Hilfe im Ruhrgebiet für Baumbeetgestaltung gesucht!

 
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Tinkerbelle

Hallo,

ich habe mich bislang hier ja noch nicht sonderlich eingebracht (einbringen können), aber ich hoffe dennoch auf ganz viel Input zu meinem aktuellen und sehr drängenden Problem.

Hintergrund:
Hier gibt es so genannte Baumbeetpatenschaften, die man bei der Stadt beantragen kann. Man kann sich ein Beet aussuchen (also diese üblichen Stadtbäume mit Erdumfassung drumrum) und dafür eine Patenschaft übernehmen, darf es nicht vermüllen lassen, keine weiteren Bäume etc. pflanzen, aber ansonsten hat man freie Hand.

Eine Dame aus dem Stadtteil hat zwei sehr große Baumbeete gleich nebeneinander übernommen (ich müsste sie ausmessen, aber ich schätze, es sind 3-4m Durchmesser, in der Mitte halt der Stamm) und da einen - ich sage mal - alternativen Ansatz verfolgt: Sie hat das Ganze mit Naturmaterialien gestaltet (Zaun und Bogen aus Weide zum Beispiel), mit Kindern Steine bunt bemalt und diese als kleinen Weg eingesetzt und insgesamt ausschließlich auf gerettete und "sonstige" Pflanzen gesetzt, so dass beispielsweise ein Rhododendron und ein Rosenbusch gleich neben einer Kräuterspirale mit Liebstöckel und Lavendel zu finden ist.

Ich fand diese Aktion von Anfang an super, zumal sie auch mit Kindergartengruppen hin ist und Kinder so inmitten der Großstadt und abseits des Schrebergartens mitten in einem Ballungszentrum die Gelegenheit bekommen, einen Bezug zur Natur zu entwickeln und zu pflegen. An sich wollte ich fragen, ob ich helfen kann, doch dabei stellte sich heraus, dass die wegen Umzugs die Beete aufgeben muss und dringend nach einer Nachfolge sucht - und da habe ich mich gemeldet.

Ich wollte das Ganze an sich einfach so weiterführen und hatte mir schon eine Liste erstellt mit Saatgut (mein Schwerpunkt wären da Kräuter und Duftpflanzen), das ich kaufen wollte, um da ab Herbst dann noch für das Frühjahr zu säen, ganz entspannt quasi.

Nun gibt es da folgendes Problem, das neu aufgetaucht ist: Offenbar wurde das Engagement der Dame nicht so gut aufgenommen, wie sie - und ich auch - dachte, so dass es nun ein Gespräch gab, weil und in dem eine Dame von einem im Stadtteil ansässigen Geschäft sozusagen als Sprecherin diverser ansässiger Geschäfte und auch Kunden auftrat und wünschte, dass das Ganze in der Form nicht weitergeführt wird.

Hauptargumente:
- nicht repräsentativ, wertet den Stadtteil eher ab als auf
- zu grün, nichts ansprechendes "Buntes"
- zu chaotisch

Dazu ist zu sagen, dass ich die Argumente teilweise durchaus nachvollziehen kann. Das Beet wird nicht sonderlich gepflegt, umgegraben usw., sondern eher hin und wieder gegossen und bei Aktionen (schon länger nicht vorgekommen) werden gespendete Pflanzen eingepflanzt. Diese Spenden sind sehr karg, genau genommen ist nicht viel mehr da als das, was ich oben schon beschrieb (Weide, Steine, Rhododendron, Rose, Lavendel, Liebstöckel). Es ist zwar etliches laut Aussage der derzeitigen Patin noch ausgesät, aber ob und wann da was kommt, steht in den Sternen. Stattdessen gibt es auf dem Beet reichlich "grünes Unkraut", was immerhin dem Boden was bringt, aber eben nicht sonderlich ansehnlich oder gar hübsch ist.

Summa summarum bekommen die beiden Beete - mit mir als Patin - nun noch eine Chance, erst mal bis zum Frühjahr, was mich zugleich derbe unter Druck setzt. Ich muss also bis dahin (und hoffentlich dann auch darüber hinaus )
[list=]Das Beet in einen ordentlichen Grundzustand bringen[/list]
[list=]Komplett bepflanzen, so dass es ansprechend aussieht und "bunt" ist[/list]
[list=]Die Gestaltung erweitern (also sowas wie Weidebögen, Steinspirale etc.)[/list]

Wichtig wäre mir dabei
[list=]Wirklich vornehmlich Kräuter und Duftpflanzen einzusetzen[/list]
[list=]Möglichst kostengünstig zu pflanzen (mache das halt privat aus Idealismus heraus)[/list]
[list=]"Schwere" Sachen einzusetzen, weil Standardkübel etc. geklaut werden könnten (glaube ich zwar nicht unbedingt, ist aber halt nicht auszuschließen)[/list]

Was kann ich denn JETZT pflanzen (möglichst mehrjährig oder kombiniert mit "jetzt schön")?
Wie könnte ich das Ganze gestalten?

Ich bin echt für jede Idee, jeden Hinweis dankbar. Wenn jemand gleich eine komplette Idee hat für dieses Rondell (wie gesagt ca. 3-4m): super! Wenn aber jemand "nur" 1-2 Pflanzen weiß, kostengünstige Ideen irgendeiner Art hat, Ideen, wo ich günstig oder gar kostenlos Material/Pflanzen herbekomme oder auch eine Idee zur "natürlichen" Gestaltung oder sonst iiiiiirgendwas, dann antwortet mir bitte.

Ich habe keinen Garten (nicht mal einen Balkon) und daher in "freier Wildbahn" wenig Erfahrung, aber ich finde diese Aktion / dieses Projekt wichtig und möchte das unbedingt erhalten und zeigen, dass auch was anderes schön und ansprechend ist als die 08/15-Bepflanzungen, etwas, das sozusagen Charakter hat.

Ganz lieben Dank im voraus,
Tinkerbelle
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daylily

Hallo Tinkerbelle, da hast du dir ja was vorgenommen!
Gefällt mir gut, die Idee!

Damit wir dir auch die richtigen Pflanzen empfehlen, wäre ein Foto von der Situation und ein paar weitere Infos schon gut.

Um was für Bäume handelt es sich denn, die da in deinen Baumscheiben stehen (Tief oder Flachwurzler, dichte Krone)?
Und wie ist die Erde so beschaffen? Eher steinig und durchlässig? Hält sie die Feuchtigkeit gut?
Hast du die Möglichkeit bei Hitze regelmäßig zu Gießen oder müssen die Pflanzen im Sommer auch mal eine (oder zwei) Woche ohne Wasser auskommen?

Werfen die Bäume viel Schatten oder gibt es Schatten durch angrenzende Häuser? Bzw. von wann bis wann scheint denn etwa direkt Sonne auf die Baumscheibe?

Ich weiß, viele Fragen, aber dafür werden die Pflanzenvorschläge auch umso geeigneter ausfallen.

LG Theresa
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Tinkerbelle

Huhu Theresa,

Fotos sind schwierig, habe ich festgestellt. Ich kriege die Beete nicht komplett drauf, das Wetter ist mies, eine Baustelle ist gerade an einem Beet und zu guter letzt sehen die Beete auf den Fotos nur noch grottig aus, was in der Realität SO schlimm nicht ist. Der Charme des Ganzen kommt da Null rüber. Naja, ich häng trotzdem welche an.

Also es ist wohl so, dass ca. 50cm Boden vorhanden sind, darunter kommt eine Betonplatte, das sei typisch für die Stadt, wurde mir gesagt.
In jedem Beet steht mittig nur ein Baum, das ist ... ich hab keine Ahnung, was das ist. Hasel?
Auf jeden Fall eine dichte Krone, wie man sieht - und ganz schön hoch, dicker Stamm.







Demzufolge sind die Beete im Innenteil auch stark beschattet, je nach Tageszeit ist ein recht breiter Außenrand jedoch teilweise sogar vollsonnig.

Die Erde ist ziemlich lehmig, würde ich sagen. Durchlässig, so lange es feucht bleibt, bei trockener Hitze draußen aber steinhart und eben typisch lehmhell, sag ich mal so laienhaft.
Darum ist es eigentlich ja auch ganz gut, dass das ganze "Unkraut" da ist, so lange keine andere Bepflanzung existiert, weil dadurch der Boden nicht völlig bretthart ist (denke ich - oder?) wie dort, wo es eben gänzlich kahl ist.
Gießen ist kein Problem, auch täglich nicht.












Grüße,
Tinkerbelle
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Scrooge

Der Standort ist also eher ein trockener Schatten....
Ich denke, man sieht dem Boden auch an, daß dort eher wenig wächst.

Das schränkt die Pflanzenauswahl stark ein.

In dieser Broschüre findest Du auf den Seiten 23-34 Pflanzenvorschläge für trockenen Schatten:
http://www.lwg.bayern.de/landespflege/28182/stauden_84.pdf


"Bunt" ist ein Problem, denn für den Schatten ist die Auswahl an auffällig blühenden Pflanzen nicht so groß, wie für sonnigere Plätze. Man müßte also auch mit buntblättrigen Pflanzen arbeiten.



Zu den Pflanzen:

- Du solltest fast ausschließlich auf immergrüne Pflanzen setzen, sonst sieht die Fläche den ganzen Winter bis ins späte Frühjahr hinein trostlos aus.

- von außen nach innen höher werdend, damit man aölles gut sehen kann und keine Pflanze die andere verdeckt.

- telephonier' mal Deinen Verwandten- und Bekanntenkreis ab, oder sprich sonst mit Leuten, von denen Du glaubst, daß sie Dir helfen könnten (Friedhofsgärtner, die Sachen rauswerfen, etc.): mach' eine Liste von all den Pflanzen, die Du haben kannst; vor allem von den Pflanzen, von denen man problemlos Ableger in großer Zahl machen kann (wie z. B. Efeu), das erhöht die Chance einer einheitlichen Bepflanzung.

- Pflanzen, die ich empfehlen würde, wären v. a. Heuchera (die aber im Handel oft unverschämt teuer ist), und immergrüner Farne



Zur Gestaltung:

- Wenn Du günstig an einigermaßen hübschen Kies rankommen kannst, kannst Du auch mit Hilfe von Unkrautvlies Kiesbeete gestalten, um Unkraut zu unterdrücken und die Größe der zu bepflanzenden Fläche zu begrenzen. Auch ist in eine solche Anlage leichter eine Struktur hineinzukriegen.

- Betonringe: die momentan vorhandenen haben ja wohl z. T. unterschiedliche Form und Farbe. In Baumärkten bekommst Du kleiner Betonringe z. T. für 1,80 bis 3 Euro, größere für 3,80-6 Euro. Die Dinger sind elend schwer, aber wenn Du zu denen, die Du schon hast, noch ein paar farblich passende dazukaufst, um einheitlicher getalten zu könnnen: entweder als Kreis um einen Baumstamm herum - oder als separaten Kreis (ich glaube 5 oder 6 davon aneinandergelegt ergeben eine "Blüte").
In die Pflanzeringe kannst Du "bessere" Erde geben als die, die dort den Boden bildet - und dadurch dort etwas anspruchsvollere/empfindlichere Pflanzen einsetzen.

- den niedrigen Weidenflechtzaun würde ich behalten. Wenn Du ihn problemlos umsetzen kannst, kannst Du natürlich auch darüber nachdenken, ihm eine andere Form zu geben.
Der Weidenbogen müßte "besser" gemacht sein und stabiler wirken. Ich würde aber auch darüber nachdenken, ob die Gesamtfläche nicht überhaupt zu klein ist, und so ein Bogen dadurch deplaziert wirkt. Das kann man auf dem Photo schlecht beurteilen.
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Loony Moon

Sehr lobenswert, wenn du dich kümmerst.

Der Baum, man kann es nicht richtig erkennen, ich jedenfalls nicht, ich denke, es ist eine Linde.

Wenn du mehr Farbe reinkriegen willst, wirst du Schwierigkeiten haben. Ich würde, wie angeregt, noch ein paar Betonpflanzringe setzen und darein anspruchsvollere und einjährige Pflanzen setzen.
Ich würde für den Standort eve. Kräuter vorsehen. Sieht zwar manchmal etwas mager aus, aber wenn du keinen vernünftigen Boden hast, sollten die auch ihr Dasein "fristen".

Ich würde mich bei der Stadt erkundigen, ob die Bäume von ihrer Seite gepflegt werden. Und so ganz nebenher könnte man ja fragen, was für ein Bäumchen da steht.

Was die Damen und Herren Geschäftsleute angeht ... wenn sie bessere Ideen haben, sollten sie die auch äußern. Was sind das für Geschäfte?? Normalpreisig oder Höherwertig? Und sie sollten dem Projekt mehr Zeit geben, denn manche Dinge benötigen einfach Zeit, um erstmal wahrgenommen zu werden.
Man kann einen sehr "wildwüchsigen" Garten schlecht mit einer durchgestylten Parkanlage vergleichen. Und nichts anderes trifft auf die Baumscheibe zu. Die vorherige Patin hat sich Gedanken gemacht, wie sie in karger Erde optisch etwas verspieltes machen kann. Und die Idee Weidenzaun/-bogen ist eindeutig für mich in Richtung Bauerngarten weisend. Daher würde ich Kräuter wie Salbei, Lavendel und Thymian (gibt es als Saatgut) vorsehen.

Ich habe in meinem Garten eine Heliotropsorte stehen, welche sich seit Jahren wuchernd ausbreitet, solange ich nicht Einhalt gebiete. Im letzten Herbst habe ich ein paar Ableger in die Hecke unserer alten Wohnung gepflanzt, sie blühen mühsam. In der Hecke sind auch ein paar Krokusse, Schneeglöckchen und Lavendel zu Hause.

Falls du Pflanzgut benötigst ... schick eine PN. Mein Salbeisamen ist wunderbar aufgegangen, ich habe genügend getopfte Salbeipflanzen. Von dem Heliotrop könnte ich dir auch abgeben, der blüht sehr lange, wenn du die alten verblühen Blüten regelmäßig kappst.
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MaWe

Hallo Tinkerbelle,

wenn Du möchtest kannst Du was von meinen Pflanzen abhaben.
Kostenlos - quasi zur Unterstützung einer tollen Idee.
Ich hätte auf jeden Fall Geraniums - muss mal Bilder suchen.
Und Hosta kann ich auch was entbehren.
Grün-weiß gefleckte Blätter.
Habe auch grüne aber die grün-weiße bringen Farbe.
Obwohl....weiß ist ja keine Farbe, oder
Di Geraniums habe ich am Gehölzrand also sollt der Standort kein Problem sein.
LG Marion - die jetzt Fotos suchen geht
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Tinkerbelle

Hallo Scrooge,

die Broschüre ist super!
Ich hab noch nicht alles gelesen, bin aber dabei.

Ansonsten sind auch ein paar feine Ideen dabei (Friedhof!), auch wenn ich mir dieses Unkrautvliesding nicht so recht vorstellen kann bislang.

Allerdings schade, dass es so auf Grünpflanzen und Betonklötze/Kiesbeet rauszulaufen scheint, denn an sich ist der Plan ja, das Ganze vornehmlich für Kräuter und Duftpflanzen zu gestalten, die eben - nach Wunsch der "Anlieger" zumindest auch irgendwie hübsch und bunt sein sollen ... und das natürlich 24/7 an 365 Tagen im Jahr.
Diese Betonklötze sind übrigens mit einer Ausnahme nicht von der Patin, sondern von der "Konkurrenz", die sie einfach mal dahin gestellt hat, damit es hübscher aussieht. Liegt irgendwie alles im Auge des Betrachters.

Mit den Weiden, das finde ich super. Aktuell ist aber nicht an Weidenschnitt zu kommen, gell? Wann ist denn so die Zeit dafür?


Hallo Loony Moon,

Zitat
Ich würde mich bei der Stadt erkundigen, ob die Bäume von ihrer Seite gepflegt werden. Und so ganz nebenher könnte man ja fragen, was für ein Bäumchen da steht.


Öhm, was meinst du jetzt mit gepflegt? Also die Stadt schneidet die Bäume nach wie vor und bringt da zur Weihnachtszeit auch Kilometer Lichterketten an, jo.


Zitat
Was die Damen und Herren Geschäftsleute angeht ... wenn sie bessere Ideen haben, sollten sie die auch äußern. Was sind das für Geschäfte?? Normalpreisig oder Höherwertig? Und sie sollten dem Projekt mehr Zeit geben, denn manche Dinge benötigen einfach Zeit, um erstmal wahrgenommen zu werden. es
Man kann einen sehr "wildwüchsigen" Garten schlecht mit einer durchgestylten Parkanlage vergleichen. Und nichts anderes trifft auf die Baumscheibe zu. Die vorherige Patin hat sich Gedanken gemacht, wie sie in karger Erde optisch etwas verspieltes machen kann. Und die Idee Weidenzaun/-bogen ist eindeutig für mich in Richtung Bauerngarten weisend. Daher würde ich Kräuter wie Salbei, Lavendel und Thymian (gibt es als Saatgut) vorsehen.


Das sind eher alles normalpreisge Geschäfte - und das mit der Zeit ist eben das Problem. Du weißt das, die bisherige Patin weiß das, ich weiß das ... aber diese "Anlieger" (ich weiß nicht, welche Geschäfte das im einzelnen betrifft oder wie viele) sehen das nicht. Für die muss das bunt und hübsch sein, und wenn die Pflanze eingeht, dann schmeißt man sie weg und kauft neue, da wartet man auch nicht aufs nächste Jahr, gibt sich mit Aussaat ab oder so. Nö.

Zwei mickrige Lavendelpflanzen gibt es da tatsächlich schon, auch Liebstöckel und - ich glaube - auch ein Salbeipflänzchen (da bin ich mir gerade nicht sicher). Sieht man auf dem vierten "Chaosbild" (insofern man da überhaupt was sieht, meine ich).
Wie gesagt: Kräuter und Duftpflanzen wären da auch mein Highlight.
Ich hatte ursprünglich an so Sachen gedacht wie Agastache, Frauenmantel, Duftgras, Johanniskraut, Römische Kamille, Goldmelisse, Alraune, Cistrose, Engelwurz, Echinacea usw., aber wenn ich das jetzt aussäe (mal abgesehen von der Möglichkeit des Standortes), dann ist das eben leider nichts Zeitnahes.

Und ich hab halt keinen Plan, was ich jetzt überhaupt noch alles so pflanzen oder säen könnte oder auch, wie ich das geregelt kriege, dass es ab jetzt quasi bis zum nächsten Mai oder so möglichst durchweg hübsch blüht und grünt.

Grüße,
Tinkerbelle
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Scrooge

Du solltest, wie gesagt, unbedingt in erster Linie auf immergrüne Pflanzen setzen. Es klingt nämlich nicht so, als wären die "interessierten Parteien" bereit, sich mit einer kahlen Fläche im Winter zufrieden zu geben.

Für die sonnigen Randbereiche wären das z. B. Sempervivum (rote Sorte), Lavendel (auf winterharte Art und Sorte achten), und immergrüne Sedumarten, v. a.Sedum reflexum.

Da Du weder Garten noch Balkon hast, mußt Du unbedingt eine Möglichkeit finden, wo Du Töpfe für Stecklingsanzuchten unterbringen kannst. Lavendel, z. B. ließe sich sehr kostengünstig über Stecklinge vermehren.



PS: Sind die Beete kreisrund?
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Tinkerbelle

Guten Morgen, Scrooge!

Zitat geschrieben von Scrooge
Du solltest, wie gesagt, unbedingt in erster Linie auf immergrüne Pflanzen setzen. Es klingt nämlich nicht so, als wären die "interessierten Parteien" bereit, sich mit einer kahlen Fläche im Winter zufrieden zu geben.


Okay, jetzt habe ich es erst so wirklich begriffen, was du meinst *nick*.

Ja, die Beete sind kreisrund.

Stecklingsvermehrung ... geht das nicht irgendwie auch im dem Küchenschrank in der Wohnung oder so?

Grüße,
Tinkerbelle
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snif

Morgen Tinkerbelle

vielleicht wäre da auch eine Staudenmischpflanzung eine Option - ist nicht pflegeaufwendig, ist nicht so teuer und sieht eigentlich immer schön aus... (wobei man auch ein Gerüst mit Immergrünen mit einbauen könnte, damit im Winter nicht nur die Samenstände da stehen, die ja doch irgendwann umfallen und vielleicht als unschön, weil nicht herkömmlich gepflegt, betrachtet werden könnten)

Die Idee ist, dass die Fläche ein Mal bepflanzt wird und dann nur noch unerwünschte Pflänzchen gejätet werden. Gesetzt werden Stauden und Zwiebeln, dazwischen werden eher schnellwachsende, kurzlebige Lückenfüller eingesäht. Das ganze wird in der Regel "zufällig" verteilt, also nicht nach einem bestimmten Plan. Die Pflanzung verändert sich mit den Jahren kräftig, mal überwiegen die einen, mal die anderen Arten. Die anfangs große Auswahl passt sich dem Standort an - wer gut mit den herrschenden Bedingungen zu recht kommt, vermehrt sich (und muss dann evtl. etwas eingschränkt werden), andere verschwinden.
Die Pflege ist in den ersten Jahren, bis alles gut eingewachsen ist, am größten. Wie in jedem Staudenbeet eben.
Es gibt viele fertige Mischungsvorschläge für so ziemlich jeden Standort (besonders für heiße, sonnige, Nährstoffarme Standorte, weil die im Straßenbegleitgrün nun mal oft zu finden sind).

Nachteil ist, dass das Ganze, wenn des so durchgeführt wird, wie's eigentlich gedacht ist (also mit ganz geringem Pflegeaufwand) recht natürlich aussieht. Das könnte wieder unordentlich wirken. Dem kann man aber mit etwas mehr Pflege und "Sortieren" entgegenwirken, du wirst ja sehen, wenn irgendwas unschön aussieht. Allen kann man es aber mit egal welcher Pflanzung nicht recht machen, damit muss man vermutlich leben.
Interessant könnten diese Mischungen gerade wegen der großen Variabilität sein. Kindern kann man wunderbar zeigen, die Pflanze blüht, macht Frücht und, schau, da wachsen schon die ersten Keimlinge.
Außerdem finden sich in den vorwiegend aus heimischen Arten bestehenden Pflanzungen viele Tiere ein - ließ sich vielleicht mit einem kleinen Bienenhotel kombinieren (möglichst unzugänglich hinhängen und gut festmachen, sonst isses bestimmt irgendwann geklaut ), solche Nisthilfen kann man auch gut mit Kindern basteln.

Kannst mal nach "Staudenmischpflanzungen" suchen, da findet sich einiges. zum Beispiel
das hier
LVG Landespflege
perennenmix.de
Naturgarten e.V.

Zwiebeln bekommt man mit etwas Glück und Dreistigkeit manchmal von Stadtgärtnern, wenn die die alten Beete im Frühsommer abräumen. Meist bunt gemischt, aber das stört ja nicht.
Samen für Staudenlein oder sonstige Lückenfüller brauchst du bei der Fläche nicht arg viel, die sollten also eigentlich auch nicht die Welt kosten. Die sähen sich anschließend selbst weiter aus, finden im Idealfall in entstandenen Lücken die besten Lebensbedingungen und füllen diese dann rasch wieder aus.
Die Stauden lassen sich aus Samen und Stecklingen ziehen - womit wir wieder bei der Frage nach einem Standort für die Jungpflanzen sind
Hast du vielleicht Bekannte, bei denen du ein paar "Paletten" mit Töpfchen unterbringen könntest? In der Wohnung geht's schon ein Weilchen gut, aber du kriegst eher kränkliche, weiche Pflänzchen, weil ihnen schlicht das Licht fehlt. Da ist zu befürchten, dass viele nach der Pflanzung ausfallen.

Wenn du weißt, von welchen Pflanzen du Steckis brauchst, kannst du auch hier im Forum eine Anzeige reinschreiben (vielleicht mit Hinweis auf diesen Thread), ich bin sicher, da wirst du schon einiges zugeschickt bekommen
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Roadrunner

 [M]
Vielleicht sagst du uns einfach mal, in welcher Stadt sich das Beet befindet, es gibt in ganz Deutschland Greenies, die dir dann etwas leichter mit deinen Stecklingen und mit Pflanzenspenden helfen könnten...

Wenn ich es richtig bemerkt habe, dann lebst du ja gar nicht weit von unserem Hauptquartier entfernt?
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Loony Moon

Zitat geschrieben von Tinkerbelle
Hallo Scrooge,

Mit den Weiden, das finde ich super. Aktuell ist aber nicht an Weidenschnitt zu kommen, gell? Wann ist denn so die Zeit dafür?

Zitat
Ich würde mich bei der Stadt erkundigen, ob die Bäume von ihrer Seite gepflegt werden. Und so ganz nebenher könnte man ja fragen, was für ein Bäumchen da steht.


Öhm, was meinst du jetzt mit gepflegt? Also die Stadt schneidet die Bäume nach wie vor und bringt da zur Weihnachtszeit auch Kilometer Lichterketten an, jo.


Das sind eher alles normalpreisge Geschäfte - und das mit der Zeit ist eben das Problem. Du weißt das, die bisherige Patin weiß das, ich weiß das ... aber diese "Anlieger" (ich weiß nicht, welche Geschäfte das im einzelnen betrifft oder wie viele) sehen das nicht. Für die muss das bunt und hübsch sein, und wenn die Pflanze eingeht, dann schmeißt man sie weg und kauft neue, da wartet man auch nicht aufs nächste Jahr, gibt sich mit Aussaat ab oder so. Nö.

Zwei mickrige Lavendelpflanzen gibt es da tatsächlich schon, auch Liebstöckel und - ich glaube - auch ein Salbeipflänzchen (da bin ich mir gerade nicht sicher). Sieht man auf dem vierten "Chaosbild" (insofern man da überhaupt was sieht, meine ich).
Wie gesagt: Kräuter und Duftpflanzen wären da auch mein Highlight.




Dann frag mal bei der Stadt nach ... bei uns heißt die zuständige Stelle direkt Baumschutz/Meisterbereich Grünflächen, was das für Bäume sind. Frag einfach auch frech, ob sie das Projekt mit gespendeten Zwiebeln unterstützen würden.

Was deine Pläne angeht ... schön.
Ich würde jetzt parallel zur eigenen Planung zumindest in die Geschäfte gehen, die direkt von diesen Bäumen beschattet werden, mich und das Anliegen kurz vorstellen und fragen, ob sie dir wenigstens den Faktor Zeit noch etwas mehr gewähren. Denn jede Pflanzung braucht Zeit, ehe man direkt etwas sieht.
Und weise dabei darauf hin, dass eben solch naturnahe Bepflanzung auch "Durststrecken" hat, ehe die nächste Blütengeneration nachgetrieben hat und am Blühen ist!!!

Weidenschnitt zum Flechten schneidet man üblicherweise im Winter, lagert die Ruten feucht, damit man sie auch flechten kann. Einfacher dürfte für dich sein, fertige Zäunchen zu kaufen.

Was mir mit Schrecken auch gerade durch den Kopf geht ... wie sieht es im Winter dort aus?? Wird viel gelaugt um die Fahrbahn zu enteisen???
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Tinkerbelle

Hach, ist das schön, nach Hause zu kommen und gleich wieder so einige Tipps zu bekommen. Danke!

Tut mir echt leid, dass ich mich jetzt so kurz fasse, aber ich bin seit 4.30 Uhr auf den Beinen und vorhin erst heim gekommen. Bin ziemlich platt und möchte gerade nur noch ins Bett, darum hier jetzt bloß eine ganz kurze Antwort.
Weiteres trage ich gerne nach.

Zitat geschrieben von Roadrunner

Wenn ich es richtig bemerkt habe, dann lebst du ja gar nicht weit von unserem Hauptquartier entfernt?


Wie auch immer du das bemerkt hast und wo auch immer das HQ ist: Ich komme aus Essen.

Grüße,
Tinkerbelle
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Roadrunner

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Unser Hauptquartier ist in Bochum und im Pott gibt es viele hilfsbereite Greenies. Da wird sich doch bestimmt was finden lassen...
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Tinkerbelle

Guten Morgen - jetzt in ausgeschlafener Form.

Roadrunner, ich hab dir mal eine PN geschrieben.

Ich habe jetzt mal versucht, die beiden Beete aufzumalen, damit ihr auch mal eine Art Gesamtvorstellung bekommt. Bin nicht so die Künstlerin, ich weiß ... ist auch nicht 100% und nicht so ganz maßstabsgetreu (ich ging an sich davon aus, dass 1 Kästchen 20cm entspricht, aber das ist nur grob so zu sehen).
Erklärung:
In der Mitte ist jeweils der Baumstamm zu sehen, die Linien sind der Weidezaun, der bereits existiert. Ein Beet ist also quasi komplett damit geschmückt, das andere nur sporadisch. In jedem Fall sind die Zäune allerdings zu flach (knapp 20cm vielleicht).
Das "R" steht für den kleinen Rhododendron, das "K" für das angefangene Kräuterbeet mit z.B. Liebstöckel (möchte ich vergrößern/erweitern), das "Spa" steht für Spalier - ganz wach war ich da noch nicht; ich meine den Weidebogen.
Und die schraffierten Flächen sind diese roten Betonklötze.



Ich glaube, zwei Sachen habe ich so deutlich noch nicht aufgeschrieben. Da es dazu auch Nachfragen gab, versuche ich es mal genauer und werde ein bisschen ausführlicher:
Die Laufzeit bis nächstes Jahr etwa im Mai IST bereits der Kompromiss, auf den sich die Geschäfte eingelassen haben. Eigentlich sollten die Beete am besten gestern schon in der gegebenen Form "weg".

Die Geschäfte spenden eine Summe X, und mit dieser Summe X soll das Grünflächenamt dann die Beete professionell bepflanzen (so dass sie halt das ganze Jahr hindurch "hübsch" sind) und mit einem Metallzaun einrahmen, damit dort keine Hunde und Passanten mehr auf die Fläche gehen und möglichst auch keinen Müll mehr dort abladen. Ich glaube - das ist aber eine Vermutung meinerseits -, dass diese Leute davon ausgehen, dass es tatsächlich möglich ist, durch eine professionelle Bepflanzung ein von Januar bis Dezember dauerndes mediterranes Flair zu bekommen, wobei außer zu gießen keine Pflegearbeiten anfallen.

Wie komme ich darauf? Meinen Infos zufolge hatte die Dame, die da als Sprecherin aufgetreten ist, zuvor selbst die Patenschaft über diese Beete übernommen. Sie hat sie aufgegeben, weil ihr das dann zu teuer wurde (vermute ich ebenfalls), denn sie hat Pflanzen gekauft, eingesetzt, die sind eingegangen, sie hat neue gekauft, eingesetzt, die sind eingegangen ...

Da sowieso zu wenig Personal und zu wenig Geld zur Verfügung steht, womit das Grünflächenamt sämtliche Grünflächen inklusive aller Baumbeete pflegen kann, kam dann diese Sache mit den Patenschaften auf, die vor einem Jahr in der Stadtteilzeitung beworben wurde. Man konnte dort eine Patenschaft gewinnen und bekam einen 25€-Pflanzengutschein, womit man die Option zur Patenschaft ein bisschen populärer machen wollte. Die bisherige Patin ist genau durch diese Aktion auf das Ganze aufmerksam geworden und hat die Patenschaften übernommen.
Seither (seit Oktober 2010) hat sie eben in verschiedenen Aktionen mit Kindern diese Weidezäune angelegt, den "Trollgarten", hat Steine mit Kindern bunt bemalt, damit auch im Winter eben etwas "Buntes" da ist , hat eine Webseite gestaltet und vielfach zu Aktionen aufgerufen, hat also Passanten angesprochen und gefragt, ob sie mithelfen wollen, Spendentische aufgestellt etc. - sie war da sehr rührig und der Stadtteilanzeiger hat darüber auch mehrfach berichtet. Da ich es eben schon andeutete: Es sind bereits Hunderte von Blumenzwiebeln in den Beeten, ich habe nur keine Ahnung, was und wo genau.

Nun muss man sagen - um die "Gegenseite" nicht nur schlecht zu sehen -, dass es trotz des ganzen Engagements deutliche Grenzen des Projekts gab. Die Patin hat drei Kinder und entsprechend auch ohne Patenschaften einiges zu tun, hat aber nicht nur diese beiden Beete betreut, sondern insgesamt ein Dutzend. Ich sprach ja schon eingangs von dem "alternativen Ansatz", der eben für sie auch beinhaltet, dass man der Natur ihren Lauf lässt, dass man mit genug Luft, Wasser, Liebe und Zeit eben erreicht, dass der Rest weitgehend komplett von alleine passiert. Sie stört das nicht, dass eben Teile der Beete brach liegen oder sich da Unkraut breit macht, weil Unkraut eben auch Pflanzen sind, und weil da irgendwann dann schon eine von den Zwiebeln eine Blume zeigen wird, die bisher gepflanzten sich vermehren werden oder sonst etwas. Regelmäßige Pflegearbeiten oder Gießen gab es nicht, zumal die Dame auch noch etwas weiter entfernt von den Beeten wohnt (so etwa 15 Minuten zu Fuß) und sie sie nicht so direkt vor der Nase hat wie ich beispielsweise. Außerdem hat sie eben die 25€ des Gutscheins investiert und Hunderte Zwiebeln bereits gespendet bekommen, hat dann von Leuten, die die Idee toll fanden, eben immer mal wieder ein Pflänzchen bekommen (meist solche, die andere wegwerfen wollten, etwa Rose und Rhododendron), das war es dann aber auch. Sie ging davon aus, dass sich das alles im Verlauf der Jahre eben nach und nach entwickeln würde ohne größere Eingriffe.
Da mir nicht bekannt war, dass es da andere Sichtweisen gibt und ich selbst diese in der beschriebenen Form gepflegten Beete für besser halte als alle möglichen anderen (weil eben Charakter drin steckt), ging ich davon aus, dass das alles kein Thema sei und wollte demnächst eben Saatgut kaufen und planen (nicht unbedingt in der Reihenfolge *g*), um dann im nächsten Jahr dort eben mehr Pflanzen, mehr Kräuter und auch einiges Blühendes zu sehen. Die Zeit habe ich aber nun eben jetzt nicht, weil:

Für die Herangehensweise der bisherigen Patin haben die Geschäfte rundum nun überhaupt gar kein Verständnis, sondern wollen eben eine gepflegte Fläche. Ich glaube nicht mal unbedingt (und hoffe es auch inständig), dass sie da grundsätzlich gegen diesen Idee und den Charakter des Ganzen sind, sondern eben, wie sie ja auch sagten: "Ich sehe da zwei Blumen und der Rest ist Chaos".
Anstatt das Ganze aber mal anzusprechen und zu klären, sich irgendwie einzubringen, nachzufragen oder sonst etwas, lief der Groll, der sich da offenbar aufgebaut hat, quasi im Dunkeln ab - wohlgemerkt von Oktober bis Juni. In der ganzen Zeit haben sie der bisherigen Patin aber vielmehr versichert, wie toll sie deren Engagement finden, sie mit Wasser zum Gießen versorgt und so weiter, also es war überhaupt nicht erkennbar, dass es da eine gänzlich andere Vorstellung, Herangehensweise und Meinung gibt.

Tatsächlich wurde ich einen Tag vor dem Gespräch mit der bisherigen Patin, dem Grünflächenamt, dem Bezirksverwaltungsbeauftragten und der Geschäftsdame über das Treffen so informiert: Die bisherige Patin möchte mich als neue Patin vorstellen und die Geschäftsdame hat das Treffen organisiert, weil sie selbst gern mitpflegen und unterstützen möchte und Grünflächenamt sowie Bezirksverwaltung da gerne unterstützen möchten und Tipps geben wollen.
Das hatte mit dem Gespräch allerdings überhaupt nichts zu tun, das da stattgefunden hat.
Tatsächlich wurden diese Leute nämlich eben hergebeten, um zu erreichen, dass die Baumbeete aufgegeben und nicht neu (an mich) vergeben werden. Nicht aus genereller Antipathie, sondern eben aus vorgenannten Gründen.

Es gibt vier Beete auf diesem Platz, zwei ohne Patenschaft und die beiden, um die es hier geht. Der Bezirksverwaltungsmensch schlug vor, zwei Beete nach Vorstellung der Geschäfte zu pflegen und den anderen beiden Beeten noch eine Chance zu geben - für ein Jahr, und dann setze man sich nochmals zusammen.
Dieser Vorschlag wurde zunächst von der Sprecherin der Geschäfte abgelehnt. Da hat sich offenbar soviel aufgestaut (zumal ihrer Aussage nach nicht allein die Geschäftsinhaber, sondern auch viele Kunden ein Problem mit den beiden Beeten haben), dass sie dem Ganzen gar keine Chance mehr geben wollte.
Die bisherige Patin - und ich auch - erleben das Ganze allerdings anders. Die Leute haben zwar keinen Bock, da irgendwie aktiv mitzuwirken, aber diese beiden "Chaosbeete" sind nie so zugemüllt oder von Hunden besucht wie alle anderen, und die sich am Kiosk tagein tagaus aufhaltenden Personen, die da ihren Tag verbringen, räumen sogar zwischendurch Müll weg. Das zeigt MIR, dass die Leute sehen, dass da irgendwas anders ist, dass da irgendwas Besonderes ist, irgendwas nicht 08/15, etwas völlig Neues inmitten des am stärksten besiedelten Stadtteils einer Großstadt, das es so noch nicht gab, und das sich lohnt, das etwas bedeutet.

Da steht aber quasi Aussage gegen Aussage oder Erlebenswelt gegen Erlebenswelt, wie auch immer. Fazit nach längerer Diskussion (wir haben da eine gute Stunde zusammen gesessen in der Konstellation) war dann:
Die patenlosen Beete werden von den Geschäften übernommen und gesponsort, dafür übernimmt das Grünflächenamt die Bepflanzung sowie Umzäunung.
Die anderen beiden Beete bekommen doch noch eine Chance, sind aber mehr oder minder auf sich gestellt (bzw. auf mich *g*). Der Weidezaun soll zumindest erhöht werden, es soll zeitnah ordentlich gepflegt und bepflanzt werden - und zwar auch mit "Buntem".
In der Form läuft es bis Mai 2012, dann setzt man sich noch mal zusammen und sieht weiter.

Der Bezirksverwaltungsherr betonte, dass dies nicht als Konkurrenz gedacht sei, aber ... naja, irgendwie ist es das dann doch, und zwar eine ziemlich ungleiche, oder sehe ich das so falsch?

Schön wäre gewesen, wenn es da von vornherein mehr Zeit gegeben hätte, wenn die Geschäfte gesagt hätten "Okay, wir spenden das Geld jetzt für die beiden "alternativen" Beete, aber mach was "Gescheite(re)s" draus", wenn die Stadt im Gegenzug eben sagen würde, dass benötigtes Material und Pflanzen für die alternativen Beete zur Verfügung gestellt werden.

Gelder gibt es da aber keine bzw. erst nach Antragstellung und in sehr geringem Maße zur Unterstützung (Stadt hat halt nicht viel Geld zu vergeben), Weideschnitt wäre kein Problem zur Aufstockung des Zauns, dazu ist jetzt aber nicht die Zeit. Und insgesamt ist der Wille zur Unterstützung da gering, denn es gab ja bereits den genannten Gutschein und Hunderte Zwiebeln als Spende.

Ich kann das alles in gewisser Weise durchaus nachvollziehen, das sagte ich auch bereits bei dem Gespräch. Natürlich möchten die Geschäfte ein ansprechendes Umfeld haben, natürlich ist gerade ein Café mit Außensitzplätzen daran interessiert, natürlich ist es schwer nachzuvollziehen, was da "passiert", wenn man eben eigentlich kein Interesse an Pflanzen und der Natur hat, entsprechend auch keine Kenntnisse, sondern nur eine gewisse Vorstellung, wie sowas aussehen sollte, ohne wiederum den Pflegeaufwand dabei zu bedenken bzw. einschätzen zu können.

Für mich sind diese Beete - so wie wohl für die bisherige Patin auch - sehr viel mehr als ein bisschen Erde um einen Baum rum, das man "schön" machen kann.
Ich bin Krankenschwester und arbeite schwerpunktmäßig mit Senioren, zudem unterrichte ich angehende Arbeitspädagogen, Betreuungsassistenten und Langzeitarbeitslose (in einer Art Projekt zur "gesunden Lebensführung", leider für die Leute vorgeschrieben und daher gelinde gesagt gering geschätzt), und ich sehe jeden Tag, wie wenig die Menschen (hier in der Großstadt, im Ruhrpott), selbst die jüngeren Senioren, noch wissen über Kräuter, Gemüse und so weiter, wie wenig noch Reize bestehen oder gesetzt werden, die mit Sehen und Riechen zu tun haben. Ganz ehrlich, für die meisten ist doch heute der Geruch von Vanille-Duftkerzen von Ikea der "echte" und mit dem Geruch einer Vanilleschote verbindet kaum noch jemand was. Echter Kakao ist für die Leute Kaba und Gemüse kaufen sie nicht, weil es zu teuer ist. Und das ist - das musste ich selbst erst lernen - alles nicht reine RTL2-Polemik, sondern die Realität.

Und da ist jetzt dieser Ort, an dem ich Kinder gesehen habe, die total begeistert sind von dem Gematsche dort, die begeistert ausgesät haben und hoch konzentriert einen Weidezaun mitgestaltet haben. Für diese Kinder sind diese bunten Kieselsteine etwas, das sie selbst geschaffen haben. Sie haben sie angemalt und sie haben für sie einen Platz ausgesucht. Da wurde schon über eine Raupe gestaunt und all das sind hier Sachen, die es im Grunde nicht mehr gibt.
Man hat hier einen Schrebergarten (viele stehen aus diversen Gründen leer!) oder man geht mal in den Grugapark (den man auch dauernd verkleinern will), aber das war es dann auch schon.
Und diese Beete sind einfach so mittendrin, mitten im Stadtteil, für jeden zugänglich, jeder kann mitmachen. Man könnte mit Kindern hingehen und was machen, man könnte eine Seniorengruppe herbegleiten und riechen lassen, fühlen lassen, erzählen lassen ("Wie war das denn damals - hatten Sie auch Liebstöckel im Garten? Was haben Sie denn damit gewürzt?), man könnte so vieles machen - im Verlauf der Zeit.

Ja, jetzt habe ich mich als planlose und hoffnungslose Idealistin geoutet, ich weiß.
Und ich habe schlechte Voraussetzen, schlechte Chancen, was diese Beete angeht, das weiß ich auch.
Aber ich will die nicht aufgeben (schon gar nicht, bevor ich angefangen habe).
Ich glaube einfach daran, dass es möglich ist, diese Beete zu erhalten, dass es möglich ist, diese Leute zu überzeugen.
Aber ich habe wenig Zeit und für diese Zeit (Juli bis Mai) blöde Vorgaben und im Grunde keine Unterstützung - was vor allem deshalb eine schlechte Voraussetzung ist, weil ich selbst zwar jede Menge Ideale und Elan mitbringe, aber selbst eigentlich auch keine Ahnung habe von der Praxis.

Ich hoffe einfach, dass ich es irgendwie gewuppt kriege, im Mai 2012 eine weitere "Verlängerung" zu bekommen, und dass ich auf dem Weg dorthin vielleicht auch das Bewusstsein der Geschäftsleute (zumindest dieser Sprecherin) wenigstens ein Stück weit verändern kann, indem ich immer mal wieder auch zeige, was ich da mache, Schildchen einbastle oder sonst was, damit eben gesehen wird, dass wirklich was passiert und sich wirklich was entwickelt und das alles nicht nur auf "kommst du heut nicht, kommst du morgen" oder auf "alternativem Wunschdenken" basiert.

Naja, soooo viel wollte ich dazu gar nicht schreiben ursprünglich, aber ich denke, das Problem ist jetzt eindeutiger geworden.

Ich hatte gestern schon einige Firmen angeschrieben und um Geld- oder Sachspenden gebeten, habe aber leider Absagen bekommen.
Dafür habe ich mit den angehenden Arbeitspädagogen gesprochen und gefragt, was mit den Sachen passiert, die sie im Ergotherapie-Unterricht herstellen (Speckstein und so). Sie dürfen die mit nach Hause nehmen und daher besteht eine Möglichkeit, dass sie vielleicht mal einige Objekte gezielt für die Baumbeete herstellen - das kläre ich nächste Woche im Gespräch mit dem Leiter genau ab, welche Optionen es da gibt.
Meine Mutter ist in recht gutem Kontakt mit zwei Gärtnereien (Friedhöfe) in der Nähe ihres Arbeitsplatzes und will da nächste Woche mal anfragen. Vielleicht bringt es ja was, dass die Leute sie da schon kennen.
Bei einer Arbeitskollegin hat man einige Weiden vor einigen Tagen abgeholzt, dieses Holz kann ich mir abholen. Wird dann wohl nichts nach der Erklärung von Loony Moon werden, aber abholen und versuchen kann ich es ja mal.

Übrigens habe ich endlich wen beim Grünflächenamt auch telefonisch erreicht, und es sind tatsächlich Baumhaseln dort (ich bin gerade ganz stolz, dass das auch mein Tipp war ).
Weitere Vorschriften für die Beete: nichts "Unbetretbares" pflanzen (also Abschluss durch Hecken, Koniferen etc.), nichts Giftiges pflanzen, keine Metallzäune (was ich gerade superlustig fand in Anbetracht der Gesamtdiskussion - wenn die Stadt das aber selbst so beschließt, ist das in Ordnung, nur selbst darf man das nicht einfach machen, erklärte man mir) - und man muss eben eine Unfallgefahr vermeiden. Ansonsten kann man (theoretisch) machen, was man will.

Diese Mischstaudenbepflanzung finde ich übrigens sehr super und lässt sich ja sicher auch mit anderen Sachen (Kräutern, Duftpflanzen halt, aber auch mit so Ideen wie Funkien, Sedum und Farnen, die ich nämlich auch toll finde) kombinieren.
Ich werde noch ein paar Jahrhunderte brauchen, bis ich da genauere Ideen habe, habe aber eine Liste angefangen mit Pflanzennamen und versuche jetzt mal aufzulisten, wann was wie hoch wie lange wie oft usw. blüht und wie viel man davon bräuchte.
Da eine Sedumpflanze da, wo ich so geguckt habe, allerdings schon bei 3€ liegt, muss ich auch hier schauen, was und wie viel ich da kurzfristig umgesetzt bekomme.
Ein Schüler von mir kann vielleicht noch Steine und Erde organisieren, wie er mir sagte (sagt mir auch nächste Woche Bescheid) und mit so einer Kleinanzeige hier im Forum habe ich es jetzt auch mal versucht.

Das mit der Unterbringung woanders wird schwierig werden. Vielleicht erweicht sich da ja jemand auch beim Kleingartenverein hier in der Nähe, da werde ich am Mittwoch mal fragen (da ist Sprechstunde, sagte man mir, eigentlich für Kaufinteressierte, aber ich geh einfach mal hin, fragen kostet ja nichts).

Ich freue mich weiterhin über Hilfe und Tipps - und wenn hier echt wer in der Nähe wohnt: Mir einfach mal Bescheid sagen, was ausmachen und dann vorbei kommen, einen Kaffee oder Tee oder Wasser oder Cola trinken und die Dinger mal live begutachten und befachsimpeln. Supergerne!

Grüße,
Tinkerbelle
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