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Richtige Pflanzenpflege, schneiden und veredeln... Die richtige Pflege von Pflanzen umfasst das Düngen (welcher Dünger und wie oft düngen), Schneiden (wie schneiden und wann wird geschnitten), Wässern (wieviel Wasser und wie oft gießen), Standort der Pflanze (wieviel Licht oder Schatten), Boden (welche Erde oder Substrate), Überwinterung (wie überwintern und bei welchen Temperaturen, winterharte oder nicht), Veredelung (welche Technik zum veredeln, okulieren, anplatten oder pfropfen). |
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Mara23  Nebet Wadjet

Beiträge: 17635
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vom: Fr 15 Feb, 2008 13:10 |
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Rund um Zitruspflanzen
Viele von uns Pflanzenverrückten holen sich gern mediterranes Flair in ihren Garten, auf ihren Balkon oder auf ihre Terrasse. Und dazu sind Zitruspflanzen natürlich bestens geeignet.
Wer einmal im Süden durch eine blühende Zitrusplantage gegangen ist, wird diesen wirklich atemberaubenden süßlichen Duft nicht so schnell wieder vergessen!
Das Folgende beinhaltet ein paar allgemeine Hinweise zur Pflege, Standort, Gieß- und Düngeverhalten, Substrat, etc. und beruht auf eigene Erfahrungen.
Zunächst etwas Botanisches:
Zitruspflanzen gehören zur Famile der Rautengewächse (Rutaceae).
Innerhalb dieser Familie gibt es noch verschiedene Gattungen, die zur engeren Verwandtschaft von Zitrusgewächsen gezählt werden:
- Citrus (die mit Abstand größte Gruppe)
- Fortunella (Kumquat & Hybriden)
- Poncirus (Dreiblättrige Orange & Hybriden)
- Microcitrus (Runde Australische Limette, Australian Lime Finger/ Finger Limette)
- Eremocitrus (Australische Wüstenlimette)
- Clymenia
Zur Pflege:
Im Sommer:
Zitruspflanzen gehören auf jeden Fall raus auf die Terrasse oder den Balkon. Sie mögen es sehr sonnig (aber bitte langsam daran gewöhnen, sonst besteht die Gefahr von Sonnenbrand), hell und warm (auch Temperaturen über 30°C werden vertragen!). Der Standort sollte auf jeden Fall auch windgeschützt sein, am besten ist S-Seite.
Im Winter:
Siehe hier:
http://green-24.de/forum/ftopic17784.html
Zum Gieß- und Düngeverhalten:
Wenn die Zitruspflanzen im Sommer an einem warmen, sonnigen Ort stehen, brauchen sie regelmäßige Wassergaben. Am besten immer mit der "Finger-in-die-Erde-Steck-Methode" kontrollieren, wie trocken der Ballen ist.
Danach durchdringend gießen und das überschüssige Wasser aus dem Übertopf oder Untersetzer abgießen (Staunässe wird überhaupt nicht vertragen!).
Bei langanhaltenden hohen Temperaturen muß man meist täglich gießen, kurze Trockenphasen werden aber auch gut vertragen (wenn die Blätter schlaff herunterhängen oder sich einrollen, ist das ein deutliches Zeichen von Wassermangel).
Das verwendete Gießwasser sollte handwarm sein.
Oftmals ist zu lesen, dass nur Regen- oder Brunnenwasser vertragen wird und kalkhaltiges Wasser auf Dauer schadet.
Da mich das selbst interessiert hat, hab ich seit Anfang des Jahres 2009 umgestellt- von kalkfreiem Wasser auf unser hartes, extrem kalkhaltiges Würzburger Leitungswasser.
Tatsächlich habe ich keine "Nebenwirkungen" feststellen können- allen Zitruspflanzen geht es prächtig.
Kalk (Magnesium- und Calciumionen) im Wasser wird also ohne Probleme vertragen und ist sogar erwünscht.
Denn:
1. Pflanzen brauchen Calcium in ihrem Zellsystem (wenn es fehlt, kann es zu Blattfehlbildungen kommen)
2. und ebenso Magnesium, da es ein wichtiger Bestandteil der Chloroplasten und der Transportstoffe ist (wenn es fehlt, kommt es zu Chlorosen)
3. hebt "Kalk" den pH-Wert des Bodens.
Im Winter hingegen, wenn die Zitruspflanzen kühl stehen, sollte nur spärlichst gegossen werden, damit die Wurzeln nicht faulen.
Düngen:
Von Ende Mai bis August jede Woche düngen; Zitruspflanzen brauchen in der Wachstumszeit sehr viel Nährstoffe.
Sowohl mineralische als auch organische Dünger werden sehr gut vertragen.
Dünger mit hohem Stickstoffanteil (N) fördern den Wuchs, höherer Phosphoranteil (P) fördert die Blüten- und Fruchtbildung.
Empfehlenswerter mineralischer Dünger: N-P-K 24-14-14/25-15-15 (steht hinten auf den Gebrauchsanweisungen drauf), gute Erfahrungen können auch mit N-P-K 6-3-6, 10-4-10 und 9-8-9 (Stickstoff und Kalium vom Wert her gleich, Phosphor schwächer dosiert) gemacht werden.
Ich hab meine die letzten Jahre mit Hakaphos Blumenprofi (11-14-17) gedüngt, das mochten sie auch. Dieses Jahr ist Hakaphos grün (20-5-10) mal dran.
Empfehlenswerte organische Dünger:
- gut abgelagerter Pferdemist oder Knochenmehl (durch den hohen Phosphoranteil wird die Blütenbildung gefördert!)
- Hornspäne, Hornmehl, Blutmehl (hohe Stickstoffkonzentration)
- getrockneter Rindermist, Guano, Kalidünger, Hühnermist (als Universaldünger)
Wie bringe ich meine Zitruspflanze zum Blühen?
Hier spielt vor allem eine Rolle, ob die Zitruspflanze selbst aus Samen gezogen wurde oder veredelt ist.
Veredelte Pflanzen blühen und fruchten regelmäßig, bei aus Samen gezogenen kann es mitunter 10-15 Jahre dauern (natürlich auch abhängig von der jeweiligen Sorte).
Aus Samen gezogenen Zitruspflanzen haben eine sehr lange "Jugendphase", sind stark wüchsig und neigen auch zur starken Bedornung.
Eine Möglichkeit ist, stark phosphorbetonten Dünger zu geben (v.a. Knochenmehl).
Im kommeriziellen Anbau wird auch das sogenannte Verdelli-Verfahren angewendet:
die Zitruspflanzen werden Trockenstreß ausgesetzt, d.h. sie werden ca. 40 Tage nicht gegossen, um die Nährstoffaufnahme einzuschränken. Nach diesen 40 Tagen werden sie dann durchdringend gewässert, um sie zur Blüte und erneutem Fruchten anzuregen. Somit können auf vielen Plantagen 2x im Jahr Zitrusfrüchte geerntet werden.
Vorteile der Veredelung:
- schnelleres Blühen und Fruchten
- Sortenechte Vermehrung
- Anpassung an Klima und Boden
- widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten
Als Unterlage wird eine aus Samen gezogene Zitruspflanze verwendet, meist Poncirus trifoliata.
Zu geeigneten Unterlagen, siehe hier:
http://www.steffenreichel.homepage.....e.de/Citrus/UNTLGTAB.html
Zum Substrat:
Neben den im Handeln angebotenen Fertigmischungen für Zitruspflanzen hat man die Möglichkeit, seine Erde selbst zu mischen.
Das Substrat sollte auf jeden Fall locker und durchlässig sein. Gerne auch leicht sauer (pH-Wert um 5, 5 - 7), da die gekauften Citruspflanzen meist auf Poncirus trifoliata veredelt sind, der leicht sauren Boden benötigt!
Rezepte für eigene Bodenmischungen:
1/3 nicht zu feiner Quarzsand (für die Bodendurchlässigkeit)
1/3 Rindenmulch-Humus
1/3 gute Muttererde aus dem Garten
4/8 reifer, abgelagerter Kompost (fein durchgesiebt)
1/8 Lehm
1/8 Ton
2/8 Sand
Ich mische gerne Blähton und/ oder Perlite dazu zur besser Durchlüftung des Bodens.
Zu viel Lehm sollte auf jeden Fall vermieden werden- das ist oft bei den aus Italien importierten Zitruspflanzen der Fall. Hier sollte der Ballen vom Lehm befreit werden, indem man ihn gut abwäscht oder einige Zeit in einen Kübel mit Wasser stellt, dass sich der Lehm lösen kann.
Ich nehme hauptsächlich Kunststofftöpfe, da die nicht so schwer sind und die Ballen länger Feuchtigkeit speichern. Dunkle Kunststofftöpfe erhitzen sich bei längerer Sonneneinstrahlung stark- die Wurzel können verbrutzeln (schon ab Temperaturen im Wurzelbereich von 25 °C möglich!)
Tontöpfe lassen stärkere Verdunstung zu, d.h. der Wurzelballen ist immer kühler als in Kunststofftöpfen. Das sollte man auch bei der Überwinterung berücksichtigen und Zitruspflanzen in Tontöpfen im Winter gut einpacken. Denn zu kalte Füsse bekommen ihnen nicht!
Schnittmaßnahmen:
Der Aufbauschnitt:
Die Pflanze wird von Anfang an so beschnitten, dass sich kräftige Trageäste (an denen dann später die Früchte hängen) bilden. Das sind meist Triebe vom Vorjahr, die im Spätwinter um 1/3 oder bis zur Hälfte eingekürzt werden. Es wird schräg geschnitten über einer nach außen wachsenden Knospe, damit der neue Trieb nicht in die Krone hineinwächst.
Der Formschnitt:
Um eine schöne Krone zu bekommen, werden alle störenden, in die Krone hineinwachsenden Trieb entfernt, die Krone soll immer luftig bleiben. Hier werden die Triebe komplett entfernt, d.h. kein Stummel wird stehengelassen.
Welche Form die Pflanze haben sollte, hängt auch immer vom jeweiligen Geschmack ab.
Durch Entspitzen der Triebe (Zitronen, Kumquats, Calamondin bilden gerne lange einzelne Trieb) werden die Verzweigungen angeregt, die Pflanze wird buschiger und kompakter.
Der Verjüngungsschnitt:
Gerade bei älteren Exemplaren, die lange nicht beschnitten wurden, können die Triebe im Frühjahr auf 5-15 cm eingekürzt werden. Das fördert auch verstärkt den Neuaustrieb. Es kann jedoch sein, dass die Pflanze nach dieser Schnittmaßnahme keine Blüten und Früchte ansetzt. Denn die ganze Kraft wird nun in die Neubildung einer Krone gelegt.
Pflegefehler oder Mangelerscheinungen:
Gelbe Blätter, bei denen die Blattader auffallend grün bleiben, können auf Eisenmangel hinweisen (im Handel gibt es spezielle Eisendünger, z.B. Eisenchelat, das zur Blattdüngung verwendet werden kann).
Dies kann aber auch ein Zeichen von Stickstoffmangel sein.
Phosphormangel äußert sich durch dunkelgrüne Blattverfärbungen, die an den jungen Blättern auftreten. Diese bleiben zudem sehr klein, da das Blattwachstum stark eingeschränkt ist.
Kalimangel zeigt sich bei den älteren Blätter, wenn sie braune Flecken und Blattränder aufweisen.
Am besten immer eine ausgewogenen Düngemischung verwenden und v.a. auf das richtige Substrat achten, dann treten diese Mangelerscheinungen sehr selten auf.
Falls ihr noch Fragen und/ oder Anregungen, Tipps etc. habt..... nur munter drauf los! Vermutlich habe ich Wichtiges vergessen..... 
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Geeignete Gefäße für Citruspflanzen |
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Mara23  Nebet Wadjet

Beiträge: 17635
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vom: Mi 16 Jul, 2008 9:30 |
Da ja immer mal wieder die Frage nach den "richtigen" Töpfen für Zitruspflanzen auftaucht, wollte ich mal kurz zusammenfassen, was es für Vor- und Nachteile bei den entsprechenden Gefäßen gibt.
Kunststofftöpfe:
Vorteile:
- geringes Gewicht (gerade bei älteren und größeren Pflanzen ein enormer Vorteil)
- Wurzelballen bleiben länger feucht
- bei der kühlen Überwinterung kühlt der Ballen im Topf nicht so leicht aus
Nachteile:
- schwarze Töpfe erhitzen sich leichter in der Sonne, die Wurzeln können verbrutzeln
- bei einem zugigen Standort (der nicht immer zu vermeiden ist) ist die Gefahr höher, dass es die Pflanze umweht. Falls man Platz im Garten zur Verfügung hat, kann man die Pflanze mitsamt den Topf in die Erde einbuddeln.
- Töpfe können in der Sonne brüchig und rissig werden
Holzkübel:
Vorteile:
- auf jeden Fall sehr dekorativ
Nachteile:
- innen sollten sie entweder mit Kunststofffolie oder einem Schutzlack ausgekleidet sein
- Öffnungen zum Ablaufen des überschüssigen Gießwassers sind oft nicht vorhanden
- können leichter verrotten
- teilweise hohe Preise, gerade für die sogenannten Versailles-Kübel (quadratisch mit abnehmbaren Seitenwänden)
Tontöpfe:
Vorteile:
- sehr standfest, da kippt nix um
- sehr schwer, grad beim Einräumen von größeren Exemplaren ist das oft ein Problem
- vermitteln mediterranes Flair
Nachteile:
- gerade bei der kühlen Überwinterung: sind atmungsaktiver als z.B. Kunststofftöpfe, dadurch kann der Wurzelballen leichter auskühlen und die Pflanze bekommt "kalte Füsse" und somit einen Wurzelschaden. Die Temperatur im Wurzelballen eines Tontopfes liegt immer deutlich unter der eines Kunststofftopfes. Da kann man nur Abhilfe in Form von Noppenfolie schaffen, die um den Topf gewickelt wird. Zusätzlich sollte der Topf auf eine Styroporplatte gestellt werden.
Andere Gefäße, z. B. aus Metall, lasierte Keramiktöpfe, Kunst- oder Natursteine:
wenn sie direkt bepflanzt werden sollen, also ohne Innentopf, sollte darauf geachtet werden, dass sie innen entweder eine Kunststoffbeschichtung haben oder emailliert bzw. verchromt sind.
Ich persönlich verwende am liebsten Kunststofftöpfe, auch wenn die nicht ganz so schick aussehen, wie Terracotta, Keramik, Ton. Aber die Vorteile bei der kühlen Überwinterung haben mich davon überzeugt.
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