Obi verkauft die gleichen Blumenerden wie andere Märkte auch, d. h. sie enthalten alle Torf, und es ist schwierig, torffreie Erde zu bekommen. Das einzige, was Obi nicht verkauft, ist reiner Torf, wie man ihn in anderen Märkten (oft in 150 Liter-Säcken) bekommt. Statt dessen gibt es den erwähnten Torfersatz.
Das macht insofern Sinn, als diese großen Torfsäcke normalerweise in großer Zahl zur Bodenverbesserung eingesetzt werden, und da eben jede Menge Torf "verschwendet" wird.
Vielen Dank für den Link - die Angaben decken sich teilweise mit meinen Erfahrungen.
Der Obi-Torfersatz besteht aus Holzfasern, die aus etwa 1-Euro-großen verfilzten Klumpen bestehen. Trocknen hilft da auch nichts, die Klumpen muß man (weil sie m. M. nach zu groß sind, um sie unter das Substrat zu mischen, wenn es für den Einsatz in kleinen Blumentöpfen gedacht ist) mit der Hand zerzupfen, was anstrengend und zeitrauben ist. Meine Finger verkrampfen bei der Arbeit sofort, daher kann ich das gar nicht machen.
Selbst in zerzupftem zustand ist das Material m. M. nach kein Ersatz für Kokohum, z. B. bei der Anzucht, da die Fasern viel grober sind, und daher viel zu schnell austrocknen.
Bei einem Einsatz als Substrat-Beimischung sind mir auch schon Pflanzen vertrocknet, wie das ja auch in dem Artikel angedeutet wird.
Ich denke, dieser Torfersatz eignet sich in erster Linie dafür, ihn großflächig in Beeten zur Bodenverbesserung einzuarbeiten - dann muß man das Zeug auch nicht von Hand zerzupfen.
Die einzige weitere Sache, für die ich das Material (weil ich den Sack ja irgendwie verbrauchen muß) im Moment verwende, ist als nicht-mineralische Drainageschicht am Topfboden, bei Pflanzen, für die ich keinen Blähton verschwenden will (weil die Pflanze die Drainage nicht so dringend braucht, oder es nur irgendein "gerettetes" Unkraut ist, oder ich weiß, daß die Pflanze bereits in Kürze wieder umgetopft werden soll, etc.). Aber wie sich das langfristig auswirkt, weiß ich nicht.
Wie gesagt, ein Ersatz für Kokohum ist das nicht, und ich würde es auch auf gar keinen Fall für Moorbeetpflanzen verwenden, egal was in dem Artikel steht. Für empflindliche fleischfressende Pflanzen etc., würde ich frischen Torf verwenden (gibt es ja auch ab und zu auch in kleineren Säcken zu kaufen); und andee Moorbeetpflanzen evtl. den von el largo erwähnten "Second-Hand-Torf".
Noch ein Wort zu dem Artikel. Ich finde es ja nett, daß man sich dort auch mit Torf-Ersatz-Produkten beschäftigt, und auch deutlich macht, warum das so dringed nötig ist. Aber dann ist es eben Unsinn, Torf für den Balkoneinsatz anzupreisen. "Das mit Abstand beste Substrat" gilt ja höchstens für traditionelle Blühpflanzen, und selbst dann eigentlich nur für einjährige. Das hätte man im Zusammenhang mit dem Satz über die Austrocknung/Verhärtung ruhig erläutern können.