Was tun gegen Vogelschlag an Glasflächen?
Ich möchte meine Wohnung so hell wie möglich (schon, um Platz für meine Pflanzen zu haben ). Aber tote Vögel will ich keine verantworten müssen. Nachdem uns in den vergangenen Tagen wieder eine Amsel gegen die Wohnzimmerscheibe geflogen ist (der Knabe hat nicht überlebt), hab ich mich durch's Netz gewühlt und Informationen über diesen sogenannten Vogelschlag zusammengesucht. Vielleicht kann so der eine oder andere Unfall verhindert werden.
Was kann man tun?
Fenster werden aus zwei Gründen "durchflogen": zum einen kann der Vogel einen Weg durch das Haus gewählt haben - zur Balkontür rein, quer durch den Raum und zum Fenster an der Seite wieder raus. Man sollte also vermeiden, dass das Haus irgendwo "durchsichtig" ist. Zum anderen reflektieren viele Fenster stark. Der Vogel erkennt in dem Spiegelbild Verstecke (weil der Baum nebenan sich in der Scheibe spiegelt) oder, etwa bei gespiegeltem Himmel, freien Flugraum. Letzteres ist besonders gefährlich, weil die Vögel in vollem Tempo an die Scheibe knallen.
An sich bieten sich Rollos und Gardinen an, um die Fenster erkenntlich zu machen. Bei vielen Pflanzen ist das allerdings oft schwierig. Außen hell gestrichene Fensterrahmen scheinen (besonders bei kleineren Fenstern) ein wenig zu helfen. Besonder effektiv sind jedoch Markierungen auf den Fenstern. Die bekannten Greifvogelsilouetten helfen kaum etwas. Die üblichen schwarzen Bilder werden häufig nicht einmal gesehen. Bunte Aufkleber sind zumindest besser zu erkennen als schwarze oder weiße, auch mit Sonnenschutzcreme (hoher Sonnenschutzfaktor, wasserunlöslich) lässt sich die Sichtbarkeit erhöhen. In welcher Farbe auch immer - sie werden in der Regel nicht als Fressfeinde angesehen, sondern lediglich als Flughindernisse. Die Vögel weichen aus und prallen dann eben direkt daneben gegen die Scheibe. Demnach müssten sehr viele Aufkleber befestigt werden, damit sie helfen. Das ist dann optisch ein wenig ... störend. Innen befestigte Kleber helfen übrigens überhaupt nicht.
Besser hilft es, die Glasfläche großflächig oder mit Netzen zu bemalen. Damit die Scheibe nicht mehr das Gebüsch gegenüber reflektiert, sollten alle Markierungen möglichst außen aufgebracht werden. Das geht selbstverständlich mit normalen Fensterfarben. Will man nicht das ganze Fenster in eine bunte Gemäldewand verwandeln, kann man sich auch zunutze machen, dass Vögel ein anderes Farbspektrum wahrnehmen als Menschen. Sie sehen auch im UV-Bereich noch - wir nicht. Demnach kann man Farbstoffe verwenden, die nur UV-Licht reflektieren. Darauf beruht der BirdPen - seine Markierungen sind nur für Vögel sichtbar, für Menschen ist die Scheibe nach wie vor ziemlich sauber und durchsichtig.
Effektiv scheint eine Markierung mit horizontalen und/oder vertikalen Streifen zu sein. Die Streifen sollten mindestens 2 cm breit sein und höchstens 10cm auseinander liegen. Solche Markierungen können aufgemalt sein, das Glas kann auch aufgerauht werden. Auch "öffentliche" Glasflächen wie Bushaltestellen, gläserne Lärmschutzwände sollten derart für Vögel kenntlich gemacht werden. Es gibt Vogelglas, das durch eine UV-Licht reflektierende Beschichtung für die Vögel sichtbar ist (etwa "Ornilux" von den Glaswerken Arnold). Ebenfalls im Handel erhältlich ist Folie, die man im Nachhinein aufkleben kann (flächig oder als kleinere Aufkleber, etwa birdsticker). Auch mit Sonnencreme (möglichst hoher Lichtschutzfaktor, mindestens 30) kann man nach dem Fensterputzen ein Raster auf's Fenster malen oder alle 10cm einen Punkt tupfen. Auch in höchstens 10cm Abstand angebrachte senkrechte Klebebandstreifen (scotch magic oder so was) oder ebenso eng hängende Schnüre helfen.
Vögel weichen übrigens Spinnennetzen in der Regel aus, da die Netze UV-Licht reflektieren. Dadurch können Vögel die Netze erkennen und vermeiden den Durchflug - und die Spinne vermeidet den Verlust des Netzes.
Was tun, wenn doch ein Vogel an die Scheibe prallt?
Den Findling in einen gepolsterten Karton (nicht zu groß) setzen. Ist er nach einer Stunde noch nicht abgeflogen, sollte man Kontakt zu einer Vogelpflegeeinrichtung oder einem Tierarzt suchen. Allerdings sind die Chancen, dass das Tier überlebt, nicht gut. Häufig sind die Verletzungen zu gravierend.
Viele Vögel fliegen nach einer Weile wieder weg, aber die meisten von diesen verenden kurz darauf an inneren Verletzungen. Laut Wikipedia sterben europaweit täglich 250 000 Vögel bei der Kollision mit Scheiben oder Hochleitungen (Strom oder Telefon).
Quellen und weitere Infos
http://www.nabu.de/tiereundpfl…01079.html
Wenn ihr noch Erfahrungen oder Tipps habt, immer her damit!
Ich möchte meine Wohnung so hell wie möglich (schon, um Platz für meine Pflanzen zu haben ). Aber tote Vögel will ich keine verantworten müssen. Nachdem uns in den vergangenen Tagen wieder eine Amsel gegen die Wohnzimmerscheibe geflogen ist (der Knabe hat nicht überlebt), hab ich mich durch's Netz gewühlt und Informationen über diesen sogenannten Vogelschlag zusammengesucht. Vielleicht kann so der eine oder andere Unfall verhindert werden.
Was kann man tun?
Fenster werden aus zwei Gründen "durchflogen": zum einen kann der Vogel einen Weg durch das Haus gewählt haben - zur Balkontür rein, quer durch den Raum und zum Fenster an der Seite wieder raus. Man sollte also vermeiden, dass das Haus irgendwo "durchsichtig" ist. Zum anderen reflektieren viele Fenster stark. Der Vogel erkennt in dem Spiegelbild Verstecke (weil der Baum nebenan sich in der Scheibe spiegelt) oder, etwa bei gespiegeltem Himmel, freien Flugraum. Letzteres ist besonders gefährlich, weil die Vögel in vollem Tempo an die Scheibe knallen.
An sich bieten sich Rollos und Gardinen an, um die Fenster erkenntlich zu machen. Bei vielen Pflanzen ist das allerdings oft schwierig. Außen hell gestrichene Fensterrahmen scheinen (besonders bei kleineren Fenstern) ein wenig zu helfen. Besonder effektiv sind jedoch Markierungen auf den Fenstern. Die bekannten Greifvogelsilouetten helfen kaum etwas. Die üblichen schwarzen Bilder werden häufig nicht einmal gesehen. Bunte Aufkleber sind zumindest besser zu erkennen als schwarze oder weiße, auch mit Sonnenschutzcreme (hoher Sonnenschutzfaktor, wasserunlöslich) lässt sich die Sichtbarkeit erhöhen. In welcher Farbe auch immer - sie werden in der Regel nicht als Fressfeinde angesehen, sondern lediglich als Flughindernisse. Die Vögel weichen aus und prallen dann eben direkt daneben gegen die Scheibe. Demnach müssten sehr viele Aufkleber befestigt werden, damit sie helfen. Das ist dann optisch ein wenig ... störend. Innen befestigte Kleber helfen übrigens überhaupt nicht.
Besser hilft es, die Glasfläche großflächig oder mit Netzen zu bemalen. Damit die Scheibe nicht mehr das Gebüsch gegenüber reflektiert, sollten alle Markierungen möglichst außen aufgebracht werden. Das geht selbstverständlich mit normalen Fensterfarben. Will man nicht das ganze Fenster in eine bunte Gemäldewand verwandeln, kann man sich auch zunutze machen, dass Vögel ein anderes Farbspektrum wahrnehmen als Menschen. Sie sehen auch im UV-Bereich noch - wir nicht. Demnach kann man Farbstoffe verwenden, die nur UV-Licht reflektieren. Darauf beruht der BirdPen - seine Markierungen sind nur für Vögel sichtbar, für Menschen ist die Scheibe nach wie vor ziemlich sauber und durchsichtig.
Effektiv scheint eine Markierung mit horizontalen und/oder vertikalen Streifen zu sein. Die Streifen sollten mindestens 2 cm breit sein und höchstens 10cm auseinander liegen. Solche Markierungen können aufgemalt sein, das Glas kann auch aufgerauht werden. Auch "öffentliche" Glasflächen wie Bushaltestellen, gläserne Lärmschutzwände sollten derart für Vögel kenntlich gemacht werden. Es gibt Vogelglas, das durch eine UV-Licht reflektierende Beschichtung für die Vögel sichtbar ist (etwa "Ornilux" von den Glaswerken Arnold). Ebenfalls im Handel erhältlich ist Folie, die man im Nachhinein aufkleben kann (flächig oder als kleinere Aufkleber, etwa birdsticker). Auch mit Sonnencreme (möglichst hoher Lichtschutzfaktor, mindestens 30) kann man nach dem Fensterputzen ein Raster auf's Fenster malen oder alle 10cm einen Punkt tupfen. Auch in höchstens 10cm Abstand angebrachte senkrechte Klebebandstreifen (scotch magic oder so was) oder ebenso eng hängende Schnüre helfen.
Vögel weichen übrigens Spinnennetzen in der Regel aus, da die Netze UV-Licht reflektieren. Dadurch können Vögel die Netze erkennen und vermeiden den Durchflug - und die Spinne vermeidet den Verlust des Netzes.
Was tun, wenn doch ein Vogel an die Scheibe prallt?
Den Findling in einen gepolsterten Karton (nicht zu groß) setzen. Ist er nach einer Stunde noch nicht abgeflogen, sollte man Kontakt zu einer Vogelpflegeeinrichtung oder einem Tierarzt suchen. Allerdings sind die Chancen, dass das Tier überlebt, nicht gut. Häufig sind die Verletzungen zu gravierend.
Viele Vögel fliegen nach einer Weile wieder weg, aber die meisten von diesen verenden kurz darauf an inneren Verletzungen. Laut Wikipedia sterben europaweit täglich 250 000 Vögel bei der Kollision mit Scheiben oder Hochleitungen (Strom oder Telefon).
Quellen und weitere Infos
http://www.nabu.de/tiereundpfl…01079.html
Wenn ihr noch Erfahrungen oder Tipps habt, immer her damit!