Chlorophytum comosum Rückkreuzungen - Samen & Anzucht & Vermehrung - GREEN24

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Chlorophytum comosum Rückkreuzungen

Tipps zur Pflege, Vermehrung, Aufzucht von Pflanzen aus Saatgut ...
Worum geht es hier: Vermehrung, Anzucht und Aufzucht von Pflanzen...
Vermehrungsarten (wie kann ich eine Pflanze vermehren), Saatgut (in welcher Erde, wie zur Keimung bringen, Samen ernten), Aussaat (wann aussäen, Temperatur zum Keimen, wie viel Licht und Luftfeuchtigkeit, welches Wasser und wie oft gießen), Pikieren (wann teilen, Wurzeln trennen und vereinzeln, wie und wann umpflanzen), Stecklinge (wann schneiden und wie anschneiden), Anzucht (welches Substrat, im Gewächshaus oder Freiland), Düngen von jungen Pflanzen, Blüte und Frucht (wann kommt das erste Blatt, die erste Blüte oder Früchte).
Azubi
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Vor 55 Jahren hatte ich als Kind eine schöne grüne Wildform von Chlorophytum comosum aus Kindeln herangezogen, wo ich meine ersten botanischen Erfahrungen sammelte. Damals gab es nur die Sorte Variegata und eben diese grüne Wildform, die aber im Handel nicht erhältlich war. Ich stibizte ein kleines Kindel von meinem Nachbar. Er hatte es nicht gemerkt! Mir gefiel die grüne Wildform besser, weil die weißen Blüten kontrastreich sich von den grünen Blättern abheben, im Gegensatz zu den weißlich panaschierten Sorten. Meine Vorliebe für Wildpflanzen ist bis heute geblieben. Ich hatte niemals seit dieser Zeit grüne Wildpflanzen von Chlorophytum comosum in Gärtnereien gesehen, sondern immer die Sorte Variegata. Die grüne Wildpflanze sah ich öfters bei Privatleuten als Zimmerpflanze und wunderte mich immer, woher sie die hatten. Doch heute ist alles noch schlimmer geworden. Selbst die Sorte Variegata ist im Handel verschwunden und die alten Sorten werden von den neuen Sorten vollständig verdrängt. Stattdessen sehe ich immer nur die Sorte Bonnie oder Ocean und andere neue Sorten, die richtig krank aussehen. Nun wollte ich die grüne Wildsorte wieder haben. Im Internet sah ich zwar Bilder von ihr, aber über die Samenvermehrung dieser Pflanze fand ich keine Beiträge. Eher fand ich den Hinweis, daß man sie aus Samen nicht vermehren soll! Da wurde ich gleich sehr hellhörig und vermutete, daß bei Sämlingen wohl die Wildsorten entstehen! Ich kaufte mir nun die verfügbare Sorte Ocean, und bestäubte die Blüten. Dann tat ich etwas, was verboten war! Die Samen kamen nach ihrer Reife sofort in die Erde. Aus den Samen erhielt ich endlich wieder grüne Pflanzen. Zur Zeit sind sie noch sehr klein und ich kann noch keine Aussage machen, wie nah sie an die Wildform heranreichen. Wie viele weiteren Rückkreuzungen ich aus den Sämlingen anstellen muß, bis ich das erreicht habe, weiß ich noch nicht. Da Chlorophytum comosum eine reine Art ist und keine Kreuzung aus anderen Arten und die Sorten wohl aus Mutationen hervorgegangen sind, nehme ich an, daß bereits nach einer Generation wieder Wildpflanzen vorhanden sind. Kann jemand hierzu etwas sagen, da ich im Internet bezüglich Rückkreuzungen von Grünlilien aus panaschierten Sorten nichts gefunden habe - noch nicht einmal fremdsprachige Beiträge! Selbst allgemein über die Samenvermehrung von Grünlilien hatte ich nur einen oberflächlichen amerikanischen Beitrag in Youtube gefunden, wo die Samenvermehrung eher dazu diente, neue Sorten durch Mutationen oder durch Einkreuzen panaschierter Sorten zu erzeugen.
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Hallo :D

Ich kann von meiner Seite aus nur erzählen, dass ich meine zwei panaschierten Sorten von Grünlilien mal miteinander gekreuzt habe. Das waren die Sorte Variegata und noch eine andere, ich kann sie leider nicht besonders gut auseinanderhalten. Die eine hat den weißen Streifen in der Mitte und die andere außen am Rand. Es sind beides sehr wüchsige Pflanzen, die auch sehr gesund aussehen (also keine Zwerge wie die Bonnie und wie sie nicht heißen...).
Ich hatte die Samen auch ausgesät und es keimte auch tatsächlich etwas, aber die Keimlinge waren nicht grün, sondern weiß! :o Problem mit solchen Pflanzen ganz ohne Chlorophyll ist aber, dass sie nicht allein überlebensfähig sind (ohne Photosynthese keine eigenständige Ernährung). Deshalb sind sie wenige Tage später wieder eingegangen. :(
Das ist jetzt schon Jahre her und ich hab mich nie wieder dran versucht. Ich bin einfach davon ausgegangen, dass die Keimlinge wieder reinweiß werden und dass das sowieso nix wird.
Vllt sollte ich es wohl doch mal wieder versuchen :wink:

w_ciossek hat geschrieben:Die grüne Wildpflanze sah ich öfters bei Privatleuten als Zimmerpflanze und wunderte mich immer, woher sie die hatten.
Da die Grünlilie durch ihre Kindel (die ja im Prinzip Kopien der Mutterpflanze sind) unendlich oft wieder vermehrt werden kann, denke ich, ist genau das der Fall. Ist die Pflanze den Leuten über den Kopf gewachsen, wird sie einfach neu vermehrt. Genauso wenn mal eine Pflanze endgültig das Zeitliche segnet. Dann gibt's einfach einen neuen Ableger. Merkt ja keiner, wenn da mal einer ein Kindel mitnimmt, dafür wachsen so viele an den Pflanzen.

w_ciossek hat geschrieben:... bestäubte die Blüten. Dann tat ich etwas, was verboten war! Die Samen kamen nach ihrer Reife sofort in die Erde. Aus den Samen erhielt ich endlich wieder grüne Pflanzen.
Warum verboten? Solange du die Pflanzen aus den Samen nicht gewerblich zu Geld machen willst, machst du dich (glaube ich?) nicht strafbar. Der Rest ist eher so eine Grauzone zwischen dem, was erlaubt ist und dem was nicht. Aber ich denke, es wird dich keiner verhaften oder sonstwie ins Kreuzverhör nehmen, bloß weil du ein bisschen mit der Vermehrung experimentierst. Anders sieht's natürlich aus, wenn du anfängst, Geld damit zu verdienen...

lg
Henrike
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Moin,

der Eindruck, dass es sich bei den panaschierten Pflanzen NICHT um die Wildform handelt, ist etwas irreführend. Da sie keine Kreuzungen zweier Arten sind, sind es ebenfalls immer noch die Wildform.
Da keiner von uns, denke ich, jemals an einem Wildstandort war, weiß also auch niemand, ob es dort nicht auch panaschierte Mutationen gibt. Man könnte aber auch, wenn man streng ist, sagen, dass die grüne Version keine Wildform mehr ist. Sie ist schon eine sehr stark an unsere Wohnungen angepasste Auslese der ursprünglichen Einführung. Mit Sicherheit ist die Variationsbreite dort deutlich größer als von uns angenommen. Wir kennen ja nur die, die zur Zeit in unseren Zimmern stehen.
Ich weiss aber, was Du mit "Wildform" meinst und so gehe ich nicht weiter auf die streng botanische Definition ein.

Bei sich so stark vegetativ vermehrenden Pflanzen wie der Grünlilie kann es oft zu partiellen Mutationen kommen, die den Vegetationspunkt eines einzigen Seitentriebes betreffen. Diese Zweigmutationen nennt man Sports. So ist sicher die alte 'Variegata' von Chlorophytum comosum entstanden.
Bei panaschierten Pflanzen sind diese Zellmutationen oftmals nicht stabil und es kann immer mal wieder zu grünlaubigen Rückmutationen kommen. Bei Chlorophytum comosum ist sie recht stabil, einige Gehölze neigen aber sehr stark dazu, z.B. Ligustrum ovalifolium 'Aureum' Bilder und Fotos zu Ligustrum ovalifolium 'Aureum' bei Google. .

Bei den Zwerg- und "Krüppel"-Sorten spielt eher die moderne Vermehrung eine Rolle. Da diese bei solchen Pflanzen heutzutage aus Kostengründen In-Vitro, also aus Zellkulturen, praktiziert wird, ist die Wahrscheinlichkeit, einzelne Zelle mit einer Wachstumsmutation zu vermehren, stark erhöht. Die Mutationsrate kann teilweise bei 50% liegen.
Viele überleben zwar nicht lange ausserhalb des Reagenzglases, einige werden von den Gärtnern jedoch weiter vermehrt und als neue Sorten auf den Markt gebracht. Diese Art der Züchtung hat die klassische Methode des "Pollenschmierens" bei sehr vielen Pflanzen schon vollständig ersetzt, wenigstens in der kommerziellen Produktion.

Diese Mutationen werden aber im Allgemeinen nicht an das Erbgut der Samenanlagen weitergegeben. Sie verbleiben in den Vegetationspunkten. Somit sind sämtliche Samen normalerweise reinerbig, egal von welcher Pflanze oder Sorte sie genommen werden und es entstehen bei einer Aussaat grünblättrige Pflanzen. Eventuell könnte aber die Neigung zu panaschierten Sports erblich bedingt sein, so dass diese grünen Pflanzen immer mal wieder weißbunte Kindel bilden.

Der Züchterschutz der neuen Sorten bezieht sich nur auf die kommerzielle, vegetative Vermehrung, nicht auf die Aussaat. Erst wenn Du anfängst, in Deinem Zell-Labor Meristemkulturen anzulegen und Dein einen Hektar großes Gewächshaus im heimischen Garten damit vollzustopen, wirds problematisch :wink: :wink: .

"Rückkreuzung" ist in diesem Fall nicht das richtige Wort. Es sind ganz einfach nicht erbstabile Mutationen, die nur durch vegetative Vermehrung erhalten bleiben.

Da die vegetative Vermehrung so einfach ist, wird die Aussaat von Chlorophytum comosum kaum praktiziert und deshalb denke ich, wird nicht viel darüber geschrieben. Sie ist aber kaum schwerer als bei anderen Normalkeimern. Es gibt aber immer wieder interessierte Hobbygärtner, so wie Du, die aus Spaß an der Freude Samenvermehrung betreiben.

Es ist also, wie Du siehst, kein Buch mit sieben Siegeln oder eine Verschwörung der Zierpflanzen-Industrie :wink: . Es ist ganz einfache Vererbungslehre.
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Vielleicht auch noch interessant:

http://www.hortipendium.de/Chlorophytum ... 3.BCchtung
Zitat:
"Bei den variegaten Blättern handelt es sich um Chimären. Zu beachten ist, dass bei einkeimblättrigen Pflanzen in der Regel nur zwei histogenetische Schichten ausgebildet werden. "


https://en.wikipedia.org/wiki/Chlorophy ... _variation
Zitat:
"There are three described varieties of the species: the autonym C. comosum var. comosum has strap-shaped narrow leaves and is found along forest margins, C. comosum var. bipindense has broader, petiolate leaves with stripes on the underside and the inflorescences are 2-3 times the length of the leaves, and C. comosum var. sparsiflorum also has broader leaves that narrow to the base and usually lacks a petiole and the striping on the underside of the leaf and the inflorescences are up to two times the length of the leaves. The latter two are rain forest-dwelling taxa that had earlier been described as separate species, but botanists Axel Dalberg Poulsen and Inger Nordal reduced the taxa to varieties of C. comosum in 2005.[10]"


In Keinanzeigen im Netz und auf Papier findet man recht schnell rein grüne Grünlilien, auch hier im Forum gibt es die Möglichkeit in den Kleinanzeigen nach Pflanzen zu suchen. Oder du kaufst Samen (online) direkt aus Südafrika :D

CL
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Hm,

hier bei uns sehe ich die rein grüne Form alle paar Monate im Gartencenter (Schleswig-Holstein, Dehner). In der Regel bei den Minipflanzen. So ganz out scheint sie also zumindest in manchen Regionen nicht zu sein. Falls du also nicht auf sicher frostfreie Nächte warten möchtest, in denen ein Versand von Kindeln möglich wäre, würde ich vorschlagen, mal in einem Pflanzenladen oder Gartencenter nachzufragen. Eventuell haben deren Großhändler sie gelistet und sie kann bestellt werden.
Azubi
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Ich danke erst einmal für die schnellen und wertvollen Antworten. Einen Dehner-Gartencenter liegt bei mir auch in der Nähe, wo ich mal bei den Minipflanzen mal nachschauen kann. Der Hinweis, daß es sich um Knospenmutationen handelt, wo die Samen reinerbig sind, weswegen von der Samenvermehrung abgeraten wird, weil man die ursprüngliche Variante erhält, stellt mich schon zufrieden. Immerhin habe ich nun aus den Samen meine gewünschte Form erhalten und kann mal beobachten, wie wieder neue Varianten entstehen.

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