Blumenzwiebeln - Die Tulpe und andere Zwiebeln

 
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Blumenzwiebeln - Die Tulpe und andere Zwiebeln

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Gepostet: 17.10.2006 - 01:21 Uhr  ·  #1
Städte, Märchen und Musik:
Blumenzwiebeln mit Persönlichkeit


Vorfrühlingsanemone, Strahlenanemone oder Balkan-Windröschen ? deutsche Namen können ganz schön verwirren, wenn sie alle die gleiche Pflanze meinen. In diesem Fall geht es um eine zierliche, schon im März blühende Blume, die botanisch Anemone blanda heißt. Auch für viele andere Pflanzen gibt es mehrere deutsche Bezeichnungen. So ist mit Lilienschweif, Steppenkerze und Kleopatranadel ebenfalls ein und dieselbe Pflanze gemeint. Die drei Namen bieten schon einen Hinweis auf die eindrucksvoll langen, kerzenartig schlanken Blütenstände. Der botanische Name für diese prachtvolle, im Juni blühende Pflanze lautet Eremurus ? eine Bezeichnung, die zwar Klang hat, unter der man sich aber im Gegensatz zu den sehr bildhaften deutschen Namen nichts vorstellen kann.

Weltweit einheitlich

Um Missverständnisse und Verwechslungen von Pflanzenarten auszuschließen, verwenden Gärtner häufig die botanischen Namen, die im allgemeinen aus dem Griechischen oder Lateinischen stammen. Der Artname besteht wie bei Anemone blanda aus zwei Wörtern und erleichtert auch den weltweiten Handel mit Pflanzen. Egal, ob englisch- oder französisch-, hebräisch- oder afrikaanssprachiges Ausland ? die botanischen Namen werden in Gärtnereien von Kanada bis Südafrika eindeutig verstanden. Durch Züchtung entstehen immer wieder neue, bisher nicht bekannte Pflanzensorten. Diese können auch einen deutschen oder englischen Namen tragen. Manchmal lässt er Rückschlüsse auf eine Eigenschaft der entsprechenden Pflanze zu, doch er kann auch zu Ehren einer bestimmten Person gewählt worden sein oder an einen Ort erinnern. Bei der Anemone blanda ?Blue Shades? weist er auf die Blütenfarbe hin. Das gleiche gilt für die Anemonen-Sorten ?Pink Star? und ?White Splendour?.

Lasst Zwiebeln sprechen

Besonders groß ist die Auswahl interessanter Namen bei Tulpen. Von ?Abba? bis ?Yokohama? reichen die Namen auf den Blumenzwiebelverpackungen. Sie bieten eine Fülle an Möglichkeiten für ganz persönliche Geschenkideen im Herbst, denn damit die Zwiebeln im Frühling blühen, müssen sie jetzt in die Erde und sind deshalb nur im Herbst erhältlich. Das Pflanzen ist sehr leicht und viele Sorten eignen sich auch für Gefäße. So kann man sowohl Gartenbesitzer als auch Balkon- oder Terrassennutzer mit einem individuellen Geschenk überraschen, z.B. mit Tulpenzwiebeln wie ?Menton? oder ?Monte Carlo? als Erinnerung an einen schönen Urlaub in Südfrankreich. Die Verkaufsverpackung der Blumenzwiebeln besteht meist aus einem Netz aus Kunststoff. Statt die Zwiebeln einfach darin zu lassen, können sie besser in einem kleinen Weidenkorb überreicht werden, der mit Efeuranken und herbstlich gefärbten Blättern von Wildem Wein dekoriert wurde.

Namen sind Möglichkeiten

Auch zum Überreichen eines Geschenkes, das optisch wenig bietet, eignet sich solch ein schön dekorierter Korb voller Zwiebeln mit passendem Namen. Verbunden mit einer Einladung, einem Gutschein oder einem Reiseführer in Taschenbuchform wird daraus ein ganz individuell zusammengestelltes Geschenk. ?Barcelona?, ?Capri?, ?Casablanca? und ?Los Angeles? sind Tulpensorten, die den Namen schöner Reiseziele tragen. Näher liegende Ziele finden sich im Hyazinthensortiment: die himmelblau blühende ?Delft Blue? und die hellgelbe ?City of Haarlem?. Für Wanderer und Wintersportler bietet sich eine cremeweiß blühende Tulpe mit dem Namen ?Winterberg? an. Einige Tulpensorten tragen Vornamen wie ?Carola? und ?Esther?. Ob ?Verona? nach einer Frau benannt wurde oder nach einer Stadt in Italien, lässt sich nicht sagen, doch auf jeden Fall ist diese Tulpe sehr schön, denn sie blüht in reinem Weiß. Die Tulpe mit dem Namen ?Sweetheart?, die weiß-gelb blüht, eignet sich ebenfalls als ein besonderes Geschenk für einen ganz besonderen Menschen. ?Pinocchio? und ?Rotkäppchen? sind ideal für kleine Gärtner und Märchenfreunde. Beide Tulpensorten bleiben relativ klein und können in Töpfen oder Kästen wachsen. Die Zwiebeln der nur etwa 20 cm hohen Tulpe ?Rotkäppchen? ? übrigens die Blumenzwiebel des Jahres 2006 ? sind im Handel oft unter dem Namen ?Red Riding Hood? zu finden.

Die Welt der Musik

Jetzt also heißt es, den nächsten Frühling zu planen und dabei kann es auch sehr musikalisch zugehen, z.B. mit einer abwechslungsreichen und äußerst wohlklingenden Tulpenkollektion: ?Abba?, ?Gander?s Rhapsody?, ?Golden Melody???Giuseppe Verdi? und ?Johann Strauß? bringen von März bis Mai Farbe in den Frühlingsgarten. Wer keine Blumenzwiebeln mit einem passenden Namen als Geschenk für sich oder andere findet, kann auch in verschiedenen Tulpengruppen Außergewöhnliches entdecken. Denkbar ist z.B. eine Kollektion verschiedener Malertulpen. Bei ihnen spielen die markanten Farbmuster der Blüten eine Rolle: Diese Tulpen haben mehrfarbige, gestreifte bzw. geflammte Blüten, die an Blumen auf Gemälden aus der Rembrandtzeit erinnern. Je weiter die Pflanzzeit voranschreitet, um so geringer wird die Auswahl. Also am besten nichts wie los und Frühlingsüberraschungen besorgen, bevor die Pflanzzeit für Blumenzwiebeln Ende November schon wieder vorbei ist!

Tipp:

Tulpenvielfalt


Weil es so viele Tulpen gibt, hat man das große Sortiment unter anderem nach der Blütenform in verschiedene Gruppen eingeteilt: Die Papageitulpen beispielsweise haben tief eingeschnittene Blütenblätter, oft mit sehr schönen Farbverläufen, und die Crispa-Tulpen verblüffen mit stark gefransten Blütenrändern, die so aussehen, als ob sie mit Zuckerkristallen besetzt sind. Lilienblütige Tulpen wie die gelb blühende ?West Point? und die orangefarbene ?Ballerina? wirken mit ihren schlanken, zugespitzten Blüten äußerst elegant; Päonienblütige Tulpen wie ?Mount Tacoma? und ?Miranda? haben so dicht gefüllte, üppige Blüten, dass sie tatsächlich eher an Pfingstrosen ? botanisch Paeonia ? als an Tulpen erinnern.

Blumenzwiebeln:
Überraschend einfach


Neuland zu entdecken ist spannend, jedoch nicht immer ohne Risiko. Es gibt aber auch Entdeckungsreisen, bei denen man immer gewinnt. Expeditionen in die Welt der Pflanzen und des Gärtnerns gehören dazu, denn sie bieten viele neue Eindrücke und Erfahrungen: Ein Garten, sei er auch noch so klein, ist immer in Veränderung ? mal blüht hier, mal keimt dort etwas, und es gibt oft Neues zu sehen. Besonders eindrucksvoll wird diese Entdeckungsreise im Frühjahr, wenn die sommergrünen Bäume und Sträucher noch ohne Laub dastehen und die ersten Zwiebelblumen ihre Knospen öffnen. Manch einer bringt sich um diese spannende und neue Erfahrung, weil er glaubt, keinen Grünen Daumen zu haben. Das ist schade und muss nicht sein! Es gibt so viele Pflanzen, dass sich für jeden Kenntnisstand geeignete Arten und Sorten finden lassen.

Neues entdecken

Wenn Gartenneulinge nicht sicher sind, welche Pflanzen sich für sie eignen, können sie im Gartencenter oder in der Gärtnerei nach pflegeleichten und anspruchslosen Sträuchern oder Stauden fragen. Auch viele Blumenzwiebeln, die jetzt im Herbst in die Erde kommen, sind ideal für Menschen ohne Gartenerfahrung. Die Auswahl ist groß: Neben Tulpen, Narzissen und Hyazinthen gibt es weniger Bekanntes zu entdecken, wie z.B. Zierlauch und kleine Zwergiris. Auch bei Vertrautem ist die Abwechslung größer als mancher denkt. So wissen viele zwar, dass Traubenhyazinthen (Muscari) blau blühen, doch es gibt auch eine schöne Sorte mit weißen Blüten, Muscari botryoides ?Album?. Narzissen bieten ebenfalls Außergewöhnliches. Die meisten blühen gelb, doch einige haben weiße oder zweifarbige Blüten und auch die Form der Blüten kann deutlich variieren ? achten Sie mal darauf und lassen Sie sich überraschen.

Welche Farbe hätten Sie gerne?

Das Farbenspektrum der Tulpen ist besonders groß und auch bei der Blütenform gibt es deutliche Unterschiede: Die so genannten Lilienblütigen Tulpen z.B. haben sehr schlanke Blüten mit elegant nach hinten geschwungenen Blütenblättern. Andere Tulpen faszinieren mit stark gewellten, äußerst farbenfrohen Blüten, die an das bunte Gefieder von Papageien erinnern. Es gibt Tulpen, die 60 cm hoch werden und solche wie die gelb-weiß blühende Zwergsterntulpe Tulipa tarda, die mit nur 15 cm klein bleiben. Diese Vielfalt macht es leicht, Blumenzwiebeln und Knollen zu finden, die sich auch für Balkon- und Terrassengärtner eignen. Die kleinen Traubenhyazinthen (Muscari armeniacum) und kleinbleibende Iris (Iris reticulata) z.B. gedeihen wie die Zwergsterntulpe gut in Töpfen und bringen schon früh im nächsten Jahr leuchtendes Himmelblau oder dunkles Violett auf Balkon und Terrasse.

Selber pflanzen ? und die Spannung steigt

Natürlich kann man im Frühjahr auch in kleinen Töpfen wachsende Tulpen, Narzissen oder andere Zwiebelblumen kaufen, die in Gärtnereien kultiviert wurden und kurz vor der Blüte stehen. Doch dann verpasst man die spannende Zeit der Erwartung und der Vorfreude auf die kleinen und großen Frühlingsboten. Das Pflanzen im Herbst bietet außerdem viel mehr Gestaltungs- und Kombinationsmöglichkeiten und die Auswahl schöner Sorten ist erheblich größer als im Frühling. Wichtig für eine gute Blüte im Frühlingsgarten ist, dass die Zwiebeln noch im Herbst in die Erde kommen, denn sie brauchen die Kälte des Winters für ihre Entwicklung: Die niedrigen Temperaturen sind ein wichtiges Signal für die Zwiebel, damit sie Blüten bildet.

Einfach starten

Das Pflanzen der Zwiebeln ist ganz einfach und geht schnell, denn es wird nur ein Blumenzwiebelpflanzer oder eine kleine Pflanzkelle benötigt. Die im Frühjahr blühenden Blumenzwiebeln gedeihen in jedem Boden, vorausgesetzt, er ist locker und bietet einen guten Wasserabzug: Obwohl die Zwiebeln anspruchslos sind ? stauende Nässe vertragen sie nicht. Ein sonniger oder leicht schattiger Standort ist ideal. Die Spitze der Zwiebeln muss beim Pflanzen nach oben weisen, denn aus der breiten, unteren Seite entwickeln sich die Wurzeln. Die Pflanztiefe ist auf den meisten Verpackungen angegeben. Wenn sie fehlt, hilft eine Faustregel weiter: Die Zwiebeln werden etwa zweimal so tief gepflanzt wie sie hoch sind. Nach dem Pflanzen sollte man sie gut angießen, damit sie optimalen Kontakt zum Boden bekommen. Dünger brauchen sie nicht. Die Zwiebeln haben genügend Nährstoffe gespeichert, um aus eigener Kraft im nächsten Jahr auszutreiben und im Garten oder auf dem Balkon für farbenfrohe Frühlingsimpressionen zu sorgen.
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Nichts wie los bevor es zu spät ist: Die Zwiebeln von Tulpen, Hyazinthen und anderen Frühlingsblühern müssen jetzt gepflanzt werden.
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Ein ganzer Korb voll Frühlingsglück: Schon wenn der Winter zu Ende geht, recken die ersten Anemonen ihre Blüten der Sonne entgegen. (Anemone blanda ?Blue Shades?)
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Die Greigii-Tulpe 'Red Riding Hood', zu deutsch Rotkäppchen, beeindruckt mit ihren schön geformten, roten Blüten und auffallenden, dekorativen Blättern.
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Wie gemalt: Tulpen beeindrucken vor allem mit ihren leuchtenden, oft weithin sichtbaren Blütenfarben. Auch ein Blick von nahem lohnt, denn manche haben kunstvoll gedrehte, geschlitzte oder gefranste Blätter. (Papagei-Tulpe)
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Für den Frühlingsanfang auf dem Balkon: Anemonen und Zwergnarzissen wirken zart und zerbrechlich. Sie sind aber in Wirklichkeit sehr robust und blühen schon zu Beginn des neuen Gartenjahres. (Iris reticulata ?Harmony?, Anemone blanda ?Blue Shades?)
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Ideal für den mobilen Garten: Viele Zwiebelblumen eignen sich gut für die Bepflanzung von Gefäßen. Narzissen sind überraschend abwechslungsreich.
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