Wo gerade Thymian u. ä. erwähnt wurde - Lavendel ist natürlich ein Muß bei so einem Boden.....
Wie Snif schon schreibt, mögen viele der besonders sonnen- und trockenheitsresistenten Pflanzen keine winterliche Nässe. Bei den meisten bezieht sich das darauf, daß sie keinen dauerhaft feuchten Boden mögen - da reicht es oft schon, wenn der Boden nach unten hin schnell und zuverlässig die Feuchtigkeit verliert bzw. ableitet (d. h. sandiger Boden, etc.). Man kann diesen Effekt verstärken, indem man besonders empfindliche Pflanzen auf schrägen Hängen pflanzt, bzw. auf kleinen Hügeln, die man vorher aufgehäuft hat.
Dann gibt es noch solche Pflanzen, die außerdem in der kalten Jahreszeit keine Feuchtigkeit von oben vertragen, weil dies z. B. zu einer Art Herzfäule führen könnte. Einige winterharte Palmen, Yuccas, und Agaven gehören da vermutlich dazu (Empfindlichkeit ist je nach Art unterschiedlich). Da kann man mit einer provisorischen Überdachung arbeiten, oder z. B. mit Tannen-Reisig oder Winterschutzvlies dafür Sorgen, daß ein Großteil des Regens nach außen weggeleitet wird; bei manchen Pflanzen ist auch das Zusammenbinden der oberen Blätter eine unterstützende Maßnahme.
Hilfreich ist bei solchen Pflanzen oft auch eine Pflanzung an einer Wand, die vor Regen schützt - entweder weil dort ein kleiner Dachvorsprung existiert, oder weil der Regen (wie bei mir) fast immer von Westen kommt, und die Mauer gegen Westen hin einen gewissen Regenschatten wirft.
Mit Pflanzen, die in Kübel und Töpfen stehen, hat man es natürlich einfacher - die kann man im Winter gezielt an eine Stelle schieben, die überdacht oder sonstwie regengeschützt ist.
Es gibt auch einige Pflanzen, wie z. B. frostharte Kakteen, denen es überhaupt nichts ausmacht, den gesamten Winter unter einer Schneedecke zu verbringen, um im Frühjahr wieder daraus aufzutauchen. Was sie nicht vertragen, ist, wenn es so ist - wie in Deutschland oft der Fall - daß der Schnee zwei Wochen liegt und dann schmilzt, und sich literweise Wasser in die Erde ergießt, dann der nächste Frost kommt, der nächste Schnee, die nächste Schmelze, usw.
Die einzige andere Gefahr für einzelne Pflanzen ist die sog. "Frosttrocknis" - wenn immergrüne Pflanzen bei gefrorenem Boden tagelang intensiver Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, und dadurch vertrocknen, weil die Blätter unter der Sonneneinwirkung Wasser verdunsten, die Wurzeln aber nichts nachliefern können. Auch viele Pflanzen, die wir als nicht so exotisch empfinden, können davon betroffen sein, wie z. B. Buchsbaum oder Kirschlorbeer. Selbst große Pflanzen können da bei extremen Bedingungen schon innerhalb weniger Tage komplett vertrocknen.
Abhilfe wäre Beschattung (wenn machbar), Einhüllen in Winterschutzvlies und Jute, um die Bestrahlung und damit die Verdunstung zu reduzieren, und evtl. rechtzeitiges Gießen an frostfreien Tagen.
Was die Pflege im Sommer betrifft: Falls der Regen ausbleibt gilt: viele dieser Pflanzen sollten bei Beginn ihrer Wachstumsphase (je nach Standort und Wetter Mitte April bis Mitte Mai) z. T. kräftig gegossen werden, damit sie gut in die Saison starten.
Im Hochsommer (bei trockenem, sonnigem und heißem Wetter) können sie durchaus alle zwei Wochen oder sogar noch etwas öfter gegossen werden - im Gegensatz zu anderen Pflanzen nehmen sie es einem aber nicht gleich übel, wenn man das mal um ein paar Tage verschiebt, oder man im Urlaub ist, etc.
Pflanzen, die in Töpfen/Kübeln sind, haben aber natürlich nicht eine ganz so ausgeprägte Trockenheitstoleranz, weil ihnen das Erdvolumen, bzw. auch ein paar tiefere Wurzeln fehlen.
Grundsätzlich gilt: lieber alle zwei oder drei Wochen einmal durchdringend gießen, als öfter kleine Mengen geben.
Ich denke, drei Grundregeln wären für Dich im Sukkulentenbereich für ein entspanntes Gärtnern wichtig:
- es gibt immer mal wieder Ausfälle, wie in jedem anderen garten auch. Ich verliere trotz Überdachung jeden Winter ein bis zwei frostharte Kakteen. Und ich weiß, daß es anderen ähnlich geht. Das ist nichts worüber man sich aufregen sollte, das ist einfach Teil des normalen Gartenalltags.
- man sollte die Zahl der besonders empfindlichen (oder teuren) Pflanzen, die im Winter einen bestimmten Schutz oder eine bestimmte Pflege brauchen, stark in Grenzen halten. Es muß so sein, daß man maximal eine handvoll von Pflanzen darußen hat, um die man sich im Winter ab und zu Gedanken macht, und ab und zu kümmert - nicht so, daß man den ganzen Winter rumrennt und schuftet.
- für die allgemeine rundum-Bepflanzung kostenarm arbeiten - dann fällt Punkt 1 auch nicht so ins Gewicht. Ableger von Sedum und Sempervivum kann man von vielen Freunden und Bekannten haben. Sedum und Sempervivum, die man kauft, lassen sich schnell vermehren, d. h. ein Töpfchen pro Sorte reicht. Lavendel-Sämlinge müßten auch zu beschaffen sein. Und ich halte wie gesagt die Direkt-Aussaat von Portulakröschen und Goldmohn für sehr lohnenswert.