Garten in Hochlage (1000 m) neu anlegen - Gartenplanung & Gartengestaltung - GREEN24

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Garten in Hochlage (1000 m) neu anlegen

Gestaltung von Gärten, Ideen und Technik, Beispiele, wie wirds gemacht, was brauche ich ...
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Azubi
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Hallo,

ich bin neu hier und benötige Hilfe.
Ich komme aus Franken, einer Gegend, die von Obstbäumen und Beerensträuchern dominiert wird, auf einer Höhe von rund 330 m.
Meine Kinder hat es in den Bayerischen Wald verschlagen, auf rund 1.000 m Höhe.
Die Böden sind relativ feucht und extrem kalkarm. Im ganzen Dorf ist kein wirklicher Hausgarten wie ich ihn aus meiner Heimat kenne (mehr) zu finden. Obstbäume die im Dorf zu finden sind kann man leicht zählen. Heute am 7.5.2015 fängt der Flieder gerade mal an Blätter zu treiben, von Blüten logischerweise noch keine Spur.
Kürzlich habe ich mit einer alten Frau gesprochen, die meinte, als sie ein Kind war, hat es auch noch Gärten gegeben, sie könne sich sogar daran erinnern, dass mal Blumenkohl angebaut worden sei. Heute hätten die Leute keine Gärten mehr, weil es zu mühsam sei und zu riskant wegen Früh- und Spätfrösten.
Sie sagte allerdings auch, früher sei an den Nordhängen im Juni oft noch Schnee gelegen.
Die Winter seien in der Regel sehr schneereich (1-2 m Schnee keine Seltenheit) nicht extrem kalt, aber früh beginnend und lange anhaltend. Während des ganzen Jahres würden sich manchmal Nebelbänke bilden und von jetzt auf gleich wäre die Sonne verschwunden und man würde nur noch in einer Waschküche stecken.
Anscheinend stimmt der Spruch: „Bayerischer Wald – sechs Monat Winter, sechs Monat kalt.“

Wir möchten in das Grundstück Leben bringen, wie wir das von zu Hause gewöhnt sind. Wir möchten einen Hausgarten haben und einen Obst- und Beerengarten und wir möchten vor allem Stauden oder Hecken, die das Klima vertragen und relativ frühzeitig und möglichst bunt blühen.

Wer kann mir helfen?

Wie würdet ihr vorgehen?

Habt ihr schon mal so ein Problem gelöst oder kennt ihr jemanden, der es gelöst hat?

Gibt es möglicherweise Gärtner oder Baumschule, die sich auf diese Problemlösung spezialisiert haben oder sich damit auskennen?

Gibt es Literatur zur Lösung dieses Problems?

Vielen Dank und liebe Grüße

Vitruvius
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Hallo Vitruvius!

Erstmal Willkommen im Forum! Leider oder vielleicht sollte ich sagen glücklicherweise, habe ich keinen solch kalt gelegenen Garten. Dennoch würde ich mal versuchen, dir zu helfen.

Als erstes fallen mir Erdbeeren ein, die ziemlich winterhart sind. Doch bevor wir zu den Pflanzen kommen, solltest du dir die wärmsten Stellen in deinem Garten suchen. Gemüse und Obst sollten möglichst den ganzen Tag Sonne bekommen (wenn sie denn scheint). Hast du einen solchen Platz? Vielleicht gibt es auch eine Mauer, die den Garten Richtung Norden schützen könnte. Außerdem niedrige Hecken als Umrandung für den Windschutz. Dazu wäre sicher eine Bodenanalyse nicht schlecht, damit du weißt welchen Boden du da überhaupt hast (sauer oder alkalisch, humos, lehmig oder sandig, fruchtbar oder mager).

Brombeeren, Himbeeren und Heidelbeeren kannst du auch versuchen. Außerdem wäre es sinnvoll eine Baumschule zu besuchen und dort nach regionalen Obstbäumen (Apfel, Zwetschge) zu fragen. Die haben dann eine kürzere Reifezeit und blühen spät.

Kohl ist immer gut, da auch winterhart. Allerdings ist Blumenkohl wohl der empfindlichste davon. Grünkohl, Weiß- und Rotkohl würde ich auch ausprobieren. Möhren, Radischen, Bohnen und Erbsen reifen schnell, die sollten auch gehen.

Bei Tomaten und Paprika würde ich nach Sorten suchen, die in anderen kalten Gebieten gedeien, z.B. russische Tomaten. Oder du stellst diesen Gemüsen eine kleines Folienhaus auf. Auch die Gurken würden sich darin sicher wohlfühlen.

Bei den Blumen wird es etwas schwieriger. Da müsstest du dich vielleicht an die alpine Flora halten. Akeleien blühen früh und bunt, botanische Primeln, verschiedene kleine Zwiebelpflanzen und Steingartengewächse.

Ansonsten kannst du Wicken und Kapuzinerkresse säen, die Wicken vertragen Frost und die Kresse wächst sehr schnell. Ringelblumen vielleicht auch noch. Alleine diese drei können einen tristen Garten schnell zu einem bunten Garten machen.
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Die einzige Pflanze, an die ich mich aus Urlauben im bayrischen Wald erinnern kann (vor 30 Jahren), sind Unmengen an Lupinen. Auf 700 Metern Höhe, an Hängen, die nach Süden bzw. Südwesten ausgerichtet waren.
Bilde mir auch ein, mal gelesen zu haben, Lupinen bevorzugten kalkarme Böden?
Jedenfalls muß man den Garten dann aber gut gegen Rehe gesichert haben, sonst trampeln die auf der Suche nach den Lupinen andere Sachen nieder.

Auf jeden Fall schön bunt.......


Im nächsten Frühjahr könnte man dann auch mal beobachten, welche Zwiebelblüher in der Nachbarschaft gedeihen, und diese dann selbst verbuddeln.
Ansonsten sollte man, wie Roadrunner sagt, auf alpine Pflanzen setzen (Südlage). Grasnelken sollten funktionieren. Ich schätze, daß viele Pflanzen in einem alpinen Steingarten ihre Blütezeit dann im Juni haben dürften. Die Zeit davor müßte man mit frühen Zwiebelblühern, die Zeit danach mit Sommerstauden füllen.




Stichwort "Kohl": ich würde auf die Sorten setzen, die man ohnehin bis in den Winter/Frost hinein erntet, also Grün- oder Rosenkohl, etc. Einfach im Frühjahr etwas später auspflanzen (sonnig); die Fröste im Herbst sind dann erst mal kein Problem.

Beerensträucher sollten auch gehen, denen machen auch kalte Winter nichts aus - bei der Auswahl der Arten und Sorten würde ich mich aber lokal/regional von einer Gärtnerei/Baumschule beraten lassen. Gerade bei Himbeeren könnte ich mir vorstellen, daß es in dem Klima Unterschiede macht, ob man sommer- oder herbsttragende Sorten wählt.




Es gibt sicher auch Obstbaumsorten, die man in der Höhe ausprobieren kann (im Internt wir u. a. der Weiße Klarapfel oft genannt); problematisch ist, daß frühblühende Sorten evtl. noch Frost in die Blüte kriegen, während andere Sorten, die zu spät ausreifen, in Eurem Klima vielleicht nicht mehr reif werden. Die goldene Mitte müßte es sein.
Aber es ist natürlich schon frustrierend, weil man bei Bäumen so viele Jahre darauf warten muß, um herauszufinden, ob es überhaupt was wird mit dem Ertrag. Bei Interesse schau mal in diesen Thread: http://forum.planten.de/index.php?topic=42224.0

Ich denke, das Microklima ist hier entscheidend. Wenn sich eine technisch geeignete Südwand findet, könnte man z. B. mal Spalierobst versuchen; das ist u. U. erfolgversprechender als ein freistehender Baum.
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Hallo und willkommen,

ich würde auch für normale Obstbäume die warme Hauswand vorsehen.
Ansonsten hilft immer der Blick über Nachbars Gartenzaun. :wink:
Vielleicht sind bei euch die Frühblüher dann erst sehr viel später dran, sollte ja aber nicht so tragisch sein.

Für das Gemüse eventuell ein Frühbeet vorsehen, damit wenigstens Radischen, Kohlrabi und Salat eine Chance haben.
Oder eben ein Gewächshaus vorsehen.

Viel Erfolg.
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Hallo vitruvius und willkommen im Forum!
Für wärmeliebendes Gemüse könntest Du es mit Sonnenfallen probieren. Das sind halbmondförmige Trockensteinmauern, die von der Sonne aufgeheizt werden und die Wärme speichern. Die Spitzen des Halbmondes sollen dabei nach Süden zeigen, so "fängt" die Sonnenfalle den ganzen Tag über die Wärme ein.
Wasser wirkt ebenfalls als Wärmespeicher, ich weiß aber nicht ob ein Teich im Garten einen großen Effekt hat.
Und, was schon angesprochen wurde, schau Dich nach regionalen und ggf. auch alten Sorten um. Die neuen Sorten sind natürlich auf großen Ertrag optimiert, dafür sind sie aber anspruchsvoller als die alten Sorten.

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