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araucaria heterophylla - Zimmertanne

von iriri

Warum werden Zimmertannen als Zimmertannen verkauft, wo sie doch sowas von ungeeignet fürs Zimmer sind?

Sie brauchen viel Licht, am besten von allen Seiten, damit sie auch richtig schön gleichmäßig wachsen können und das was noch viel wichtiger ist, sie brauchen kühlere Temperaturen! Im Sommer mögen sie kühlere Standorte so 18-22 Grad und im Winter darf es ruhig bis nahe dem gefrierpunkt gehen.
Warum zum Teufel werden sie dann als "Zimmertanne" verkauft? Kann mir mal einer sagen wer ihnen in seiner Wohnung oder Haus einen solchen Standort bieten kann? Mag sein das der eine oder andere jetzt sagt, das sie im Wintergarten super Bedingungen haben, aber was passiert dann wenn die Tanne so groß geworden ist, dass sie die Decke berührt? Was passiert dann mit den tausenden riesigen Pflanzen??? Richtig, es wird ein neuer Abnehmer gesucht! Wer aber soll sie denn abnehmen, wenn sie nicht einmal mehr in den eigenen Wintergarten passt? In den Garten pflanzen kann man sie ja nicht, da sie nicht winterhart ist!
Zurückschneiden kann man sie leider auch nicht. Was bitte passiert jetzt nun mit all den wunderschönen oder viel wahrscheinlicher durch falsche Haltung unschönen "Zimmertannen"?
Ich will gar nicht daran denken, wieviele noch unglaublich junge Araucaria heterophylla Bäume jährlich vernichtet werden und auf dem Müll landen, weil sie für das "Zimmer" so ungeeignet sind!

Das schlimme ist, es sind nicht die Käufer daran Schuld, auch wenn diese sich vorher hätten informieren können, nein ihnen wird durch den falschen Begriff "Zimmer"tanne vorgegaukelt sie würden eine ach so tolle Zimmerpflanze erwerben!

Ich gehöre selbst zu eben diesen Käufern. Vor drei Wintern habe ich kurz vor Weihnachten eine "Zimmertanne" gekauft. Da damals kein Platz für einen richtigen Weihnachtsbaum da war, schien dieser kleine "Weihnachtsbaum" im Topf perfekt! Ich hatte mich nicht informiert, wieso auch, überall wurden kurz vor Weihnachten eben diese "Zimmertannen" verkauft. Da nahm ich an, dass sie den Winter über auch in der normal beheizten Wohnung verbringen könnten.
Doch Pustekuchen! Schon in diesem Winter begann das damals noch recht kleine Bäumchen an, die Äste hängen zu lassen und von unten her Nadeln zu verlieren. Spätestens dann beginnt jeder sich über die vermeintlichen Pflegefehler zu informieren. Und siehe da, die "Zimmertanne" sollte im Winter gar nicht erst im Zimmer stehen, es sei denn man kühlt das Zimmer auf maximal 10 Grad herunter.
Der zweite Winter war noch schlimmer, denn obwohl ich wusste das die Tanne nicht im Zimmer überwintern konnte, hatte ich leider keine alternative gefunden. Obenrum wuchs und untenrum trocknete jährlich ein Stockwerk.
Im dritten Winter ist mir eingefallen das Schwiegermutti einen gemeinschafts Wintergarten im Haus hat und schwupps landete die Tanne für den Winter dort. Es hat mich total gefreut das sie dieses Mal ihre neuen Äste nicht hat hängen lassen. Eigentlich wollte ich die Tanne gleich dort lassen, nur mit den ersten höheren Temperaturen war es dort natürlich auch nicht mehr optimal. Ihre Nadeln begannen vereinzelt an zu trocknen.
Den Frühling, Sommer und den Herbst verbrachte sie auf dem Balkon und diesen Winter kommt sie wieder zu Schwiegermutti.

Scheint ja vorerst eine sinnvolle Lösung zu sein. Aber für wie lange? Irgendwann wird sie zu groß für den Transport werden und was mache ich dann?

Ich könnte mich echt in den Hintern treten! Ich bereue sie gekauft zu haben ohne mich vorher informiert zu haben! Versteht mich nicht falsch! Ich liebe meine kleine Tanne, aber ich habe das Gefühl egal wie schön und super sie sich jedes Jahr entwickeln wird, irgendwann wird es leider kein schönes Ende für sie nehmen. Und selbst wenn ich einen Abnehmer finden werde, liegt es auch dann nicht auf der Hand was mit diesem Baum passieren wird?
Es tut mir richtig weh zu sehen wie großartig sie sich mittlerweile entwickelt sie aber keine Chance haben wird aus dem Jungpflanzen stadium hinaus zu wachsen.

So bleiben mir jetzt wenigstens noch einige Jahre in denen ich mich über sie freuen kann und ihr die Haltungsbedingungen so angenehm wie nur irgend möglich zu gestalten.

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8. März 2016

Es ist wohl an der Zeit, zu berichten, wie es meiner Zimmertanne in der Zwischenzeit ergangen ist.
Naja, ich habe ihn letztes Jahr viel zu spät eingeräumt...
Ich war der Meinung alle Pflanzen, die Frost nicht ab können, wären schon in Sicherheit gebracht worden und vergaß, dass dieser noch draußen stand. Nach mehreren Wochen Frost gab ich ihn nochmal meiner Schwiegermutter, in der Hoffnung er würde sich im Wintergarten noch mal berappeln. Leider muss ich verkünden, er hat es nicht mehr geschafft.

xxx
Ich habe heute ein paar Blumen nicht gepflückt, um dir ihr Leben zu schenken.

Christian Morgenstern


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RE: araucaria heterophylla - Zimmertanne

von gürkchen

Hast du sehr gut geschrieben =D>
Leider habe ich auch eine geerbt.
Noch ist sie nicht so groß und werde versuchen ihr ein gutes Zuhause zu geben.
Eine Nachbarin hat sie mir gegeben,sie ist umgezogen und hatte keinen Platz mehr...
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RE: araucaria heterophylla - Zimmertanne

von GinkgoWolf

Sehr guter Beitrag über eine "falsch verstandene" Pflanze!

Letztens war ich mal wieder im Botanischen Garten Berlin, die dort im Baumfarn-Gewächshaus auch eine Zimmertanne haben. Die Ausmaße dieses Baumes waren wirklich gewaltig! :shock: Dakommt man unwillkürlich ins Staunen und fühlt sich klein und unbedeutend...
Was fällt uns ein, ein solches Geschöpf, dass für solches (Höhen-)Wachstum gemacht ist, in einen Topf zu stecken und zu hoffen, er bliebe auf ewig so klein und zierlich? Dass wir glauben, sie mit Schnittmaßnahmen klein halten zu können (und doch nur ihre stattliche Aura zerstören?).

Ich bin froh, dass mein Freund schlussendlich nun doch keine Zimmertanne mehr haben wollte. Eine solche Pflanze in einer Plattenbauwohnung ist noch grotesker als in einem Wintergarten, an dem sie demnächst durch die Decke stößt...

lg
Henrike
Bilder
IMG_2898.JPG
das ist der zugehörige Stamm zum Baum
IMG_2899.JPG
der stattliche Baum im Botanischen Garten Berlin
"Das ist die Hoffnung", sagte Ginkgo zu Wolf. "Es wird immer einen Weg geben, immer weiter gehen. Leben, das heißt in Bewegung zu sein."
(Ginkgo und Wolf: Bifröst und das Darüber hinaus)

Ich kenn viele Pflanzen! Aber noch nicht alle^^
 

2 Antworten • Seite 1 von 1

 
 
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