Kaktus - krank, befallen oder gesund?

 
Azubi
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Kaktus - krank, befallen oder gesund?

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Gepostet: 13.09.2021 - 23:17 Uhr  ·  #1
Hey!
Liebe Kakteen-Freunde,

ich muss gestehen ich bin in der Welt der Kakteen neu. Ich war zwar immer schon als Kind in den Botanischen Gärten begeistert von Ihnen, aber irgendwie habe ich mir meinen ersten eigenen Kaktus erst vor zwei Wochen gekauft. Ich habe ihn im Bauhaus gesehen und mich in Ihn "verliebt". Daraufhin habe ich ihn adoptiert. Leider stand nicht dabei um welche Art es sich handelt, also wenn ihr auch das wisst, würde ich mich freuen. ;-)

Aber jetzt zum eigentlichen Problem. Mir ist gestern aufgefallen, dass mein Kaktus weiße Punkte bekommen hat. Sie sind nicht wirklich pelzig. Ich als Laie würde es eher wie eine Kruste beschreiben. Sie sind noch sehr klein, aber ich möchte die Ursache so schnell wie möglich bekämpfen. Vielleicht bin ich auch einfach nur zu Vorsichtig und es ist eh nichts. Manche von Ihnen sind auch länglich und wirken wie Kratzer. Ich habe euch ein paar Bilder angehängt.

Ich habe die Pflanze einmal isoliert von meinen anderen. Falls es sich um einen Schädling handelt. Falls es eine Befall ist freue ich mich gerne um Tipps, wie ich den wieder los werde.

Danke für jede Diagnose und Hilfe!!!

Gruß
Bonobert
Mein Kaktus
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Mein Kaktus
Einer der Flecke
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Einer der Flecke
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Re: Kaktus - krank, befallen oder gesund?

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Gepostet: 14.09.2021 - 08:07 Uhr  ·  #2
Hallo und willkommen,


deine Flecke würde ich als ältere Beschädigungen diagnostizieren. Also nix gefährliches.

Dringend empfehlen würde ich dir allerdings, deinen Neuzugang umzutopfen in ein Substrat, welches den Kakteen mehr behagt. Also mehr in Richtung grober Sand/Kies. Dazu alle Erde weitgehend abschütteln.
Denk bitte dran, dass Kakteen sehr wenig Wasser benötigen, vorallem im Winter.
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Re: Kaktus - krank, befallen oder gesund?

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Gepostet: 14.09.2021 - 08:25 Uhr  ·  #3
Und wenn es schon ein Übertopf sein muss dann sollte er größer sein. Hier ist kein Platz, keine "Luft" zwischen Pflanztopf und Übertopf. So kann auf diesem Weg kein Wasser verdunsten.
Das ist besonders für Kakteen gefährlich.
LG Marion
Azubi
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Re: Kaktus - krank, befallen oder gesund?

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Gepostet: 14.09.2021 - 09:35 Uhr  ·  #4
Zur Art, es könnte ein Pilosocereus pachycladus sein... mit Betonung auf *könnte*, sicher ist das bei Kakteen mit der Bestimmung eigentlich nur bei Blüte. Bei denen sind Farbe, Dornen, Zahl der Rippen und sonst alles meist sehr variabel. Wieso ich aber auf den komme, wäre: bläulich angehaucht, aber nicht wie Pilosocereus azureus, eher unter 10 Rippen, Tal dazwischen tief und gerade, keine Höcker sonstwas, Dornen eher golden und Stachelpolster darunter auch, und in je einem Dornenkranz sind mal längere Dornen dabei, oft einer, oft nach außen. Das wäre woweit passend zum Tipp.

Substrat, wurde schon gesagt... Kakteen besser nicht in normale Blumenerde, die ist viel zu reichhaltig und verdichtet sich zu gut. Du wirst da draußen zu fast allen Arten Substratselbermischanleitungen mit religiöser Genauigkeit finden können, im Prinzip trifft es sich meist aber bei was, was dann für die Kakteen selbst für viele Arten funktioniert. Ich nehme meist, auch teils mangels besserem religiös genauen WIssen und Mangel an Verfügbarkeit religiös genauer Zutaten meinen Kakteeneigenmisch aus etwa 2 Teilen Splitt-Steinchen (da habe ich einen Kubikmeter von übrig) (einfach was wie Splitt, kleine spitze Steinchen halt) und 1 Teil Erde, wenn da mit etwas Sand. Gut mischen, Kaktus rein. Verluste bei mir bisher: 0,0 :-)
Der Sinn dahinter und warum es für viele Kakteen funktioniert, ist, dass du damit grob den natürlichen Standort nachmachst, die stehen meist in Wüsten, also Boden arm, steinig, aber daher im Ergebnis gut wasserleitend. Im Topf nachgebaut nennt man es gute Drainage, die ist für Kakteen lebenswichtig, Staunässe vertragen die nicht, sind keine Sumpfpflanzen. Die Steinchen halten vor allem die Erde locker und geben dadurch eine gute Wasserleitung. Bei Sand, wenn man Art und Ansprüche nicht weiß, eher Vorsicht, der macht zwar im Boden dasselbe, ist aber auch fix mal eine Aussage über den pH.

Gleich nächster allgemeiner Kakteen-Tipp für die meisten Arten: Wenn der blühen soll, braucht er eine Winterruhe, einige mehr, andere weniger. Die, die nicht, denen schadet sie aber auch nicht. Meine kommen etwa Oktober bis April ans helle Kellerfenster, bei 10° etwa. Da findest du auch für jede Art religiös genaue Sonderwünsche, aber bei 10 treffen sie sich eigentlich alle. Immer weniger gießen, dadurch geht die Transpiration runter, darüber endet das Wachstum und er kommt in die Ruhephase. In der werden die Blüten angelegt. Bei vielen Arten gilt daher: Keine Winterruhe = keine Blüten, denn dann wird gesoffen, gespeichert, und gewachsen, damit man noch mehr speichern kann.

(keine Sorge, habe anfangs auch beides falsch gemacht, aber s.o. ist der Durchschnittskaktus zufrieden)
Pflanzendoktor*in
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Re: Kaktus - krank, befallen oder gesund?

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Gepostet: 14.09.2021 - 20:13 Uhr  ·  #5
Hallo zusammen
Zitat geschrieben von Vanessa Passiflora

… Splitt-Steinchen (da habe ich einen Kubikmeter von übrig) (einfach was wie Splitt, kleine spitze Steinchen halt) und 1 Teil Erde, wenn da mit etwas Sand.
(…)
Die Steinchen halten vor allem die Erde locker und geben dadurch eine gute Wasserleitung.
«Splitt» ist ein sehr unspezifischer Begriff und bezeichnet eher die äussere Form denn die Eigenschaften des mineralischen Zuschlagstoffes. Ich persönlich kenne Splitt vor allem als nichtporöses Material, und dies soll es idealerweise nicht sein. Zwar hat das Beimischen von solchem auch auf eine gewisse Art einen dauernässereduzierenden Effekt, aber nicht wie gewünscht: Es nimmt als nicht wasserspeichernder Bestandteil schlicht Platz im Topf weg für wasserspeichernde Erde, die Grösse des Speichers wird verkleinert. Einen kleineren Topf zu verwenden, hätte dieselbe Auswirkung. Um ein lockeres, luftiges Substrat zu erhalten, verwendet man grobes, poröses Material wie Bims, Lava oder Blähtonbruch.

Bei Sand, der meist auch aus nichtporösem Material besteht, ist die Grobheit wichtig. Je feiner der Sand, desto mehr Wasser bleibt durch Adhäsion zwischen den Körnern hängen. Im unglücklichsten Fall von feinstem Vogelsand kann eine dauerfeuchte, luftfreie Pampe entstehen, in der Wurzeln schnell ersticken.

Bei der Erdkomponente achte man auf Torffreiheit. Kakteen sollen zwischen den Wassergaben und im Winter abtrocknen. Torf verwandelt sich aber beim Austrocknen in eine kompakte Masse, die nur schwer wieder feucht zu bekommen ist und dabei auch noch schrumpft und damit feine Wurzeln zerreissen kann.

LG
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Azubi
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Re: Kaktus - krank, befallen oder gesund?

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Gepostet: 19.09.2021 - 20:50 Uhr  ·  #6
Danke für die ganzen Tipps. Ich habe und werde sie weiterhin befolgen. Vielen Dank!
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Pflanzenkrankheiten & Schädlinge

Worum geht es hier?
Krankheit oder Schädling? Braune Blätter, kleine Tiere, was tun?
Neben den verbreiteten Schädlingen wie Blattläuse, Spinnmilben, Wollläuse, Schmierläuse, Schildläuse, Thripse, Weiße Fliege und Trauermücken gibt es auch häufige Pilzerkrankungen wie echten und falschen Mehltau, Rost und Schimmel, die zu Flecken und Schäden an der Pflanze führen. Neben den chemischen Mitteln wie Insektizide und Fungizide gibt es auch oft gute Hausmittel zu Bekämpfung der Krankheiten oder Schädlinge. Ein optimaler Standort bezüglich Licht und Boden, die richtige Erde oder ein neues Substrat sowie regelmäßiges Düngen können eine Pflanze stärken und unanfälliger gegen Schädlingsbefall und Krankheiten machen.

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