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Pflanzenlexikon & Steckbriefe

Das Pflanzenlexikon - Steckbrief, Portrait und Pflegehinweise...
In unserem Lexikon der Pflanzen sind die Pflanzenarten alphabetisch sortiert. Es werden alle Pflanzengattungen wie Gartenpflanzen, Zimmerpflanzen und exotische Pflanzen aufgeführt. Zu fast jeder Pflanze gibt es Angaben zum schneiden (Rückschnitt und Erziehungsschnitt) , wässern (wie viel Wasser und wie oft), düngen (welcher Dünger und wann muss gedüngt werden), Standort (sonniger, halbschattig oder im Schatten, Licht und Ansprüche), Erde (welcher Boden oder welches Substrat), Krankheiten (bekannte Schädlinge und Erkrankungen, Mittel wie Insektizide und Fungizide sowie Maßnahmen zur Bekämpfung).


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Dionaea muscipula - Venusfliegenfalle

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Nepenthes - Kannenpfanze

Ace Offline
Gärtnermeister
Gärtnermeister


Beiträge: 1328
Beitragvom: Mi 13 Jun, 2007 23:54
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Die Kannenpflanze, oder auch Nepenthes ist eine sehr interessante tropische, fleischfressende (karnivore) Pflanze. Dieser Exote fällt besonders durch seine Kannen auf. Da diese in den Tropen einfach von den Bäumen zu hängen scheinen, nennt man sie auch "Monkey´s cup", zu deutsch: Affenbecher.
Bisher gibt es 73 bekannte Arten, welche mehrheitlich kletternde Halbsträucher mit verholztem Spross sind.
Der Blattstiel übernimmt die Rankenfunktion bei dieser Pflanze.
Unter geeigneten Bedingungen wachsen die Fallenansätze rasch zu der typischen Kannenform heran.
Da es bei diesen pflanzen immer wieder zu Problemen kommen kann, möchte ich hier die wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Kultur erläutern.

Vorkommen in freier Natur:

Die Kannenpflanze kommt in freier Wildbahn in den luftfeuchten Regenwäldern von Madagascar, den Seychellen, Sri Lanka, Nordindien, Indochina, den südostasischen Inseln bishin nach Nordaustralien vor. Das Hauptverbreitungsgebiet umfasst Borneo und Sumatra.

Substrat:

Möglich sind viele lockere Substratmischungen mit recht geringem Torfanteil und Zusätzen aus Borke, Perlite, Sand und Ton. Der pH-Wert sollte im besten Falle nicht unter 6 liegen. Der Lehm- und Tonanteil ist am Naturstandort sehr hoch.
Werden dichtere Mischungen verwendet, muss Staunässe vermieden werden.
Die Kannenpflanze wächst auch in Hydrokultur.
Gegossen wird mit Regenwasser oder möglichst kalkarmen Mischungen aus destilliertem Wasser und ca 10% Leitungswasser.

Temperatur:

Die Temperatur muss bei Nepenthes ganzjährig um die 20°C bis 30°C liegen.
Hochlandarten benötigen Nachttemperaturen unter 15°C.
(Da sie sehr schwer zu halten sind und kaum angeboten weren, gehe ich nicht weiter auf diese ein.)

Luftfeuchte:

Die Luftfeuchte ist das größte Problem in der Kultur. Sie muss ständig um die 80% liegen.
Übersprühen ist sehr umstritten und hilft nur sehr kurzfristig. Jedoch eignet sich diese Methode, um die Blätter von Staub zu befreien.
Hierfür ein Tipp: Um die Luftfeuchte dauerhaft hoch zu halten, eignen sich Terrarien gut. Sind diese nicht vorhanden, wird die Pflanze in eine Schale gestellt und der Boden der Schale mit Granulat o.Ä. ausgelegt, sodass kein Wasser bei ca 1cm Höhe an den Topf kommt.
Oder man schraubt ca 4 Schrauben in den dünnen Plastiktopfboden, sodass der Topf erhöht steht (Aluminiumschrauben, sonst Rost).
Somit verdunstet das Wasser in der Schale und die Pflanze hat keine Staunässe.

Licht:

Die Lcihtintensität sollte relativ gering sein. Steht die Pflanze an einem Ostfenster, ist das ein idealer Standort. Das Westfenster ist auch optimal. Hier sollte die direkte Sonneneinstrahlung auf die Pflanze maximal 3 bis 4 Stunden dauern, ansonsten steht sie halbschattig.
Ist das Licht nicht zuviel oder zu wenig, bildet Nepenthes die typischen Kannen aus.
Natürlich müssen auch alle anderen Faktoren dafür stimmen.

Vermehrung:

Nepenthes kann über vielerlei Methoden vermehrt werden.

Samen: Die einzelnen Pflanzen sind selbststeril, d.h., man braucht für die eigene Samenziehung eine weibliche und eine männliche Pflanze.
Die Samen keimen nur, wenn sie frisch sind. Sie werden auf feuchten Weißtorf ausgesäht und mit einer hauchdünnen Schicht dieses Substrates überdeckt.
Der Boden wird immer feucht und die Luftfeuchte hoch gehalten. Nach ca 4 Wochen sollten die ersten Keimlinge zu sehen sein.

Stecklinge: Die Pflanze wird an der oberen Spitze gekürzt, sodass mindestens 3 Blätter an dem Steckling sind. Dieser wird dann in feuchten Weißtorf gesteckt und darüber wird eine Plastiktüte gezogen, um geringe Luftfeuchte und Austrocknen zu verhindern. Nach ca 4 Wochen wurzelt der Steckling an.
Die Mutterpflanze treibt hierbei nach dem Zurückschneiden wieder knapp über den Blattansätzen meist sogar mehrtriebig aus.

Kindel: Nepenthes kann bei guten Bedingungen Kindel am Stamm kurz über dem Boden bilden. Diese können dann nach mindestens 3 Monaten (sofern sie dann selbst bewurzelt sind) vorsichtig von der Mutterpflanze abgeschnitten oder -gebrochen werden.
Es empfiehlt sich jedoch auch, die Kindel an der Mutterpflanze dran zu lassen, dann sieht die Kannenpflanze buschiger aus.

Düngung:

Nepenthes sind hartlaubige Karnivoren und vertragen eine leichte Blatt- oder Substratdüngung im Sommer. Jedoch ist das nur für gesunde und im Wachstum befindliche Pflanzen einzusetzen. Es eignet sich ein sauer reagierender, stickstoffbetonter Flüssigdünger, wobei die auf der Verpackung angegebene Konzentration mindestens halbiert werden sollte.
Man sollte jedoch vorsichtig düngen, da Nepenthes trotzdem zu den Schwachzehrern (wenig Nährstoffe aufnehmend / benötigend) gehört.
Daher ist im allgemeinen keine Düngung nötig.

Bekannte Arten:

Die Kannenpflanze ist in fast jedem Baumarkt zu finden, der eine Gartenabteilung hat (Obi). Hier kann man oft zwischen 3 oder 4 Arten auswählen.
Diese sind sehr robuste Hybriden, welche den einen oder anderen Kulturfehler auch mal hinnehmen (besonders: Nepenthes ventricosa x alata ("ventrata")).
Reine, ähnlich leichte Arten sind: Nepenthes alata und Nepenthes gracilis.
Die schöne Nepenthes rafflesiana ist schon etwas wüchsiger und braucht deshalb mehr Platz.

Aus Geschichte und Medizin:

Im 18. Jahrhundert schon wurden Kannenpflanzen von Landesfürsten zur Dekoration der Säle gehalten.
Die Kannenpflanze wurde schon im vorigen Jahrhundert von Eingeborenen vielfältig genutzt. Sie kochten ihren Reis zum Beispiel in den meist riesenhaften Kannen, was ihn verdaulicher macht. Auch haben sie den Verdauungssaft als Medizin verwendet, um sich entzündete Augen auszuwaschen.
Nepenthes distillatoria wird in der Homöopathie bevorzugt als Therapiemittel gegen Verdauungsprobleme und gegen Regelbeschwerden bei der Frau angewand.
Auch sollen sich leichte Depressionen begleichen lassen.


Wer die genannten Tipps nun so gut wie möglich einhält, dürfte kein Problem mit diesen faszinierenden und wunderbaren Pflanzen haben.
Nun noch ein paar Bilder:

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Bild Nepenthes - Kannenpfanze - Pflanzenlexikon & Steckbriefe - Kanne von Nepenthes ventricosa x alata (N. "ventrata") - Doku 009.jpg - von Ace
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Titel:
Doku 009.jpg
Beschreibung:
Kanne von Nepenthes ventricosa x alata (N. "ventrata")

Bild Nepenthes - Kannenpfanze - Pflanzenlexikon & Steckbriefe - Nepenthes alata - Nepenthes_Alata.jpg - von Ace
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Titel:
Nepenthes_Alata.jpg
Beschreibung:
Nepenthes alata

Bild Nepenthes - Kannenpfanze - Pflanzenlexikon & Steckbriefe - Nepenthes bicalcarata - nepenthes.jpg - von Ace
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nepenthes.jpg
Beschreibung:
Nepenthes bicalcarata

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