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Das Bedürfnis nach Pflanzen ist evolutionsbedingt

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Instinktiv richtig: Zimmerpflanzen

In den deutschen Haushalten grünt und blüht es. Kaum eine Wohnung ohne Zimmerpflanzen, und selbst in vielen Büros hält die Natur in Töpfen und Kübeln Einzug. Ältere Mitmenschen werden sich noch an die allgegenwärtigen Gummibäume und Clivien in den 50er-Jahren erinnern. In den 60er-Jahren gehörte das obligatorische “Blumenfenster“ mit extrabreiter Fensterbank in jedes neue Einfamilienhaus. In mehr oder minder umfangreichem Ausmaß gehören Pflanzen auch heute einfach zum Wohnen dazu. Sie sind ein Teil der Einrichtung, und ohne sie würde uns etwas fehlen. Aber warum ist das so? Haben uns schlaue Marketingleute eingeredet, dass wir uns Pflanzen in die Wohnung und ins Büro stellen sollen? Nein, keineswegs; der Wunsch nach lebendigen Pflanzen, nach Natur und nach frischem Grün ist in uns drin – in unseren Genen sozusagen.

Die Wissenschaft nennt dieses evolutionsbedingte Bedürfnis “Biophilie“, also die Liebe zum Lebendigen, und “’Phytophilie“, die Liebe zu Pflanzen. Als Wegbereiter des wissenschaftlichen Begriffes “Biophilie“ gelten der deutsche Psychoanalytiker Erich Fromm und der amerikanische Soziobiologe Edward O. Wilson. Nach Fromm ist die Biophilie “die leidenschaftliche Liebe zum Leben und zu allem Lebendigen; ob es sich nun um Menschen, Tiere oder Pflanzen handelt“. Zumindest bei den Tieren werden viele Menschen die Frommsche Definition einschränken wollen, so wie es auch schon Wilson getan hat. Es gibt nun einmal etliche Tiere, denen wir gewiss nicht innig verbunden sein wollen, wie zum Beispiel Spinnen, Wanzen, Läuse, Ratten und Flöhe. Aber selbst diese Abneigung gegen gewisse Tierchen ist durch die Evolution in uns verwurzelt. „Den größten Teil der Entwicklungsgeschichte“, so Wilson, „hat die Menschheit in Abhängigkeit von den Naturkräften und im Einklang mit Pflanzen und Tieren gelebt. Unser Gehirn hat sich in einer biozentrischen Welt entwickelt, und die alten Lernvoraussetzungen sind auch in ein paar tausend Jahren Kultur keineswegs gelöscht worden.“

Existenzielle Bedeutung
Auch wenn es für einige Menschen unglaublich klingen mag, aber auch der moderne Mensch im Jahr 2008 ist in vielen Dingen ebenso instinktgesteuert wie seine Urväter. Pflanzen hatten für unsere Vorfahren eine positive Bedeutung. Wo Pflanzen wuchsen, da war auch Wasser, und dieses Wissen hatte für die Jäger und Sammler existenzielle Bedeutung. Heute sind wir nicht mehr darauf angewiesen, Wasser mit Hilfe von Pflanzen zu finden, aber die positive Assoziation hat sich tief in uns erhalten. Dieses Phänomen beschreibt auch der amerikanische Biologe und Evolutionsforscher Dr. Gordon Orians 1986 mit seiner ’Savannenhypothese der Lebensraumpräferenz’ in einer Studie zur Phytophilie: „Der Mensch braucht ein Lebensumfeld mit Pflanzen zum Wohlfühlen.“ Orians beschreibt die Savanne als den Ort, an dem ein Großteil der menschlichen Evolution stattgefunden hat. Die aus dieser Zeit evolvierten Verhaltensadaptionen werden noch heute deutlich, wenn man Menschen nach ihren Vorstellungen einer schönen Landschaft befragt. Die meisten sehen dann in Gedanken von einer sanften Anhöhe auf eine grüne Landschaft mit Baumgruppen, Wiesen und Wasserläufen.

Ästhetischer Wert
Mit zunehmender Zivilisation geriet die überlebenswichtige Bedeutung von Pflanzen in den Hintergrund. Im 17. Jahrhunderten entdeckten vor allem die vermögenden Adeligen in Frankreich den Wert von Pflanzen und begannen sie in aufwändigen Orangerien zu kultivieren, zu hegen und zu pflegen. Der nächste Schritt zum dauerhaften Zusammenleben von Mensch und Pflanzen in überdachen Gebäuden war die Entstehung der Wintergärten in England. Im Grunde waren diesen viktorianischen Wintergärten stark verkleinerte Orangerien. Im Gegensatz zur Orangerie war der Wintergarten allerdings direkt in das Wohngebäude integriert. Weitere Entwicklungen der Architektur und Bautechnik in den folgenden Jahrhunderten bewirkten, dass sich Zimmerpflanzen immer mehr verbreiten konnten. Die Erfindung zentraler Heizungssysteme ermöglichte den Einbau größerer Fenster. Wärme und Licht in den Häusern waren wiederum gute Voraussetzungen für die Ausstattung mit Pflanzen. In den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts rückte mit der zunehmenden Umweltzerstörung die Innenraumbegrünung verstärkt in das Interesse der Menschen. Das Bewusstsein für die positiven Wirkungen von Pflanzen in der Wohnung und am Arbeitsplatz etablierte sich.

Instinktiv richtig
Fragt man allerdings Menschen, warum sie sich Zimmerpflanzen in ihre Wohnung oder ihr Büro stellen, wird die überwiegende Mehrheit antworten: „Weil es einfach schön aussieht.“ Auch ohne das Wissen um die Forschungsergebnisse über die vielfältigen Wohlfahrtswirkungen von Pflanzen auf die Qualität der Raumluft oder die menschliche Psyche gestalten diese Menschen ihr Wohn- und Arbeitsumfeld instinktiv so, wie es ihnen gut tut. Viele von ihnen wissen wahrscheinlich noch nicht einmal, welche Pflanzen sie überhaupt in ihrer Wohnung oder ihrem Büro haben – und im Grunde ist das auch gar nicht wichtig. Es geht nicht um Wissen, es geht um die Seele. Über eine blühende Blumenwiese kann man sich doch auch freuen, ohne die Namen der einzelnen Blumen zu kennen. Wichtig ist allein nur, dass die Menschen die Biophilie und die Phytophilie in sich spüren und dass sie ihre Freude an lebendigen Pflanzen leben und genießen. Wohnungen und Büros werden begrünt, weil die dort lebenden und arbeitenden Menschen sich mit Pflanzen wohl fühlen. Für alle fachlichen und wissenschaftlichen Aspekte dieses Wohlfühlens gibt es grüne Profis, die sie bei der Auswahl der richtigen Pflanzen beraten.
PfP
Bilder über Das Bedürfnis nach Pflanzen ist evolutionsbedingt von Mi 20 Feb, 2008 7:44 Uhr
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Zum Wohlfühlen braucht der Mensch ein Lebensumfeld mit Pflanzen.

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