Gründüngerpflanze: Guizotia abyssinica

 
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Dieter Hermann

Servus allerseits!

Seit einigen Monaten beobachte ich einen Acker (Südbaden) auf dem eine Mischung von vier Pflanzenarten wachsen. Da es sich um Kresse (Lepidium sativum), Büschelschön (Phacelia tanacetifolia), und Luzerne (Medicago sativa) handelt, nehme ich an, dass sie der Gründüngung dienen. Die vierte, hier abgebildete Pflanze überragt inzwischen mit ca 1 m Höhe alle anderen, zeigt hingegen noch nicht einmal Blütenknospenansätze und sieht nicht danach aus, dass sie den ersten Frost überstehen wird. Ihre gesägten Blätter sind gegenständig, sitzend, halbstengelumfassend. Die Blattpaare stehen kreuzweise übereinander. Der Stengel ist rund, innen hohl und rötlich-fleckig gezeichnet.

Da ich diese Pflanze nicht bestimmen kann, solange ich nicht weiß, wie die Blüten aussehen, wende ich mich an Euch in der Hoffnung, dass Ihr Allwissende auf botanischem Gebiet, ihre Art anhand der aufgezeigten Merkmale erkennen könnt.

Dieter Hermann
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Hesperis

Eupatorium
Eupatorium cannabinum ist Bestandteil einiger Mischungen fürs Blühflächenprogramm.
Grüße H.-S.
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Dieter Hermann

Danke Dir, Hesperis, für Deine Einschätzung. Ich war daraufhin am Seeufer, um mir den, zur Zeit schon verblühten, Wasserdost in natura genau anzusehen. Sein Stengel ist zwar auch rot überlaufen und die Blätter gegenständig und am Rande gesägt. Damit enden aber auch schon die Übereinstimmungen mit der von mir vorgestellten Pflanze. Der Stengel von Eupatorium cannabinum hat einen Durchmesser von max 5 mm und ist im Innern markig, derjenige von der namentlich gesuchten Pflanze ist z.Zt. max 15 mm dick und hohl. Außerdem ist die Blattform ganz unterschiedlich. Daher kann ich mit Sicherheit den Wasserdost ausschließen. Um die Chance einer Bestimmungsmöglichkeit zu optimieren, füge ich hier noch ein Bild von der Blattunterseite meines Pflanzenrätsels bei.
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Kruemelkoenig

mich erinnerts an eine Karde oder Impatiens. Habe aber nix treffendes gefunden...
Auch vorstellbar sind für mich eine Scrophulariaceae i.w.S. oder Lamiaceae. Wobei vor allem Mimulus recht ähnlich ist.
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kiki431

Ähnelt irgendwie den verschiedenen Epilobium/en, die bei uns wachsen
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Dieter Hermann

Auch für die vorstehend gemachten Vorschläge bedanke ich mich herzlich. Bisher bin ich aber auf den empfohlenen Wegen noch nicht weitergekommen. Zur Zeit versuche ich, unter den Sichworten Ackerbau, Pflanzenbau, Gründüngung u.s.w. zu einer nichtbotanischen Pflanzenbestimmung zu gelangen, weil mir die Bestimmung ohne Kenntnis der Blüte aussichtslos erscheint.
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biber54

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derFloris
 
Gastbenutzer

derFloris

der Vorschlag hat was.
Aber dann wäre der Bestand schon im zweiten Standjahr. Könnte dann noch Phacelia drin sein, die überwintert doch nicht
Oder sollte da eine Untersaat fürs zweite Jahr sein? Die Silphie ist ja nur im ersten Jahr so konkurrenzempfindlich.
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Dieter Hermann

An die "Durchwachsene Silphie" hatte ich als erstes auch gedacht, denn der Habitus beider Pflanzen ähnelt sich verblüffend stark - ich möchte sogar meinen, die sind familiär verwandt. Was gegen Silphium perfoliatum spricht, ist die Form des Querschnitts ihres Stengels: dieser ist (zwar auch hohl, aber) quadratisch, während meine Unbekannte einen kreisrunden besitzt, der ihr übrigens eine höhere Knickfestigkeit verleiht.
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Dieter Hermann

Nun hat die indirekte Pflanzenbestimmung doch noch zum Ziel geführt. Auf der Website: "bioaktuell.ch" wird das sog. "Ramtillkraut" als Gründüngungspflanze beshrieben. Die Vorstellung dieser Pflanze mit dem lat. Namen "Guizotia abyssinica" trifft genau auf die hier Gesuchte zu.

Dass ihre Verwendung als Gründüngung erst neueren Datums ist, hatte ich schon vorher festgestellt, als mir ein, in der Gegend arbeitender Landwirt keine Auskunft geben konnte und mich lediglich an den Besitzer des betreffenden Feldes verwies, den ich jedoch nicht ausfindig machen konnte.

Wer hätte das gedacht, dass Pflanzen aus dem tropischen Afrika auf den Ackerflächen hierzulande wachsen. Aber auch dies: Dass die Population der hier im Forum so ungeliebten DYC einen tropischen Zuwachs erhält!

All denen, die sich um die Namensfindung bemüht haben nochmals herzlichen Dank und einen schönen Sonntagabend!

Dieter Hermann

PS.: Da die Zeit für eine Änderung der Titelzeile abgelaufen ist, bitte die Moderation, den Eintrag des Pflanzennamens vorzunehmen.
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Kruemelkoenig

super... schön, dass du die Pflanze noch rausgefunden hast
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Dieter Hermann

Vielen Dank, lieber Georg, für die Teilnahme an meiner Freude über die entdeckte, nun auch namentlich bekannte, Guizotia abyssinica. Inzwischen haben die ersten kühlen Nächte dem Gast aus dem tropischen Afrika den Garaus gemacht. Ein trauriges Bild, wenn es nicht noch das blühende Büschelschön gäbe.

Jetzt haben auch die ersten, eingangs voreilig als Luzerne deklarierten, Fabaceae ihr wahres Gesicht gezeigt und sich als Alexandrinerklee (Trifolium alexandrinum) zu erkennen gegeben. Es ist und bleibt eben eine vage, (hinter-)fragwürdige Angelegenheit, Pflanzen bestimmen zu wollen, deren Blüten man nicht kennt.

Verbunden in der Faszination, die von Pflanzen ausgehen, grüßt Dich vielmals

Dieter Hermann
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daylily

Zitat geschrieben von Dieter Hermann


PS.: Da die Zeit für eine Änderung der Titelzeile abgelaufen ist, bitte die Moderation, den Eintrag des Pflanzennamens vorzunehmen.


Wenn man so nett gebeten wird, ist das einem eine wahre Freude!
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Dieter Hermann

Bedanke mich, liebe daylily, mit dem Weidenröschen-Stillleben vom Titisee!
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Dieter Hermann

Im Hegau, an der Schweizer Grenze, habe ich gestern zu meiner Überraschung einen großflächigen Acker mit Ramtillkraut in voller Blüte gesehen. Mit seinem satten Gelb und den weinroten Pflanzenstengeln eignet es sich sicher auch für den Ziergarten.

Zur Vervollständigung und Dokumentation hier die Bilder der, in unseren Breiten florierenden Guizotia abyssinica:
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