GinkgoWolfs Blog
Allerhand Grünes, Morbides und Philosophisches...
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Mein Blog: vielseitig interessiert, genau wie ich :wink:

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Meine Monstera - Teil 2

permanenter Link von GinkgoWolf am So 08 Mär, 2020 16:29

Über den Umzug meiner Monstera habe ich ja hier schon berichtet...

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11.11.2018: die Monstera und ihr neuer Topf... ähem... Kübel, meine ich
Wie ich das mit der Monstera weiter handhaben wollte, damit ließ ich mir bis zum 11. November 2018 Zeit. Am 9. November war ich bereits zu Toom gefahren und habe dort einen schönen großen, neuen Topf (eigentlich ein Pflanzkübel) nebst großem Untersetzer gekauft. Dabei achtete ich darauf, dass der Topf nicht nach unten hin schmaler wird, sondern mehr oder weniger "quadratisch" ist: also genauso breit wie hoch. Denn das problematische am alten Topf war ja, dass mir die liebe Pflanze eines Tages ohne Vorwarnung entgegen kam! :shock:
Das wäre vielleicht nicht passiert, wenn der Topf nicht so unglücklich geformt gewesen wäre (nämlich unten schmaler als oben).

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11.11.2018: jede Menge Wasserabzugslöcher...

Im ersten Schritt nahm ich mir die Bohrmaschine zur Hand und bohrte mittels Holzbohrer (das geht wunderbar in Plastik!) möglichst viele Löcher als Wasserabzugspunkte in den Kübel. Allerdings nahm ich mir nur die "ebenerdigen" Punkte vor. Es gab im Topf auch vier Punkte, die nach oben standen, also weiter ins Substrat reinreichten. Doch mit denen hatte ich anderes vor.

Abgesehen von der unglücklichen Form des alten Topfes, hatte es nämlich noch einen Grund gegeben, weswegen mir die Monstera eines Tages samt Topf entgegen kam: Sie hatte als erstes eine Wurzel recht zielstrebig durch eines der Wasserabzugslöcher wachsen lassen und stand deshalb schief!
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11.11.2018: der Topf - mit Vlies präpariert und rechts mit den drei Lesesteinen.

Um eine Widerholung genau dieses Szenarios zu verhindern, verzichtete ich in diesem Fall darauf, Blähton auf die Wasserabzugslöcher zu legen wie ich es sonst bei meinen Pflanzen handhabe. Stattdessen schnitt ich aus meinem Unkrautvlies zwei große Stücken aus und legte sie (leicht versetzt) übereinander auf den Topfboden. An den Stellen, wo die vier Nippel, die auch Wasserabzugslöcher sein könnten, in den Topf hineinragen, machte ich Löcher ins Vlies rein und schob es über die Nippel drüber. Ich legte die Vliese leicht versetzt zueinander (in der Hoffnung, dass die Monstera sie nicht schafft zu durchwachsen bzw. an wenigstens einem scheitert) und doppelt (doppelt hält bekanntlich besser :wink: ).
Dann war ein weiteres Problem ja auch, dass die Monstera oben schwerer war als unten (kopflastig). Deshalb besorgte ich mir aus dem elterlichen Garten (mit Erlaubnis derselben) drei kleine Lesesteine (manche sagen Findlinge...) und legte sie unten auf den Topfboden. Quasi als Gegengewicht...

Darauf füllte ich die Erde ein. Ich verwendete die normale Blumenerde von CompoSana (die "Leichte"). Ohne Zusätze, also kein Blähton oder sonstiges.
Vor einiger Zeit kreuzte mich noch der Gedanke, ich hätte die drei Lesesteine besser noch in etwas Vlies oder so gehüllt, aber auf diesen "klugen" Gedanken kam ich am Umtopftag leider nicht. Nun liegen die Steine so darin. Ob das gut oder schlecht ist... nun ja, man wird sehen...

Jetzt ging es ans eigentliche Umtopfen.
Da ich den Topf nicht im vollen Zustand und mit Pflanze und Rankstab darin vom Keller aus (wo ich sonst alle Pflanzen umtopfe) nach oben in die Wohnung bekommen hätte, topfte ich die gute Monstera oben in der Wohnung um. Hieß also: Zeitungen ausbreiten und Werkzeug bereitlegen.
Dann die störrische Pflanze aus dem alten Topf holen. Das war schon nicht sonderlich leicht... Nach abwechselndem am-Topf-drücken, energischem Gegenklopfen und Ziehen am Strunk gelang es dann doch.
Dann musste ich das alles Entwirren...

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11.11.2018: okay... ein "bewurzelter Steckling" und ansonsten ein Strunk mit jeder Menge an Wurzeln

Ich fand in all dem Gewucher tatsächlich einen... ja, sagen wir mal... "bewurzelten Steckling", der nicht großartig viel gewachsen war. Die restlichen Wurzeln gehörten scheinbar nur zu dem Rest-Strunk. Und das waren viele! Also eigentlich der restliche Wurzelballen.
Das sorgte für meine erste Entscheidung: Vom Strunk wollte ich nur ein kleineres Stück abschneiden und einpflanzen. Der "bewurzelte Steckling" hatte bereits ein erkennbaren Austrieb, der da bald aufbrechen würde, den kürzte ich ebenfalls ein. Also nicht den neuen Austrieb, sondern ich kürzte den "Steckling" auf zwei Augenlängen ein, sodass er noch zwei gute und schon verzweigte Wurzeln hatte, aber insgesamt kürzer war.
So, und von meinem "Badezimmervorrat" an Stecklingen, die da seit dem Umzug noch herumstanden, nahm ich den kleineren noch mit dazu, der auch noch mit in den Topf sollte.

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11.11.2018: der Topf erst nur mit Rankstab, dann mit Monstera fertig eingetopft und an seinen Platz gestellt

Wie? Und mehr nicht?
Ähm... nein 8-[
Ich entschied mich gegen den schönen großen Kopfsteckling, den mit den schönen Schlitzen und den vielen Fenstern, den ich mit so viel Mühen von Neubrandenburg aus im Zug nach Eberswalde geschafft habe.
Ich wollte meine liebe Monstera ganz in Ruhe wieder wachsen sehen und den Topf nicht sofort wieder mit Riesenblättern vollstellen. Außerdem bezweifelte ich, dass die Riesenblätter so ganz ohne nennenswerte Wurzeln (auch ohne Luftwurzeln) gut bewurzeln würden. Deshalb ließ ich das bleiben.
Nichtsdestotrotz ziehen mich meine Eltern bis heute gern damit auf, was für ein Drama es gewesen sei, wegen der Pflanze und diesen Kopfstecklingen, die unbedingt Zug fahren mussten...
Deshalb wäre ich euch sehr verbunden, wenn ihr damit nicht auch noch anfangen würdet... :lol:

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11.11.2018: hier sieht man recht gut die drei Teile von meiner Monstera

Eingetopft und am Rankstab am neuen Platz hingeschoben (sie steht wieder auf einem Pflanzenuntersatz mit Rollen, damit man sie auch bewegen kann), ließ ich sie erstmal in Ruhe. Und ich machte mich darauf gefasst, dass erstmal gar nichts passieren würde...
In der Tat geschah erstmal nichts. Abgesehen davon, dass der eingekürzte Teil vom Strunk in der Erde verfaulte und von mir entfernt werden musste... da waren's nur noch zwei. Der eingekürzte Teil vom "bewurzelten Steckling" (ich nenne ihn im weiteren nur noch "den Kleinen") und der kleinere Kopfsteckling aus dem Wasserbad (wegen dem signifikanten Größenunterschied hier jetzt "der große Teil" genannt) - die bauen nun gerade meine "neue alte" Monstera auf.
Und darüber berichte ich jetzt.

20.Januar/ 27. Januar 2019

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20.01./07.02.2019: zuerst bekommt der Kleinere nur eine Blattscheide (ohne Blatt), dann schiebt er ein neues Blatt

Aktuell bekommt der kleine Teil meiner Monstera ein neues Blatt. Heißt, am 20. Januar schiebt er erst einmal eine Blattscheide oder einen Stiel, während er ca. eine Woche später das erste neue Blatt bildet. Dieses entrollt sich und zeigt wenigstens schon mal einen Schlitz.

22. März/ 27. März 2019

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22.03./27.03.2019: der größere Steckling bekommt ein neues Blatt

Etwa zwei Monate später lässt sich auch der größere Teil nicht lumpen und zeigt erkennbares neues Wachstum. Ein erstes neues Blatt wird gebildet, aus der Blattscheide geschoben und entrollt. Auch dieses hat nur Schlitze, aber keine Löcher.

4. Oktober 2019

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04.10.2019: ca. ein Jahr nach dem Umzug sieht so doch schon wieder recht passabel aus...

Fast ein Jahr nach dem Umzug und dem damit verbundenem Einkürzen, sieht meine liebe Monstera schon wieder recht gut aus. Sie wächst aber bisher noch recht verhalten...
Darüber mach ich mir aber wenig Gedanken, das hat sie früher ja auch schon gemacht. Erst wächst sie zurückhaltend, fast schon schüchtern, aber dann... drückt sie auf die Tube und schließlich erschlägt sie einen fast!

Wie man auf dem Bild wohl gut erkennen kann, genießt sie die Sonne an ihrem Platz.

25. Februar 2020

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25.02.2020: ein relativ aktuelles Bild

Ein nicht ganz aktuelles Bild von meiner lieben Monstera. Sie ist schon merklich größer geworden. Inzwischen hat der größere Teil wieder ein neues Blatt gebildet, wieder nur mit Schlitzen. Bis zum ersten "Fensterblatt" werde ich wohl noch etwas warten müssen.
Bei dem kleineren Stück dürfte ich demnächst auch wieder ein neues Blatt erwarten können, da dürfte sich in nächster Zeit auch wieder was tun.

Ich darf wohl gespannt bleiben!
Und ihr auch, denn ich werde natürlich weiter berichten. :wink:

Abschließend möchte ich allen Umziehenden Mut zusprechen, die mit solchen Riesenpflanzen umziehen müssen: Wie ihr am Beispiel meiner Monstera sehen könnt, kann man es schaffen, dass alle wohlbahalten im neuen Domizil ankommen. Auch wenn es schlaflose Nächte bereitet... Auch wenn man sich die Neckereien anderer anhören muss... Auch wenn es hinterher ein bisschen anders kommt, als es vielleicht geplant gewesen war...
Ich jedenfalls bereue es nicht, meine Monstera mitgenommen zu haben! Auf dass sie und ich noch viele Jahre, ach was, Jahrzehnte zusammen verbringen werden!
Bilder
"Das ist die Hoffnung", sagte Ginkgo zu Wolf. "Es wird immer einen Weg geben, immer weiter gehen. Leben, das heißt in Bewegung zu sein."
(Ginkgo und Wolf: Bifröst und das Darüber hinaus)

Ich kenn viele Pflanzen! Aber noch nicht alle^^