 |
Vorheriges Thema anzeigen:
|
 |
Seite 1 von 2
 |
Wie von der Weide zur Wildblumenwiese? |
|
|
 |
 |
|
 |
 |
 |
 |

 |
|
 |
 |
baki  Pflanzendoktor

Beiträge: 3487
 |
 |
|
|
 |
 |
 |
 |

 |
|
 |
 |
cantharellus  Gärtnermeisterin

Beiträge: 2277
 |
 |
vom: Sa 06 März, 2010 20:27 |
|
Wichtig ist es auf jeden Fall, den ersten Schnitt ziemlich spät zu machen, damit die Blumen Samen bilden können. Einmal im Sommer und dann nochmal im Herbst muss man aber schon mähen, mindestens aber einmal im Jahr, sonst verbuscht die Wiese und du kriegst einen Wald statt einer Blumenwiese!
Wichtig ist außerdem, dass der Boden im Lauf der Jahre ausgemagert wird, denn bei guter Nährstoffversorgung haben die Gräser einen Vorteil gegenüber den Kräutern. Je magerer der Boden, desto vielfältiger das Artenspektrum.
Neue Blumenarten kann man nur schwer über Samen ansiedeln, weil sich die Sämlinge in der geschlossenen Grasnarbe nicht durchsetzen. Die muss man wirklich auspflanzen (Setzlinge aus Samen vorziehen!), oder man entfernt die Grasnarbe in kleinen Bereichen und sät die Kräuter dort aus.
Insgesamt ist das Projekt langwierig, aber sehr lohnend!
|
 |
 |
|
|
|
 |
 |
 |
 |




 |
|
 |
 |
stella_riamedia  Pflanzendoktorin

Beiträge: 3804
 |
 |
vom: So 07 März, 2010 8:45 |
Obstwald hat Folgendes geschrieben:
Also liege ich richtig mit nur einer Mahd nach der Samenbildung Ende Juli?
Und den Schnitt abfahren um den Magerrasen zu fördern?
|
aber die nächsten jahre solltest du mindestens 2x mähen & den schnitt absammeln. da du eine gräserwiese hast, würd ich sogar noch früher loslegen, mitte mai etwa den ersten schnitt, so kannst du die gräser etwas ausbremsen. schneller würde es natürlich gehen, wenn du die grasnarbe abträgst, dabei wird auch die nährstoffreiche schicht mit ebgetragen, ansonsten geb ich stefan & cantharellus recht, das ist nicht innerhalb von ein/zwei jahren machbar.
Obstwald hat Folgendes geschrieben:
Das mit dem Heu ist eine super Idee (von Hesperis), obwohl mir das entwas befremdlich vorkommt Heu zu verteilen. Die Bauern reden ja jetzt schon komische Sachen über mich... was sollen die DANN erst denken?
|
du kannst dir auch samenmischungen zulegen, hier mal ein guter link, bei denen hab ich mal eine fortbildung gehabt, die sind echt gut, & du findest ausser samenmischungen auf der seite sehr viele infos ---> http://www.rieger-hofmann.de/
Obstwald hat Folgendes geschrieben:
Zum Thema Pferdebeweidung höre ich immer wieder sehr gegenteilige Meinungen. Gärtner sagen 'Äppel sind super Dünger' und Reiterhöfe sagen 'da wo dat Pferd hinmacht - wächst nix mehr'.
|
beides stimmt . allerdings nimmt man zum düngen auf eine bestehende pflanzung keine frischen pferdeäpfel, die sind wirklich zu scharf, sondern gut verrotteten, also kompostierten, pferdemischt.
Obstwald hat Folgendes geschrieben:
Falls ich mich zu Neusaat entschließe, gibt es da noch besondere Hinweise?
Was meint Standortverhältnisse? Über den Boden kann ich kaum etwas sagen, dazu fehlt mir die Erfahrung
|
wenn du den boden nicht definieren kannst, dann können dir vielleicht die pflanzen & gräser, die drauf wachsen weiterhelfen. es gibt pflanzen, die geben dir quasi durch ihre anwesenheit tipps in diese richtung .
schönen gruß, stella
|
 |
 |
|
|
|
 |
 |
 |
 |

 |
|
 |
 |
Hesperis  Pflanzendoktor

Beiträge: 4932
 |
 |
vom: So 07 März, 2010 11:11 |
Obstwald hat Folgendes geschrieben:
Optional da wo die Pferde standen und kein Gras mehr wächst stellenweise umgraben
und luvseitig 'wilde Mischung' sähen, und dort nicht mähen?
|
Um das Verfahren etwas abzukürzen kannst du auf der Fläche Beete als Mutterzellen anlegen. Hier wird das Gras entfernt (wie auch immer) und gärtnerisch ein Blumenbeet angelegt. Dieses wird von der Bewirtschaftung ausgespart und hier sowohl Samen als auch neue Setzlinge angezogen. Auf dem Rest der Fläche erfolgt die Aushagerung durch Mahd und Abfuhr des Mähgutes.
Solange das kleinflächig erfolgt gibt es sicher keine Probleme, ansonsten mußt du dich informieren ob die Fläche nicht in einem Bereich liegt, in dem der Umbruch von Grünland (denn das ist solch ein Blumenbeet) mit Auflagen versehen ist.
Aus naturschutzfachlicher Sicht wäre es wünschenswert das zu verwendete Saatgut auf Flächen in der Nähe zu sammeln, um die natürliche Ausstattung der Region zu fördern (und bei Sammeln bzw. der Beschäftigung damit lernt man auch die Arten kennen). Wenn es da nichts gibt, kann auch gekauft werden. Nicht alles was als "Wiesenmischung" angeboten wird verdient diesen Namen, häufig sind da eher Ackerkräuter drin (Mohn, Kornblume, Kornrade ...) die in einer Wiese keinen Bestand haben. Du kannst ja mal die Arten der "Wilden Mischung" hier aufführen.
In einigen Bundesländern wird inzwischen auch die Anlage von Blühfllächen auf Ackerland gefördert. Dazu werden bestimmte Blühmischungen ausgesät die 5 Jahre als Lebensraum für blütenbesuchende Inseten sowie als Strukturelemente für alle mögichen Tiere über Winter stehen bleiben. Das sieht auch hübsch aus, die Arten sind aber nicht für eine Wiese geeignet (allenfalls für einen Steifen am Rand).
Bei den Standortverhältnissen sind vor allem die Bodenreaktion (pH-Wert) und die Niederschlagswerte wichtig für die Artenauswahl, deine Wohnregien könnte da schon Hinweise bieten.
Pferde wirken auf die Artenzusammensetzung durch den scharfen Tritt ihrer Hufe (verbunden mit einem recht hohen Bewegungsdrang) sowie den sehr tiefen Biss bei der Beweidung. Das halten viele Arten nicht aus. Schafe und Rinder sind da weniger schlimm. Die Wirkung ist bei Beweidung im Spätsommer geringer als bei früher Beweidung. Eine im Naturschutz gerne angewandte Version ist die Heumahd nach dem 15. Juni mit Nachbeweidung im Sept/Oktober.
Wenn du Ende Juli Heu mähst wirst du das bei der Tierfütterung kaum noch verwenden können, das solltest du beachten, Abfall für die Deponie anzubauen ist auch nicht so sehr sinnvoll. Eine Vielzahl von Kräuterarten kommt mit dem Heutermin Mitte/Ende Juni gut zurecht.
Und bei der späteren Alage einer Obstwiese sind unbedingt die Pflanzabstände so groß zu wählen, dass für die meist lichtbedürftigen Kräuter zwischen den Bäumen genügend Licht ankommt...
Grüße H.-S.
|
 |
 |
|
|
|
 |
 |
 |
 |



 |
|
 |
 |
Gartenplaner  Hauptgärtner

Beiträge: 290
 |
 |
vom: Di 09 März, 2010 23:54 |
Hallo Obstwald,
genau dein Projekt führe ich seit 2002 ungefähr in meinem Garten aus - eine Obstwiese am ehemaligen Gehöft liegend mit vielen alten Hochstämmen, bis in die 90er-Jahre mit Schafen beweidet, dann noch einige Jahre mit Kühen und Pferden, schliesslich 2 Jahre vernachlässigt, danach jeweils einmal im Jahr gemäht mit Abtransport des Mähguts.
In den ersten 5 Jahren ist kaum eine Veränderung zu sehen, in den letzten 5 Jahren bemerke ich eine langsame Veränderung in der Gräserzusammensetzung, die Gräser wachsen nicht mehr gleichmäßig, es gibt Bereiche, mit niedrigeren Gräsern und noch solche, die noch höher sind, Brennessel-Inseln, die dort entsanden waren, wo die Schafe viel Mist hinterlassen hatten, verschwanden völlig.
Ansaaten im Herbst oder Frühjahr auf offene Stellen wie Maulwürfhügel zeigte KEINEN Erfolg, die Anpflanzung von Primula veris, der einheimischen Wiesenprimel, funktionierte ganz gut, Selbstaussaat ist noch nicht zu beobachten.
In den letzten 5 Jahren ist auch ein Auftauchen von blühenden Kräutern zu beobachten, momentan vor allem hohe gelbe löwenzahnartig blühende Pflanzen, die im Mai/Juni sehr hübsch über den Gräsern blühen.
Das Ausbringen von reinem Kräutersaatgut und speziell Saat von Klappertopf, einem Halbparasiten, der Nährstoffe von Gräsern absaugt, von rieger-hofmann brachte überhaupt keinen Erfolg, nichts davon konnte sich durch die Gräser durchsetzen oder wurde vielleicht auch vorher von Vögeln gefressen.
Vom Klappertopf hatte ich mir eine Unterstützung beim Zurückdrängen der Quecke-Gräser erhofft, da er Gräsern Nährstoffe entzieht und sie somit schwächt.
Es ist wahrscheinlich wirklich sinnvoll, Streifen in die Wiese zu pflügen und in den offenen Boden dann reine Kräutersaat ohne Gräsersamenbeimischung auszusäen - oder eben "Heublume" auszubringen - darunter verstehen die Naturschützer das, was auf dem Heuboden sich unter dem trockenen Heu sammelt, also alle Sämereien, die aus dem Heu ausfallen - man kann natürlich auch das Heu komplett nehmen, führt dadurch aber neben den Samen auch wieder Nährstoffe duch die Verrottung des Heus zu.
Um diese gepflügten Mutterbeetstreifen herum würde ich dir auch raten, die nächsten 2-3 Jahre 2x im Jahr zu mähen, wie beschrieben Juni und September nochmal, und das Schnittgut gründlich abzutragen.
Bei mir wird und wurde bisher immer nur einmal jährlich gemäht, inzwischen Ende Juli, was dazu führt, dass das Gras nicht mehr sehr stark nachwächst über die trockenen Sommermonate bis zum Herbst.
Noch einige Anmerkung: eine Blumenwiese ist ein langwieriges Unterfangen, wichtig ist vor allem, Nährstoffe aus der Wiese rauszuholen und nicht mehr zuzuführen.
Eine Blumenwiese ist nicht begehbar - wenn man durch das hohe Gras geht, gibt das Trampelpfade, das Gras kippt an den Stellen um und blühende Kräuter mögen es gar nicht.
Meine Lösung sind niedrig gemähte Graswege, wie die Engländer das auch gerne machen, die durch die Wiese führen - abgesehen von der Begehbarkeit hat man auch eine "Lebensraumdiversifierung" - hohe Wiese und Blumenrasen nebeneinander
Das Heranziehen von Blühkräutern und Auspflanzen von vorgezogenen Pflänzchen ist eine Möglichkeit - aber ziemlich Pflegeintensiv, man muss die Pflanzen ja wenigstens ein jahr lang ein wenig hätscheln und giessen - und man findet wahrscheinlich die meisten nicht gut wieder im immer höher werdenden Gras....
Ich wünsche dir jedenfalls viel Erfolg, eine Blumenwiese ist wirklich ein schöner Anblick - sogar schon nur mit den vielen gelben Blumen wie bei mir
Beste Grüße,
der Gartenplaner
|
 |
 |
|
|
|
 |
 |
 |
 |


 |
|
 |
 |
Hesperis  Pflanzendoktor

Beiträge: 4932
 |
 |
|
|
 |
 |
 |
 |

 |
|
 |
 |
Gartenplaner  Hauptgärtner

Beiträge: 290
 |
 |
vom: Di 18 Mai, 2010 23:04 |
Hallo Obstwald,
gern geschehen!
Und da blüht es ja schon ganz ordentlich bei dir - bei mir war am Anfang nur saftiges Gras - hauptsächlich Quecke - und Brennnesseln !!!
Also schätz dich glücklich, dass ein guter Teil des Weges schon hinter dir liegt
Wie gesagt hab ich so 2001-2002 angefangen - und erst seit 3 Jahren machen sich immer mehr Blüten breit - die Grassternmiere und das Wiesenschaumkraut hab ich auch, die breiten sich langsam seit 2 Jahren aus
Wiesenprimeln, Primula veris, hatte ich als Pflanzen verteilt gesetzt, immer wieder die letzten 4 Jahre, und dieses Jahr entdecke ich um die ältesten Pflanzen blühende Sämlinge
Und die Gräserzusammensetzung verändert sich, das Gras bleibt viel länger insgesamt niedrig und wächst ungleichmäßiger - es gibt Stellen, wo höhere Gräser wachsen und Stellen - wahrscheinlich trockener - wo die Gräser das ganze Jahr nicht mehr so hoch werden.
Und das Schöne ist, es sind ja nicht nur blühende Pflanzen, die dieses Biotop schätzen - die letzten Jahre hab ich immer mehr Blindschleichen und Erdkröten, die in den Hecken leben und der vielgestaltigeren Wiese jetzt Nahrung finden.
Viel Spaß bei der Beobachtung der Entwicklung deiner Wiese!
Beste Grüße,
der Gartenplaner
|
 |
 |
|
|
|
 |
 |
 |
 |


 |
|
 |

Seite 1 von 2
 |
Ähnliche Beiträge |
 |
 |
| |
Thema |
Autor |
Forum |
Antworten |
Letzter Beitrag |
 |
Pappel oder Weide?-Salix aurita - Ohr... |
rumpleteazer |
Pflanzenbestimmung & Pflanzensuche |
5 |
Sa 18 Apr, 2009 19:25  rumpleteazer |
 |
Weide bewurzeln? |
lisma |
Samen & Anzucht & Vermehrung |
40 |
Mo 06 Jul, 2009 10:24  Jens1911 |
 |
Weide ist krank |
Argo |
Pflanzenkrankheiten & Schädlinge |
3 |
So 27 Jan, 2008 15:08  DAGR |
 |
Was war das für ein Baum? - Weide |
gunilla |
Pflanzenbestimmung & Pflanzensuche |
9 |
Do 21 Jun, 2007 9:53  gunilla |
 |
Harlekin-Weide |
vulpes |
Pflanzenkrankheiten & Schädlinge |
7 |
Sa 09 Jul, 2011 10:02  Rouge |
 |
Was wächst da aus meiner Weide? |
Den75 |
Pflanzenbestimmung & Pflanzensuche |
4 |
Sa 16 Aug, 2008 20:11  Baikachen |
 |
Frage: Giftpflanzen auf der Weide |
Zarea |
Pflanzenbestimmung & Pflanzensuche |
6 |
Fr 12 Okt, 2007 16:19  Zarea |
 |
Wann schneide ich die Weide? |
Fáni |
Pflegen & Schneiden & Veredeln |
5 |
So 01 Jun, 2008 17:52  Fáni |
 |
Was für ein Baum ist das und was fehl... |
obstsalat |
Pflanzenkrankheiten & Schädlinge |
7 |
So 02 Aug, 2009 14:28  Plantsman |
 |
Grüner Zaun aus Weide |
exoticfan |
Gartenplanung & Gartengestaltung |
35 |
Mo 10 März, 2008 21:01  exoticfan |
|
 |
 |
 |
 |

|
|