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Einen Heidegarten gestalten

Mo 25 Sep, 2006 11:31



Für frische Farbe ist ein Kraut gewachsen:
Heidenreiche Herbststimmung


Ein paar Schritte nach draußen und schon ist es geschehen: Mitten im Herbst steht man in einem Feuerwerk der Farben ? die Heide blüht. Es ist das untrügliche Zeichen für den Herbst, wenn die vielen kleinen Blüten in den schönsten Rot-, Violett- und Rosatönen, gemischt mit reinem Weiß, leuchten. Wer jetzt nur die typischen Heidelandschaften Norddeutschlands vor dem inneren Auge hat, sei eines Besseren belehrt: Auch vor der eigenen Haustür lässt sich ein wunderschöner Heidegarten en miniature gestalten.

Sonnenanbeter

Heidegärten erfreuen sich seit Jahren einer immer größer werdenden Beliebtheit. Sie sind anspruchslos, pflegeleicht und bieten mit der richtigen Sortenauswahl fast das ganze Jahr über einen abwechslungsreichen Anblick. Heidegärten benötigen viel Sonne, daher ist eine Südlage ideal. Bei anhaltender Trockenheit muss allerdings zusätzlich gewässert werden, damit die Pflanzen nicht austrocknen. Wer einen größeren Heidegarten plant, kann leichte Hügel und Sandwege in die Gestaltung aufnehmen, um das natürliche Aussehen von Heidelandschaften nachzubilden. Auch Findlinge oder mächtige Baumwurzeln bieten die Möglichkeit, natürliche Formen und Strukturen in den Heidegarten zu bringen. Solche Elemente lassen sich auch hervorragend in kleinere Gärten integrieren. Blühende Heidegärten sind nicht nur eine Augenweide, sondern gleichzeitig wertvoller Lebensraum für viele Insekten, Vögel und andere interessante Kleinstlebewesen.

Leuchtkraft

Eine wichtige Gattung der Heidegewächse ist die Besenheide (Calluna vulgaris). Dieser Zwergstrauch, der zwischen dreißig und fünfzig Zentimeter hoch wird, benötigt einen relativ nährstoffarmen, kalkfreien Boden, der tief gelockert und mit Humus angereichert wird. Calluna vulgaris-Sorten sind aufrecht oder flach wachsend und in verschiedenen Farbtönen erhältlich: Es gibt sie mit weißen, rosafarbenen, roten und fast violett-roten Blüten, einfach oder gefüllt, sowie mit hell- bis dunkelgrünem, gelblichem, bronzefarbenem oder rot-braunem Laub. Je nach Sorte blüht die Besenheide von Juni bis in den November, aber ihre Hauptblütezeit liegt in den farbenprächtigen Herbstmonaten September und Oktober. Seit einigen Jahren ist das bestehende Callunensortiment um die so genannte Knospenheide erweitert. Der Vorteil dieser Pflanzen besteht aus ihrer späten und langen ?Blütezeit?. Die Besonderheit dieser Callunen besteht darin, dass die Knospen eben nicht aufblühen und daher auch nicht verblühen können. Sie bleiben im Knospenstadium stehen und leuchten als farbige Knospen bis tief in den Winter hinein. Im Gegensatz zu herkömmlichen Sorten sind ihre Knospen ausgesprochen robust und wetterfest. Die farbigen Kelchblätter, die als Schutzhülle die Knospen umhüllen, überstehen sogar Minusgrade von bis zu -10° C problemlos. Knospenheide gibt es in allen klassischen Heidefarben. Einige Sorten haben ferner gelbes Laub, das zusätzlich zu den Blüten in der Sonne leuchtet.

Partner für den Herbst

Beliebt ist in Heidegärten die Kombination der früh blühenden Besenheide mit der winterblühenden Schneeheide (Erica carnea), die abgesehen von sehr tiefen Frösten winterhart ist. Im Gegensatz zur Besenheide gedeiht sie auch auf typischem Gartenboden, wenn er genügend Humus enthält. Ihre Hauptblütezeit dauert von Dezember bis in den April, einige Knospen öffnen sich jedoch bereits im November. Sie ist mit weißen, roten und rosafarbenen Blüten erhältlich. Auch Erica gracilis, die Glockenheide, gehört seit jeher zum Repertoire eines Heidebeetes. Diese zierliche Heidepflanze leuchtet von Oktober bis in den Dezember hinein. Ihre Farbpalette reicht von reinem Weiß über verschiedene Rosatöne bis hin zu kräftigem Rot und Rot-Violett. Neben den Heidegarten-Klassikern wie Eriken und Callunen gibt es eine breite Auswahl an Begleitpflanzen. Strukturgebend wirken Gräser, wie zum Beispiel das Pfeifengras, oder verschiedene Gehölze, die auch in der natürlichen Heidelandschaft vorkommen, wie Birken, klein bleibende Kiefern, Säulenwacholder oder auch Ginster.

Pflanztipp:

Pflanzen Sie Heidekraut immer in nach Sorten geordneten Gruppen, um den für Heidebeete typischen Farbenteppich zu erzielen. Achten Sie jedoch darauf, die Pflanzen nicht zu dicht nebeneinander zu setzen, da die einzelnen Exemplare Platz für ihre Entwicklung benötigen. Bei Neupflanzung empfehlen sich 10 bis 12 Pflanzen pro Quadratmeter. Berücksichtigen Sie schon vor der Pflanzung die Blütezeiten, Blüten- und Laubfarbe sowie die Wuchskraft der einzelnen Sorten, um eine optimale Wirkung zu erzielen.

Tipp für Balkon- und Terrassenbesitzer:

Kein herbstlicher Balkon oder Terrasse ohne Heidekraut! Wer keinen Garten hat, kann sich mit Heidepflanzen einen farbenfrohen Herbst in Kübel und Balkonkästen schaffen. Entweder in verschiedenen Farben unter sich oder in Kombination mit anderen Herbstblühern wie zum Beispiel Gräser, Chrysanthemen, Veronica, Topfmyrthe, Günsel oder Silberblatt , zögern Heidegewächse mit ihren vielen bunten Blüten den Beginn des Winters hinaus und lassen die Herbstsonne umso intensiver erscheinen.
CMA

Bilder
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Eine Heidelandschaft en miniature lässt sich problemlos im eigenen Garten gestalten. Fehlt nur noch die Heidschnucke ...
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