GinkgoWolfs Blog
Allerhand Grünes, Morbides und Philosophisches...
Grünes von meinen Hibis, vom Balkon und von unterwegs;
Morbides von vergessenen und verlassenen Orten;
Philosophisches von Ginkgo und Wolf
:)

Mein Blog: vielseitig interessiert, genau wie ich :wink:

GinkgoWolfs Blog

Urban Gardening: Prinzessinnengarten Berlin-Kreuzberg

permanenter Link von GinkgoWolf am Sa 26 Okt, 2013 20:04

Bild

Dieser hier vorgestellte Grüne Ort ist für die Freunde desselben und die ansässigen Bewohner ein ganz besonderer Platz – und das mitten in Berlin-Kreuzberg. Die Idee war ganz einfach: Auf einem Stück unbebauten Landes sollte ein riesiger Gemeinschaftsgarten entstehen. Es war ein Gedanke von Studenten und anderen Menschen jenseits des Expertentums.
Platz bot dafür eine innerstädtische Brache, zugemüllt und mit Pionierpflanzen überwuchert, die auf der Schutthalde Fuß zu fassen versuchten.

Von Anfang an als ein "Garten für alle" gewollt, bestand die erste Aufgabe im gemeinschaftlichen Entmüllen. Der Aufruf erschien strittig, denn wer würde an einem Wochenende mit allerschönsten Sonnenschein bereitwillig eine Brache entrümpeln? Doch das Interesse der Leute war groß - und es ist es immer noch.

Bild

Der nötige Platz war verfügbar, Wasser und Strom waren es jedoch nicht.
Doch auf dem Gelände des heutigen Prinzessinnengartens wuchsen nicht nur dornige Robinien, sondern auch kreative Ideen. Für Wasser in Notzeiten sorgen große Wassertanks, die das Regenwasser für Zeiten, in denen es notwendig wird, sammeln.

Bild

Bild

Das notwendige Substrat war ebenso schnell gefunden: Um aber die benötigte Menge zu begrenzen und doch das Optimum für die Nutzpflanzen zu bewerkstelligen, wurde der "Mobile Garten" ins Leben gerufen.
Alte Bäckerkisten wurden zu Stapelbehältern und ließen selbst Starkzehrern wie Kürbis und Zucchini ihren Platz. Und manche handwerklich begabte Hand zimmerte die Kiste aus alten Brettern selbst zusammen.

Bild

Statt auf dem Acker zu vielen werden Kartoffeln jede für sich in einem Reissack angebaut. Praktisch, denn für das Anhäufeln, was ja notwendig ist, um viele Kartoffeln zu bekommen, wird der Sack zu Anfang nicht bis oben hin gefüllt. So kann er später noch hochgekrempelt und aufgefüllt werden.

Bild

Eine ebenso kreative Idee á la Prinzessinnengarten ist das Salatregal: Die einzelnen Pflanzen stehen jede für sich in einem Tetrapak oder einer Milchtüte, die mit Kabelbindern an ein Gitter oder eine Stahlmatte gebunden werden.
Dank dieser Konstruktion wird nicht nur Platz gespart. Das Wasser von der oberen Reihe, welches durchläuft, kommt der folgenden unteren Reihe zu Gute.

Bild

Bild
Puffbohne

Um das Klettern der Bohnenranken zu ermöglichen wurden zwischen die Bäckerkisten alte Baustellenzäune integriert. In den Kisten stehen auch nicht sehr gebräuchliche Sorten wie die Stangenbohne 'Blauhilde' oder die Puffbohne 'Rotsemige'.

Bild

Überhaupt finden sich auf dem Gelände des Prinzessinnengartens viele bekannte und auch relativ unbekannte bzw. in Vergessenheit geratene Nutzpflanzen. So auch der Amaranth. Viele kennen seinen Bruder, den Fuchsschwanz als Zierpflanze, doch nur wenige wissen von der Kraft des Powerkorns Amaranth. Nährstoffreich und sehr gesund kann es als Bereicherung im Müsli oder pur gegessen werden.

Bild

Bild

Aus der einstigen Brache hat sich also ein einzigartiger Grüner Ort entwickelt, der seinesgleichen sucht. Zumindest von anderen wird er gefunden. Denn wenn ein warmer Sommertag die Menschen in den Prinzessinnengarten lockt, so werden diese feststellen, was das für ein summender, brummender und krabbelnder Ort inmitten von Häuserzeilen und Straßenlärm ist.
Die Bienen kommen in jedem Fall aus nächster Nähe. Die Stadtimkerei boomt und Hausdächer werden zum Stützpunkt vieler Bienenvölker. Die Pflanzen des Prinzessinnengartens profitieren sehr wohl davon.

Und für alle, deren Interesse nun geweckt sein sollte:

Bild

Auch wenn Zaun und Eingangstor nicht so sehr einladend ausschauen, lohnt sich ein Blick hinein.
Zu unterschiedlichen Terminen können auch Pflanzen geerntet und auf dem Gelände gekauft werden. Nur sollte man nicht vergessen, dass hier eine Möhre noch "mehrbeinig" sein kann und damit sich rein optisch vom Supermarktgemüse unterscheiden darf. Dafür schmeckt sie vielleicht auch besser.
Und recht oft wird auch zu Kochkursen eingeladen.
Natürlich kann man auch einfach mal so vorbeischauen. Interesse ist immer erwünscht.

Wie komme ich hin?

U-Bahn-Linie U8 bis Moritzplatz
"Das ist die Hoffnung", sagte Ginkgo zu Wolf. "Es wird immer einen Weg geben, immer weiter gehen. Leben, das heißt in Bewegung zu sein."
(Ginkgo und Wolf: Bifröst und das Darüber hinaus)

Ich kenn viele Pflanzen! Aber noch nicht alle^^

cron