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Citruspflanzen - mediterranes Flair für Haus und Garten

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Citruspflanzen- mediterranes Flair für Haus und Garten



Wer einmal im Süden durch eine blühende Citrusplantage gegangen ist, wird diesen wirklich atemberaubenden, süßlichen Duft nicht so schnell wieder vergessen. Aus diesem Grund holen sich viele Garten- oder Balkonbesitzer Citruspflanzen im Kübel nach Hause.
Solange einige grundlegende Hinweise zur Pflege, zum Standort, dem Gieß- und Düngeverhalten und dem Substrat beachtet werden, kann man auch hier viel Freude mit diesen mediterranen Schönheiten haben.

Botanische Einordnung und Herkunft

Citruspflanzen gehören zur Famile der Rautengewächse (Rutaceae).
Innerhalb dieser Familie gibt es noch verschiedene Gattungen, die zur engeren Verwandtschaft von Citrusgewächsen gezählt werden:
- Citrus
- Fortunella, beispielsweise die Kumquat
- Poncirus, zum Beispiel die Dreiblättrige Orange
- Microcitrus, unter anderem die Runde Australische Limette
- Eremocitrus, beispielsweise die Australische Wüstenlimette
- Clymenia

Ursprünglich stammen die Citrusgewächse aus Südostasien. Darauf verweist auch der deutsche Name der Orange: Apfelsine-Apfel aus China. Alexander der Große brachte sie von seinem Indienfeldzug in den Mittelmeerraum. Arabische Händler verbreiteten sie im zehnten Jahrhundert zunächst in Afrika, und im zwölften Jahrhundert kamen sie nach Spanien. Zu dieser Zeit waren jedoch nur die sauren Varianten, wie Zitronen (Citrus x limon) oder Zedratzitronen (Citrus x medica) bekannt. Erst im 16. Jahrhundert importierten portugiesische Seehändler süße Früchte nach Europa. Damit begann der unaufhaltsame Aufstieg der Citrusfrüchte. In der Barockzeit ließ sich jeder Adelige, der es sich leisten konnte, eine Orangerie bauen, um die zu dieser Zeit beliebtesten Citruspflanzen, Pomeranzen und Zitronen, zu überwintern.

Frische Luft und Sonne

Nach den Eisheiligen oder den letzten Frösten möchten Citruspflanzen auf den Balkon oder die Terrasse. Zunächst müssen sie langsam an die erhöhte Sonneneinstrahlung gewöhnt werden, indem sie zuerst schattig und dann nach und nach sonniger gestellt werden, sonst besteht die Gefahr von Sonnenbrand. Danach mögen sie einen sehr hellen, sonnigen und warmen Standort, auch Temperaturen über 30° C werden problemlos vertragen.

Gießen und Düngen - aber richtig

Wenn Citruspflanzen im Sommer an einem warmen, sonnigen Ort stehen, brauchen sie regelmäßige Wassergaben. Sie sollten bei hohen Temperaturen täglich durchdringend gegossen werden. Das überschüssige Wasser ist anschließend aus dem Übertopf oder Untersetzer abzugießen, da ihnen Staunässe nicht zusagt.
Kurze Trockenphasen werden aber gut vertragen: Sobald die Blätter schlaff herunterhängen oder sich einrollen, ist das ein deutliches Zeichen von Wassermangel.
Das verwendete Gießwasser sollte handwarm sein.
Oftmals ist zu lesen, dass nur mit Regen- oder Brunnenwasser gegossen werden soll und kalkhaltiges Wasser auf Dauer schadet.
Dies ist ein hartnäckiges Gerücht, denn Kalk (Magnesium- und Calciumionen) im Wasser wird ohne Probleme vertragen und ist sogar erwünscht.
Die Pflanzen brauchen sowohl Calcium in ihrem Zellsystem, damit es nicht zu Blattfehlbildungen kommt, als auch Magnesium, da es ein wichtiger Bestandteil der Chloroplasten und der Transportstoffe ist. Wenn Magnesium fehlt, erscheinen oftmals so genannte Chlorosen.
Außerdem heben Calcium und Magnesium den pH-Wert des Bodens.

Citruspflanzen benötigen in der Wachstumszeit sehr viele Nährstoffe, deshalb sollte von Ende Mai bis August jede Woche gedüngt werden.
Sowohl mineralische als auch organische Dünger werden gut vertragen.
Dünger mit hohem Stickstoffanteil (N) fördern den Wuchs, höherer Phosphoranteil (P) begünstigt die Blüten- und Fruchtbildung, das Kalium (K) trägt zur allgemeinen Widerstandskraft der Pflanze bei.

Empfehlenswerter mineralischer Dünger:
N-P-K 24-14-14/25-15-15, gute Erfahrungen können auch mit N-P-K 6-3-6, 10-4-10 und 9-8-9 (Stickstoff und Kalium mit gleichem Wert, Phosphor schwächer dosiert) gemacht werden.

Empfehlenswerte organische Dünger:
- gut abgelagerter Pferdemist oder Knochenmehl (durch den hohen Phosphoranteil wird die Blütenbildung gefördert)
- Hornspäne, Hornmehl, Blutmehl (hohe Stickstoffkonzentration)
- getrockneter Rindermist, Guano, Kalidünger, Hühnermist (als Universaldünger)

Welches Substrat ist am besten geeignet?

Neben den im Handeln angebotenen Fertigmischungen für Citruspflanzen hat man die Möglichkeit, seine Erde selbst zu mischen.
Das Substrat sollte auf jeden Fall locker und durchlässig sein. Neben Blähton, Perlit und Kies kann auch nicht zu feiner Quarzsand beigemischt werden. Nicht vergessen werden sollte die Drainageschicht aus Tonscherben oder Kies am Topfboden, da Citruspflanzen keine Staunässe dulden. Das Substrat kann gerne auch leicht sauer sein, weil die gekauften Citruspflanzen meist auf Poncirus trifoliata (Dreiblättrige Orange) veredelt sind, die leicht sauren Boden benötigt.

Rezepte für eigene Bodenmischungen:
1/3 nicht zu feiner Quarzsand (für die Bodendurchlässigkeit)
1/3 Rindenmulch-Humus
1/3 gute Muttererde aus dem Garten

4/8 reifer, abgelagerter Kompost (fein durchgesiebt)
1/8 Lehm
1/8 Ton
2/8 Sand

Zu viel Lehm sollte auf jeden Fall vermieden werden- das ist oft bei den aus Italien importierten Citruspflanzen der Fall. Hier sollte der Ballen vom Lehm befreit werden, indem man ihn gut abwäscht oder einige Zeit in einen Kübel mit Wasser stellt, dass sich der Lehm lösen kann.

Hydokultur ist ebenfalls möglich, wenn vorher die gesamte Erde des Wurzelballens sorgfältig entfernt wurde.

Die Anzucht aus Samen

Nicht in allen Citrusfrüchten, die im Handel verkauft werden, finden sich Samen.
Besonders aussichtsreich jedoch sind Zitronen, Mandarinen, Clementinen und Kumquats. Im Winterhalbjahr werden oft kleine Saftorangen angeboten, in denen auch Samen sein können. Limetten hingegen sind meist samenlos gezüchtet.
Die Samen müssen gänzlich vom Fruchtfleisch gereinigt werden, da es sonst zu Schimmelbildung kommen kann. Anschließend können sie in Anzuchterde oder Kokohum gesäht werden. Dabei ist zu beachten, dass sie circa zwei Zentimeter mit Erde bedeckt werden. Das Substrat wird gut angefeuchtet und darf nicht austrocknen. Hilfreich ist ebenfalls, die Gefäße mit Folie abzudecken, um so für gleichbleibende Luftfeuchtigkeit zu garantieren.
Die Gefäße werden dann bei einer Bodenwärme von 22 bis 25 °C, beispielsweise durch eine Wärmematte, aufgestellt, da dies für eine erfolgreiche Keimung von Vorteil ist. Wenn der Austrieb mit den Keimblättern sichtbar ist, müssen die kleinen Sämlinge an einen hellen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung verbracht werden. Die Abdeckungen sind nun zu entfernen. Falls die Samen in ein Minigewächshaus gesäht wurden, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, diese zu vereinzeln.
Wenn die gekeimten Citruspflanzen eine Höhe von 30 Zentimetern erreicht haben, kann zum ersten Mal eine Düngung erfolgen.
Bei aus Samen gezogenen Citruspflanzen kann es je nach Sorte mitunter mehrere Jahre dauern, bis sie Blüten und Früchte tragen. Doch es lohnt sich: wenn die Citruspflanze das erste Mal Blüten ansetzt, ist dies ein großes Erfolgserlebnis für den geduldigen Citrusgärtner.

Kunststofftöpfe, Ton- und Terrakottagefäße oder Holzkübel?

Das hängt in erster Linie von dem persönlichen Geschmack der Citrusbesitzer ab. Ob Kunststofftöpfe, Terrakotta (zum Beispiel Impruneta-Terrakotta, das nicht frostempfindlich ist), Ton oder Holzkübel: Citruspflanzen sehen in jedem Gefäß gut aus.
Kunststofftöpfe haben den Vorteil, dass sie nicht so schwer sind und die Wurzelballen länger Feuchtigkeit speichern können. Doch Vorsicht: Dunkle Kunststofftöpfe erhitzen sich bei längerer Sonneneinstrahlung stark- die Wurzel können schon bei Temperaturen von 25 °C im Wurzelbereich geschädigt werden.
Tontöpfe lassen stärkere Verdunstung zu, das heißt der Wurzelballen ist immer kühler als in Kunststofftöpfen. Das sollte man auch bei der Überwinterung berücksichtigen und Citruspflanzen in Tontöpfen bei kühler Überwinterung gut einpacken.
Holzkübel sind sehr dekorativ. Quadratischen Holzkübel werden auch Versailles-Kübel genannt, da sie in vielen Orangerien noch heute Verwendung finden. Die Innenseiten sind jedoch mit einer Kunststofffolie auszukleiden, wobei die Abzugslöcher nicht vergessen werden sollten, damit das überschüssige Wasser gut ablaufen kann.

Tipps, um Citruspflanzen zum Blühen zu bewegen

Hier spielt vor allem eine Rolle, ob die Citruspflanze selbst aus Samen gezogen oder veredelt wurde.
Veredelte Pflanzen blühen und fruchten regelmäßig. Bei aus Samen gezogenen kann es mitunter zehn bis fünfzehn Jahre dauern. Dies ist natürlich auch abhängig von der jeweiligen Sorte.
Aus Samen gezogenen Citruspflanzen haben eine sehr lange Jugendphase, sind stark wüchsig und neigen ebenso zur starken Bedornung.

Durch stark stickstoffbetonten Dünger (vor allem Knochenmehl) ist es möglich, Citruspflanzen zum Blühen zu bewegen.
Im kommerziellen Anbau wird auch das sogenannte Verdelli-Verfahren angewendet:
Die Citruspflanzen werden Trockenstreß ausgesetzt, das bedeutet sie werden circa 40 Tage nicht gegossen, um die Nährstoffaufnahme einzuschränken. Nach diesen 40 Tagen werden sie dann durchdringend gewässert, um sie zur Blüte und erneutem Fruchten anzuregen. Somit können auf vielen Plantagen zweimal im Jahr Citrusfrüchte geerntet werden.

Die Vorteile von veredelten Citruspflanzen liegen auf der Hand:
Neben einem schnelleren Blühen und Fruchten ist ebenso die sortenechte Vermehrung garantiert. Sie sind besser an das Klima und den Boden angepasst und widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten.

-yl-


Weitere Informationen und Bilder gibt es im Pflanzenmagazin Ausgabe 2/2010 ab Seite 16

http://green-24.de/zeitung/pflanzen-magazin-02.html

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