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Kompost ist Leben

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Hauptgärtner
Hauptgärtner
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Registriert: Fr 21 Mai, 2010 8:38
BeitragKompost ist LebenDo 25 Aug, 2011 17:41
Boden ist die mit Wasser, Luft und Lebewesen durchsetzte oberste Schicht der
Erdkruste, die Pflanzen als Standort, Wasser- und Nährstoffquelle dient und die
Existenz der Lebewesen ermöglicht.
Ein gesunder Boden ist die beste Voraussetzung für gesunde Pflanzen. Diese
prägnante Aussage verleiht ihm eine hohe Wertschätzung und Bedeutung:
Doch was versteht man unter einem gesunden Boden? Ein alter, heute kaum mehr
gebräuchlicher Fachbegriff aus der Landwirtschaft gibt auch dem Freizeitgärtner
einen Hinweis.
Der Begriff “Bodengare” ist der Inbegriff für einen gesunden und fruchtbaren Boden.
Hierunter versteht man das Zusammenwirken aller mineralischen, physikalischen und
organischen Komponenten des Bodens sowie des Bodenlebens.
Dieses Zusammenspiel wird oft übersehen und das Hauptaugenmerk auf die
Düngung gelegt, denn die Düngung ist ein beliebtes Thema im Freizeitgarten. Viele
Gartenböden sind aber schon mit Nährstoffen - besonders Phosphor und Kalium –
überversorgt, wie zahlreiche Bodenuntersuchungen belegen. Überversorgte Böden
und überhöhte Düngegaben können den Anteil wertgebender Inhaltsstoffe der
Pflanze reduzieren und belasten die Umwelt. So werden beispielsweise bei zu hohen
Phosphorwerten die Nährstoffe Calcium, Eisen und Mangan im Boden festgelegt.
Besonders deutlich wird dies bei dem Nährstoff Phosphor. Der Bedarf der
Kulturpflanzen ist recht gering. Phosphor wird im Boden gut festgehalten und
unterliegt deshalb nicht der Auswaschung. Die Anteile an Phosphor in Volldüngern
sind meist viel zu hoch, so dass sich bei einem jahrelangen Gebrauch sehr hohe
Werte im Boden anhäufen. Unverzichtbar deshalb ist für einen Naturgarten die
Bereitung von garteneigenem Kompost. Auf diese Weise lässt sich ein nahezu
geschlossener Nährstoffkreislauf realisieren. Denn alle Pflanzenreste, die im Laufe
eines Jahres in Garten und Haushalt anfallen, verbleiben im Garten, werden
kompostiert und stehen den Pflanzen danach als Dünger wieder zur Verfügung.
Doch Kompost versorgt die Pflanzen nicht nur mit Nährstoffen, sondern verbessert die
biologische Aktivität und Bodenfruchtbarkeit nachhaltig. In einer Handvoll Kompost
leben mehr Organismen als es Menschen auf der Erde gibt – also mehr als sechs
Milliarden.

Die Natur zeigt den Weg

Leider sind oft Vorbehalte gegen Kompost zu hören: das ist schwierig, Kompost
„stinkt“ oder zieht Ungeziefer an. In Wirklichkeit ist es ganz einfach, denn die Natur
macht es schon seit Tausenden von Jahren vor. Beispiel Wald: Alle Blätter, die im
Herbst von den Bäumen fallen, sind spätestens im nächsten Frühjahr von den
Bodenlebewesen „verarbeitet“. Und wenn die Natur zum Vorbild genommen wird,
dann klappt das auch mit dem Kompost.
Es gibt ganz einfache Grundregeln, wie es mit dem Kompost immer klappt:
Ein einfaches Holzgerüst wird auf gewachsenen Boden aufgestellt. Das ist wichtig,
denn von hier kommen die Mikroorganismen und Regenwürmer.
Zuerst grobes Material (Äste, Wurzeln, Gemüsestrünke und ähnliches) unten
einfüllen.
Jetzt kommt das Wichtigste: Die verschiedenen Pflanzenreste (holzige und krautige)
und Küchenabfälle (kein Fleisch, kein Gekochtes) mischen und lagenweise
aufschichten (Sauerstoffzufuhr).
Auf jede Lage zwei Hände voll reifen Kompost oder Gartenerde verteilen, so wird der
Kompost mit Milliarden von kleinen Helfern (Mikroorganismen) geimpft, die sich dann
voller Freude an die Arbeit machen, in Trockenzeiten gießen (auch Mikroorganismen
haben Durst).

Kompost ist wichtig für den Naturkreislauf

Schon im nächsten Frühjahr haben die vielen kleinen Helfer die Pflanzenreste in
dunkelbraunen, erdig riechenden Kompost umgewandelt. Den kann man durch ein
großes Sieb geben, alles was noch nicht zersetzt ist, wird noch einmal in den neuen
Kompost gegeben. So wiederholt sich der Naturkreislauf von neuem.
Wer mit Kompost düngt, bringt alle für die Pflanze lebenswichtigen Nährstoffe aus.
Garteneigener Kompost ist also eine ausgewogene, langsam fließende und
bodenverbessernde Nährstoffquelle. Trotz aller Natürlichkeit sollte Kompost aufgrund
des hohen Nährstoffpotentials nicht unbegrenzt ausgebracht werden nach dem Motto:
„viel hilft viel“. Aus vielen Versuchen hat sich eine einmalige Gabe von drei Litern
Kompost pro Quadratmeter als sinnvoll herausgestellt, diese Menge wird von den
deutschen Gartenakademien empfohlen. Damit kann man den Nährstoffbedarf
sämtlicher Kulturen im Garten abdecken. Selbst die starkzehrenden Gemüsearten wie
Blumenkohl, Rosenkohl oder Tomaten kommen auf den humushaltigen Gartenböden
damit sehr gut aus. -hb-



Dies ist ein Artikel aus unserer Zeitschrift Pflanzen wunderschön. Von Mitgliedern für Pflanzenfreunde geschrieben.... Den kompletten Artikel mit Bildern findest Du in der Ausgabe 6
Zuletzt geändert von Redaktion Magazin am Di 22 Nov, 2011 14:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Pflanzenprofessor
Pflanzenprofessor
Beiträge: 9437
Registriert: Di 29 Jan, 2008 17:23
Wohnort: Düsseldorf
BeitragDo 25 Aug, 2011 18:01
Ich kompostiere schon 20 Jahre lang in 2 Kunststoff-Kompostern mit grooooßem Erfolg!
Man sieht im Frühjahr immer, wo im Herbst der gare Kompost verteilt wurde!
Dort wächst es viel schneller, und kräftiger! :wink:
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Pflanzendoktor
Pflanzendoktor
Beiträge: 2721
Registriert: Fr 28 Aug, 2009 13:56
BeitragDo 25 Aug, 2011 19:07
Infos:
hallo,
das ist ein sehr gut formulierter und wichtiger Beitrag, denn ein Kompost ist von unschätzbarem Wert, wenn man einen Garten zu versorgen hat. Leider kann man wirklich nicht oft genug darauf hinweisen, was tatsächlich in den Kompost gehört. Von meinem Vater bekam ich oft zu hören: ein Kompost ist vegetarisch. Es gehören mit ganz großem Ausrufezeichen :!: keine Fleischreste und gegarte Küchenabfälle sowie Fisch in den Kompost :!: Wenn ein Kompost stinkt, dann tut er das nur, weil eben genau sowas auf dem Kompost gelandet ist. Dazu ziehen solche Abfälle auch noch Ratten und Co. an, die ja nun wirklich niemand braucht.

Was gehört noch so NICHT in den Kompost? Kranke Pflanzenteile, vor allem solche, die auf Pilz-, Bakterien- oder Virenkrankheiten hinweisen, ebenso auch nicht die Erde solcher kranker Topf- und Kübelpflanzen. Bestandteile des Walnussbaumes, sowie Bestandteile der Gartenplagen wie Essigbaumteile, Blauglockenbäume, japan. Riesen- oder Staudenknöterich, sowie die Wurzelteile von Wurzelunkräuter und keine Unkrautsamenden Pflanzenteile-nur einige Beispiele

Wann kann man Kompost nutzen?
Halbreifer Kompost ist angegärter Kompost und den kann man schon nach etwa 3 Monaten zum Mulchen nehmen. Er enthält schon etwas Humus aber hauptsächlich eben diese vielen kleinen Zersetzungsorganismen, die den Gartenboden bereits aufarbeiten können.
Ohne zusätzlichen Schnellkomposter benötigt aber ein wirklich reifer Kompost bis zu 3 Jahre. Der Standort eines Bodenkompostplatzes sollte auch alle paar Jahre versetzt werden und nicht 10 Jahre auf der selben Gartenstelle stehen. Zum einen ist der Boden des Standortes selbst kostbar humös und es wäre schade, den guten Platz zu vergeuden, andererseits bewirkt ein Standortwechsel und Neukompost immer auch wieder den selben gesicherten Nährstoffkreislauf. Nach 3 Jahren sollte ein Kompost also wirklich aufgelöst und schon mind. 1 Jahr ein neuer Kompost bestanden haben. Mit Kunstoffkompostern oder Schnellkompostern läuft das allerdings natürlich anders. Wofür man sich entscheidet, hat dann auch seinen individuellen Grund. Ich allerdings würde das traditionelle Komposten immer vorziehen.

Kompost im Spätherbst ausbringen oder im Frühjahr?

Kompost kann sowohl als auch ausgebracht werden. Allerdings wird allgemein der Herbst zum Ausbringen des Kompost genutzt, ja sogar Rosen damit für den Winter angehäuft. Die im Kompost enthaltenen Organismen arbeiten derweil bis zum Frühjahr den Boden auf, da sich bei Frost die meisten Organismen in tiefere Bodenschichten verziehen.

Also, wie man liest, ist das Thema Kompost wirklich sehr interssant und fast jeder Gärtner schätzt seinen eigenen Kompost als Motor des Bodens, den er bearbeitet und von dem er erntet. Kompost ist Goldstaub, aber vor allem ist Kompost vegetarisch: dem Garten wird zugeführt, was der Garten gibt. Kartoffeln holt man auch nicht fertig gekocht aus dem Boden.

Liebe Grüsse
OfflineMel
King
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Wohnort: Bielefeld, Klimazone 7b
BeitragFr 26 Aug, 2011 7:33
Dieser Artikel ist von Heike Boomgarden, die sich spontan bereit erklärt hatte, bei dem Magazin als Gastschreiberin mitzuschreiben. Muss ja mal erwähnt werden :wink:

Vielen Dank dafür! =D>



Anmerkung der Moderation

Bitte keine Werbung :wink:

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