Nisthilfen für Insekten: Erfahrungsaustausch

 
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snif

bin gerade dabei, eine Mini-Nistwand für Insekten (insbesondere Solitärbienen und was an Wespen, Käfern etc. da alles mit dran hängt) aufzubauen und zu bestücken.
Da stolpert man doch über eine ganze Reihe von Fragen, vom Standort über geeignete Materialien bis zu Artbestimmungen.
Webpages gibt's zu dem Thema (wie baue ich...) viele, besonders empfehlen kann ich wilbienen.info.

Bei allen Anleitungen bleibt aber eine große Frage offen - WOHER bezieht man am geschicktesten die Materialien, wenn man nicht zufällig was passendes im Garten hat? Abgelagertes Hartholz, Löß oder anderes geeignetes Substrat für Steilwände, Falzziegel (zu denen gibt's hier Tipps)...? Wen kann man ansprechen, um im näheren Umfeld Quellen aufzutun?

Vielleicht könnten wir hier Quellen, Tipps und Erfahrungen sammeln? Soviel ich gesehen habe, gibt es so einen Tröt noch nicht (aber der und der sind auf jeden Fall mal lesenswert )
Viel beisteuern kann ich zwar noch nicht, aber vielleicht habt ihr da schon was zu berichten?
Was für Nisthilfen habt ihr "rumstehen", wer nutzt sie, wie heftig wüten Vögel, woher habt ihr die Anleitungen und Materialien?



Edit: ein Bildchen von Anfang Mai hab ich noch
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garten_fee_1958

Hallo snif,
eine tolle Idee, dieses Thema aufzugreifen Da ich in meinem Garten sehr viele Insekten habe, wollte ich Ihnen auch Nisthilfen und Überwinterungsmöglichkeiten anbieten. Leider bin ich handwerklich nicht so geschickt und nachdem ich mir so einige Baupläne angesehen habe, habe ich davon Abstand genommen, selbst etwas zu bauen.
Mein nächster SAchritt was dann das Internet, lesen, vergleichen und danach war ich dann richtig
Es gibt sehr viele Anbieter....
Jetzt habe ich einen Insektenhotel und ein Marienkäferhotel vollständig aus Naturmaterialien, unbehandelt, wobei in dem Marienkäferhotel Spinnen überwintern und aus dem Insektenhotel stibietzen sich Amsel, Fink und Meisen die Baumaterialien, ist ja auch einfach, wenns direkt vorrätig ist, braucht man nicht zu suchen
In den Sägespänen haben kleine Käfer überwintert, andere Gäste konnte ich nicht beobachten, vielleicht muss es sich erst herumsprechen
Ich bin allerdings auch sehr dankbar für Hilfe und Tipps, wie ich Insekten anlocken kann, vielleicht ist der Standort falsch....

gartenfee
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Canica

Das sieht gut aus. Am leichtesten lockst Du Insekten, wenn Du auch die entsprechenden Pflanzen im Garten hast. Ungefüllte Blüten sind zum Beispiel immer ganz gut, besser als Exoten sind auch einheimische Pflanzen, pollenfreie Sonnenblumen solltest Du meiden, was genau Du für verschiedene Pflanzen für verschiedene Insekten pflanzen kannst, solltest Du mal googlen.
Für Bienen gibts da teilweise andere als für Schmetterlinge und Co.
Beispiel:
BIENENWEIDE

WILDBIENEN

Insektenpflanzen

Schmetterlingspflanzen
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zauberwald

So ein ähnliches Insektenhotel habe ich auch. Wurde aber schon ein paar mal umgehängt, da der Standort nie so gut von den Insekten bevorzugt wurde.

Jetzt hängt es an einem Holzbalken auf der Südseite. Seitdem tummeln sich dort jede Menge Insekten.Von Bienen, Marienkäfern bis Florfliegen.

Als nächstes will ich mir solche Tonmützen zulegen. Die werden mit Stroh gefüllt und auf Stäbe gesteckt. Sollen Ohrwürmer anlocken, die dann dort überwintern. Bin mal gespannt.

Hier der Link:
http://www.staudengaerten-shop…ucts_id=12
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Lapismuc

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snif

aber die Tonmützen sind deutlich hübscher

Gartenfee, ist der Ziegel unten der Eingang zu irgendwas? Um direkt besiedelt zu werden sind da vermutlich schlicht die Löcher zu groß
Du könntest da auch eine Minilehmwand draus machen - Ziegel raus, lehmige Erde rein, fest werden lassen, wieder aufhängen... der größte Teil "unserer" Bienen sind Boden- und Steilwandbewohner, die graben selber und freuen sich über jede Gelegenheit. Bedingung ist nur, dass die Wand sich erwärmt, also recht sonnig hängt (gilt für die anderen Nisthilfen ja auch), und der Boden leicht abzuschaben ist, sonst kommen sie nicht rein (hab mir sagen lassen, wenn er sich problemlos mit dem Fingernagel wegkratzen lässt, passt's )
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garten_fee_1958

Hallo, der Ziegel war so drin, ist aber lose und den kann ich sicherlich entfernen, da ich lehmige Gartenerde habe dürfte das Umsetzen mit Lehm kein Problem darstellen.
Hummeln habe ich auch recht viel und auch sehr viele Bienen, auf einem Bienenstrauch sitzen im Sommer ganz viele Bienen und es summt und brummt nur so und was mich immer wieder fasziniert, wenn ich daran vorbeigehe, lassen sie sich nicht stören, außerdem habe ich vereinzelt auch Hornissen im garten, von deren Größe ich immer wieder sehr beeindruckt bin und auch das sind ganz friedliche Gesellen
In meinem Garten gibt es außerdem sehr viele Schmetterlingspflanzen und manchmal sitzen im Sommer auf der Bienenweide 5-6 Falter.
Die Wand erwärmt sich durch die Sonne, ich habe leider nicht die Möglichekit, es woanders hinzuhängen.
Mit der Anschaffung der Tonmüzten liebäugle ich auch schon, wird wohl meine nächste Anschaffung sein.
Aber erst wird das Insektenhotel tauglich umgebaut
Herzliche Grüße
gartenfee
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pokkadis

ich hatte einige jahre auf dem balkon die hässlichen platten der brüstung mit schilfrohrmatten kaschiert, die man im baumarkt kriegen kann. da waren immer die schlupfwespen dran, die röhren waren immer säuberlich vermauert und es war ein emsiges treiben dort. das war sehr schön und eine günnstige variante des insektenhotels. leider musste ich die vermauerten röhren im august letzten jahres in den müll entsorgen, weil wir umgezogen sind und nun eine verglaste loggia haben, da hätten die wespen auch keine freude mit gehabt.
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Azalea

Ich frage mich ja, seit wann Insekten Nisthilfen brauchen...? Ich meine, wo in der Umgebung genug Nahrung zu finden ist, nisten sich z.B. Wespen sofort ein, sobald sie irgendeinen windgeschützten Ort sowie totes Holz (für die Pappmaché-Herstellung) finden. Also wenn man Wespen haben WILL: einen Brennholzstapel einfach sich selbst überlassen.

Oh, und eine spontane Assoziation meinerseits: http://de.webfail.at/image/wespennest-win-win-bild.html
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Loony Moon

Wir haben auch genügend Nistmöglichkeiten für Insekten und zusätzlich haben wir vor 2-3 Jahren ein Insektenhotel (selbstgebaut von Papa) dazu bekommen. Es wird alles angenommen und im Augenblick ist unsere Pergola an der Terrasse sehr begehrt, weil das Holz offensichtlich der DIN-Norm für Hornisseneigenheime entspricht.

Jedenfalls finden Insekten in meinen Augen immer einen Weg, um sich irgendwo häuslich einzunisten. Wenn auch leider manchmal an Orten, wo man sie nicht unbedingt mag.
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snif

Azalea, in der Tat sehr geschickt platziert, das Wespennest auf dem Bild


Klar gibt's "in der Natur" Nistmöglichkeiten.
Das Problem ist nur, dass die Landschaft immer mehr aufgeräumt wird. Totholz etwa darf kaum noch im Wald bleiben, weil es als "unschön" oder gar "gefährlich" empfunden wird (könnte ja runterfallen...). In forstwirtschaftlich genutzten Rotbuchenwäldern beträgt die Totholzmenge etwa 15 Festmeter pro Hektar. In entsprechenden "Urwäldern" liegt dieser Wert bei 250 Festmeter pro Hektar (der Anteil von sterbendem und totem Holz kann dort bis zu 40% der Gesamtholzmenge ausmachen!). Entsprechend sind auch zahllose Tiere darauf spezialisiert, dort zu leben. Viele Bienen, Wespen (und da gibt's noch die eine oder andere andere Art neben den beiden Pflaumenkuchenstibitzern ), Käfer (in D etwa 1400 Arten!), Pilze (in D etwa 1500 Arten!), Fliegen, Ameisen und ein Haufen "ungeläufigeres" Viechzeug ist aber auf Totholz in verschiedensten Stadien angewiesen.
Mit offenen Bodenstellen für grabende Insekten sieht's genau so aus. Früher fand sich das an jedem Bach, heute sind dort Betonmauern oder Fettwiesen.
Staudenfluren werden fleißig und früh gemäht oder zurückgeschnitten, da findet sich kaum ein Stängel, in dem die Brut ein ganzes Jahr lang heranwachsen könnte.
Arten, die bereits bestehende Löcher bewohnen, fanden bis vor kurzem auch in Dörfern viele Möglichkeiten. Aber je besser die Häuser isoliert und abgedichtet werden, desto weniger Lücken gibt es. Auch Ried- und Schilfdächer sind momentan leicht aus der Mode gekommen...
Dass tatsächlich Bedarf an Nistgelegenheiten besteht, sieht man schon daran, wie gern jede einigermaßen annehmbare Möglichkeit besetzt wird.

Dazu kommt, dass wir auf bestäubende Insekten angewiesen sind. In Deutschland gibt es bisher noch wenige "Bestäubungsimker" die ihre Völker von einem Landwirt zum nächsten karren; in anderen Ländern hat sich das bereits kräftig durchgesetzt. Nachdem Honigbienen massiv Probleme haben (sei es nun, weil es immer weniger Imker gibt oder weil ganze Völker an Pestiziden, Krankheiten, Milben oder allem zugleich absterben), fällt immer mehr auf, wie wichtig andere Arten (Hummeln, Bienen, Schwebfliegen...) für die Bestäubung sind. Von ihren ökologischen "Aufgaben" mal vollkommen abgesehen.

Außerdem ist es schlicht faszinierend, ihnen zuzuschaun. Der Effekt für die "Umweltprägung" vor allem bei Kindern, aber natürlich auch bei Großen ist nicht zu unterschätzen. Meiner Ansicht nach ist das sogar ein ganz zentraler Grund für Insektenhäuser welcher Art auch immer: Wenn man von Wespen nur weiß, dass sie stechen und beim Grillen stören, wird man kaum einsehen, wie irgend jemand auf die Schnapsidee kommen kann, für Wespen (welcher Art auch immer) irgendetwas zu tun. Schon gar nicht wird man selbst bereit sein, für Insekten irgendwelche lästigen Dinge auf sich zu nehmen (keine Spritzmittel zu verwenden zB) oder sich gar aktiv engagieren. Versucht man jedoch, auch nur ein paar Wildbienchen anzulocken, wird man zwangsläufig über die Probleme stolpern, die sie in "normalen", aufgeräumten Gärten haben. Das sensibilisiert und führt vielleicht bei dem einen oder anderen sogar zu einem gewissen Umdenken...
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Loony Moon

Dann sollte man aber bitte auch in den Gärten Pflanzen für Insekten vorsehen und nicht nicht als "gestalterisches" Highlight des idealen Gartens 3,5 qm Golfrasen mit zwei Exotenkübeln und einem immergrünen Nadelbaum ansehen.

Übrigens sind gerade die oft unbeliebten Wildpflanzen (ich sage nur Löwenzahn) im Rasen ein wichtiger Futterlieferant für Insekten.
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snif

na logisch! Wo's nix zu Futtern gibt, hilft auch die schönste Steilwand nicht

Zu Futterpflanzen gibt's auch noch den Tröt da: klick!
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Olli Verticillata Alba

hi, tolles thema
ich habe einmal das beliebte neudorff insektenhotel (seit letztem frühjahr) und ein selbstgebautes (seit diesem frühjahr).
das neudorff wurde letztes jahr supergut besucht, fast alle der größeren löcher im 3. stock waren bewohnt. dieses jahr sind es leider viel weniger bienen und wespen, ich bin mir nicht sicher warum. vielleicht hat es mit den kohlmeisen zu tun deren nistkasten nur einen meter entfernt hängt...aber ich habe noch keinen vogel daran gesehn.

unter meinem selbstgebauten lagen im frühjahr jede menge späne, ich glaube da haben sich bienen eingerichtet, es sind knapp 20 löcher bewohnt.
im neudorff waren letztes jahr über 50 löcher zu, momentan nicht mal 10, die kleinen bambusröhrchen nicht mitgezählt weil schwer zu erkennen.

die hotels schauen nach süden, sind möglicherweise zeitweise beschattet und unter einem dachvorsprung, bleiben als trocken
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snif

Hat sich eigentlich jemand von euch mal an einer Steilwand versucht? Lehm in einen Blumenkasten oder was ähnliches, trocknen lassen und mit der Öffnung nach vorne aufstellen/-hängen?
Würd mich interessieren, was ihr für Material verwendet habt. Der Boden hier ist sehr lehmig, und wenn ich den direkt verwende, wird das Ganze viel zu hart

Die Meisen haben hier übrigens heftig gewütet: Mauerbienen (aber fragt mich nicht, ob das nun Osmia bicornis oder O. cornuta war Vielleicht auch beide?) haben die Halme fleissig gefüllt und verschlossen. Irgendwann waren dann von heute auf morgen alle Verschlüsse weggepickt und die Meisen kommen immer noch und schmeissen die Halme raus. Muss da nächstes Jahr wohl doch noch Kaninchendraht oder so was davor machen
Dafür sind die kleineren Löcher in den Hölzern schon beinahe alle besetzt. Da kommt man mit dem Schnabel wohl nicht so gut ran...
Zur Zeit sind vor allem Schlupfwespen (oder ähnliches "Geflügel" mit langem Legestachel) zu sehen...
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