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Pflegen & Schneiden & Veredeln

Richtige Pflanzenpflege, schneiden und veredeln...
Die richtige Pflege von Pflanzen umfasst das Düngen (welcher Dünger und wie oft düngen), Schneiden (wie schneiden und wann wird geschnitten), Wässern (wieviel Wasser und wie oft gießen), Standort der Pflanze (wieviel Licht oder Schatten), Boden (welche Erde oder Substrate), Überwinterung (wie überwintern und bei welchen Temperaturen, winterharte oder nicht), Veredelung (welche Technik zum veredeln, okulieren, anplatten oder pfropfen).


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Schnittgedanken, Baumschnitt, Termine usw.

garteneidechse Offline
Hauptgärtner
Hauptgärtner


Beiträge: 256
Beitragvom: Fr 23 Feb, 2007 22:58
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Immer wieder lese ich hier im Forum Themen zum Baumschnitt, insbesondere
Schnitttermine. Es wird häufig geschrieben das man bei Obstbäumen den Herbst oder Frühjahr für den Schnitt nehmen sollte.
Wenn wir am Rad der Zeit drehen werden wir wahrnehmen, das sich Deutschland vor 100 Jahren aus 80% Landwirtschaft zusammengesetzt hat. Diese Bevölkerungsschicht lebte auch aus diesem Gewerbe.
Nun werde ich auch immer häufig gefragt:? Wann schneidet man Rosen? Wann schneidet man Obstbäume?
Genau diese Schnittermine wurde vor 100 Jahren geprägt.
Im Vorfrühjahr und im Herbst, Winter wenn die Landwirtschaft keine Ernte mehr aufbrachte und die Tage kürzer wurden, gab es für die Landwirtschaft keine Arbeit mehr.
Nun suchte man sich Arbeit und fand diese auch, indem man Tätigkeiten verrichtete für die man das restliche Jahr keine Zeit hatte, den Rückschnitt bei Bäumen, Rosen, Sträuchern,?
Wenn wir Gärtner, dies so betrachten müssten wir eigentlich behaupten der beste Pflanzenschnittzeitpunkt ist der Sommer. Der so genannte Sommerschnitt. Aus sicht der Pflanze zumindest.
Nun wann schneidet man Rosen?
Wenn ich sie im Herbst schneide und es kommt ein starker Frost, der mir die Pflanze einige Augen herunter frieren lässt, trotz Abdeckung, ist die Pflanze kaputt.
Schneide ich die Rose im Frühjahr wird sie vielleicht leicht austreiben und dann von den Eisheiligen gebeutelt oder von einer späteren Frostperiode.
Wird der Winter mild und ich schneide die Rose im Frühjahr, obwohl ich sie vielleicht im Herbst schneiden gekonnt hätte, hängt sie vom Wachstum einige Zeit zurück.
Ihr seht wie man es macht kann es richtig oder falsch sein.
Ich schneide meine Rosen im Herbst, lasse zwei Augen mehr stehen und dünge die Pflanzen mit Patentkali, so das sie über die Wintermonate abgehärtet wird, wird es ein strenger Winter stehen immer noch genügend Augen für ein Wachstum, wird es ein milder Winter schneide ich die Rose im Frühjahr nach. In der Regel schneide ich immer zweimal.
Obstbäume können immer geschnitten werden. Ob Herbst oder Frühjahr bleibt jedem selber überlassen. Dem Schnittanfänger würde ich einem Sommerschnitt empfehlen. Denn gerade wenn noch die Blüten und die Früchte am Baum hängen, bekommt dieser ein Gefühl für die Pflanze, er sieht auch wo er schneiden muss. Er erkennt schnell, auch als Volllaie, was sind Wasserreiser und wie sehen die Tragäste aus.
Gerade beim Sommerschnitt kann der Laie nichts verkehrt machen.
Auch was die Art betrifft. Immerhin gibt es auch Arten die man nur im Sommer schneiden soll. Diese wären z.B. Wallnuß, Pfirsich, Kirsche,?
Diese Zeilen wollte ich einfach mal loswerden, danke fürs Lesen.
Vielleicht schreibt ihr einfach mal eure Schnittermine drunter, wir könnten viele Laien glücklich machen. Ich freue mich schon auf Antworten.


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stella_riamedia Offline
Pflanzendoktorin
Pflanzendoktorin


Beiträge: 3806
Beitragvom: Sa 24 Feb, 2007 6:43
wir hatten das thema im ansatz schon mal hier----> http://green-24.de/forum/ftopic4722.html angeschnitten, & ich freu mich, dass ich nicht die einzige bin, die eine sommerschnittverfechterin ist Wink. das ist baumgerechter. in der zeit kommen sie mit den wunden einfach besser zurecht. ausserdem bin ich, je nach baum, variabel. walnüsse kann man im juni ganz gut & kirschen schon während, oder kurz nach der ernte schneiden. ansonsten am besten in der zweiten augusthälfte bis september (& an vollmond schneid ich auch nicht freiwillig, denn der vollmond bringt die säfte zum fließen ....ich bin aber keine esoschnepfe Twisted Evil ). juli & erste augusthälfte lässt man den bäumem zeit für den triebabschluss.

bei den rosen handhab ich das, wenn's geht, so, grober rückschnitt im herbst, der richtige dann, wenn kein frost mehr zu erwarten ist (was ja anhand unsrer witterungsbedingungen immer schwieriger abzuschätzen ist). dann gibt's auch 'ne ladung champignonmist, ansonsten, wenn kein champignonmist da ist, gibt's humus & engelharts.

so, das alles ist aber oft nur theorie, denn wenn ich meinen beruf ganzjährig in lohn & brot ausführen will, dann wird im winter eben geschnitten & gefällt, weil es sonst im winter eher wenig bis nix zu tun gibt, dafür den rest des jahres zuviel anderes. & da es nicht nur mir so geht, sondern es allgemein & rational gesehen, besser in den jährlichen ablauf reinpasst, ist der winterschnitt eben immer noch die häufigst angewandte schnittzeit. wenn ich privatgärten, oder meinen eigenen mach, dann lässt sich das schon eher beeinflussen.

das waren jetzt ein paar punkte zum zeitpunkt. noch kurz was zur technik. je mehr ich schneide, desdo mehr legt der baum wieder zu. was ja auch nicht immer erwünscht ist (manche bäume neigen sehr zu wasserschossen). bei solch wüchsigen bäumen reiss ich dann lieber (sofern's der baum zulässt, manche sorten sträuben sich vehementgegen die reissmethode & die wunde, oder der kraftaufwand wären zu groß, der boskop gehört z.b. dazu). faustregel: soll er im wachstum ausgebremst werden reisst man, ist er eh schwachwüchsig, schneidet man & regt so das wachstum an. mit risswunden kommen die bäume generell besser zurecht, da natürlicher. ach ja, & bei trockenem wetter schneiden ist für die bäume auch gesünder.

schönen gruß, stella
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Junie Offline
Pflanzendoktorin
Pflanzendoktorin


Beiträge: 3322
Beitragvom: Sa 24 Feb, 2007 11:45
ist der Schnitt im Herbst-Frühling nicht einfacher für Anfänger, weil sie dann durch die Blätter nicht irritiert werden und den Aufbau des Baumes besser betrachten können. Meine Eltern haben einen Baum der viel zu gut wächst, diesen schneiden wir zweimal, einmal ohne Laub und einmal im Sommer
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Niklas Offline
Gärtnermeister
Gärtnermeister


Beiträge: 1036
Beitragvom: Sa 24 Feb, 2007 12:44
@ - garteneidechse -

Du schreibst:
==========
Wenn wir am Rad der Zeit drehen werden wir wahrnehmen, das sich Deutschland vor 100 Jahren aus 80% Landwirtschaft zusammengesetzt hat. Diese Bevölkerungsschicht lebte auch aus diesem Gewerbe.
==========

Dass die Landwirtschaft prägend war und ein großer Teil der Menschen davon gelebt hat - gar keine Frage; aber ....... diese Berufszweige gehören nicht zum - Gewerbe - , sondern es sind die sogenannten - Urerzeuger -.

Gewerbe wird es erst dann, wenn die getätigten Arbeiten in den - Dienstleistungs-Bereich - fallen (überwiegend oder nur).
Z.B. - Reine Landschaftsgärtnerei, Floristik etc. -.

Zum Gehölzschnitt - grundsätzlich einverstanden mit den Angaben; doch zum Schnitt im belaubten Zustand noch ein paar Bemerkungen.

Dass Schnitt- oder Risswunden in den Sommermonaten besser - verheilen - ist auch keine Frage. Um bei stark wachsenden Gehölzen (Bäumen) z.B. - Birke, Ahorn, Hainbuche, Walnuss - zu vermeiden, dass sie - bluten - (Saftstrom, der in milden Wintern schon im Dezember/Januar aktiv sein kann) schneidet man hier zweckmäßig im belaubten Zustand. Die dann vorhandene Blattmasse kann den - Saftstrom - verarbeiten, ohne dass die Wunden - bluten -.

In diesem Sinne:
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garteneidechse Offline
Hauptgärtner
Hauptgärtner


Beiträge: 256
Beitragvom: Sa 24 Feb, 2007 22:08
Danke Niklas, selbstverständlich waren die Landwirte Erzeuger. Ich bin bei meiner Ausführung schon wieder gedanklich in der Gegenwart gewesen. Wink Wink Ich hoffe du verzeihst mir?
Da Ich schon wieder einige Resonanz auf mein bericht bekommen habe, sollte man auch auf den Verjüngungsschnitt bei Obstbäumen eingehen.
Das Thema Verjüngungsschnitt müßte man seperat behandeln. Der Baumschnitt ist ja eine Kulturbegleitende Maßnahme, aus Sicht des Gärtners zumindest.
Was ist ein Verjüngungsschnitt? Eine Kulturbegleitende Maßnahme oder eine Kulturaufbaumaßnahme?
Wenn mich ein Kunde beauftragt einen Verjüngungsschnitt durchzuführen, muß ich ihm immer wieder mitteilen, das bei einem starken Rückschnitt, der Baum auch stark wächst, dies ist vergleichbar mit Edelrosen. Möchte ich eine langstielige Edelrose muß ich sie beim Schnittermin bis auf 2 Augen zurückschneiden. Ist dies nicht der Fall können zwischen 3 und 5 Augen stehennleiben.
Bei einem Verjüngungsschnitt wachsen 80 % der Sorten sehr stark nach, wenn man die Austriebsdichte betrachtet.
Die anderen Sorten haben weniger Wasserreiser. diese wenigen wachsen aber dafür proportional gesehen stärker, so das sich dies wieder ausgleicht.
Da man bei einem Verjüngungsschnitt auch Ertragsausfall zu verzeichnen hat, wird bei diesen Schnittarten zweimal im Jahr geschnitten, so das eine kurze Zeit (Abstand) besteht die Kultur aufzubauen.
Bei starken Austrieben kann man durch gezieltes zweites schneiden (wo wir wieder beim Sommerschnitt wären), schneller eine Krone oder ein Leitast zur Tragastbildung, hingeschnitten werden.
Natürlich ist dies nicht bei allen Sorten möglich.
Aber es ist ein interessantes thema das wir ruhig noch etwas behandeln können, speziell für die Laien der schnittkunst. vielleicht hat jemand Erfahrungen mit bestimmten Sorten, was Problematiken angeht.
Danke fürs Lesen.

Mfg

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stella_riamedia Offline
Pflanzendoktorin
Pflanzendoktorin


Beiträge: 3806
Beitragvom: So 25 Feb, 2007 10:21
stimmt, die übersicht am baum ist ohne blattwerk besser, aber bäume, die sowieso abgehen wie stukka, werden mit dem sommerschnitt ausgebremst. & wenn man zudem noch reisst, anstatt zu schneiden, dann ist das noch wirkungsvoller. beim reissen entfernst du quasi das schlafende auge mit, aus dem der baum nach dem schnitt, anders wie beim riss, wieder austreibt. man erkennt in belaubtem zustand imho besser, wo auslichtungsbedarf besteht, als in unbelaubtem. bei walnuss, kirsche & pfirsich erübrigt sich die frage winterschnitt ja sowieso.

ausserdem bringen viele es nicht übers herz, fruchttragende triebe zu kappen. aber da muss man dann, gemäß des lieblingsspruchs meines damaligen ausbilders, wenn's um's schneiden allgemein ging, an die sache rangehen: "zwei dinge brauchst du, ein eiskaltes herz & eine scharfe klinge (säge)" Wink.

wenn ich jetzt aber allein im sinne vom baum handeln würde, dann würd ich zwar nicht nur, aber vorwiegend im sommer schneiden. ich weiss nicht mehr um wieviel schneller er abschottet, aber es waren glaub ich mindestens 30x als im winter.
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Junie Offline
Pflanzendoktorin
Pflanzendoktorin


Beiträge: 3322
Beitragvom: So 25 Feb, 2007 12:57
natürlich wächst die Wunde im Sommer schneller zu als im Winter, andererseits kann man aich auch fragen, ob sie Energie dir für den Wundschluß benötigt wird, nicht bei den heranwachsenden Früchten besser aufgehoben wäre. Ich finde es einfacher im Winter zu schneiden, vor allem wenn man einen Baum nicht kennt und ihn im Sommer eben nur auszulichten, damit die Früchte zB genug Licht bekommen um gut auszureifen oder einen jungen Baum etwas besser ausbremsen zu können.
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Tigger Offline
Azubi
Azubi


Beiträge: 17
Beitragvom: Di 27 Feb, 2007 22:22
Das sehe ich auch so. Wenn man fremde Bäume schneidet, ist es dem Kunden oft zu teuer, zweimal jährlich schneiden zu lassen. Viele wollen sogar alles (Obstbäume, Sträucher, Stauden) mit einem mal geschnitten haben'Shocked', damit sie nur einmal jährlich Schnittgut entsorgen müssen (zB. Osterfeuer´Ganz schön warm´).Tragende Zweige abschneiden oder Reissen ist auch schwer rüberzubringen.
Wenn es heißt entweder - oder, schneide ich lieber im Winter.
Bei den eigenen Bäumen wird man natürlich einen größeren Aufwand nicht scheuen. Für ein gesundes Mikroklima im Baum und richtiges Ausreifen der Früchte, besonders auf der Schattenseite, ist ein Auslichtungsschnitt im Sommer hilfreich. Vielleicht sollte man stärkere Schossen lieber tief abschneiden, statt zu reissen, um größere Wunden zu vermeiden.
Wie steht ihr eigentlich zu Wundverschlußmitteln (Lac-Balsam)?

vG Tigger
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stella_riamedia Offline
Pflanzendoktorin
Pflanzendoktorin


Beiträge: 3806
Beitragvom: Mi 28 Feb, 2007 13:09
Zitat:

ob sie Energie dir für den Wundschluß benötigt wird, nicht bei den heranwachsenden Früchten besser aufgehoben wäre

glaub mir, das spielt in dem fall eine eher untergeordnete rolle, dafür braucht der baum ja die zurückgeschnittenen triebe nicht mehr zu versorgen. ausserdem ist es für den baum ungünstiger so lange mit offenen, einladenden wunden dazustehen. ich versteh auch nicht ganz, warum sich so viele bei äpfel, birnen & co gegen den sommerschnitt sträuben, bei kirschen & walnüssen, die im winter so offensichtlich mehr reagieren, ist es doch auch selbstverständlich. nur weil äpfel, birnen & co nicht die gleiche reaktion zeigen, heisst das noch lang nicht, dass es ihnen nix ausmacht & jede wunde, die der baum abschotten muss, bietet erstmal eine angriffsfläche. im prinzip kann der baum damit fertig werden, allerdings findet im winter kaum bis gar keine kallusbildung statt, stattdessen wird mehr umliegendes kambium geschädigt. bei obstbäumen mag das ja nicht so ins gewicht fallen, da die im vergleich sowieso kein allzulanges leben haben müssen, aber es muss ja nicht sein, wenn es auch anders geht.
Zitat:

Vielleicht sollte man stärkere Schossen lieber tief abschneiden, statt zu reissen, um größere Wunden zu vermeiden.

sorry, kam vielleicht nicht ganz klar rüber, aber natürlich nur was willig ist sollte gerissen werden. ich kenn auch bäume, die wehren sich vehement & auch bei denen sollte man nicht reissen. bei boskop oder bei kirschen z.b..
Zitat:

Wie steht ihr eigentlich zu Wundverschlußmitteln (Lac-Balsam)?

halt ich gar nix davon, muss aber zugeben es bei straßenbäumen auch öfters zu verwenden. ich hab schon genug bäume gesehen, wo's unter den verschlossenen wunden munter gerottet hat. bei großen wunden haben bäume generell probleme, mit kleinen werden sollten sie alleine fertig werden. wundverschlussmittel dienen nur zur kosmetik & um damit den bürger zufrieden & vor allem ruhig zu stellen Rolling Eyes (deshalb, quasi zur stressminimierung meinerseits, schmier ich's öfters mal drauf).verhindern aber andrerseits, dass der baum abschotten kann.

cheers, stella
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