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In unserem Lexikon der Pflanzen sind die Pflanzenarten alphabetisch sortiert. Es werden alle Pflanzengattungen wie Gartenpflanzen, Zimmerpflanzen und exotische Pflanzen aufgeführt. Zu fast jeder Pflanze gibt es Angaben zum schneiden (Rückschnitt und Erziehungsschnitt) , wässern (wie viel Wasser und wie oft), düngen (welcher Dünger und wann muss gedüngt werden), Standort (sonniger, halbschattig oder im Schatten, Licht und Ansprüche), Erde (welcher Boden oder welches Substrat), Krankheiten (bekannte Schädlinge und Erkrankungen, Mittel wie Insektizide und Fungizide sowie Maßnahmen zur Bekämpfung).
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Picea pungens - Stechfichte, Blaufichte

Sa 11 Jan, 2014 11:50



Picea pungens - Stechfichte, Blaufichte

Familie: Pinaceae (Kieferngewächse)

Pflanzengruppe: Picea (Fichten)

Herkunft:
Die Stechfichte stammt aus den Rocky Mountains im Westen der USA. Von Idaho und Wyoming, südlich bis nach Arizona und New Mexico bildet sie in Höhenlagen zwischen 1800 - 3000 m einen Teil des Bergwaldes.

Verbreitung:
Die Stechfichte ist in Mitteleuropa, auch in Rußland winterhart, wo sie hauptsächlich in Gärten und Parks angebaut wird.

Habitus:
Bis 37 m Höhe, maximaler Brusthöhendurchmesser von 1,4 Metern. Jungbäume haben eine pyramidenförmige Krone, bei älteren Exemplaren sind die Zweige mehr hängend, unregelmäßig angeordnet und bilden eine offene Krone.

Blätter/Nadeln:
Picea pungens besitzt ein derbes Nadelkleid. Diese sind im Querschnitt viereckig und 2-3 cm lang. Sie stehen fast rechtwinklig von den Trieben ab. Sie besitzen einen scharf-zugeschnittenen Apex, der den Namen "Stechfichte" erklärt. Die Nadelfarbe kann variieren, wechselt zwischen gelbgrün/blaugrün und silber. Manchmal weisen sie einen abwischbaren, blaugrünen Wachsbelag auf. Die in Mitteleuropa angepflanzten Exemplare sind zumeist Züchtungen, sie weisen intensive blau-grau Färbungen auf, die den Namen "Blaufichte" erklären. Der Geschmack der Nadeln ist scharf und bitter.

Blüte:
Mit etwa 30 Jahren wird die Stech/Blaufichte mannbar. Sie ist einhäusig und getrenntgeschlechtig. In ihrem gesamten Gipfelbereich befinden sich gelbgefärbte und rotgetönte Blütenzapfen an den Spitzen von einjährigen Trieben. Die hellrosa bis hellrot gefärbten weiblichen Blütenzapfen werden häufig in der Krone gebildet.

Frucht/Zapfen:
Aus ihnen entwickeln sich dann die länglich bis zylindrisch geformten, samentragenden Zapfen, die 6 - 11 cm lang werden können. Zu Anfang sind sie grün gefärbt mit leicht rötlicher Tönung. Nach der Samenreife im August/September färben sie sich strohfarben.
Die Zapfenschuppen sind rautenförmig, leicht gewellt, dünn und zäh. Die Spitzen der Zapfenschuppen sind abgeflacht. Der Samen ist geflügelt.

Verwendung:
Forstliche Bedeutung hat sie keine, weder in Nordamerika wie auch anderswo. Sie neigt nämlich zur Abholzigkeit und ist sehr astreich. Die vielen Zuchtformen von ihr sind begehrt als Ziergehölze und Weihnachtsbäume. Als Weihnachtsbaum steht sie hinter der Nordmanntanne auf Platz 2.

Wurzeln:
Sie ist ein Flachwurzler, trotzdem kaum Windwurfgefährdet. Sämlinge wurzeln im ersten Jahr bis 6 cm tief.

Rinde/Borke:
Grau, etwas rötlich getönte Stammborke die bei jungen Bäumen schuppig ist. Bei Altbäumen hat sie relativ glatte Risse.

Holz:
Das ziemlich leichte, helle unde feinfasrige Holz ist anderen Fichtenarten sehr ähnlich. Es ist anfällig für Holzfäule.

Standortansprüche:
Sie bevorzugt kühl-mildes Klima mit niedrigen Sommertemperaturen und geringe Niederschläge im Winter. Weitgehend ist sie anspruchslos bezüglich ihres Standorts, bevorzugt aber nährstoffreiche, frische, sandige bis kiesige Lehme als Boden. Man findet sie in Tälern und auf sanften Hügeln. Sie ist keine Schattenholzart, verträgt gut hohe Luftemissionswerte. Trockene Standorte verträgt sie besser als jede andere Fichtenart. Bis etwa - 40° Grad ist sie frosthart. Selten bildet sie Reinbestände, sie steht oft gemischt mit verschiedenen Weidenarten, mit Populus angustifolia, der Douglasie, der Colorado Tanne und der Gelbkiefer. In höheren Lagen bildet sie Mischbestände mit der Felsengebirgstanne (Abies lasiocarpa) und der Engelmann-Fichte (Picea engelmannii).

Schädlinge und Krankheiten:

In ihrer nordamerikanischen Heimat ist sie kaum durch Krankheiten oder Schädlinge bedroht. Einjährige Nadeln werden manchmal von Nadelrosten der Gattung Chrysomyxa befallen. Diese rufen auch Hexenbesen hervor. Hauptsächlich in Dänemark befällt ein Pilz namens Lophodermium piceae die Nadeln der Stechfichte und verursacht große Schäden. Rhizosphaera kalkhoffii verursacht Nadelbräune, was zu hohen Nadelverlusten führt. Das geschieht hauptsächlich bei Christbaumkulturen in den USA. Hallimaschpilze und Kiefernfeuerschwamm begünstigen Wurzel- und Kernfäule. In Europa ist es die Sitkalaus welche die Stechfichten heimsucht, was zu Nadelverlusten führt.
Gegen Ozon und Salzwassergischt dagegen ist sie fast immun.

Substrat:
Sie bevorzugt wie alle Fichten leicht saure Böden, ein pH-Wert von 5 - 6 wäre ideal. Ansonsten ist sie ziemlich anspruchslos und gedeiht auf fast jedem Untergrund. Staunässe ist zu vermeiden. Gut durchlüftet sollte das Erdreich sein.

Allgemeine Anzuchtsanleitung:
Baumsamen, zumindest solcher von Arten der gemäßigten Breiten, tragen keimhemmende Stoffe in sich, die es abzubauen gilt. Dieses Abbauen wird stratifizieren genannt. Der Samen kommt dabei für eine bestimmte Zeit (von Baumart zu Baumart verschieden) bei einer Temperatur von 2-4 Grad in den Kühlschrank. Hinterher sollte man den Samen bei Zimmertemperatur im Wasserbad für 24 Stunden vorquellen lassen. Der Same bedarf zur Keimung eines bestimmten Wassergehalts.

Dann wird der Same in Kokosfaser oder in Anzuchtserde ausgesät und je nach Baumart mehr oder weniger mit Erde bedeckt. Hier kann eine Faustregel angewendet werden. Ein 5 mm großer Same kommt 5 mm unter die Erde. Es gibt auch hier Ausnahmen, wenn auch nicht viele.

Das Erdreich des Anzuchtgefäßes muss nach der Aussaat immer feucht gehalten werden, nass sollte es aber nicht sein, sonst tritt Schimmel auf.

Anzucht für Fichten:
Samen muss stratifiziert werden. 10 - 30 Tage bei Kühlschranktemperatur von 3- 7 Grad,
24 Stunden im Wasser vorquellen lassen. Dann in Anzuchterde oder Kokosfaser aussäen. Leicht mit Erde bedecken. Lichtkeimer! Erde feucht aber nicht nass halten.
Fichtensamen hat keine hohe Keimrate, sie dürfte zwischen 10 - 25 % liegen, manchmal auch darunter. Keimzeit nach Aussaat von Art zu Art verschieden. Normalerweise 10 - 30 Tage. Keimlinge wachsen anfangs sehr langsam, ab dem 2. Jahr dann schneller. Im Alter von 6-7 Jahren manchmal über 60 cm im Jahr.


Quellen: Stichpunkte von Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Picea_pungens

Re: Picea pungens - Stechfichte, Blaufichte

So 28 Sep, 2014 20:44

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