einen Rand haben'
subfenestrata --> 'partly windowed' --> 'teilweise mit Fenstern'

- Größe oder Form
divergens --> 'divergent, gaping' --> 'klaffend, mit Lücke'
minor --> 'smaller, lesser' --> 'kleiner, weniger'

- Farbe
fulviceps --> 'tawny-topped' --> 'mit gelb-brauner Oberfläche'
lactinea --> 'milky' --> 'milchig'
olivacea --> 'olive-green' --> 'olivgrün'
terricolor --> 'earth-coloured' --> 'erdfarben'

- vorhandener oder nicht vorhandener Zeichnung
gracilidelineata --> 'gracefully marked or delineated' --> 'mit feiner Zeichnung, fein liniert'
marmorata --> 'marbled' --> 'marmoriert'
multipunctata --> 'having many dots' --> 'stark gepunktet'

- Blüten
albiflora --> 'having white flowers' --> 'mit weißer Blüte'

- dem Finder
aucampiae, bromfieldii, comptonii, fulleri, hallii, herrei, lesliei etc.

- der Frau des Finders
annae, marthae
oder dem Sohn: helmuthii
oder der Tochter: margarethae
oder der Familie: ruschiorum

- dem Entdecker oder Autor
glaudinae, lericheana etc.
oder dessen Frau: susannae

- dem Grundbesitzer
christinae

- einem Freund oder Mitarbeiter des Finders
euniceae, geyeri, julii, otzeniana

- einem Botaniker oder Studenten oder der Frau von einer dieser Personen
deboeri, hookeri, schwantesii, gesinae, naureeniae

- einem hübschen Mädchen, das weder Ahnung von Lithops noch Interesse daran hatte
dorotheae


Quelle:
"Lithops - flowering stones" von Desmond T. Cole, Cactus&Co. Libri
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BeitragMi 09 Mai, 2007 22:53
Einzelne Arten:

Lithops otzeniana (c128, c128a, c280, c350)

Die Lithops Otzeniana haben eine runde Oberfläche und einen tiefen Spalt zwischen den Loben. Die Form der gesamten Pflanze ist wie ein aufgeschnittener Stein.
Farblich sind sie grün oder fleischfarben bis grau. Außen sind sie heller und auf der Oberfläche in den Fenstern zur Mitte hin dunkel. Die Fenster sind große, zusammenhängende Flächen und sie sind, im Gegensatz zu den Fenstern manch anderer Lithops, sehr durchsichtig (kann man bei passendem Lichteinfall gut erkennen).
Die Fenster selber haben auf der Oberfläche zackige Form und ähneln einem aufgerissenen Maul mit Zähnen (oder dem Fledermaussymbol von Batman). Sie wachsen in großen, weiten Gegenden zwischen Granitsteinen und unter trockenen Sträuchern. Auf dem leicht rötlichen Sandboden fallen sie in Farbe und Zeichnung nicht auf und sind nur nach etwas längerem Suchen auf den Fotos von Desmond T. Cole zu finden. Sie bilden auch Gruppen und auch mehrköpfige Pflanzen mit ca. 10 Köpfen kommen vor.
Alle Variationen vom Lithops otzeniana blühen gelb mit weißem Zentrum.
Sie wurden übrigens benannt nach einem Herrn M. Otzen, der den Finder dieser Art zu der Reise eingeladen hatte, auf der diese Lithops entdeckt wurden.

Hier zwei Beispiele für Lithops otzeniana:
http://www.lithops.info/de/galerie/lithops_c128.html
http://www.lithops.info/de/galerie/lithops_c280.html
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BeitragDi 29 Mai, 2007 22:56
Einzelne Arten:

Lithops aucampiae (c002-c004, c011, c012, c016, c046, c048, c054, c061, c117, c172, c173, c255-c257, c298, c325, c332-c334, c366, c389, c392, c395)

Lithops aucampiae, die im Bau- und Blumenmarkt wohl verbreitetsten Arten, sind gleichmäßig oder ungleichmäßig rund, aber stets im Ganzen rund. Sie haben eine glatte bis leicht rundliche Oberfläche und einen flachen Spalt zwischen den Loben. Der Pflanzenkörper hat zylindrische Form.
Die Farbenvielfalt der aucampiae reicht von grün, braun, rötlich, violett und orange bis grau und beinhaltet noch viele Zwischentöne.
Die Fenster auf der Oberseite der Loben sind nicht richtig durchsichtig, sondern nur dunkler, als der Rand und die Seiten der Pflanze. Die Fenster beginnen am Rand der Oberfläche (mal weiter außen, mal weiter innen) in feinen Streifen, die Adern ähneln. Diese ziehen sich bis zur Mitte, wo sie zusammentreffen und schließlich ein durchgehendes Fenster bilden. Die Seiten der Pflanzen sind immer gräulich (mit leichten Farbstichen, je nach Farbe der Lobenoberfläche bzw. der ganzen Pflanze). Die Ränder der Oberfläche sind dann hell in der jeweiligen Farbe und die Fenster dunkel.
Farbkombinationen von Rändern und Fenstern gibt es zum Beispiel in diesen Zusammenstellungen: hell violett (außen) + oliv (innen), hellgrün (außen) + graugrün (innen), braun (außen) + beige (innen), rotbraun (außen) + orange (innen), hellgrau (außen) + graugrün (innen) etc.
Sie blühen meist gelb mit wenigen Ausnahmen (meist Kultivare), die weiß blühen.

Hier findet Ihr Bilder der verschiedenen Lithops aucampiae:
http://www.lithops.info/de/galerie/lith ... mpiae.html
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BeitragMi 06 Jun, 2007 20:28
Kuriositäten und abnormales Wachstum

Aus gegebenem Anlass (die Fotos des Anlasses kommen gleich) möchte ich heute einmal über abnormales Wachstum und andere Kuriositäten berichten, die einem bei Lithops begegnen können.

Lithops haben von klein auf einen Vorteil. Durch ihren Jahresrhythmus und den 'Blattwechsel' können sie Verletzungen, aber vor allem Störungen im Wachstum jedes Jahr aufs neue ausgleichen.
Werden sie bespielsweise von einer Schnecke oder Ratte angefressen, dann sind diese Schäden spätestens mit dem neuen Blattpaar im nächsten Jahr wieder vergessen ? immer vorausgesetzt, dass das Tier keinen zu tiefen und bleibenden Schaden angerichtet hat.
Das Gleiche gilt auch für Sonnenbrände. Das neue Blattpaar ist wie ein jährlicher Neubeginn.

Was kann nun alles vorkommen an Kuriositäten?

- Zu den Abnormalitäten im Wachstum gehören zunächst einmal Verformungen des Spaltes in der Mitte der Pflanze..
Schon im Keimlingsalter kommt es häufig vor, dass Lithops einen nicht durchgängigen Spalt (das heißt der Spalt ist eher eine kurze Öffnung in der Mitte des Pflanzenkopfes) besitzen. Bei manchen Arten mag das normal sein, bei anderen wiederum nicht.
Mir ist bei meinen Keimlingen aufgefallen, dass man schon im ganz kleinen Stadium erkennen kann welche Blattform sie später einmal haben werden. Auch die Keimlinge sind schon kugelrund, wenn die Pflanze später mal kugelrund wird.
Ebenso habe ich Keimlinge hier, bei denen der Spalt ganz durch geht und ich habe Keimlinge hier, die lediglich einen kleinen Punkt in der Mitte besitzen, der dann später mal ein Spalt werden will.

Bei ausgewachsenen Lithops ist das dann schon was anderes. Hier gehen die Lücken zwischen den Blättern eigentlich immer ganz durch. (Jungpflanzen, die sich gerade das erste richtige Blattpaar zugelegt haben fallen aus dieser Regel raus, da ist der kurze, mittige Spalt eher die Regel.)
Ist dies nicht der Fall, handelt es sich um eine Abnormalität.
Das hat einfache Gründe. Die Pflanze will im Herbst blühen (wenn sie artgerecht und trocken überwintert wurde). Der Blütenstiel drängt die Loben auseinander, damit er aus dem Inneren der Pflanze in die Höhe wachsen kann. Bei zu kleinen Öffnungen reißt der Pflanzenkörper seitlich auf, wenn sich die Blüte emporschiebt. Dies kann zu Infektionen etc. führen, da es eine Verletzung der Pflanze ist (siehe weiter oben, Beitrag über Krankheiten etc.).


- Eine weitere Abweichung ist ein Spalt, der von einer Seite bis in die Mitte der Pflanze reicht und dort entweder endet oder sogar noch im rechten Winkel abknickt und noch ein kleines Stück weiter läuft.
So eine Pflanze hat dann also zwei einseitig stark miteinander verwachsene Blätter. Auch hier kann es wieder Probleme geben bei der Blüte oder auch wenn sich das neue Blattpaar hochschiebt.


- Außerdem kann ein Spalt vorkommen, der in der Mitte im rechten Winkel geknickt ist, aber trotzdem durchgängig ist. Dies führt zu einem kleinen 'Blatt' und einem großen (man stelle sich ein herausgeschnittenes Tortenstück vor ? so ungefähr sieht das aus).

Solange allerdings die Möglichkeit zur Blüte und zum Wachstum des neuen Blattpaares gegeben ist, ist das alles nur halb so schlimm.


- Wenn Lithops blühen, schiebt sich, wie schon erwähnt, der Blütenstiel zwischen den Loben empor und die Blüte öffnet sich knapp über der Blattoberfläche.
Diese Lücke, die der Blütenstiel hinterlässt (nachdem er abgetrocknet ist) schließt sich meist nicht wieder. Die Pflanze besitzt also nur solange eng aneinander anliegende Loben, wie sie noch nicht geblüht hat.

Manche Lithops haben allerdings von vornherein so eine weit geöffnete Lücke zwischen den Loben. Warum, ist nicht geklärt, aber schaden tut es der Pflanze nicht.


Die bisher genannten Abweichungen sind alle recht selten.
Häufiger kommen allerdings Pflanzen mit 3 ? 5 oder noch mehr Loben vor. Da es sich stets um einjährige 'Mutationen' handelt, ist dies nicht viel mehr als ein Schönheitsfehler. Mit dem nächsten Blattpaar kann die Pflanze wieder ganz normal aussehen.

Mir sind solche Wachstumsarten nun schon mehrmals im Keimlingsstadium begegnet.

[albumimg]4287[/albumimg]
Ein Keimling mit 4 Loben.

[albumimg]2714[/albumimg]
Ein Keimling mit 3 Loben, bei dem nur eine Lobe nochmal geteilt zu sein scheint.

[albumimg]2713[/albumimg]
Ein Keimling mit 3 Loben, bei dem die Loben gleichmäßig verteilt sind.

Ob sich das dann tatsächlich mit dem ersten Blattpaar legt, kann ich noch nicht sagen ? so weit sind die kleinen noch nicht!


Wahre Kuriositäten sind dann Pflanzen, wie Desmond T. Cole sie in seinem Buch kurz anspricht.
Zum Beispiel ein Lithops der einem starken Grashalm zum Opfer fiel. Dieser Grashalm wollte sich vom Lithops nicht den Weg verstellen lassen und hat diesen kurzerhand 'durchwachsen' ? also eigentlich aufgespießt!

Auch ein Lithops, dessen Wurzeln nicht nach unten sondern nach oben und vorallem IN die Pflanze wuchsen, zählt definitiv zu den Kuriositäten.
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BeitragDo 07 Jun, 2007 11:57
Gepushte Lithops - natürliche Lithops

Ebenfalls aus gegebenem Anlass möchte ich jetzt einmal darüber sprechen, was Baumärkte und eventuell auch Gartenmärkte (dazu kann ich allerdings nicht so viel sagen, habe im Gartenmarkt bisher noch keine Lithops gekauft bzw. gesehen) mit ihren Pflanzen und natürlich insbesondere mit ihren Lithops machen, um sie besser verkaufen zu können.

Wir wissen alle, dass Pflanzen in Gartencentern und Baumärkten künstlich 'gepusht' werden, also mit Wachstumshormonen behandelt werden, um schön, grün, saftig, groß und reich blühend auszusehen und natürlich auch Früchte zu tragen.

Wer hat es nicht schon einmal erlebt, dass man sich ein Zitronenbäumchen kauft, das so wundervolle Früchte tragt, und im nächsten Jahr (und dem Jahr danach und...) trägt es nie wieder Früchte.

Pflanzen für den Handel müssen schnell groß werden, gut aussehen und am besten noch alle guten Attribute gleichzeitig aufweisen. Dass sie noch keine Zitronenbäumchen verkaufen, die blühen und Früchte tragen gleichzeitig, wundert mich. (Wer weiß, vielleicht gibt es das ja sogar...)

Leider ist es mit Lithops nicht anders.
Im Baumarkt schaue ich immer wieder in der Ecke mit den Mini-Kakteen und Lithops-Töpfchen vorbei und wundere mich jedes Mal wieder auf's neue.

Die Lithops die dort angeboten werden sind riesig und sie sind prall (ich glaube inzwischen sogar, dass sie praller sind als eigentlich richtig ist).
Außerdem haben sie meist, egal zu welcher Jahreszeit, ein zweites Blattpaar im Ansatz. Das heißt, sie hatten keine Zeit, ihr Blattpaar zu wechseln und hatten sehr wahrscheinlich keine richtige Winterruhe, wurden also durchgehend gegossen.

Das macht allerdings (aus Verkäufersicht) auch Sinn, denn wer wird schon einen Lithops kaufen, der in einer komplett verschrumpelten Blatthülle sitzt?

Das alte Blattpaar kann dann also nicht richtig abtrocknen und wird irgendwann eventuell anfangen zu schimmeln.
Außerdem sind sie so groß, dass sie meist überhaupt keinen Halt haben in den kleinen Töpfchen. Ganz abgesehen davon, dass sie sich sehr nach oben drücken, weil anscheinend die Wurzeln nicht genug Platz nach unten haben.

Wenn man diese Lithops dann mit nach Hause nimmt und ihnen einen korrekten Jahresrhytmus ermöglicht, erlebt man leicht eine Enttäuschung.

Meine im Baumarkt noch so prall aussehenden Lithops sind nach der ersten 'Häutung' gerade mal noch halb so groß.
Nun erkennt man auch die wahre Zeichnung, die vorher überhaupt nicht sichtbar war, weil die Pflanzen so aufgepumpt waren.

Ich denke schon, dass meine Lithops jetzt ihre eigentliche und natürliche Größe haben und dass es ihnen jetzt gut geht. Von daher bin ich nicht wirklich enttäuscht. Außerdem mag ich meine Lithops auch so, wie sie jetzt sind, sehr gerne.

Aber schade ist es schon, wenn man sich überlegt, was den Pflanzen angetan wird, nur damit sie uns gefallen und wir sie kaufen.
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BeitragSa 18 Aug, 2007 16:40
Lithops (lebende Steine) und Pleiospilos (lebende Granite): Gemeinsamkeiten und Unterschiede (zur Pflanzenerkennung)

Beide gehören zur Familie der Mittagsblumengewächse.
Beide gehören zur Unterfamilie der Ruschioideae.
Hier drin bilden Lithops nun eine Gattung, und Pleiospilos eine andere Gattung (es gibt noch 109 weitere Gattungen der Unterfamilie Ruschioideae).

Es sind also beides sukkulente Pflanzen. Sie haben auch gemeinsam, dass sie in Loben wachsen, von denen sich immer zwei (ein Blattpaar) gegenüberstehen.
Sie blühen beide aus der Mitte der Loben heraus, wobei sich zunächst ein Blütenstummel zeigt, der sich dann bei Mittagssonne (daher der Name Mittagsblumen) öffnet.

Beide Gattungen haben ihre Ruhephase im Winter und ihre Wachstumsphase im Sommer. Das heißt man sollte sie im Winter wenig bis gar nicht gießen (ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob man Pleiospilos im Winter auch komplett ohne Wasser halten soll... Wer darüber bescheid weiß, bitte ergänzen!). Im Sommer hingegen, gerade bei großer Hitze gießt man sie regelmäßig, aber wenig.

Beide Gattungen blühen im Sommer, während die Pleiospilos meist ein paar Monate früher dran sind, als die Lithops.

Die wohl deutlichsten Unterschiede liegen hier:
Lithops haben immer nur ein Blattpaar auf einmal (es sei denn man hat sie falsch behandelt...). Das neue Blattpaar wächst, wie oben schon erwähnt, aus der Mitte des alten, wobei das neue Blattpaar das alte komplett aussaugt. Die Pflanze wechselt die Blätter in der Ruhephase bei kompletter Trockenheit und ernährt sich komplett von der Feuchtigkeit des alten Blattpaares.
Pleiospilos haben mehrere Blattpaare gleichzeitig. Das ist ihr normales Erscheinungsbild und das Bilden eines neuen Blattpaares hat nicht das Eintrocknen des alten zur Folge.

Die Blüten von Lithops (Kultivare jetzt einmal ausgenommen ? das heißt die wilden Kreuzungen, die es so gibt) sind entweder weiß mit gelbem Zentrum, gelb mit weißem Zentrum, oder gelb mit gelbem Zentrum.
Pleiospilos hingegen können von gelb über orange bis hin zu einem wunderschönen feuer-orange blühen.

Die Oberflächen von Lithops und Pleiospilos unterscheiden sich ebenfalls. Lithops sind fast alle flach oben auf der Pflanze. Auch wenn sich die Oberseite ein wenig wölbt, sind sie nie nach oben spitz oder konisch zulaufend. Sie sehen eben meistens aus, wie ein Kieselstein, den man am Wegrand findet.
Pleiospilos können verschiedene Formen haben. Die Pleiospilos bolusii werden recht lang, wenn sie ausgewachsen sind und erreichen damit fast doppelte Pflanzenhöhe der Lithops (heißt: so hoch würde ein Lithops gar nicht werden). Die Pleiospilos nelii, die man als Samen hier im green-Shop bekommt, bleiben recht rundlich. Aber auch sie haben die charakteristischen zwei Blattpaare.

Ein letztes Merkmal ist die Zeichnung der Pflanzen. Bei Lithops kann man fast immer einen Unterschied in der Zeichung erkennen zwischen Pflanzenhals und Pflanzenoberseite. Auf der Oberseite haben sie ihre charakteristische Zeichnung (gepunktet, gestreift, verschiedene Farben etc.). Am Hals allerdings sind sie immer einfarbig.
Pleiospilos hingegen haben ja erstmal gar keine solche Pflanzenoberseite wie die Lithops und außerdem haben sie eine durchgehende Zeichnung (meist leicht gepunktet). Hier erkennt man also allein von der Zeichnung her schon keinen Unterschied zwischen Pflanzenhals (der ja nicht existiert) und Pflanzenoberseite.
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