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Eichhornia, die Wasserhyazinthe

Fr 03 Aug, 2007 6:36



Aparte Schwimmerin für Glasgefäße:

Wie wär´s denn mal mit einem Mini-Teich auf dem Tisch, im Regal, auf der Anrichte oder auf der Fensterbank? Wasserhyazinthen gehören zu den rosettig wachsenden Schwimmpflanzen und treiben mit ihren dekorativen Blättern auf der Wasseroberfläche. Hier halten sie sich mithilfe ihrer dick angeschwollenen Blattstiele, die mit einem luftigen Gewebe gefüllt als Schwimmblasen fungieren. Wasserhyazinthen kommen besonders gut zur Geltung, wenn sie in Glasvasen oder Glasschüsseln schwimmen, denn auch ihr filigranes Wurzelwerk ist hübsch anzuschauen. Eine Dekoration mit Wasserhyazinthen sorgt besonders in den warmen Monaten über Wochen für einen kühlen, erfrischenden Anblick.

Die Wasser- und Sumpfpflanze Eichhornia wurde nach dem preußischen Minister Johann Albert Friedrich Eichhorn (1779?1865) benannt. Zwei oder drei Arten wachsen bei uns in den Wasserpflanzenhäusern botanischer Gärten, als Aquarienpflanzen und in heizbaren Wasserbecken im Freien. Dort können sie dann auch von Juni bis September zur Blüte gelangen.

Tonnen schwer
Was man der aparten Wasserhyazinthe nicht ansieht, ist die Tatsache, dass diese ursprünglich im südamerikanischen Amazonasgebiet beheimatete Pflanze zu einer gefürchteten Wasserplage geworden ist. Sie kam auf Grund ihrer attraktiven lilafarbenen Blüten gegen Ende des 18. Jahrhunderts in einen Botanischen Garten in Java. Von dort breitete sie sich, vermutlich achtlos in einen Fluss geworfen, rasch über die Tropen Asiens aus. Sie gelangte nach Afrika und in die USA. Im Jahr 1962 führte z.B. der Kongo bei Kinshasa pro Stunde 150 Tonnen Eichhornien. Das Vermehrungsvermögen der Pflanzen wurde in den USA erforscht und man fand heraus, dass im Verlauf einer Vegetationsperiode (außerhalb der Tropen wohlgemerkt und damit bei bedeutend langsamerem Wachstum) aus 10 Pflanzen ein dichter schwimmender Teppich wird, der mit etwa 655.000 Pflanzen ungefähr 0,4 Hektar abdeckt und ca. 30 Tonnen wiegt. Mit ihrem enormen Wachstum blockierten die Pflanzen Schifffahrtswege, Landwirtschaft (Reisfelder) und Fischerei. Früher bekämpfte man die Wasserhyazinthen mit Pestiziden, heute versucht man sie zu nutzen: zur Zellstoffgewinnung, als Brennstoff oder Dünger. In Nordthailand werden aus den getrockneten Stängeln sogar attraktive Flechtmöbel hergestellt.

Wasserhyazinthen sind der Deko-Hit
In unseren Breitengraden sind Wasserhyazinthen zum Deko-Hit avanciert. Gerade Glasgefäße, die in der Innendekoration wieder voll im Trend liegen, sind wie geschaffen für naturnahe und frische Dekorationsideen mit Wasserpflanzen. Gleichgültig ob transparent oder zart eingefärbt, Glasgefäße verschaffen Durchblick auf das faszinierende, schwimmende Grün.

Bilder
Eichhornia.jpg
Eine Dekoration mit Wasserhyazinthen sorgt vor allem in den warmen Monaten über Wochen für einen kühlen, erfrischenden Anblick.
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