GinkgoWolfs Blog
Allerhand Grünes, Morbides und Philosophisches...
Grünes von meinen Hibis, vom Balkon und von unterwegs;
Morbides von vergessenen und verlassenen Orten;
Philosophisches von Ginkgo und Wolf
:)

Mein Blog: vielseitig interessiert, genau wie ich :wink:

GinkgoWolfs Blog

Herbst Anzucht 2020

permanenter Link von GinkgoWolf am Do 03 Sep, 2020 22:57

Wahrscheinlich fragt ihr euch, was man denn im Herbst noch anzüchten bzw. vermehren kann...
Na, zum Beispiel Fette Henne!
(Mit "Fette Henne" meine ich die beiden Arten der hohen Sedum, also Sedum telephium und Sedum spectabile - die, die ich beide leider nicht voneinander unterscheiden kann... :roll: )

Dass ich Fette Henne aktuell in der Vermehrung habe, ist auch einem Zufall geschuldet.
(irgendwie reiten mich immer irgendwelche Zufälle...)
Tatsächlich habe ich mein Vermehrungsgut draußen vor einer Mülltonne für Grobmüll/ Hausmüll auf unserem Müllplatz gefunden.
Echt wahr!
Und das verstehe ich ehrlich gesagt auch nicht...

Da reißen wildfremde Leute die Sedumstängel irgendwo ab, aber statt die "Beute" mit nach Hause zu nehmen, schmeißen sie die Pflanzenteile irgendwohin. Um es mit einem Zitat aus meinem Lieblingsfilm "Drachenzähmen leicht gemacht zu sagen: "Ey, das macht mich so was von sauer!!" Solche Leute haben echt keinen Respekt! Schlimm genug, dass sie marodierend irgendwelche Pflanzenteile irgendwo abreißen... - nein, sie werfen sie bei der nächstbesten Gelegenheit in irgendeine Ecke!
Bild

20200903_210427.jpg

Na, jedenfalls habe ich die beiden Stängel natürlich nicht liegen gelassen, sondern mitgenommen, um daraus.... - ihr ahnt es schon...! - natürlich: neue Pflanzen zu vermehren.
Bild
Aus Stammstecklingen mit Blättern kann man sehr gut hohe Sedum vermehren. Das weiß ich, weil ich es bereits ausprobiert habe (im Mai 2020). Die beiden Jungpflanzen, die ich da vermehrt habe, schicken sich aktuell gerade an, selbst Blüten zu bilden. (die sind übrigens als Geburtstagsgeschenk für meine Mutti gedacht. :-$ )
Stammstecklinge ohne Blätter müssten eigentlich auch funktionieren; das ist ja ähnlich mit den Stammstecklingen mit Blättern, nur eben ohne Grün.
Und dann bereitete ich noch Blattstecklinge vor. Die waren allerdings als eine Art "Feldversuch" gedacht, weil ich nicht weiß, ob man hohe Sedum auch über Blattstücken (einzelne Blätter) vermehrt kriegt. Bei Crassula ovata funktioniert das, aber bei Sedum...?

Nun gut, Versuch macht kluch...

Ich habe die beiden Sedumstängel in einzelne Stammstecklinge zerteilt. Jeder Stammstängel (unabhängig davon, ob er Blätter hatte oder nicht) hat genau zwei Paar Augen bzw. Nodien. Zwei der Nodien sollen unter der Erde sein, um dort Wurzeln zu bilden; das andere Paar Nodien soll über der Erde sein, um neue Triebe mit Blättern zu bilden.

20200903_211812.jpg
vorbereitete Stecklinge

Ach, und wundert euch bitte nicht allzu sehr darüber, warum ich die Stammstecklinge so seltsam "markiert" habe... Ich habe die Enden, also der Teil, der später unter der Erde steckt, mit schwarzem Edding angemalt, damit ich im Keller bei meinem nicht ganz so hellen Licht auch ja den richtigen Abschnitt der Pflanze unter die Erde stecke. :lol:
(ich topfe alle Pflanzen im Keller um, es sei denn, es lässt sich nicht anders vermeiden...)

20200903_212225.jpg
das Sträußchen aus Sedum

Die Blüten der beiden Stängel, die sich z.T. schon geöffnet hatten, habe ich als kleines Sträußchen in eine kleine Vase gestellt. So können sie mir auf meinem Esstisch noch ein bisschen Freude machen.

20200903_213835.jpg

Im besagten Keller habe ich die Stecklinge dann getopft. Als Aussaattöpfe wählte ich kompostierbare Aussaattöpfchen und als Erde eine 1:1-Mischung aus Kokohum und torfreduzierter Erde. Für diese Vermehrung verwendete ich keinen Wurzelaktivator.
(Sedum vermehrt sich in der Regel ganz einfach)

20200903_221416.jpg
Anzuchten anfeuchten
20200903_221818.jpg
fertig abgedeckelt am Anzuchtplatz

Mit der Ballbrause habe ich die Anzucht gut angefeuchtet, mit dem Deckel des Zimmergewächshauses abgedeckelt und dann an seinen vorläufigen Platz am Schlafzimmerfenster hingestellt.
Vorläufig deshalb, weil ich die Erstkultivierung erstmal drinnen mache (die Bewurzelung), weil die Temperaturen dort relativ konstant sind, während draußen inzwischen schon merkbare Tag-Nacht-Wechsel stattfinden und eine Bewurzelung dadurch meistens gebremst bzw. abgeschwächt wird. Wenn die Stecklinge austreiben und die Temperaturen es zulassen, dürfen sie raus auf den Balkon.

Mal schauen wie lange Zeit es in Anspruch nehmen wird, bis sich da was tut....
Bilder
"Das ist die Hoffnung", sagte Ginkgo zu Wolf. "Es wird immer einen Weg geben, immer weiter gehen. Leben, das heißt in Bewegung zu sein."
(Ginkgo und Wolf: Bifröst und das Darüber hinaus)

Ich kenn viele Pflanzen! Aber noch nicht alle^^