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Der Garten, Dein Bisschen vom Paradies

Fr 17 Apr, 2009 6:48



Genuss Garten

Humanistisch geprägte Zeitgenossen begründen die starke Anziehungskraft von Grün mit der Urerfahrung vom Schutz, die der Wald den frühen Menschen bot. Wo es Grün gab, war außerdem Wasser, dort konnte der Mensch Nahrung und Beute finden. Andere glauben, die Vertreibung aus dem Paradies sei der Ursprung der Sehnsucht der Menschen nach Ruhe. Wie auch immer, man ist sich einig: Gerade der moderne Mensch benötigt den Garten als die erholsame Gegenwelt zur täglichen Anspannung im Beruf. Aber nicht nur da, seit einigen Jahren kennen Psychologen sogar das Phänomen vom Freizeitstress - schließlich heißt die Erwartung in allen Lebensbereichen heute: schneller, höher, weiter ...

Back to the roots?

Wen wundert, dass Trendforscher in der Gesellschaft ein neues Naturbedürfnis ausmachen. Der Mensch formuliert heute Bedürfnisse an die Natur als eine Oase der Entspannung, als Reservat für die Seele und als Privatissimum für den Ausdruck der eigenen Persönlichkeit. Der Garten ist gestaltete Natur auf eigenem überschaubarem Raum. Er soll alle Sinne ansprechen: es soll plätschern, duften, blühen und fruchten; komponierte Farbspiele im Sommer zeigen Bilder, wie sie die Expressionisten kaum malen können. Neu auf der Wunschliste vieler steht heute der Schwimmteich. Ein natürlicher Regenerationsbereich mit Sumpfpflanzen und nahezu unberührter Natur geht über in einen kristallklaren Schwimmteich. Wenn die Ränder fachmännisch angelegt sind, ist er auch keine Gefahr für Kinder. Wunderbar, wenn auf so schöne Weise auch ökologische Ziele wie Regenwassermanagement erfüllt werden. Wer einen Schwimmteich haben kann, will sich nicht mehr mit hundert anderen in den chlorhaltigen Wassern öffentlicher Badeanstalten tummeln. Das sanfte Plätschern des eigenen Teiches ist faszinierend und bietet mehr als die bloße Abkühlung an heißen Sommertagen. Wann haben Sie zuletzt eine Libelle gesehen? Oder sich wie ein Trapper gefühlt: Im Herbst wird der Garten zu einem privaten Indian Summer und leuchtet in allen Feuerfarben. Selbst der winterliche Garten ist nicht einfach nur trist und kahl, sondern wird mit künstlichen Lichtquellen gezielt beleuchtet und kann auf seinen gepflasterten Wegen auch bei zweifelhaftem Wetter im wahrsten Sinne begangen werden.

Von Sinnen
Alle Gartenbesitzer suchen in ihrem Garten Entspannung. Manche indem sie im Garten arbeiten. Immerhin ist das Tun im eigenen Garten inzwischen auf die vorderen Plätze der liebsten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen gerückt! Wie wunderbar ist doch die Mattigkeit nach dem Rasenmähen, wenn der frische Rasenschnitt noch intensiv duftet ... nicht zu vergleichen mit der Anstrengung am Arbeitsplatz! Wie stolz ist der Hobbygärtner, wenn die Tulpen blühen, auf die er seit dem Pflanzen der Zwiebeln fast ein halbes Jahr warten musste: Der Lohn der Gartenarbeit ist immer eine sinnliche Erfahrung. Manch andere wollen den Garten zwar auch mit allen Sinnen erleben, aber überlassen die Gartenarbeit lieber den Fachleuten. Schließlich macht man ja auch den Ölwechsel am eigenen Wagen nicht selbst! Landschaftsgärtner sind diejenigen, die mit Pflanzen- und Materialkenntnis, einem geschulten Blick für das (technisch) Mögliche und - optimalerweise - einer guten Menschenkenntnis ans Werk gehen.

Auf den Geschmack gekommen
Dauerhaft genießen kann man den Garten, wenn von der Gartenplanung bis zur Anlage und danach mit fachmännischer Pflege dafür gesorgt ist, dass er den Bedürfnissen seiner Bewohner entspricht. Viele Gartenbesitzer kommen auf den Geschmack und schulen ihre Aufmerksamkeit im Garten. Wer die Natur zu erkennen lernt, wird diese Erfahrung auch außerhalb des Gartens zu nutzen wissen. Wann haben Sie zuletzt mit geschlossenen Augen die Oberfläche verschiedener Blätter erfühlt? Nichts ist für Kinder lehrreicher und prägender als die angstfreie Naturerfahrung im eigenen Garten. Sicher hat es zwei Seiten, wenn die fünfjährige Tochter mit zerkratzen Waden aus den Brombeeren kriecht oder ein Schneckenwettrennen veranstaltet, aber ihre Augen leuchten anders als nach dem Spiel mit Barbiepuppen. Wissen Sie noch, ob sich eher Holunder- oder Haselnusszweige für den Flitzebogen Ihres Filius eignen? Wenn Fragen offen bleiben, fragen Sie einfach beim nächsten Besuch des Landschaftsgärtners nach dieser oder jener Pflanze.

Der Weg führt zum Ziel
Theoretisch könnte man sich eine Woche Urlaub nehmen, allerlei Werkzeug und Material kaufen, um den eigenen Garten zu bearbeiten, Beete anzulegen, Stauden zu teilen und Gehölze einzupflanzen. Zugegeben, einen Gartenteich auszuheben und zuverlässig abzudichten, eine Trockenmauer aufzuschichten oder ein Natursteinpflaster zu legen, wird die körperlichen und fachlichen Fähigkeiten der meisten Gartenbesitzer überfordern. Auch der Rückschnitt eines größeren Baumes oder der Hecke trifft nicht wirklich die Kernkompetenz eines Büromenschen, ganz abgesehen von dem Problem, dass hinterher so viel Holz zu entsorgen ist. Es gibt eben sinnliche Erfahrungen, die man nicht unbedingt selbst machen muss! Schließlich soll der Garten auch repräsentativen Zwecken dienen; eine fachmännische Gartenpflege ist auf den ersten Blick und auf Dauer zu erkennen. Vielleicht ist es besser, in das nächste Fitness-Center zu gehen, während der Landschaftsgärtner den Garten auf Vordermann bringt. Schön, wenn Sie zu gegebener Zeit die Balkonkästen und Gefäße am Hauseingang in den Trendfarben der Saison bepflanzen.

Quelle: BGL

Bilder
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Man muss nicht jede Erfahrung selbst machen! Aber den Ruhepol und die Gegenwelt zum hektischen Alltag finden immer mehr Menschen im Garten.
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