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Schmetterlinge und Schmetterlingspflanzen

Mi 01 Aug, 2007 16:01



Ein Sommertagstraum:
Schmetterlingsmagneten im Garten


Erinnerungen an unbeschwerte Kindertage werden wach: Es ist Sommer, bunte Schmetterlinge flattern durch den Garten, laben sich am Nektar der Blumen und entziehen sich dem zu nahe tretenden Betrachter in Windeseile. Schmetterlinge faszinieren seit jeher durch ihre Metamorphose von einer unscheinbaren, fetten Raupe zum filigranen, bunten Flügelwesen. Schon in der Antike war der Schmetterling das Sinnbild der Wiedergeburt. Die unsterbliche Seele wurde in der griechischen und römischen Mythologie oft mit Schmetterlingsflügeln dargestellt.

Abwechslung muss sein
Schmetterlinge erfreuen Gartenbesitzer durch ihre Schönheit und ihre unbeschwerte Leichtigkeit. Nicht umsonst heißt es bei Verliebten, sie hätten Schmetterlinge im Bauch! Leider schrumpft heutzutage der natürliche Lebensraum von Schmetterlingen durch Zersiedlung und Monokulturen unaufhaltsam. Umso wichtiger ist es, den eigenen Garten so zu gestalten, dass Schmetterlinge ihn als ihre Heimat wählen. Die Versorgung mit Nektar ist für Schmetterlinge lebenswichtig. Naturnah gestaltete Gärten, die häufig an die Bauern- und Klostergärten vergangener Tage erinnern, bieten optimale Lebensbedingungen für die heimische Tierwelt. Bei der Pflanzenauswahl können (Landschafts-) Gärtner mit ihren Kenntnissen und Fähigkeiten beraten.

Ein ganz besonderer Strauch
Schmetterlinge lieben sonnige Standorte und werden bevorzugt von kräftigen Farben wie Orange, Rot, Gelb, Violett und Pink angelockt. Nachtfalter reagieren auf weiße Blüten, die in der Dämmerung das Licht reflektieren. Auch schwere, süße Düfte sind für Tag- und Nachtfalter interessant. Der Schmetterlingsstrauch, auch bekannt als Sommerflieder oder Buddleja davidii, eignet sich hervorragend, um Nektar saugende Schmetterlinge in den Garten zu holen. Im Hochsommer, zur Zeit seiner Blüte, können hier Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Admiral und viele andere Schmetterlingsarten beobachtet werden. Der Sommerflieder liebt trockene, durchlässige Böden in voller Sonne und erreicht bei guten Wuchs- und Witterungsbedingungen eine Höhe von ca. zwei bis vier Metern. An den Spitzen der nach außen geneigten, einjährigen Triebe treiben ab Juli die 40 bis 60 cm langen Blütenrispen. In verschiedenen Farben wie Blau, Rot, Weiß, Rosa und Dunkelviolett zeigen sich bis in den September hinein zahlreiche Blüten, die stark nach Honig duften. Neue Sorten bereichern das Sortiment mit attraktiven Farben, zum Beispiel ?Border Beauty?, ?Harlequin?, ?Santana?, ?White Bouquet?, ?Nanho Blue? und ?Nanho Purple?. Ein starker Rückschnitt im Frühjahr auf circa ein Viertel der Größe fördert die Blütenbildung an neuen Trieben. Nicht zurückgeschnitten werden sollten die Sorten 'Nanho Blue' und 'Nanho Purple', da sie nicht stark wüchsig sind.

Gib mir Futter!
Der Sommerflieder lässt sich sehr gut mit Stauden, Gräsern und Rosen kombinieren. Zum Beispiel bildet er mit seinen Trieben und der dynamischen Blütenform einen schönen Kontrast zu den runden, großen Blüten von Beet- oder Edelrosen. Weitere begehrte Nektarpflanzen sind blühende Gewürzpflanzen wie Dill, Dost, Liebstöckl, Salbei, Melisse, Thymian, Lavendel und Schnittlauch. Auch Storchschnabel, Blut-Weiderich, Wald-Weidenröschen, Wiesen-Margerite, Weißer Mauerpfeffer, Horn- und Wiesenklee, Sonnenhut (Echinacea) und Herbstaster sind bei Schmetterlingen sehr beliebt. Nachtfalter wiederum laben sich gerne auf Geißblatt (Lonicera), Gelber Nachtkerze, Seifenkraut, Phlox und Ziertabak.

Tipps:

Verblühtes abschneiden: Der Sommerflieder gehört zu den sehr ausbreitungsstarken Pflanzen im Garten. Verblühtes sollte regelmäßig abgeschnitten werden, um Samenbildung zu verhindern.

Nahrungsquelle: Auch Fallobst am Boden unter Obstbäumen sollte im Herbst nicht vollständig weggeräumt werden! Falter wie der Admiral oder auch der Nierenfleck saugen gerne an Birnen, Äpfeln und Pflaumen, wenn die letzten Blumen verblüht sind.

Ordnung muss nicht immer sein: Wenn der Garten winterfest gemacht wird, lohnt es sich, etwas Herbstlaub liegen zu lassen, Wiesen ungemäht zu lassen und Samenstände sowie Fruchtstände von Stauden und Gräsern nicht abzuschneiden. Denn Schmetterlingsraupen, Puppen und Eier überwintern an den trockenen Strünken oder zwischen Blattresten!

Raupenschmaus: Schmetterlinge brauchen neben reichlichem Nektarangebot im Garten auch Raupenfutterpflanzen. Die Purpurweide (Salix purpurea) oder die Salweide (Salix caprea) sind bei Schmetterlingsraupen sehr beliebt. Doch auch Obstbäume wie Apfel und Kirsche sowie Hasel-, Walnuss, Hainbuche, Schlehe und Faulbaum ernähren Schmetterlingsraupen.

BGL/PdM

Bilder
schmetterlingspflanze.jpg
Ein Sommerflieder, auch Schmetterlingsstrauch genannt, sollte in keinem Garten fehlen. Er bringt bis in den September hinein Duft und Farbe in den Garten.
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