GinkgoWolfs Blog
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Vertikalbegrünung für Selbstbauer - Anleitung + 1. Erfahrungen

permanenter Link von GinkgoWolf am So 15 Mär, 2020 21:21

In meinem Rückblick zu meiner Balkonbegrünung aus dem letzten Jahr habe ich meine tolle selbst gebaute Vertikalbegrünung bereits erwähnt. Nun möchte ich euch in diesem Beitrag zeigen, wie ich sie gebaut habe und aus welchen Materialien sie besteht und welche Pflanzen ich zur Bepflanzung ausgewählt habe. Das Ganze abgerundet mit einem Fazit meines Vertikalbegrünungs-"Experiments" - denn als ich mich dafür entschieden habe, konnte ich noch nicht mit Sicherheit sagen, dass es überhaupt funktionieren würde...
Aber ich war felsenfest entschlossen, es wenigstens einmal zu probieren!

Ich hatte auch einen triftigen Grund dafür.
Wer meine Einführung zu meinem Balkon-Umzug und meinem neuen Balkondomizil gelesen hat (vor allem bis zum Ende! *lach*), der dürfte wissen, dass ich mich nun mit einem Platzproblem konfrontiert sehe. Statt vorher sechs Quadratmetern Platz standen mir nun nur noch ca. vier Quadratmeter zur Verfügung! Aber meine Sammelleidenschaft für Balkongrün war nicht mit geschrumpft. Ich hatte also ein nicht gerade kleines Problem... ein Platzproblem...

Wenn man auf der Geraden, also dem Fußboden, keinen Platz mehr hat oder sagen wir mal wenig/er davon, dann macht man sich irgendwann unweigerlich Gedanken darüber, wie der verbleibende, durchaus verfügbare Platz in der Vertikalen zu nutzen sei. Denn wenn die vorhandenen Pflanzen nicht gerade Kletterpflanzen sind, die auch den vorhandenen Raum in der Vertikalen nutzen, dann ist dieser Platz ja noch frei. Er muss nur verfügbar gemacht werden.

Manche hängen sich dann Blumenampeln oder andere Hängetöpfe auf oder stellen sich vielleicht eine Blumenleiter oder so was in der Art hin. Ich aber fasste sofort meine Seitenwände ins Auge... Die waren zwar nicht sonderlich dick, aber auch nicht allzu dünn. Wenn ich also eine Möglichkeit finden könnte, daran eine Art Vertikalbegrünung ranzubauen... dann hätte ich auf einmal den Platz perfekt ausgenutzt!

Balkon_Vertikal_Skizze_.jpg
meine Ideen-Skizze... *lach*
(wobei mir ein kleiner Fehler unterlaufen ist, denn die Wand ist nicht 4cm, sondern nur 2,5cm dick)

Meine Idee hatte ein paar Tage Zeit zu reifen. In dieser Zeit machte ich mir Gedanken über Konstruktion, Aufhängung, Material und auch über die Pflanzen, die ich dort ansiedeln wollte. Ich fertigte eine Skizze an und spannte auch meine Eltern ein, mir bei der Materialbeschaffung behilflich zu sein.
Zuerst aber fragte ich meine Nachbarn, ob sie etwas dagegen hätten, wenn ich meine Vertikalbegrünung an diese Seitenwand hängen würde - denn die gehörte ihnen ja auch zur Hälfte! Aber sie meinten, es wäre kein Problem und ich versprach auch, Sorge dafür zu tragen, dass kein Dreck zu ihnen rüberkäme.
Supi, ich konnte also loslegen! Bild

Ich weiß, ihr seid nun gespannt, wie's funktioniert und was man dafür braucht. Vorab: man braucht dazu nichts allzu außergewöhnliches und jede/r mit wenigstens ein bisschen minimal ausgeprägtem Geschick kann die bauen! Man muss kein Handwerker sein *lach*

Materialliste

für die Aufhängung:
- zwei stabile Balkonkastenhalter aus Metall
- etwas Draht, um die Gitterkonstruktion der Vertikalbegrünung später an den Haltern festzumachen (sonst rutscht die dauernd hin und her, besonders wenn es windig ist)
- kleine Haushaltsschwämmchen (als spätere Abstandshalter) und Draht zum Umwickeln derselben

für die Vertikalbegrünung an sich:
- ein Rankgitter, möglichst breit und hoch vor allem (es soll ja den verfügbaren Platz perfekt ausnutzen)
- leere Einweg-PET-Flaschen ohne Deckel (hier kamen meine Eltern ins Spiel, denn bei ihnen fallen diese Flaschen regelmäßig als Müll an)
- Draht zum Befestigen der Flaschen am Rankgitter
- einen Nagel oder anderen spitzen Gegenstand, der selbst unentflammbar ist, den man aber problemlos erhitzen kann
- eine Kerze (es geht auch ein Teelicht)
- eine gute Zange (Universal reicht) und eine gute Haushaltsschere

zum Bepflanzen:
- die vorbereiteten Flaschen (wie's geht erkläre ich noch)
- ein Unkrautvlies oder ähnliches als Zwischenlage (damit die Erde nicht rausrieselt)
- eine feinkrümelige Erde, nicht zu stark gedüngt
- Saatgut von Einjährigen, die nicht allzu hoch werden, z.B. Kornblumen oder Steinkraut (Lobularia) -> warum nur Einjährige, erkläre ich auch noch

So, wer bis hierhin mitgekommen ist, dürfte festgestellt haben, dass ich wirklich nichts allzu außergewöhnliches in meiner Materialliste aufgezählt habe. All das hat man mehr oder weniger bereits zu Hause oder kann es für wenig Geld irgendwo herbekommen. Oder in der Nachbarschaft oder bei Freunden und Bekannten nachfragen...

Erster Schritt: die Aufhängung

BalkonVertikal_190408_(2).jpg
08.04.2019: möglichst stabile Aufhängungen auswählen, z.B. metallene Balkonkastenhalter, und die auch passgenau einstellen, damit später nichts wackelt

Die Aufhängung ist immens wichtig, denn daran hängt ja später das ganze Konstrukt. Deshalb sollte man an diesem Punkt (und am Gitter) wirklich am wenigsten sparen (!) und ein langlebiges Material wählen.
Meine Aufhängung sind sehr stabile, metallene Balkonkastenhalter. Die halten immerhin bis zu 25kg aus...
Darüber sollte man sich nämlich auch im Klaren sein: Je nachdem wie üppig die spätere Vertikalbegrünung ist/ sein soll, kommt auch einiges an Gewicht zusammen. Das Gitter in Verbindung mit den "Flaschentöpfen" und den Pflanzen ist schwer und nasse oder sagen wir mal "gut gegossene" Erde ist noch schwerer. Auch sollte die Wand, an der das Ganze aufgehängt ist, stabil genug sein.
Meine Wand war zwar recht dünn, aber immerhin noch 2,5cm stark. Und für's erste belud ich meine Vertikalbegrünung einfach nicht so stark...

Zweiter Schritt: das Gitter

BalkonVertikal_190419_(3).jpg
19.04.2019: erste "Anprobe" von Haltern, Gitter und den künftigen Töpfen

Auch das Gitter, dass als zweites meine Vertikalbegrünung tragen sollte, ist aus Metall. Das ist stabil, selbst aber verhältnismäßig leicht, weil es nur ein dünnes Metall-Rankgitter ist. Es ist lackiert, dadurch muss man wenig Bedenken wegen Rost haben. Und es ist so pflegeleichter. Denn wo Pflanzen sind, tropft oder spritzt nicht nur das Wasser, sondern es fällt auch einiges an toter Biomasse an (ich wollte jetzt nicht "Dreck" sagen *lach*)

Momentan hängt das Gitter noch recht lose auf den Balkonkastenhaltern herum. Das kann man (und sollte man!) ändern, indem man mit etwas Draht das Gitter an den Haltern festbindet.
Je nachdem wie windig der eigene Balkon ist, würde sich sonst das Gitter mit all seinen Töpfen und so weiter dauernd selbstständig machen und ins Schwingen geraten. Um insbesondere das und unnötiges Scheppern und Poltern an der Rückwand zu verhindern, nimmt man sich zwei kleine Haushaltsschwämmchen, bindet diese mit etwas Blumendraht zusammen und fixiert es am Gitter (ungefähr am unteren Ende). Auf diese Weise als Abstandshalter umfunktioniert, halten sie das Ganze später stabil.

Wem übrigens das Gitter der Vertikalbegrünung später zu sehr durchhängt (die Flaschentöpfe können mit ihrem Gewicht das Gitter ganz schön belasten), kann weitere zwei Haushaltsschwämmchen als Abstandshalter in der Mitte des Gitters befestigen. Habe ich auch so gemacht.

Dritter Schritt: die "Töpfe"

BalkonVertikal_190519_(4).jpg
19.05.2019: so sieht das aus, die "Flaschentöpfe" aufzuhängen

Als "Töpfe" für meine Vertikalbegrünung habe ich Einweg-PET-Flaschen (Volumen ein Liter) ausgewählt. Man kann natürlich auch andere Materialien verwenden, aber für mich waren die Flaschen geradezu perfekt! Ich hatte eine Vertikalbegrünung aus Flaschen schon in einem Buch gesehen und dachte mir: cool, das will ich auch!
Bild

Außerdem war es für mich sehr bequem an das benötigte Material heranzukommen. Ich habe ja bereits geschrieben, dass ich meine Eltern mit einspannte. Sie haben für mich dann wochenlang die Plastikflaschen aufgehoben (sauber ausgespült werden die sowieso), statt sie in den Müll zu werfen. Ich konnte mir dann regelmäßig meinen Vorrat an Plastikflaschen abholen.

Um aus den Flaschen nun passable Gefäße zum Bepflanzen machen zu können, braucht man den Nagel (oder anderen spitzen Gegenstand) und die Kerze. Am besten noch eine Zange, damit man den heißen Nagel nicht anfassen muss. Genau, das ist nämlich der nächste Schritt: man löchert die Flaschen.

Wichtiger Hinweis !!!

Ich empfehle jedem, das mit dem Löchern der Flaschen draußen an der frischen Luft und bei wirklich ausreichend Frischluftzufuhr zu machen! Wird Plastik erhitzt, schmilzt es und entwickelt Dämpfe, die man nicht einatmen sollte! Wenn ihr also empfindlich seid, tragt am besten noch einen Mundschutz oder ähnliches!
Es geht schließlich um Eure Gesundheit!


Folgende Löcher werden benötigt:
In den Flaschenboden kommen Wasserabzugslöcher und ganz oben in den Flaschenhals je zwei einander gegenüber liegende Löcher für die spätere Drahtaufhängung.
In den Flaschenhals weiter unten macht man auch zwei einander gegenüber liegende Löcher. Die können ruhig etwas größer sein, denn nach dem Auskühlen der Flasche nimmt man eine gute Haushaltsschere und schneidet aus dem Flaschenhals zwei große Löcher als "Fenster" heraus. Einen schmalen Steg aus Plastikwand (ca. 1-2 cm breit) lässt man zwischen den beiden "Fenstern" stehen - der bringt die nötige Stabilität. Die "Fenster" dienen später als Öffnungen, wo die Pflanzen herauswachsen können und der Frischluftzufuhr, damit feucht gewordenes Laub gut abtrocknen kann.

Für das Befüllen der "Flaschentöpfe" schneidet man am besten ein Stück Unkrautvlies oder ähnliches zurecht und legt dies auf den gelöcherten Flaschenboden. Sonst rieselt die Erde sofort durch oder wird beim ersten Gießen ausgeschwemmt.
Ich wollte zuerst Lavasplit als Drainage nehmen, ließ es aber sein, da die Wasserabzugslöcher doch verhältnismäßig groß geworden sind. Und ich wollte das Konstrukt nicht unnötig schwer machen (Lavasplit ist bekanntermaßen nicht gerade leicht...). Mit Unkrautvlies habe ich aber schon in anderer Hinsicht gute Erfahrungen gemacht, deshalb entschied ich mich dafür.

Als Erde wählte ich eine nicht sonderlich aufgedüngte, torfreduzierte Erde (meine gute Terrasan :D ). Wichtig ist eine feinkrümelige Erde zu wählen, denn sie sollte schon das Gießwasser etwas speichern können, sonst fließt das beim begrenzten Erdvolumen sofort ab.

Schlussendlich schneidet man sich vom Blumendraht passende Längen zurecht, zieht den durch die vorgebohrten Löcher im Flaschenhals und bindet die Flasche mit dem "Fenster" nach vorn am Gitter fest. Am besten nehmt ihr dafür die "Kreuzungspunkte" am Gitter und drahtet sie möglichst hoch. (Ich habe meine auch erst locker festgedrahtet, dann aber bemerkt, dass ein höheres Festdrahten den Platz besser ausnutzt.)

Wie genau man die Flaschentöpfe befestigt, habe ich >> hier << beschrieben.

Vierter Schritt: die Bepflanzung

BalkonVertikal_190519_(5).jpg
19.05.2019: Einzelansicht eines "Flaschentopfs"

Der Vorteil dieser "Flaschentöpfe" ist: man hängt sie an ihrem Flaschenhals auf und der "Bauch" der Flasche steht den Pflanzen als Wurzelraum zur Verfügung. Allerdings war mir auch klar: es ist nur ein sehr begrenzter Wurzelraum; Pflanzen, die stark wachsen wie Tomaten oder Erdbeeren werden also auf Dauer keine Chance haben. Auch für Küchenkräuter oder niedrige Kapuzinerkresse wäre der Versuch in der Vertikalbegrünung wohl eher zum Scheitern verurteilt.
Es wäre abgesehen vom begrenzten Platzangebot für die Wurzeln auch ein recht trockener Standort, weil das wenige Erdvolumen wenig Wasser speichern kann. Auch Nährstoffe würde es wohl nur zu Anfang in ausreichender Menge geben und danach allenfalls durch "Zufüttern". Nicht zu vergessen die äußeren Bedingungen: trotz Positionierung an der westlichen Seitenwand war es verhältnismäßig windig in der Vertikalwandbegrünung...

Deshalb verabschiedete ich mich recht schnell davon, mehrjährige Pflanzen wie Stauden oder eben stark Wachsendes oder stark Zehrendes an Gewächsen in den Flaschen großzuziehen... Stattdessen schrieb ich eine Liste und trug dort alle Einjährigen zusammen, denen ich das zutraute, mit den etwas schwierigen Bedingungen klarzukommen. Diese Liste möchte ich euch an dieser Stelle nicht vorenthalten:

- Antirrhinum majus (Löwenmäulchen)
- Calendula officinalis (Ringelblume)
- Centaurea cyanus (Kornblume)
- Convolvulus tricolor (Dreifarbige Winde)
- Daucus carota 'Pariser Markt 5' (eine Möhre, deren Wurzeln aussehen wie orangefarbene Radieschen und die wenig Platz benötigen)
- Delphinium consolida (Acker-Rittersporn)
- Echium plantagineum (Wegerichblättriger Natternkopf)
- Gazania (Gazanie)
- Gilia tricolor (Vogeläuglein)
- Gypsophila elegans (Schleierkraut)
- Iberis umbellata (Schleifenblume)
- Lactuca sativa (Salat in verschiedenen Sorten, hier vor allem Pflücksalat)
- Linaria maroccana (Purpurrotes Leinkraut)
- Lonelia erinus (Männertreu, Lobelie)
- Lobularia maritima (Steinkaut)
- Matricaria recutita (Echte Kamille)
- Nigella damascena (Jungfer im Grünen)
- Osteospermum ecklonis (Kapkörbchen)
- Papaver rhoeas (Klatsch-Mohn)
- Phacelia tanacetifolia (Büschelschön)
- Reseda odorata (Duft-Resede)
- Tagetes patula (Studentenblume)
- Tagetes tenuifolia (Feinblatt-Tagetes/ Feinblatt-Studentenblume)
- Trifolium resupinatum (Perserklee)

Ich weiß, eine ziemlich lange Liste...
Ich habe auch nicht alles davon ausgesät. Aber an einigem habe ich mich schon versucht. Ausgesät habe ich Kornblumen, Steinkraut, Natternkopf, Studentenblumen (die normalen, also keine Feinblatt-Tagetes) und Ringelblumen. Was auch nicht auf der Liste steht (weil ich ein Samentütchen gefunden und den Inhalt dessen einfach irgendwann mit ausgesät habe): Scabiosa atropurpurea, die Samt-Skabiose. Davon ist nur eine einzige Pflanze gekeimt, lange Zeit irgendwie vor sich hin gewachsen und hat erst ziemlich spät im Jahr geblüht.

Aber ansonsten war ich über das Ergebnis meiner Erstbegrünung doch angenehm überrascht, denn es funktionierte gar nicht mal schlecht. (Vorausgesetzt, man vergaß nicht das Wässern.)
Seht selbst:

BalkonVertikal_190602_(6).jpg
02.06.2019: die ersten Pflanzen keimen (es sind übrigens alles Direktsaaten)
BalkonVertikal_190630_(7).jpg
30.06.2019: so langsam erkennt man die Begrünung *hihi*
BalkonVertikal_190706_(8).jpg
06.07.2019: es blüht in der Vertikalbegrünung
BalkonVertikal_190711_(9).jpg
11.07.2019: Vertikalbegrünung beleuchtet bei Dunkelheit
BalkonVertikal_190720_(10).jpg
20.07.2019


Fazit

Das erste Jahr der Erprobung meiner selbst gebauten Vertikalbegrünung ist vorüber und gemessen an den heißen und trockenen Sommertagen, die hinter uns liegen, könnte man sagen, dass mein Begrünungsprojekt sofort auf "Herz und Nieren" geprüft wurde. Die kontinuierliche Bewässerung meiner "Flaschentöpfe" sicherzustellen, war dabei wohl eine meiner größeren Schwierigkeiten... Das manuelle Gießen wird sich auch so schnell nicht ändern lassen, da ich keinen "Draußen-Wasseranschluss" besitze. Und bis ich mir eine technische Lösung hab einfallen lassen, bin ich mit der Gießkanne einfach schneller :lol:

Das Auffangen des ablaufenden Wassers dürfte mich für das nächste Jahr noch beschäftigen. Bisher habe ich es einfach wegfließen lassen, sprich es lief dann in meine Wasserabflussrinne und wurde dann vom Balkon abgeführt. Allerdings führte übermäßiges Gießen (was soll man auch anderes machen, wenn es heiß ist und die Pflanzen dürsten nach Wasser?) zu viel abfließendem Wasser, das auch mal die verbotene "Abkürzung" zwischen Betonfußboden und Abflussrinne nahm und meiner Nachbarin unter mir gewissermaßen "auf den Kopf tropfte"... Da das nicht gewünscht ist und man selbst bei aller Balkon-Bepflanzungsliebe auch Rücksicht auf die Nachbarn nehmen sollte, werde ich wohl versuchen, das Wasser vor dem Abfluss aufzuhalten. Vielleicht schaffe ich mir dafür noch einen Balkonkasten an, quasi als eine Art "Rückhaltebecken".

Auch werde ich andere Pflanztöpfe künftig nicht mehr direkt unter die Vertikalbegrünung hinstellen können. Zuletzt standen dort meine beiden Zwergdahlien ('Edge of Joy' und 'Wishes and Dreams') und beide wurden bei jedem Gießen der Vertikalwandbegrünung schön nass getropft. Schlussendlich hatten sie mit Mehltau zu tun...

Das ist die allgemeine Einschätzung, nun fehlt noch eine zu meiner Bepflanzung.
Wie man den Bildern entnehmen kann, funktionierte meine Vertikalbegrünung in ihrer Art und Weise recht gut. Das war sicherlich auch der Tatsache geschuldet, dass ich die bepflanzten "Flaschentöpfe" nicht allzu eng hingehängt habe und so immer ausreichend Platz zwischen den einzelnen Pflanzen vorhanden war. Allerdings war die Vertikalbegrünung so auch sehr "übersichtlich" bzw. leer... (Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich ab einem bestimmten Punkt auch nicht mehr zum Bepflanzen gekommen bin...)
Das lässt sich im zweiten Jahr sicher einfach beheben...

Zu den Pflanzen:
Nach der Ersterprobung habe ich feststellen können, dass sich Kornblumen, Einjähriger Natternkopf und Steinkraut gut mit dem begrenzten Wurzelraum anfreunden können. Sie kommen trotz geringem Platzangebot zuverlässig zur Blüte. Wenn man die Kornblumen regelmäßig von Verblühtem ausputzt, blühen sie darüberhinaus auch sehr lange.

Von den Ringelblumen war ich sehr überrascht!
Bis dahin hatte ich es immer mal wieder mit Calendula versucht - in Töpfen, in Kübeln, im Balkonkasten... - meist schlugen sie sich über kurz oder lang mit Mehltau herum. In der Vertikalbegrünung erstaunlicherweise gar nicht! Dabei wurden sie auch hier ab und zu mal nass, wenn Wasser von oben kam. Aber sie hatten nicht mal den Hauch eines Pilzmyzels... Und auch sie blühten zuverlässig.

Die Tagetes... nun ja... Die waren etwas hoch und jetzt im Nachhinein eher ungeeignet für die Wandbegrünung. Sie entwickelten sehr lange Stiele mit viel Blattmasse (am nicht vorhandenen Dünger konnte das eigentlich nicht liegen) und blühten auch erst spät im Jahr. Die werde ich nächstes Jahr nicht wieder in der Vertikalbegrünung halten, sondern es stattdessen mit der etwas niedriger bleibenden Schwester, der Feinblatt-Tagetes probieren.

Gemessen an den vielen Insektenbesuchen auf meinem Balkon (siehe den Beitrag Balkon-Tierwelt) werde ich die Artenauswahl wohl auf Insektenfutterpflanzen beschränken. In Neubrandenburg hatte ich immer eine "Nektarwiese" im Balkonkasten, das geht hier in Eberswalde nun leider nicht mehr. In meine vorhandenen Balkonkastenhalter passen leider nur ganz schmale Kästen und keine breiten Wasserspeicherkästen und die Standard-Balkonkastenhalter (die ich ja auch habe) passen nicht übers Balkongeländer *mitdenZähnenknirsch* Aber vielleicht bietet meine Vertikalbegrünung da Abhilfe.
Drei gute Bienenweiden habe ich ja in der ersten Erprobungsphase schon ausmachen können: Calendula, Centaurea cyanus und Echium plantagineum. Möglicherweise schaffen es auch Perserklee und Phacelia.

So, dann beende ich den Beitrag für's erste an dieser Stelle.
Vor dem Pflanzen steht ja immer das Putzen an. Und genau das muss ich mit meiner Vertikalbegrünung auch machen, bevor ich da wieder pflanzen kann: Frühlingsputz...
Bild

Wie es weitergeht mit der Vertikalwandbegrünung, erfahrt ihr hier in meinem Blog.
>> Hier << geht's weiter!

Und allen, die Lust bekommen haben, sich auch so was zu basteln, wünsche ich ganz viel Spaß und Freude damit!
Es ist wirklich ganz einfach.
Bild
Bilder
"Das ist die Hoffnung", sagte Ginkgo zu Wolf. "Es wird immer einen Weg geben, immer weiter gehen. Leben, das heißt in Bewegung zu sein."
(Ginkgo und Wolf: Bifröst und das Darüber hinaus)

Ich kenn viele Pflanzen! Aber noch nicht alle^^