GinkgoWolfs Blog
Allerhand Grünes, Morbides und Philosophisches...
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Anzuchten April 2020

permanenter Link von GinkgoWolf am Di 28 Apr, 2020 19:23

Am Sonntag, dem 26. April widmete ich mich dem ersten Teil meiner Anzuchten für dieses Jahr.
Angefangen hatte alles mit dem Schneiden meines Lavendels.
Wie das Schnittgut da so vor mir lag, dachte ich mir, es wäre doch viel zu schade, wenn ich das nur in den Hausmüll geben würde. Stattdessen wollte ich mich an einem Vermehrungs-Experiment wagen.
Ich hatte in einem meiner Kräuterbücher gelesen, dass man zum Vermehren des Lavendels halbreife Stecklinge verwendet (also Triebstücken, die noch nicht verholzt sind) und das die beste Zeit dafür im Spätfrühjahr ist. Da mein Lavendel bereits an den alten Trieben recht gut ausgetrieben ist, habe ich eine ganze Menge an halbreifen Trieben für die Vermehrung übrig. Und Spätfrühjahr haben wir derzeit auch noch.

Lavendel-Anzucht über halbreife Triebstecklinge

Als erstes holte ich für die Vermehrung Kokos-Quelltabletten aus dem Keller, legte sie in ein Zimmergewächshaus und gab Wasser dazu, damit sie aufquellen. In der Zwischenzeit bereitete ich alles andere für die Anzucht vor und stellte z.B. eine kleine Schale mit Bewurzlungshilfe bereit. Ich verwende für diese Zwecke immer Neudofix von Neudorff, eine Bewurzlungshilfe auf Algenbasis.

Dann nahm ich mir die Stecklinge vor und suchte mir zuerst einmal die kräftigsten Triebe aus. In der Hinsicht sollte man nicht sparen und immer die gesundesten, kräftigsten, best entwickelsten Triebe aussuchen - die haben gemeinhin die besten Chancen auch anzuwachsen.

Die Kokos-Quelltabletten sind in der Zwischenzeit aufgegangen, dann kann's ja losgehen.

Für die Vermehrung schneidet man die frischen Triebspitzen ab und entblättert sie auf den unteren 1-2cm. Anschließend tupfte ich sie vorsichtig in die Bewurzlungshilfe, sodass dieser Bereich möglichst gut das Stäubchen annimmt. Dann vorsichtig das überschüssige Material abklopfen und den frisch präparierten Steckling in eine von den Kokos-Quelltabletten stecken und behutsam andrücken, damit er gut Substratkontakt hat.
So mit allen anderen Stecklingen weiterverfahren.

Anzuchten_200426_(1).jpg
Anzucht über Kokos-Quelltabletten vorbereiten...
Anzuchten_200426_(2).jpg
... das Stecklingsmaterial auswählen...
Anzuchten_200426_(3).jpg
... den künftig Steckling behutsam in Bewurzlungshilfe tun...
Anzuchten_200426_(4).jpg
... dann die Lavendelstecklinge in die Kokos-Quelltabletten stecken
Anzuchten_200426_(5).jpg
das fertig bestückte Zimmergewächshaus mit den Stecklingen
(von links gesehen 16 Töpfchen mit Lavendelstecklingen, dann eine Reihe Rosmarin und in den Töpfen Salbeistecklinge

Die restliche Vorgehensweise dürfte jedem geläufig sein: das fertige Zimmergewächshaus an einen hellen Platz stellen, ab und an lüften (damit sich kein Schimmel bildet) und aufpassen, dass nix austrocknet. Und... warten....

Außer dem Lavendel probierte ich auf diese Weise auch die Vermehrung von Rosmarin und Salbei. Bei Rosmarin wird diese Methode eigentlich nicht empfohlen und man macht es auch nicht im Spätfrühjahr, sondern im Sommer aus neuen Trieben, die sich nach der Blüte bilden. (Zumindest meinem Kräuterbuch entsprechend.) Auch den Salbei vermehrt man (laut Buchquelle) eher über so genannte Absenker.
Wenigstens den Salbei hatte ich bereits vorab im Wasserglas bewurzelt; diese setzte ich auch ein, in Töpfe.

Na ja, ich werde ja sehen was draus wird.

Erste Aussaaten

Da ich mit meiner Stecklingsanzucht bereits auf dem Pfade der Pflanzenvermehrung wandelte, machte ich im Anschluss mit den Aussaaten weiter. So habe ich in der bereits aufgehängten Vertikalbegrünung bunt durcheinander eingesät (darüber berichte ich gesondert in einem extra Beitrag). Und dann nahm ich mir die ersten Anzuchten zum Vorkultivieren vor.

Anzuchten_200426_(6).jpg
Aussaat von Helianthus annuus 'Ballad'

Meine erste Anzucht waren Zwerg-Sonnenblumen.
Die Sorte heißt 'Ballad', ist eine F1-Hybride und wird nur ca. 20-30cm hoch. Damit ist sie eigentlich genau das richtige für meinen kleinen, aber feinen Balkon. Allerdings ist die Sorte pollenfrei, was insbesondere Allergikern zugute kommt. Inwiefern das nachteilig für meine (Wild-)Bienen ist, werde ich vllt noch herausfinden.
Ich dachte mir vor allem: bevor sie einfach so vertrocknen, könnte man sie ja trotzdem aussäen. Wenn sie mir nicht gefallen, brauch ich sie ja nächstes Jahr nicht wieder zu kaufen. Und kaufen müsste ich sie wieder, denn als F1-Hybride ist sie in ihren Eigenschaften nicht "samenfest", sprich ihre Nachkommen haben wieder ganz andere Eigenschaften.

Ich säte die Sonnenblumen einzeln in Töpfe aus wie ich das eigentlich immer mit großen Samen mache. Dann hat jeder schon sein eigenes "Abteil" und man einfacher eingreifen, wenn z.B. Schimmel oder so was einzelne Keimlinge befällt. Des weiteren mögen z.B. Gurkenpflanzen das Pikieren nicht so gerne.

Anzuchten_200426_(7).jpg
Aussaat von Malva sylvestris 'Zebrina', Cosmos bipinnatus und Lavatera trimestris

Als zweites säte ich Malven aus.
Ich erinnere mich noch gut an meine Wilde Mauretanische Malve aus dem Aussaatwettbewerb 2017, die sehr viel Anklang bei den Bienchen gefunden hatte. Natürlich muss wieder so ein Gewächs auf meinen Balkon!
Die ersten Malven, die ich aussäte, waren allerdings keine Mauretanischen Malven, sondern gestreifte Wilde Malven der Sorte 'Zebrina' und Bechermalven der Art Lavatera trimestris. Und weil die Keimlinge dieser beiden Pflanzen sich sehr ähnlich sind - sie stammen immerhin beide aus der Familie der Malvaceaen - säte ich (sozusagen als "Kontrollsaat" wie man das von Radieschen kennt) noch eine Reihe Cosmos, also Schmuckkörbchen dazwischen.

Natürlich wurde alles mit Schildern markiert. Ich wüsste sonst hinterher wohl nicht mehr, was ich da eingesät hätte und müsste hinterher "ins Grüne" raten. 8-[

Anzuchten_200426_(8).jpg
Aussaat der Cerinthe major purpurescens

Und als drittes säte ich Wachsblume (Cerinthe major purpurescens) aus. Ich hatte vor einiger Zeit Saatgut dieser Pflanze gekauft, weil wohl auch vom Nabu oder so ein Experiment mit dieser Pflanze bezogen auf die Bedeutung von Hummelbestäubung ausgelobt worden war. :-k Als "Versuchspflanze" war die Wachsblume ausgesucht worden.
Ich hatte zwar Saatgut der Pflanze gekauft, aber nicht bei der Versuchsreihe mitgemacht. Und so lag das Saatgut mehr oder weniger vergessen noch in meiner Aussaatkiste herum. Aber dieses Jahr! säe ich sie aus. Und dann werden wir ja sehen, wie "hummelbeliebt" oder "bienengeliebt" sie wirklich ist!
Bild

Ich staunte erstmal über die Größe des Saatguts! Gar nicht so klein, so ein Samenkorn... Dazu gehört in der Regel auch eine nicht gar so kleine Pflanze...
Ähnlich wie die Sonnenblumen kamen sie also in kleine Töpfchen.

Anzuchten_200426_(9).jpg
die fertigen Anzuchten im Zimmergewächshaus

Zu guter Letzt goss ich alles mit der Ballbrause an und stellte das mit den Aussaaten bestückte Zimmergewächshaus auf's Fensterbrett im Wohnzimmer. Nun heißt es wohl: warten....

Wobei ich heute festgestellt habe, dass meine Cosmos, also die "Kontrollsaat" bereits anfängt zu keimen. Ähm... hups! So war das ja nun eigentlich nicht gedacht...

Egal, wenn die ersten meiner Aussaaten (abgesehen von den Cosmos) zu keimen beginnen, gibt's ein Update. Und vllt fang ich dann schon etwas anderes an auszusäen.

Bleibt gespannt!
Bilder
"Das ist die Hoffnung", sagte Ginkgo zu Wolf. "Es wird immer einen Weg geben, immer weiter gehen. Leben, das heißt in Bewegung zu sein."
(Ginkgo und Wolf: Bifröst und das Darüber hinaus)

Ich kenn viele Pflanzen! Aber noch nicht alle^^

Kommentare

RE: Anzuchten April 2020

permanenter Link von Tamarinde am Mo 04 Mai, 2020 12:03

Oh ja, die Malve von 2017!

Ich habe sie noch im Garten stehen/liegen und hoffe, dass sie gut und reichblühend wieder kommt – sie ist nämlich hier auch Futterquelle für die neu angesiedelten Feuerwanzen (neben den Stockrosen) und die mag ich so :D ... Samen hatte ich überall im Garten verstreut, aber keine Ahnung, ob da was kommt.
Was heißt hier, meine Pflanzen wären tot? – Sie wachsen nur etwas knusprig!