Lithops
(von griechisch: lithos = "Stein", opsis = "Aussehen") stammen aus Südafrika und gehören zur Familie der Mittagsblumengewächse, Unterfamilie Mesembryanthemoideae (Mesembs).
Lithops sind hochsukkulente Pflanzen, die aus zwei miteinander verwachsenen Blättern bestehen, die meist nur in der Mitte durch einen Spalt voneinander getrennt sind.
Die gesamte Pflanze ist kegelförmig und der oberirdische (breiteste) Teil ist meist rundlich mit möglichst geringer Oberfläche, um die Verdunstung zu minimieren.
Da Lithops in der Wüste heimisch sind und meist direkter Sonne und großer Hitze ausgeliefert sind, wachsen sie nicht sehr hoch, sondern bleiben meist knapp über der Erdoberfläche bzw. schließen in sehr heißen Gegenden mit der "Oberkante" direkt mit der Erde ab. Dadurch verringern sie die Verdunstung noch weiter.
In unseren Breitengraden können sie höher wachsen, bei Lichtmangel allerdings auch unnatürlich hoch, was zu vermehrter Verdunstung am Pflanzenhals führt. Wenn Lithops hier gehalten werden, sollte man immer auf einen sehr sonnigen Standort achten.
Angepasst an ihr natürliches zu Hause sind sie extreme Überlebenskünstler. Lithops können im Extremfall bis zu 2 Jahre ohne Wasser auskommen und sie können sogar Feuchtigkeit aus dem Morgentau über die Blätter aufnehmen. Aufgrund ihres extrem heißen Lebensraumes nehmen Lithops immer soviel Wasser auf, wie vorhanden ist, was in der Wüste unproblematisch ist, da es nicht sehr viel auf einmal regnet, bei Zimmerhaltung und Überwässerung aber zum Platzen der Pflanze und damit zu Schimmelbildung oder Infektion führen kann.
Lithops haben ihr Chlorophyll auf der Innenseite der Blätter (Loben genannt) und Licht dringt durch die Fenster auf der Blattoberseite hinein. Diese Fenster können groß und rund sein, in Form von kleinen Linien oder kleinen runden Punkten auftreten.
Lithops haben Pflahlwurzeln, um zur Not Wasser aus tieferen Ebenen erreichen zu können. Werden sie in zu kleinen Töpfen oder gar flachen Schalen gehalten, führt dies zu einem Hochschießen der Pflanzen, da sie nicht genügend Platz nach unten haben.
Lithops bilden jedes Jahr ein neues Blattpaar aus, das zu Beginn der Wachstumsphase im Inneren der Pflanze zwischen den beiden Loben heranwächst.
Dieses neue Blattpaar wird immer größer und konsumiert das alte Blattpaar von innen. Das neue Blattpaar wächst mit dem Blattspalt quer zum Spalt des alten Blattpaares.
Nach der Blüte im Herbst beginnt das neue Blattpaar heranzuwachsen und ab diesem Zeitpunkt braucht die Pflanze kein zusätzliches Wasser mehr.
Sobald die Blüte eingetrocknet ist sollte man die Pflanze das letzte Mal gießen und dann erst wieder mit dem Gießen beginnen, wenn das neue Blattpaar vollständig herangewachsen ist und beginnt, seitlich Runzeln zu zeigen.
Das alte Blattpaar ist zum Ende der Ruhephase nur noch eine trockene, papierartige Hülle, die die neue Pflanze noch einige Zeit vor zu großer Hitze und Verdunstung schützt und schließlich abbröckelt oder entfernt werden kann.
Diese hier sind gerade auf dem besten Weg dahin:
Hier sieht man auch, wie das alte Blattpaar an der Seite (innen zwischen den beiden Köpfen) aufreißt, weil es erstens eintrocknet und zweitens das neue Blattpaar zu groß wird für die Hülle.
Da Lithops in der südlichen Hemisphäre leben, ist in ihrem Rhythmus Sommer, wenn bei uns Winter ist.
Das heißt ihre Ruhephase liegt eigentlich im Sommer (bei uns im Winter) und die trockene Hülle des alten Blattpaares schützt die Pflanze also noch so lange, bis kühlere Temperaturen vorherrschen (in Südafrika der Beginn des Winters, bei uns der Beginn des Sommers).
Man kann Lithops nicht an unsere Jahreszeiten gewöhnen (sie also dazu überreden, dass sie im Frühjahr die Blütezeit und im Sommer ihre Ruhephase haben), aber ihnen macht unser Jahresrhythmus auch nichts aus.
Wenn die Pflanze im Frühjahr ihr neues Blattpaar gebildet hat und über den Winter eine ausreichende Trockenperiode hatte (genau wie fast alle Kakteen), belohnt sie den Besitzer im Herbst/ Winter je nach Art mit einer gelben oder weißen Blüte, die sich zur Mittagszeit öffnet und sich nachmittags wieder schließt. Daher auch der Name der Mittagsblumen.
Pflanzen mit weißen Blüten sind wesentlich seltener als die gelben. Es gibt aber auch da noch Unterschiede (gelb mit gelbem Zentrum, weiß mit gelbem Zentrum, gelb mit weißem Zentrum etc.) und es gibt auch gezüchtete Varianten, die andersfarbige Blüten aufweisen.
Das wichtigste und am breitesten gefächerte Merkmal der Lithops sind aber ihre Blattzeichnungen und -formen, auf die ich später noch eingehen werde.
Supppi!!
dieses Thema kommt gerade zur rechten Zeit für mich. Die Samen liegen bereits zuhause, ich warte nur darauf, dass meine Sommerblumen nach draußen wandern und ich endlich wieder Platz auf der Fensterbank habe.
Samen habe ich übrigens über ebay gekauft - meine Tochter findet die lebenden Steine einfach toll und ein erster Versuch vor eineinhalb Jahren brachte nur zwei Tigerrachen zum Vorschein (waren nicht ganz die Sorte, die meine Tochter gerne hätte). So sind wird also ganz gespannt, was unser nächster Versuch erbringen wird.
Dir liebes Indigogirl schon mal ganz herzlichen Dank für diese Infos
lieben Gruß
orlaya
Schön, dass Euch das Thema interessiert und gefällt!
@Rose23611: Nein, Du warst schnell!
Ich hatte den zweiten Beitrag gerade geschrieben und in der Vorschau war noch keine Antwort da. Und als ich ihn dann abgeschickt hatte, warst Du auf einmal da! Hatte ich gar nicht mit gerechnet, mit so schnellen Reaktionen!
@caromaus: Die Samen kann man bei eBay kaufen (aber vorsicht beim Anbieter!! Ich gebe Dir gerne per PN den Namen des Lithops-Samenhändlers meines Vertrauens. Bei dem weiß ich, dass der Preis stimmt, dass er nett ist und dass die Samen zuverlässig keimen).
Erwachsene Pflanzen habe ich bei Hornbach gekauft, auch wenn die nur eine geringe Artenauswahl haben und die Pflanzen meist künstlich ein bisschen im Wachstum beschleunigt wurden (über das Substrat z.B.). Das sind aber trotzdem gesunde Pflanzen, die man da bekommt.
@orlaya: Tigerrachen und lebende Granite habe ich auch hier. Aber ich muss Deiner Tochter da völlig zustimmen, am interessantesten finde ich auch die lebenden Steine.
Und es freut mich, dass Dich das Thema interessiert. Ich finde es sowieso interessant, wie viele Leute sich wirklich für Lithops interessieren. Hier im Forum wird ja recht selten darüber diskutiert.
@Kiroro & orlaya: Dann wünsche ich Euch viel (Keim-)Erfolg und Ihr könnt uns ja hier auf dem Laufenden halten über Eure Erfolge (und erfahrenen Tipps und Tricks).
Vermehrung findet durch Samen statt, die sich nach Bestäubung der Blüte in der Mitte der beiden Loben in einer Samenkapsel bilden. Diese Samenkapsel hat meist 5 ?Blätter? und öffnet sich, sobald ein Tropfen Wasser auf die Kapsel trifft (z.B. bei Regen). Dieser spült dann auch gleich die Samen aus der Kapsel und sie keimen. Die Samenkapsel schließt sich wieder, sobald sie trocknet. Dadurch können die Samen über Jahre hinweg geschützt bleiben. Lithops-Samen sind auch nach Jahren noch keimfähig.
Lithops können sich, so steht es in meinem Buch, nicht selbst bestäuben. Man braucht also zwei verschiedene Pflanzen um Samen zu bekommen. Es reicht anscheinend nicht einmal, von einem Kopf zum anderen zu bestäuben.
Laut Desmont T. Cole ist es aber wohl auch schon vorgekommen, dass sich Lithops (gerade in Kultivierung) selbst bestäuben, was aber eher die Ausnahme ist.
Ich meine aber hier im Forum schon von Mitgliedern gelesen zu haben, die ihre Lithops innerhalb der einen Blüte bestäubt haben und daraus Samenkapseln bekommen haben.
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Ich werde dieses Jahr höchst wahrscheinlich Blüten bekommen (mit etwas Glück 4 Stück, 2 von den beiden aucampiae-Köpfen und 2 von den beiden neuen lesliei-Köpfen). Und ich werde auf jeden Fall versuchen, sie zu bestäuben. Wie weiß ich noch nicht, vielleicht jeweils einmal mit sich selbst und einmal aucampiae mit lesliei oder so....
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Durch die widrigen Umstände ist es für Pflanzen in der Natur recht schwer, sich zu vermehren. Es regnet nur selten, was vorhandene Samen nur selten ausspült. Keimlinge sind sehr empfindlich was Hitze und Wassermangel angeht und brauchen eigentlich kontrollierte Bedingungen, also einen regelmäßigen Wechsel von Sonne und Wasser, der in der Wüste oft nicht so perfekt auftritt und daher Lithopskeimlingen das Überleben erschwert.
In zu heißen oder zu langen Trockenperioden blühen Lithops nicht, um sich die Kraft für's Überleben zu sparen, und bilden dann auch keine Samenkapseln.
Lithops wirken alldem entgegen, indem sie
1. pro Samenkapsel mehrere hundert Samen produzieren
2. Samen mit sehr langer Keimfähigkeit haben
3. sehr schnell keimen (nach ca. 2-5 Tagen)
Manchmal (ab einem gewissen Alter) bilden Lithops im jährlichen Zyklus nicht ein neues Blattpaar, sondern zwei oder mehr. Dann erscheint der Spalt zwischen den beiden Köpfen parallel zum Spalt der alten Blätter (so dass die Blattspalten wieder quer zum alten Spalt stehen).
Das sieht dann so aus:
Die Pflanze teilt sich dadurch nicht komplett, sondern bleibt an der Wurzel eine Pflanze, die eben nur zwei Köpfe oder mehr hat.
Je nach Art können sie bis zu 10 (Lithops aucampiae, Lithops hookeri, Lithops lesliei, Lithops marmorata und Lithops olivacea) oder sogar 20 Köpfe bekommen (Lithops salicola). Das wohl größte Exemplar ist ein Lithops salicola, der in Natur gefunden wurde, aber schon seit 20 Jahren in Kultivierung wächst. Diese Pflanze hat(te) mehr als 350 Köpfe.
Alte, mehrköpfige Pflanzen kann man angeblich auch trennen und somit vermehren, wobei dies schwierig ist und die Wurzeln leicht verletzt werden können.
dito - danke Dir, Indigogirl für deinen sehr informativen Beitrag zu Lithops...zu den Samen noch kurz - es sind doch, wenn ich mich nicht irre, Lichtkeimer, oder?
Stimmt, das hatte ich vergessen. Ja, das sind Lichtkeimer!
Ich hatte die Samen in meinem ersten Versuch mit Erde bedeckt und dann keimt da gar nix! Da kann man lange warten.
Sie brauchen auch sehr viele Stunden Licht am Tag. Wenn man also im Winter aussäht, hat man schlechte Karten, selbst mit Zusatzbeleuchtung tun sie sich ziemlich schwer. Dann keimen sie zwar, aber im Frühjahr geht das einfach besser!
aber ja Indigogirl, etwas ähnliches hatte ich mit den Astrophytum-Sämlingen letzten Winter durchgemacht, sie keimten im Oktober letzten Jahres, und mangels Sonnenlicht in den Wintermonaten verkümmerten sie fast.. von daher wichtig, daß man eine Pflanzenleuchte da hat..
Hallo an diesem wunderbar warmen und sonnigen Tag,
da ich auch schon immer mal Lithops aussäen wollte, leider aber über keine Erfahrungen verfüge, wollte ich wissen, ob es besonders einfache oder schöne Sorten gibt, denn wie ich gerade festgestellt habe, gibt es richtig viele Sorten. Da fällt mir die Auswahl als Laie nicht leicht. Habt Ihr ein paar Tipps? Ich wär Euch sehr dankbar
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