Innovationen, Qualität und Berufsstolz
Eine Bundesgartenschau (BUGA) ist die perfekte Symbiose unterschiedlicher Interessen zur Erreichung eines gemeinsamen Ziels. Die Kommunen, die sich um die Ausrichtung einer BUGA bewerben, haben hauptsächlich die nachhaltige Stadtentwicklung durch die Neuanlage oder Wiederherstellung von Grünanlagen im Sinn. Für die grüne Branche, ohne die keine BUGA zustande käme, ist sie eine Präsentation der Innovationskraft und des fachlichen Könnens der Betriebe. Auf den zahlreichen Leistungsschauen und Wettbewerben einer BUGA sind verschiedenste Gartenbaubetriebe, wie zum Beispiel Innenraumbegrüner, Baumschulen, Landschafts- und Friedhofsgärtner und Floristen, zahlreich vertreten und stellen sich den gärtnerischen Wettbewerben. Die zu vergebenden Auszeichnungen sind die Medaillen des Zentralverbands Gartenbau (ZVG) in Gold, Silber und Bronze sowie die Große Goldmedaille des ZVG. Darüber hinaus werden Ehrenpreise der Länder, Kammern und Verbände verliehen. Auf der Schlussveranstaltung werden dann für die besten Gesamtleistungen die Ehrenpreise des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vergeben.
Innovationen für den Friedhof
Für die Beteiligung an einem BUGA-Wettbwerb oder einer Leistungsschau ist keineswegs die Betriebsgröße entscheidend, sondern Enthusiasmus für die beruflichen Herausforderungen und Begeisterung für die Arbeit mit Pflanzen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Betrieb Friedhofsgärtnerei und Floristik Barthels in Hamburg. Karin und Helmut Barthels engagieren sich mit ihren Söhnen Andy und Björn seit der BUGA 1995 in Cottbus regelmäßig bei den Wettbewerben mit großem Erfolg. Nur bei der Bundesgartenschau 2001 in Potsdam konnten sie nicht mitmachen, denn in diesem Jahr war ihr Sohn Björn gerade in der Meisterschule. So ist das nun einmal in einem kleinen Betrieb. Vater Helmut und Sohn Andy sind die Friedhofsgärtner in der Familie, während Mutter Karin und Sohn Björn als Floristen für die kreative Gestaltung der Events zuständig sind. Jeder Olympiateilnehmer wäre neidisch auf dieses Hamburger Quartett, denn für sie endete jede BUGA mit Gold- und Silbermedaillen. „Mittlerweile", sagt Karin Barthels, „haben wir schon so viele Preise, dass wir die gar nicht mehr alle im Geschäft ausstellen können." Besonders gern erinnert sie sich an die BUGA 2005 in München. Da gab es von der Behörde für Wirtschaft und Arbeit der Freien und Hansestadt Hamburg den Ehrenpreis für das umfangreiche Pflanzensortiment in hervorragender Qualität und die gelungene Standgestaltung. Aber auch die IGA 2003 in Rostock war ein voller Erfolg für den Barthels-Betrieb: Für die Hallengestaltung mit umfangreichem Schnittblumen- und Pflanzensortiment 'Der Norden blüht auf' erhielten Barthels mit ihrem Gärtner- und Floristenteam eine Goldmedaille und einen Ehrenpreis. Die Motivation für die wiederholte Teilnahme liegt für Karin Barthels klar auf der Hand: „Nirgendwo sonst bietet sich eine so gute Gelegenheit, einer breiten Öffentlichkeit neue Ideen bei der Grabgestaltung zu präsentieren. Außerdem ist für uns der Erfahrungsaustausch mit den Kollegen von Flensburg bis Berchtesgaden sehr wichtig. Von jeder BUGA kehren wir mit neuen Anregungen zurück." Direkt in barer Münze hat sich die Wettbewerbsteilnahme nur einmal für den Betrieb ausgezahlt. Auf der BUGA in München wurden sie von einer Dame mit der Pflege des Grabes eines Verwandten in Hamburg beauftragt. Ansonsten steht für die Barthels die fachliche Anerkennung im Vordergrund. Medaillen und Auszeichnungen werden in der Kundenzeitung des Betriebs vorgestellt, und Karin Barthels ist sich sicher: „Unsere Kunden interessiert es sehr, dass unsere Leistung in Fachkreisen derart honoriert wird. Wenn man sich als Fachgeschäft präsentiert, sind diese Auszeichnungen sehr hilfreich. Außerdem grenzt man sich damit etwas von der Konkurrenz ab." Natürlich sind die Barthels auch wieder auf der nächsten Bundesgartenschau 2009 in Schwerin vertreten, denn, so ist die Chefin überzeugt: „Die Kunden können nirgends besser abgeholt werden als auf einer BUGA."
Leidenschaft für den Wettbewerb
Einen Hauch von Exotik erhält eine Bundesgartenschau durch Aussteller wie der Orchideen Bremkens KG aus dem niederrheinischen Geldern. Seit der BUGA 1987 in Düsseldorf ist der Betrieb ständiger Teilnehmer der Ausstellungen und Wettbewerbe. „Und das", erklärt Matthias Bremkens, „auch immer irgendwie erfolgreich. Früher lag unser Schwerpunkt eher im Bereich der Schnittblumen, jetzt setzen wir verstärkt auf Topforchideen." Mittlerweile hat der Betrieb schon eine stattliche Sammlung von Gold- und Silbermedaillen, aber besonders stolz ist Matthias Bremkens auf die Große Goldmedaille, die sein Unternehmen für hervorragende Produktqualität und seine Neuheiten erhalten hat. Die Teilnahme an den Wettbewerben ist für den niederrheinischen Orchideenzüchter in zweifacher Hinsicht interessant: „Einerseits ist es eine gute Gelegenheit, sich seinen Kunden zu präsentieren, und andererseits schafft es wichtige Kontakte mit den Kollegen aus ganz Deutschland und den Niederlanden - besonders dann, wenn man eine Medaille erhalten hat. Im Kollegenkreis wird man gleich ernster genommen, wenn man auf einer BUGA ausgezeichnet wurde." Direkte finanzielle Vorteile durch die erfolgreiche Teilnahme auf einer Bundesgartenschau kann Bremkens nicht erkennen. Die fachliche Anerkennung und die Bestätigung, zu den Besten der Branche zu gehören, sind aber befriedigender und wichtiger. Matthias Bremkens, der bereits seit vielen Jahren im Vorstand des Verbandes deutscher Orchideenbetriebe tätig ist, lobt besonders die gute Vorbereitung der Wettbewerbe und Leistungsschauen durch die BUGA-Organisatoren. „Allerdings", so fügt er an, „wünsche ich mir manchmal, dass für den Transport der Orchideen fachkundigere Speditionen eingesetzt werden. Orchideen müssen unbedingt bei 16 bis 24° C transportiert werden, und dafür sind die LKWs nicht immer ausgelegt." Dennoch macht ihm die Teilnahme an einer BUGA immer wieder Spaß und so wird er mit seinen Orchideen auch 2009 in Schwerin wieder dabei sein. Die Leidenschaft, sich dem Wettbewerb auf einer BUGA zu stellen, teilen Bremkens 70 Mitarbeiter. „Wenn wir auf einer BUGA ausgezeichnet wurden und anschließend in der Zeitung stehen, sind wir alle stolz auf das gemeinsam Erreichte."
Auszeichnungen für Gemüse
Ein alter Hase in Bezug auf BUGA-Wettbewerbe ist auch die Erzeugerorganisation Mecklenburger Ernte GmbH mit ihrem Geschäftsführer Klaus-Dieter Wilke. Die Erzeugerorganisation für Obst und Gemüse mit Sitz in Wittenburg wird von nur vier Mitarbeitern betrieben und betreut insgesamt 26 Mitgliedsbetriebe. Seit der ersten Teilnahme an der BUGA 1997 in Gelsenkirchen war die Mecklenburger Ernte GmbH auf fast jeder Bundesgartenschau, mit Ausnahme von München und Gera, vertreten. Zumeist wurden die Wettbewerbsbeiträge mit Gold oder Silber ausgezeichnet; einmal, auf der IGA 2003 in Rostock, gab es auch eine Große Goldmedaille. Für Klaus-Dieter Wilke stehen bei der Teilnahme besonders das Produktspektrum und die Innovationen bei Salaten und Gemüse im Vordergrund des Interesses: „Schon 1997 in Gelsenkirchen haben wir unser Mini-Gemüse präsentiert. Damals war das allerdings auf dem Markt noch nicht so ein Thema. Heute, elf Jahre später, sind Mini-Blumenkohl, Mini-Broccoli und andere Kleinsorten ein absoluter Renner. Die erhaltene Auszeichnung hat uns damals Mut gemacht, am Ball zu beleiben und die Idee nicht wieder aufzugeben. Heute zeigt sich, dass das die richtige Entscheidung war." Die Motivation für die Teilnahme an den Wettbewerben und Leistungsschauen ist für die Mecklenburger Ernte GmbH und die angeschlossenen Mitgliedsbetriebe in erster Linie die fachliche Präsentation des Berufstandes. Ein angenehmer Nebeneffekt ist für Klaus-Dieter Wilke dabei, dass man durch die wiederholte Präsenz fast schon zu einer großen Familie geworden ist. Anders als bei einer Fachmesse, bei der die Geschäftskontakte im Vordergrund stehen, ist die Beteiligung an einer BUGA immer eine wichtige Imageangelegenheit und eine gute Chance, mit den Kunden ins Gespräch zu kommen. Die auf den BUGA-Wettbewerben erzielten Erfolge sind für Geschäftsführer Wilke nicht in Euro und Cent zu messen: „Es geht vielmehr um den ideellen Wert, der allerdings nicht unterschätzt werden sollte. In den Produktkatalogen unserer Mitgliedsbetriebe wird auf die erhaltenen Auszeichnungen hingewiesen, und für die Einkäufer im Lebensmitteleinzelhandel ist das eine durchaus wertvolle Information, da wir damit unseren hohen Qualitätsanspruch bestätigen können." Auf der BUGA in Schwerin wird die Wittenburger Erzeugerorganisation natürlich auch wieder vertreten sein. „Wir freuen uns schon auf die BUGA vor unserer Haustür" schwärmt Klaus-Dieter Wilke. „Wir empfanden es immer als sehr angenehm, mit den BUGA-Leuten zusammenzuarbeiten. Die waren stets hilfsbereit und haben uns prima betreut. Das wird sicher auch in Schwerin wieder so sein. Viele unsere Mitgliedsbetriebe kennen die für Schwerin zuständige Ausstellungsbevollmächtigte der DBG, Renate Behrmann, schon seit etlichen Jahren. Wie bereits gesagt, das hat alles einen recht familiären Charakter."
DBG
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