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Fünfte Jahreszeit im Staudenbeet

Mo 25 Sep, 2006 6:27



Aus vollen Töpfen schöpfen
Fünfte Jahreszeit im Staudenbeet


Frauen mit 60 suchen sich jüngere Liebhaber, Männer mit 70 machen noch den Motorradführerschein: So oder ähnlich ist es, wenn der Mensch den zweiten Frühling erlebt! Doch auch in der Pflanzenwelt gibt es so etwas wie ein Wiederaufblühen im Herbst: Auch der Garten gibt noch einmal richtig Gas. Der Abschied vom Sommer kann also lang werden, denn im Herbst blüht es feurig! Kräftig rote Spornblumen (Centranthus ruber), purpurrote hochwüchsige Herbstanemonen (Anemone hupehensis) und leuchtend violette Herbstastern lassen vergessen, dass der Sommer eigentlich schon vorbei ist. Einige Stauden blühen sogar noch in erfrischenden Sommerfarben und setzen auffällige Farbakzente in den ansonsten herbstlichen, gelb, rot und orange belaubten Gärten. Der blaue Rittersporn protzt mit seiner Nachblüte, wenn er im Sommer zurückgeschnitten wurde. Die teilweise gefüllten Blüten der Japananemone (Anemone-Japonica-Hybriden) erstrahlen in klarem Weiß. Wer mehr Farbe in sein Leben bringen möchte, kann dies jetzt besonders leicht: An den noch milden Tagen lockt die Herbstsonne in die klare Luft, der Aufenthalt in der Natur schmeichelt den Sinnen. Darüber hinaus: Mensch kann nach einem träge-gemütlichen Sommer wieder tätig werden, denn Herbstzeit ist auch Pflanzzeit! Gerade dann ist die Auswahl für den Garten im Fachhandel besonders groß, gibt es Gehölze und Blumenzwiebeln, bietet der Staudengärtner Frischgetopftes an. Spaten und Blumenerde warten schon!

Fitter Gärtner, schöner Garten

Aus Topf und Container leuchten dem motivierten Hobbygärtner im Herbst vielerlei Stauden entgegen: Chrysanthemen, Sonnenbraut (Helenium), Mädchenauge (Coreopsis), Sonnenblume (Helianthus), Fackellilien (Kniphofia), Fetthenne (Sedum) und Kreuzkraut (Ligularia). Wenn sie nun gepflanzt werden, können sie in der noch warmen Gartenerde vor dem Winter viele neue Wurzeln bilden und treiben im Frühjahr umso kräftiger wieder aus. Keine Scheu vor Pflanzen ohne Blätter: Die Qualität einer Staude erkennt man am Wurzelballen ? er muss fest sein und sollte kräftige Bodenknospen zeigen. Da Stauden während des Winters einziehen, sehen die Blätter auch bei den Herbstblühern nicht immer einladend aus ? eine schöne, gesunde Blütenpracht gibt es trotzdem. Es ist ratsam, Stauden in Gruppen von etwa vier oder fünf Exemplaren zu pflanzen, dann schmücken sie den Garten am wirkungsvollsten. Manche Stauden vertragen jetzt auch einen Rückschnitt. Jedoch nicht alle: Einige Arten sollten erst im Frühjahr gestutzt werden, wie Kugeldistel (Echinops spec.), Alant (Inula spec.), Hirse (Panicum virgatum) und Staudensonnenblume (Helianthus atrorubens). Im Winter zeigen sie schöne Frucht- und Samenstände, in denen Reif oder Tau wunderbar glitzert. Außerdem dienen sie Vögeln und Insekten als wichtige Nahrungsquelle.

Indianersommer der Stauden

Wenn sich Bäume und Sträucher zu verfärben beginnen, wandelt sich auch das Farbkleid einiger immergrüner und wintergrüner Stauden. Der Schneefelberich (Lysimachia clethroides) beispielsweise wird zu einer orangerot leuchtenden Schönheit. Etwas bekannter und ebenso schön sind die Herbstblätter der Bergenien, die jetzt eine karmin- oder weinrote Färbung annehmen. Verschiedene Rottöne entzünden auch einige Storchschnäbel (Geranium), die Schaumblüte (Tiarella cordifolia) und einige Kletterpflanzen wie der Wilde Wein (Parthenocissus spec.). Viele Gartenbesitzer sind nicht nur stille Genießer, sondern laden ihre Freunde zum Herbstfest in den bunten Garten ? mit Federweißer und Zwiebelkuchen.
PdM

Bilder
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Diese Staude bringt mit ihren Blüten Abwechslung in den Herbstgarten: Sedum, zu Deutsch Fetthenne. In Kübel gepflanzt verschönert sie auch Balkon und Terrasse.
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