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Pflanzen & Botanik

Pflanzen & Botanik? Das Thema Pflanze mit allen Details...
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FAQ Stapelien u.a. sukkulente Ascleps

snif Offline
Pflanzendoktor
Pflanzendoktor


Beiträge: 4650
Beitragvom: Di 30 März, 2010 12:07
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Stapelien-FAQ

Um wen geht's

1. Was sind Stapelien?
Stapelien werden auf deutsch Aasblumen genannt. Spitzname: Stinker Mir ist schlecht. Außer den Stapelien werden zu den Aasblumen noch eine Reihe anderer oft sukkulenter Arten und Gattungen gezählt, die zwar miteinander verwandt sind, aber keine monophyletische Gruppe bilden. Die genaue Nomenklatur befindet sich noch "in Arbeit" - die Wissenschaft berät noch. HaHaHa
Vorausetzung dafür, in den hehren Kreis der Aasblumen aufgenommen zu werden: Die Blüten ahmen in Farbe und Geruch Aas nach, um für die Bestäubung Fliegen anzulocken, die eigentlich auf der Suche nach Tierkadavern für die Eiablage sind.
Unter den Aasblumen finden sich Gattungen aus verschiedenen Familien, beispielsweise der Osterluzeigewächse (Aristolochiaceae) und der Aronstabgewächse (Araceae). Die Stapelien schließlich gehören zu den Hundsgiftgewächsen (Apocynaceae), Unterfamilie der Seidenpflanzengewächse (Asclepiadoideae, kurz Ascleps), Tribus Ceropegieae. Hier soll es nun um Stapeliinae gehen, eben um Stapelien. Da die meisten sukkulenten Ascleps sehr ähnlich gepflegt werden wie die Stapelien, sollen aber auch einige Gattungen aus anderen Gruppen nicht unerwähnt bleiben.

Für alle, die gern im Netz stöbern, um neue Haben-Will-Gelüste zu wecken... hier mal einige alphabetisch, nicht nach Verwandtschaft geordnete Gattungen der Stapeliinae:
Apteranthes, Baynesia, Boucerosia, Brachystelma, Caralluma (syn. Frerea), Caudanthera, Ceropegia, Desmidorchis, Duvalia, Duvaliandra, Echidnopsis, Edithcolea, Fockea, Hoodia (syn Trichocaulon), Huernia, Huerniopsis, Larryleachia (syn Lavrania), Monolluma, Ophionella, Orbea (Orbea variegata: alter Name Stapelia variegata oder S.lepida), Orbeanthus, Orbeopsis, Pectinaria, Piaranthus, Quaqua, Rhytidocaulon, Richtersveldia, Stapelia, Stapelianthus, Tavaresia, Tridentea, Tromotriche, White-sloanea
und noch ein paar aus anderen Gruppen:
Cibirhiza - Fockeeae, Cynanchum - Asclepiadeae - Cynanchinae, Dischidia - Marsdeieae, Hoya - Marsdeieae, Ichnolepsis - ?, Matelea - Gonolobinae, Notechinopsis - ?, Peteopentia - Periploceceae, Raphionacme - Periplocoideae - Gymnanthereae, Sarcostemma - Cynanchinae, Stapelinopsis - ?

2. Was für eine Pflanze hab ich da?
Viele Aasblumen ähneln sich stark. Unterschiede gibt es in Habitus, Oberfläche, "Beblätterung". Für eine artgenaue Bestimmung (insbesondere per Ferndiagnose im Forum) ist die Blüte besonders hilfreich. Im Zweifel einfach unter Pflanzenbestimmung & Pflanzensuche ein Bild einstellen und fragen!
Eine kleine Hilfestellung für drei häufige Gattungen:
Yaksini hat Folgendes geschrieben:

Orbea: Epidermis glatt, Stapelia ganz leicht samtig. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal sind die Blüten, die sich doch sehr unterscheiden, als Beispiele:
Stapelia hirsuta, bei dem Bild sieht man auch die typische Epidermis der Stapelien: http://www.massey.ac.nz/~sglasgow/c....ia%20hirsuta%20flower.jpg
Orbea variegata, auch da die Epidermis und der Wuchs der Triebe gut zu erkennen : http://www.treknature.com/gallery/Europe/France/photo197802.htm
Huernia sind auch glatt, gedrungen, viele "Spitzen"

3. Wo bekommt man die Pflanzen?
Pflanzen: Flores Reinecke , http://www.specks-exotica.de/ , Hübner, Uhlig, Kakteen Plapp
Samen: Haage, Uhlig, Köhres
Stecklinge: Haage, Uhlig, Paul Shirley, http://www.kambroo.com
Auch auf einer Kakteenbörse oder ähnlichem findet man immer wieder Ascleps. Gelegentlich sind auch in Bau- und Supermärkten welche zu bekommen - besonders hier sollte das Substrat kontrolliert und wenn's torfig ist schnell ausgetauscht werden.

4. Gibt es gute Bücher über Stapelien?
Ja, aber wenig und zT schwer zu bekommen. Es gibt beispielsweise Band 3 eines Sukkulentenlexikons über "Asclepiadaceae". Für Mitglieder bei der DKG gibt's eine Zeitschrift und das Buch "Sukkulente Ascleps".

5. Weiterführende Links
http://www.pflanzenfreunde.com/aasblumen.htm
http://www.asclepidarium.de/
http://www.flores-reinecke.de/
Asclepius - DKG-Unterforum über Ascleps
http://www.ceropegia.minks-lang.de/

6. Bilder
http://www.flickr.com/photos/martin_heigan/
http://www.asclepidarium.de/Fotoausstellung.htm
http://anti-matter-3d.com/Stapeliads/
http://www.stapeliads.info
http://www.ceropegia.minks-lang.de/



Pflege

7. Substrate
Verschiedene Varianten sind möglich. Auf jeden Fall muss das Substrat recht mineralisch und gut drainiert sein - Staunässe wird nicht vertragen!
Eine Mischung aus gleichen Teilen lehmiger Topferde und scharfem Grus ist für die meisten geeignet. Die Oberfläche kann zudem mit einer Grusschicht abgedeckt werden. Gut geeignet sind auch rein mineralische Mischungen mit verschiedenen Körnergrößen. Dazu hier ein paar Beispielmischungen:
Gysmo hat Folgendes geschrieben:

Gemisch aus Sand-Bims-Blähton
Am besten ist es immer, die Körnung ein bisschen zu variieren, dh. wie in der Natur: Sand als feinkörniges Material, evtl. Kies, der etwas grösser ist, und dann noch ein paar Blähton-Kugeln, damit das ganze schön locker bleibt.
oder Sand-Bims- und ca. 1/3 gute Erde. Bims oder Blähton macht den Sand nicht so kompakt, vorallem beim Giessen.

Ritterstern hat Folgendes geschrieben:

30 % Kakteenerde, 40 % Aquariumkies Körnung 2- 3,2 mm, 30 % Aqualit vielleicht noch ein bissl Akadama. Die Zutaten gibts bei Dehner (Zooabteilung bzw. Aquaristik)

Yaksini hat Folgendes geschrieben:

Wirklich super und immer verträglich für sukkulente Ascleps ist eine Mischung aus :
Bims
Lava
Seramis
Quarzkies

Holzkohlegranulat ........davon aber nicht zu viel

Kieselgur

Die letzten beiden Stoffe halten Pilze (Holzkohlegranulat) oder auch andere Schädlinge im Substrat (Kieselgur) von deinen Pflanzen fern.
Organische/Pflanzliche Bestandteile (Torf oder Humus) begünstigen den Befall mit Pilzen oder anderen Schädlinge. Daher sollte man das vermeiden.
Sie halten auch die Feuchtigkeit zu lange im Substrat, was bei diesen Pflanzen nie sein darf.

Manche Fachleute empfehlen als Substrat nur Bims mit einem Zuschlag von ca 20 % Holzkohlegranulat. Wenn Bims in der richtigen Körnung ist dann verklumpt das auch nicht im Töpfchen.

meine höchstpersönliche Mischung besteht aus :
4 Teilen Bims-Körnung 1-4mm
1 Teil Lava- Körnung 0-5mm
1 Teil Quarzkies- Körnung 2-4mm
ein wenig Seramis
Holzkohlegranulat oder Kieselgur, je nach Lust und Laune......... und nach Vorhandensein.

Die oben genannten Substrate (Bims+Lava+Kies) haben sehr unterschiedliche Körnungen, so das es nicht zu dicht und nicht zu locker wird. Die Pflanzen haben einerseits einen guten Stand in dieser Mischung und andererseits ausreichend Masse zum Wurzeln.

Noch ein paar Anmerkungen: Torf ist natürlich völlig ungeeignet! Er hält die Feuchtigkeit zu lang und lässt sich, wenn er erst mal trocken ist, kaum wieder anfeuchten. Kakteenerden sind in der Regel wenig geeignet, schon weil sie oft Torf enthalten. Je höher der Torfanteil ist, desto ungeeigneter!
Soll kostengünstiges Streugut-Blähton verwendet werden, muss man darauf achten, dass es salzfrei ist. Seramis is geeignet, allerdings eher in Maßen als lockernder Zuschlag.
Die meisten anderen Ascleps können ebenfalls in solchen locker-mineralischen Substraten gehalten werden. Ausnahmen sind hier Edithcolea und Pseudolithos, bei welchen noch etwas Kalkstaub zugefügt werden sollte. Für Ceropegia, Hoya und Cynanchum kann das Substrat (ansonsten - Überraschung, Überraschung: Mr. Green locker und etwas mineralisch) sogar leicht torfig sein.

8. Wie oft muss umgetopft werden, wann, in was für Töpfe?
Flache Schalen eignen sich gut. Umtopfen muss man spätestens dann, wenn die Pflanze über den Rand wächst. Am besten nach der Winterruhe, wenn die Pflanze wieder beginnt, auszutreiben. Es können auch mehrere Arten in einer Schale gehalten werden. Dann sollte man aber darauf achten, dass Einzelne nicht zu dominant werden und alles überwachsen. Auch sollten nur Arten zusammengepflanzt werden, die ähnliche Kulturbedingungen benötigen. Schließlich bekommen alle Schalenbewohner zwangsläufig dieselben Bedingungen (Licht, Wasser, Überwinterungstemperaturen...).

9. Giessen
Allgemeines: Es sind Sukkulente - Staunässe wird nicht vertragen. Auf zu anhaltende Trockenheit reagieren sie mit einschrumpelnden Trieben, die sich oft nicht mehr erholen. Dennoch ist, wie so oft, zu wenig Wasser besser als zu viel! Je nach Standort kann im Sommer 1-2 Mal die Woche gegossen werden - zwischendurch muss das Substrat aber immer gut abtrocknen. Zum Winter hin das Giessen reduzieren, aber auch während der Winterruhe nicht vollständig trocken halten. Im Winter wird, wieder abhängig vom Standort, nur selten gegossen (alle 6 Wochen bis 1-2 Mal im Monat); je kühler, desto seltener. Einige Arten sind, insbesondere im Winter, sehr nässeempfindlich (siehe Frage 17).

10. Wie gießt man denn so ein trockenes Substrat richtig?
Durchdringend wässern, bis das Substrat gut feucht ist. Ablaufendes Wasser aus dem Untersetzer entfernen. Vor dem nächsten Giessen muss das Substrat wieder gründlich abtrocknen können.

11. Düngen
April bis August 1-2 im Monat mit Kaktusdünger, danach nur noch Wasser bis Oktober, danach ist Ruhezeit.
Alternativ jeden Monat einen guten Pflanzendünger(1/4 der angegebenen Menge). Benötigen etwas mehr Stickstoff als Kakteen.

12. Licht
Die Lichtbedürfnisse sind unterschiedlich. Viele (Duvalia, Huernia, Piaranthus) wollen halbschattig, wenigstens geschützt vor direkter Mittagssonne, stehen. Einige vertragen auch schattige Plätze ohne direkte Sonne (Duvalia, Piaranthus), siehe auch Frage 17.

13. Überwinterung
Hell, relativ trocken, aber darauf achten, dass die Triebe nicht zu sehr einschrumpeln. Lufttrocken.
Die meisten Ascleps können bei ungefähr 10°C, geringer Luftfeuchtigkeit und möglichst bewegter Luft überwintert werden. Tiefere Temperaturen werden von einigen verkraftet, besonders, wenn's wenigstens tagsüber etwas wärmer wird. Allerdings scheint das "Aufwachen" im Frühling dann deutlich länger zu dauern.
Viele Arten aus Nordostafrika (besonders Arten aus dem Oman, Jemen und Sokotra, laut diesem Forum) sollten deutlich wärmer (20-25°C) und entsprechend auch feuchter gehalten werden (alle 2-3 Wochen etwas giessen). Hierunter fallen Caralluma, Huernia und Orbea (bei welchen einige auch 10°C vertragen). Auch Echidnopsis und Edithcolea mögen's etwas wärmer (16°C).

14. Kann man Aasblumen im Sommer rausstellen?
Klar! Nix wie raus mit den Stinkern! Sie sollten wieder rein, wenn die Temperaturen länger unter 10°C fallen. Für Stapelia etwa ist ein sonniger bis halbschattiger und regengeschützter Platz ideal.

15. Wachsen die eigentlich schnell?
Die Pflänzchen können regelrecht explodieren - wenn ihnen was nicht passt, kann's aber auch sein, dass sie gar nicht wachsen.

16. Meiner Pflanze geht's gar nicht gut...
Zeig ein Bild des Patienten bei den Pflanzenkrankheiten und Schädlingen, vielleicht kann jemand helfen...
Letzte Hilfe, wenn's ganz schlecht aussieht: die grünen, gesunden Triebe abschneiden, Spitze evtl. mit Zimt bepudern (das desinfiziert), 1-2 Tage trocknen lassen, in ein neues, trockenes Substrat stecken und nur gelegentlich besprühen, bis sich die ersten Wurzeln bilden. Siehe auch Frage 26.

17. Pflege nach Gattungen
Angegeben ist jeweils ein alternativ-Substrat; Licht; Wasser und Dünger; Überwinterungstemperatur (ÜW); vertragene Mindesttemperatur. "Sommer" bezieht sich auf die Wachstumszeit, in der Regel beginnt sie im Frühling und endet erst nach der Blüte im Herbst. Hier kann ruhig auf die Pflanze geachtet und nicht streng nach Kalender vorgegangen werden.
Brachystelma
im Winter völlig trocken (sehr nässeempfindlich!); ÜW 10°C
Caralluma
Kakteenerde; schattiert im Sommer, vollsonnig im Winter; 1x Monat stickstoffarmer Dünger, Winter sehr wenig giessen (höchstens 1x im Monat, sehr nässeempfindlich!); ÜW 15°C; mind. 10°C;
Duvalia
Kakteenerde; hell, schattiert; mäßig giessen, 1x im Monat Volldünger, Ruhephase fast ganz trocken; mind. 10°C
Echidnopsis
1:1 lehmige, wenig gedüngte Topferde und Grus; volle Sonne; 1x Monat Volldünger, Wachstum mäßig, Winter wenig giessen; mind. 16°C
Edithcolea
1:1 lehmige, wenig gedüngte Topferde und Grus; volle Sonne; 1x Monat Volldünger, Wachstum mäßig, Winter wenig giessen; mind. 16°C
Hoodia (syn Trichocaulon)
Kakteenerde mit zusätzlichem Blattmulch; sehr hell, ohne heiße Sonne; niedrige Luftfeuchte; Sommer: mäßig giessen, 1x Monat stickstoffarmer Volldünger, Winter: kein Dünger, trocken (sehr nässeempfindlich!); ÜW 10°C; mind. 10°C
Huernia
Kakteenerde mit zusätzlichem Blattmulch; hell, schattiert oder indirektes Licht; Sommer: mäßig giessen, 1x Monat halbkonzentrierter, stickstoffarmer Volldünger, Winter: kein Dünger, recht trocken; mind 11°C
Huerniopsis
Larryleachia (syn Lavrania)
ÜW 10-15°C, wird trocken überwintert (sehr nässeempfindlich!)
Orbea
Kakteenerde mit oberflächlicher Grusschicht; Sommer: hell, schattiert, Winter: vollsonnig; niedrige Luftfeuchte; Frühling bis Frühherbst: mäßig giessen, alle 3-4 Wochen stickstoffarmer Volldünger; in der Ruhephase recht trocken; mind. 11°C
Orbeopsis
Kakteenerde mit oberflächlicher Grusschicht; vollsonnig mit Hitzeschattierung; niedrige Luftfeuchte; Frühling bis Frühherbst: mäßig giessen, alle 4-5 Wochen stickstoffarmer Volldünger; sonst recht trocken; mind. 10°C
Piaranthus
Pseudolithos
ÜW 15°C, nicht gießen (sehr nässeempfindlich!)
Quaqua
1:1 lehmige, wenig gedüngte Topferde und Grus; vollsonnig mit Hitzeschattierung; im Wachstum: reichlich giessen, 2-3 Mal verdünnten Volldünger; Winter: sehr nässeempfindlich! höchstens 1x pro Monat giessen; 10-15°C
Rhytidocaulon
ÜW 10-15°C, wird trocken überwintert (sehr nässeempfindlich!)
Richtersveldia
ÜW 10°C,höchstens 1x pro Monat, besser noch weniger (sehr nässeempfindlich!)
Stapelia
1:1 lehmige, wenig gedüngte Topferde und Grus; mit Grus abdecken; vollsonnig mit Hitzeschattierung; niedrige Luftfeuchte; Sommer: mäßig giessen, 1x Monat stickstoffarmer Dünger; Ruhezeit nur sehr wenig giessen; mind. 10°C; ÜW 10°C
Stapelianthus
1:1 lehmige, wenig gedüngte Topferde und Grus; mit Grus abdecken; hell, schattiert; Sommer: mäßig giessen, 1x Monat stickstoffarmer Dünger; in der Ruhezeit nur sehr wenig giessen; mind. 10°C
Stapeliopsis
1:1 lehmige, wenig gedüngte Topferde und Grus; niedrige Luftfeuchte; vollsonnig bis hell, schattiert; Sommer: mäßig giessen, 1x Monat stickstoffarmer Dünger; Ruhezeit nur sehr wenig (1x im Monat) giessen; mind. 10°C; ÜW 10°C
Tavaresia
Tromotriche
ÜW 10-15°C, 1x pro Monat


Blüte

18. Meine Pflanze blüht nicht! Warum?
Eine Winterruhe ist wichtig (etwa von November bis März).
Einige freuen sich auch über ein Übersommern im Freien. Pflanzen, die während der Wachstumszeit zu wenig Licht, Wasser und Nährstoffe bekommen haben, werden nicht blühen.

19. Knospen trocknen ein
Wenn die Blüten vertrocknen, hatte die Pflanze vermutlich zu wenig Wasser. Bei starkem Wachstum kann es auch passieren, dass für die Blüten keine Kraft mehr übrig bleibt.

20. Wie oft blühen die?
Artabhängig. Viele blühen ein Mal im Jahr (Spätsommer, Herbst), zT über mehrere Monate (etwa Stapelia hirsuta). Oft blühen nur die älteren Triebe (mindestens vorjährig). Brachystelma beispielsweise blüht aber (auch?) an diesjährigen

21. Wie unterscheidet man Knospen von neuen Trieben?
Die Blüten kommen raus wie kleine Laternen (dünner Stiel mit dickem Knubbel vorne), sie unterscheiden sich in der Form deutlich von Neutrieben.

22. Müssen zwischen Trieben eingeklemmte Knospen befreit werden?
Nicht nötig, der Blütenstiel streckt sich entsprechend.

23. Wie lange braucht die Knospe, bis sie sich öffnet?
Das kann 3,4 Wochen dauern. Dafür hält die einzelne Blüte auch mehrere Tage. Auch die abgeblühten, nicht befruchteten Blütenstengel bleiben u.U. noch lang an der Pflanze.

24. Iiik, da sind Würmer in der Blüte! Schaden die der Pflanze?
Nein. Aasblumen heissen nicht umsonst so. Sie gehen, um Bestäuber zu finden einen etwas anderen Weg als duftende Nektaranbieter: Sie ahmen durch Geruch und Aussehen verwesendes Fleisch nach. Das lockt die passenden Fliegen an. Die Fliegendamen krabbeln auf der Blüte herum, um einen passenden Platz für die Eiablage zu finden. Dabei sammeln sie Pollen ein, den sie zur nächsten Blüte weitertragen.
Sie legen auch ihre Eier ab, aber die schlüpfenden Fliegenlarven finden nichts zu fressen und gehen bald ein.
An der Pflanze knabbern sie nicht rum Wink

25. Wer stinkt wie heftig?
Da gibt es recht kräftige Unterschiede.
"Nur wenn man die Nase reinhängt": Caralluma hesperidum, Caralluma schweinfuthii, Stapelia similis, Tromotriche revoluta var. tigrida, Orbea wissmannii, Orbea variegata, Echidnopsis
"Ordentlich": Huernia striata, Stapelia gigantea, Brachystelma, Stapelia leendertziae, Piaranthus
Allerdings sind Duftbeschreibungen natürlich immer sehr subjektiv - da muss wohl jeder seine eigenen Erfahrungen machen. Dazu kommt, dass die Intensität des Duftes vom Standort abzuhängen scheint: Draußen, wo's warm und sonnig ist, wird der Geruch stärker als im Zimmer. Die einzelne Blüte muss sich wohl auch erst "warmstinken" je länger sie offen ist, desto stärker wird's.


Vermehrung

26. Wie bewurzelt man Stecklinge am besten?
Abschneiden, evtl. mit Zimt bepudern (desinfiziert), 1-2 Tage antrocknen lassen. Dann schräg in frisches, trockenes Substrat stecken, leicht ansprühen. Bis die Wurzeln da sind wird nicht gegossen, nur gelegentlich besprüht.
Alternativ kann man sich an diese Anleitung halten.

27. Steckling wird unten matschig
Alles Matschige abschneiden (lieber zu viel als zu wenig!), und wie mit einem frischen Steckling neu durchstarten.

28. Künstliche Bestäubung - wie funktioniert's?
Von Hand ist das bei Ascleps recht schwer. Im Asclepidarium gibt es dazu einen recht ausführlicher Bericht.

29. Sind für eine erfolgreiche Bestäubung zwei Pflanzen nötig?
In der Regel ja. Die meisten können mit dem eigenen Pollen nicht bestäubt werden.

30. Wie lange dauert's von der Blüte bis zum reifen Samen?
Bei Ceropegia dauert die Reifung mehrere Monate. Wenn die Doppelhörnerfrüchte reif sind, werden sie braun und platzen auf. Vermutlich gilt ähnliches auch für den Rest der Sippschaft Eh?

31. Wie funktioniert die Anzucht aus Samen?
Alle Ascleps sind Lichtkeimer. Eine wunderbar ausführliche Anleitung zur Aussaat gibt es hier, eine andere hier (mit kleinem Tippfehler: die Samen sind nicht 4cm groß, sondern 4mm Wink )
Die meisten sukkulenten Ascleps sollten sich erfolgreich nach diesen Anleitungen aussähen lassen.

32. Sämling will nicht wachsen
Bei dem mineralischen Substrat geht schnell mal das Futter aus - gelegentlich schwach düngen! Es kann auch sein, dass der Sämling eine (Winter-)Ruhezeit durchmacht; das gibt sich dann von selbst in einigen Monaten.



Und zum Schluss noch: die Idee mit den FAQs kommt von hier, die Infos u.a. aus dem Stammtisch und Dumont's Großer Pflanzenenzyklopädie von The Royal Horticultural Society.
Dickes Danke an Gunilla_, Puepp und Yaksini für die Hilfe!! Du bist zum Knuddeln

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