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(Un)Bekannte Flora: Calycanthus sp. (Gewürzsträucher)

permanenter Link von GinkgoWolf am Di 12 Jun, 2018 22:31

In dieser Serie "(Un)Bekannte Flora" möchte ich Einblicke in die faszinierende Welt der Pflanzen geben und insbesondere weniger Bekannte(s) vorstellen. Einige der vorgestellten Pflanzen könnten durchaus bereits bekannt sein (insbesondere für Arbeitnehmer in Baumschulen oder Botanischen Gärten :lol: ), aber ich sehe die Serie auch als Porträts für Menschen, die diesen Pflanzen nicht so häufig begegnen. Ich beziehe meine Informationen zu den Pflanzen aus der Literatur, v.a. aus Büchern, Zeitschriften etc.; diese werden als Quellen am Ende des Beitrags aufgeführt.

Die erste Folge nehme ich konkret zum Anlass eine vielleicht weniger bekannte Pflanzengruppe vorzustellen:

Calycanthus, zu deutsch Gewürzsträucher

Die Pflanzen gehören laut botanischer Systematik in eine eigene Familie, nämlich der Calycanthaceae, der Gewürzstrauchgewächse. Diese wird wiederum zur Ordnung der Laurales, der Lorbeerartigen, gezählt. Es sind holzige Pflanzen der zweikeimblättrigen Bedecktsamer.

Zur Gattung Calycanthus werden insbesondere zwei Arten gezählt:
- Calycanthus floridus, der Echte Gewürzstrauch und
- Calycanthus occidentalis, der Westliche Gewürzstrauch

Die Bezeichnung "Gewürzstrauch" rührt daher, dass Blätter, Rinde und Holz beim Zerreiben oder Anschneiden einen würzigen Duft verströmen. In Baumschulkatalogen werden die offenen Blüten mit einem "fruchtigen Duft" beschrieben und beworben.
Ich persönlich würde es nicht "fruchtig" nennen, eher "vergoren". Es riecht wie vergorener Erdbeersaft. Wer's mag, kann es also Duft nennen... :wink:

Die Heimat der Calycanthus liegt in Nordamerika. Dort kommen sie in eher kühlen Regionen vor. Sie bevorzugen geschützte Standorte (keinen Wind, lichtschattig/ halbschattig ohne allzu starke Sonneneinstrahlung) und feuchte, fruchtbare Böden. Hitze und Trockenheit verträgt der Gewürzstrauch nicht.

Die Pflanzen wachsen strauchförmig, etwa 2-3m hoch, wobei sie insgesamt eher langsamwüchsig sind. Außerhalb der Blütezeit sind die Sträucher eher gewöhnlich bzw. vergleichsweise uninteressant. Die gegenständige Blattstellung erinnert an die Hartriegel (Cornus). Die Blätter sind schmal elliptisch und auf der Unterseite leicht silbrig.

Besonders interessant macht diese Sträucher ihre auffällige Blüte, die im späten Frühjahr bzw. im Sommer erscheint. Die samt roten bis dunkelroten Blüten stehen einzeln und ähneln den Blüten der Magnolien.


Quellen:

Baumschulkatalog der Baumschule Lorenz von Ehren (2014), 4. Auflage, Hamburg, Seite 158
Cheers (2003): Botanica. Das ABC der Pflanzen. 10 000 Arten in Wort und Bild, Edition Könemann, Seite 175
Schütt, Schnuck und Stimm (2007): Lexikon der Baum- und Straucharten. Das Standardwerk der Forstbotanik, Nikol-Verlag, Seite 265 und 281
Bilder
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Habitus eines Gewürzstrauches
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Früchte
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die Blüten stehen einzeln
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Blätter unterseits leicht silbrig
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Blüte
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die Frucht erinnert an eine Feige
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verblüht
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gegenständige Blattstellung
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Knospe
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"Das ist die Hoffnung", sagte Ginkgo zu Wolf. "Es wird immer einen Weg geben, immer weiter gehen. Leben, das heißt in Bewegung zu sein."
(Ginkgo und Wolf: Bifröst und das Darüber hinaus)

Es geht doch nichts über Pflanzen!