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Die Kiefern - Pinus

Mi 29 Aug, 2007 7:42



Kiefern weltweit

Die Waldkiefer Mittel- und Nord- sowie Osteuropas ist bei weitem nicht die einzige Kiefernart auf der Welt ? insgesamt gibt es etwa 100 Arten, darunter die Zucker-Kiefer mit 50 Zentimeter langen Nadeln und die Coulter-Kiefer mit drei Kilogramm schweren, dornigen Zapfen.

Einige dieser Arten werden außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes auch in unseren Regionen angepflanzt. Hierzu gehört die Bergkiefer der Alpen und südeuropäischen Gebirge, deren besondere Form der kleinwüchsigen ?Latsche? als Gartenpflanze eine gewisse Beliebtheit erlangt hat. Die Schwarzkiefer Österreichs und Südeuropas, die durch ihre langen Nadeln, großen Knospen und den dunklen Stamm gegenüber der heimischen Waldkiefer sehr viel mächtiger wirkt, findet sich recht häufig in Parks.

Eine üppige Benadelung zeichnet eine weitere Kiefernart aus, die Arve oder Zirbelkiefer, beheimatet in Sibirien und den Alpen. Sie wird bis über 1.000 Jahre alt ? und ist damit bei weitem immer noch nicht die Kiefernart, die das höchste Lebensalter erreicht. Das ist der kalifornischen ?Grannenkiefer? vorbehalten, deren ältestes lebendes Exemplar 4.600 Jahre alt ist und damit als ältester überhaupt lebender Baum der Welt gilt.

Während die recht kleinwüchsige Grannenkiefer bisher kaum in Europa angepflanzt wurde, hatte man vor wenigen Jahrzehnten große Hoffnungen in eine andere amerikanische Kiefernart gesetzt ? in die Strobe oder Weymouths-Kiefer mit ihren langen, weichen Nadeln. Eine Pilzkrankheit, der ?Strobenblasenrost?, setzt dem Anbau dieser Baumart jedoch sehr enge Grenzen. Heute wird sie überwiegend nur noch in ehemaligen Mooren zur Schmuckgrüngewinnung gepflanzt. Die Zweige werden in der Vorweihnachtszeit als ?Silbertanne? angeboten.

Die wenigsten der weltweit etwa 100 Kiefernarten sind also derzeit in Europa bekannt ? doch ihre Zeit kommt vielleicht erst noch. Bisher sind nur einzelne Arten frosthart genug, um in unseren Breiten zu überleben. Sollten in der künftigen klimagewandelten Welt die harten Winter wegfallen, hätten diese Arten, die meist auch lange Dürren vertragen, vielleicht einen Überlebensvorteil gegenüber den heimischen Baumarten, die mit Trockenphasen nicht zurechtkommen, wie zum Beispiel die Buche.
IDgS

Bilder
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Die Kiefern gelten als ?Pioniere?: Sie besiedeln meist als erste Baumart Böden, die zum Beispiel durch Übernutzung zerstört waren, so wie hier eine ehemalige Wanderdüne in der Lüneburger Heide.
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