Nepentheszucht in Petrischale?

 
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Nepentheszucht in Petrischale?

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Gepostet: 02.03.2013 - 03:04 Uhr  ·  #1
Hallo Forum,

hat hier im Forum schon mal jemand versucht Nepenthes unter Sterilen bedingungen zu ziehen (Petrischale mit Nährboden)?
Ich werde das in nächster Zeit mal versuchen,da es aber etwas aufwändiger ist und ich mir in dem Punkt die Samen weitestgehend keimfrei zu bekommen noch etwas unsicher bin,wäre ich für jeden Vorschlag dankbar.
Ich muß dazu sagen,das ich in Sachen steril arbeiten schon einiges an Erfahrung habe.
Ich müßte also nur die Samen ohne zu schädigen äußerlich keimfrei bekommen.....nur wie???
Hat jemand eine Idee?

LG Micha
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Re: Nepentheszucht in Petrischale?

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Gepostet: 02.03.2013 - 07:29 Uhr  ·  #2
Hast du Ethanol 70% zur Verfügung? Ich würde sie auf eine glatte (saubere) Oberfläche legen und damit äusserlich einsprühen. Nicht grad dass sie drin schwimmen, aber so dass alle Stellen was abbekommen. Warten bis der Ethanol verdunstet ist und sie dann auf das Nährmedium bringen. Zusätzlich gibt es auch keimhemmende Substanzen (leider kenn ich mich nicht im Detail aus, welche das sind, aber schau mal Richtung "Zytostatika"), die man hinzufügen kann. Sie sollten dann jedoch den Keimling nicht beeinträchtigen.

Wenn du das Ganze unter einem Laminar Flow machen kannst, wäre das natürlich umso besser. Was hast du denn für Möglichkeiten steril zu arbeiten?
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Re: Nepentheszucht in Petrischale?

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Gepostet: 02.03.2013 - 19:38 Uhr  ·  #3
Hallo,

@ resa30....

Ich weiß nicht ob Du dich mit der Zucht von Speisepilzen auskennst!?
Da ich vor Jahren viel experimentiert habe mit der Zucht des Mycels auf Agar Nährböden,
bin ich auf die Idee gekommen Nepenthes auch auf einem Nährboden (eher auf Wasserbasis) zu
züchten.
Ich habe mir damals eine Haube aus Plexiglas gebaut mit fest integrierten Handschuhen.
Als erstes habe ich die Nährböden im Schnellkochtopf unter Druck sterilisiert,danach habe ich mein benötigtes Material sowie Nährböden auf den zu der Haube passenden Boden gestellt.
Die Haube drüber und einmal außenrum mit Klebeband verschloßen.
Im inneren der Haube versprühte ich dann ein geeignetes Desinfektionsmittel das dann alle Schwebeteilchen aus der Luft mit zu Boden nimmt.
So konnte ich ohne jede Kontamination das Mycel von einer Petrischale auf die vorher vorbereiteten
Nährböden verteilen.
Mit etwas Übung hat das hervorragend funktioniert!!
Und so in etwa möchte ich das mit den Samen der Nepenthes (oder Orchideensamen) machen,nur das es funktioniert sollten die Samen äußerlich keimfrei sein!
Ich werde mich mal über die von Dir vorgeschlagenen Mitteln informieren.
Vielen Dank schon mal für Deine Vorschläge.

Grüße Micha
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Re: Nepentheszucht in Petrischale?

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Gepostet: 02.03.2013 - 20:05 Uhr  ·  #4
Nein mit der Zucht von Speisepilzen kenne ich mich leider nicht aus.

Aber in der Pharmaindustrie verwendet man nach dem gleichen Prinzip (mit etwas mehr Hightech ) die sog. Isolatortechnik z.B. zur sterilen Abfüllung von Arzneimitteln, das ist vom Prinzip her eigentlich genauso aufgebaut, wie du es beschreibst:

http://www.bell-isolation-syst…ts/B90.jpg

Klasse, wie du das bei dir umgesetzt hast! Vielleicht könntest du in einem zweiten solchen System (oder zweimal hintereinander in deinem) auch die Samen desinfizieren, je nachdem welches Desinfektionsmittel du verwendest. Zuerst eine Runde die Samen darin desinfizieren, sie in eine Petrischale tun und in einem zweiten Durchgang dann das Umsetzen auf das Nährmedium?

Eventuell kannst du dir auch was aus dem Bereich der Gewebekulturen abschauen? Dort muss ja auch das Umsetzen auf ein Nährmedium klappen, ohne dass das Gewebe abgetötet wird? Ist leider aber auch nicht ganz mein Spezialgebiet...
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Re: Nepentheszucht in Petrischale?

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Gepostet: 02.03.2013 - 20:22 Uhr  ·  #5
Ich werde mich mal bei meiner Bekannten erkundigen,sie arbeitet im Labor bei einem Pharma Konzern.
Ich denke das mit etwas herumexperimentieren bestimmt etwas dabei raus kommt wo brauchbar ist!
Bei Orchideensamen ist es bestimmt einfacher,da das Innere einer Samenkapsel weitestgehend keimfrei sein dürfte!??
Oder vielleicht kann ich auch etwas mit in den Nährboden geben,das die Samen nicht abtötet aber Fremdkeime!?
Das müßte allerdings etwas sein,das durch die Hitze beim sterilisieren nicht unwirksam wird.
Oder etwas das ich mit einer sterilen Pipette nachträglich aufs Nährmedium geben kann!
Hat jemand eine Idee???

LG Micha
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