Otiorhynchus sulcatus - Rüsselkäfer - was tun?

 
Avatar
Beiträge: 343
Dabei seit: 01 / 2009

Inge79

Hallo Pflanzenfreunde,

wir haben seit ca. 2 Wochen immermal wieder diesenOtiorhynchus sulcatus bei uns in der Wohnung gesichtet. Einmal in der Küche an den Fliesen, sonst immer im Wohnzimmer. Ich hab im Internet schon nachgelesen, das diese Tiere von Pflanzen (meist draußen) kommen. Ich hab meine Pflanzen angesehen: es ist kein "Lochfraß" oder ähnliches zu sehen. Ich weiß auch nicht, woher die kommen könnten

Hat jemand von euch ne Ahnung in welcher Pflanze ich die finden könnte und vorallem was ich dagegen tun kann? Ich hoffe ja mal, das diese Viecher bald verschwinden - in wenigen Wochen ist unser Nachwuchs da und diese Tiere kann ich da ne gebrauchen...

LG und danke schonmal für eure Antworten
Nadja
Avatar
Herkunft: HBN
Beiträge: 12142
Dabei seit: 06 / 2007
Blüten: 21073

Lapismuc

Hallo Inge79
wahrscheinlich haste Balkonpflanzen im Herbst in die Wohnung geholt und jetzt, im warmen, schlüpfen die aus der Erde , und nun die gute Nachricht: irgendwann sind alle geschlüpft und Ende der Invasion
vlG Lapismuc
Avatar
Beiträge: 343
Dabei seit: 01 / 2009

Inge79

Hm stimmt.. Ich hab im Herbst unser Hibiscus Bäumchen ins Wohnzimmer geholt. Nach ner Weile hat es alle Blätter verloren. Inzwischen treibt es aber wieder grün und hat sogar schon geblüht. Vermehren sich diese Käfer nicht in der Erde?

LG
Avatar
Herkunft: HBN
Beiträge: 12142
Dabei seit: 06 / 2007
Blüten: 21073

Lapismuc

http://de.wikipedia.org/wiki/Gefurchter_Dickmaulr%C3%BCssler

Oft findet unter den Tieren Jungfernzeugung (Parthenogenese) statt, so dass sie nicht auf sexuelle Vermehrung angewiesen sind. Die Eiablage - je Weibchen mehrere hundert - erfolgt einzeln oder auch in Häufchen am Grunde der Fraßpflanzen bzw. in humose Erde. Die zunächst weißen, bald jedoch bräunlich gefärbten, annähernd kugeligen Eier mit einem Durchmesser von ca. 0,7 mm haben anfangs einen flüssigen klaren, später weißlichen Inhalt. Nach zwei bis drei Wochen schlüpfen die Larven, die an Wurzeln fressen. Zur Verpuppung gräbt das letzte Larvenstadium eine kleine Erdhöhle. Überwintert wird zumeist als Larve, seltener als Puppe. Unter natürlichen Bedingungen entwickelt sich eine Generation pro Jahr, wobei die Larven bevorzugt im Frühjahr (überwinterte „Altlarven“ aus dem Vorjahr) und im Herbst (Junglarven aus der Eiablage im Sommer) in Erscheinung treten. Über Ei, Larve und Puppe entwickeln sich so immer wieder neue Käfergenerationen.
Avatar
Beiträge: 343
Dabei seit: 01 / 2009

Inge79

Ja eben, das hatte ich auch gelesen Das klingt nämlich eher nicht so gut...

Hm vielleicht sollte ich mal so´n Zeugs holen und sobald die Pflanze raus kann behandeln. Und hoffen, das keine anderen befallen sind

LG
Avatar
Herkunft: HBN
Beiträge: 12142
Dabei seit: 06 / 2007
Blüten: 21073

Lapismuc

Bekämpfung

Die Bekämpfung der Käfer ist relativ einfach durch den Einsatz von Insektiziden mit systemischer Wirkung wie z.B. Dantopoder Confidor. Die Bekämpfung der wesentlich mehr Schaden verursachenden Larven ist sehr schwierig. Im Handel gibt es gegen diese im Boden lebenden Stadien nützliche Nematoden (Gattung Heterorhabditis), welche in die Larven eindringen und sie zum Absterben bringen. Diese Nematoden lassen sich jedoch nicht unter allen Bedingungen einsetzen, da sie eine bestimmte Bodentemperatur benötigen um aktiv zu werden. Ein Absammeln der adulten Tiere stellt keine Bekämpfung dar und kann nur zur Ermittlung des Befallsdruckes dienen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Gefurchter_Dickmaulr%C3%BCssler

vlG Lapismuc
Avatar
Beiträge: 256
Dabei seit: 09 / 2008

monk

den rüssler hatte ich auch schon zu gast

gott sei dank nicht in der wohnung.
damals wurden mir "nematoden" empfohlen. die sind aber nur in einer bestimmten zeit im jahr (2x) sinnvoll. und bei den temperaturen werden die nicht ausgeliefert. da wirst du wohl auf etwas wärme hoffen müssen.

@Lapismuc: leider ist die invasion nicht mit absammeln erledigt. im schlechtesten fall wird die nächste generation neu in die erde gelegt. und die larven können munter weiterfressen.

schau mal hier: forum/ftopic26576.html
Avatar
Herkunft: HBN
Beiträge: 12142
Dabei seit: 06 / 2007
Blüten: 21073

Lapismuc

so habe ich es oben geschrieben
Zitat: Ein Absammeln der adulten Tiere stellt keine Bekämpfung dar und kann nur zur Ermittlung des Befallsdruckes dienen.
vlG Lapismuc
Avatar
Beiträge: 5470
Dabei seit: 03 / 2009
Blüten: 40

Hesperis

...wobei die Käfer vor der Eiablage einen sogenannten Reifungsfraß an den Blättern durchführen, ich glaube ohne Futter gibts keine Eier. Deshalb ist das auch kein typischer Wohnungsschädling (wenn die Käfer immer eingesammelt werden und nicht an den Pflanzen fressen können), sondern wird immer wieder von draußen eingeschleppt.
Ich würde den Hibiskus mal austopfen, oft sitzen Larven in kleinen Erdkammern direkt am Topfrand und sind damit sichtbar. Es kann nämlich sein, dass neben den jetzt geschlüpften Käfern noch eine jüngere Generation im Larvenstadium da drin ist. Im dem Fall würde ich den so gut wies geht ausschütteln und neu eintopfen.
Eine weitere Brutstätte können auch neu erworbene Pflanzen sein, im Verdacht stehen da vor allem solche mit langer Kulturzeit die teilweise auch im Freien stattfindet, wie Azaleen und Kamelien.
Auf jeden Fall auch dort wo der Hibiskus draußen stand, im Frühjahr auf Fraßstellen an Blättern achten.
Grüße H.-S.
Avatar
Herkunft: Nürnberg
Beiträge: 3554
Dabei seit: 10 / 2009
Blüten: 10

ZiFron

Ich hätte da eine Frage zu: Kann man die Pflanzen nicht mit einem systemischen mittel behandeln (zB sowas wie Lizetan), das die Pflanzen aufnehmen und dadurch die Larven an den Wurzeln UND die Alttiere bei ihrem Reifungsfraß erwischen?
Avatar
Beiträge: 5470
Dabei seit: 03 / 2009
Blüten: 40

Hesperis

die systemischen Mittel wirken in der Regel nur gegen Saugende Insekten (siehe auch Gebrauchsanleitung). Pflanzensauger nehmen das Mittel dann recht konzentriert aus dem Leitsystem auf.
Fressende und beißende Insekten verzehren die Gesamtpflanze, weshalb es dann wegen der Verdünnung nicht mehr gut oder gar nicht wirkt. Bei diesen werden Kontaktmittel zum Aufbringen auf die Pflanzenoberfläche verwendet, die mit gefressen werden.
Zur Bekämpfung der Larven in der Erde im Gießverfahren sind Mittel notwendig, die im Privathaushalt eher nichts zu suchen haben, deshalb die Empfehlung der für den Anwender ungiftigen Nematoden.
Grüße H.-S.

Ähnliche Themen

Gewählte Zitate für Mehrfachzitierung:   0

Registrierte in diesem Topic

Aktuell kein registrierter in diesem Bereich

Die Statistik zeigt, wer in den letzten 5 Minuten online war. Erneuerung alle 90 Sekunden.