GinkgoWolfs Blog
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Schneckenresistente und schneckentolerante Pflanzen (Auswahl)

permanenter Link von GinkgoWolf am Sa 02 Jun, 2018 20:15

Angelehnt an Scrooge's Beitrag vom April 2014 habe auch ich eine Liste von Pflanzen in meinem Blog erstellt, die sich meiner Meinung nach gegen Schnecken und Schneckenfraß behaupten können.

Meinen Erfahrungsschatz beziehe ich aus dem Garten meiner Eltern. Jahrelang hatten wir dort eine Nacktschnecken-"Plage", heißt: nach ausgiebigen Regenschauern (auch bei kleineren Niederschlagsmengen, dann aber nicht ganz so reichlich) krochen ungelogen (!) Hunderte von Nachtschnecken über die Beete, Pflanzen und Wege. Inzwischen ist es nicht mehr ganz so schlimm, weil sich die Mengen an potenziellen Schneckenverstecken (Steinhaufen, Gebüsche auf Nachbargrundstücken etc.) erheblich verringert haben. Ja, wir haben immer noch "Nackies" und sie kommen immer noch aus ihren Löchern, wenn die Bedingungen es zulassen, aber ihre Zahl ist doch sehr überschaubar.

Während der Invasion haben wir uns im Garten nach alternativen Pflanzen umgesehen, denn keiner möchte auf sein grünes Paradies verzichten, bloß weil sich obdachlose Schleimer dort wie zu Hause fühlen. Also mussten Alternativen her zu Tagetes, Dahlie und Co.

Dieser Beitrag soll eine Ergänzung zu Scrooge's Beitrag (s.o.) darstellen, denn mir ist im Zuge dessen, welche Pflanzen trotz Schneckenvorkommens zu empfehlen sind, aufgefallen, dass dies regional unterschiedlich zu sein scheint. Die Pflanzen, die jemand als "schneckenresistent" oder "für Schnecken uninteressant" einstuft, werden im Garten eines anderen bevorzugt gefressen! Scrooge scheint seinen (oder ihren? :-k ) Garten irgendwo im Westen Deutschlands zu haben...
Der Garten meiner Eltern befindet sich in Eberswalde (und das ist nördlich von Berlin), also im Osten Deutschlands. Geologisch betrachtet sind wir im Eberswalder Urstromtal, einer ehemaligen Schmelzwasserrinne aus der letzten Eiszeit. Der Garten meiner Eltern befindet sich mitten im Herzen der Altstadt; ursprünglich war es wohl mal ein Hof und sehr zugebaut (mit Nebengebäuden wie Schuppen etc.).
Als wir das Haus gekauft haben, war davon nicht mehr viel zu sehen, wohl aber zu merken, denn wir haben mehr oder weniger den ganzen Garten (oder das, was mal Garten werden sollte) durchgesiebt und jede Menge Bauschutt rausgeholt. Kann also sein, dass immer noch eine ganze Menge Steine in der Erde drin stecken. Nach gut 15 Jahren hat sich die Gartenerde aber dank Kompostwirtschaft und Gartenarbeit mit allerhand Gewächsen zu einem recht guten Standort entwickelt. Ach ja: bevor wir dort unseren Garten anlegten, wucherten dort vor allem meterhohe (!) Brennnesseln und Schwarzer Holunder und die sind ja bekanntlich Stickstoffanzeiger für guten Boden :wink:

Da wir regional gesehen also ganz woanders verortet sind, sollten unsere Schnecken auf ganz andere Pflanzen scharf sein als auf die, die Scrooge im Beitrag vorgeschlagen hat bzw. die in einigen Gärtnerkreisen empfohlen werden. In Teilen hat sich das auch so bestätigt. Deshalb folgt hier nun eine Liste mit schneckenresistenten Pflanzen für den regionalen Standort des nordöstlichen Brandenburgs.

(Ich erachte es als selbstverständlich, dass die Pflanzen bei ihren bevorzugten Standortbedingungen gehalten werden. Gestresste und geschwächte Pflanzen werden nämlich bevorzugt gefressen!)


Einjährige

Helianthus annuus (Sonnenblume)
> Große Pflanzen sind dank ihres kratzigen Stängels uninteressant für die Schnecken. Kleine Pflanzen haben es dagegen schwer, wobei ich auch beobachtet habe, dass selbst ausgesäte und wild wachsende Sonnenblumenkeimlinge uninteressanter sind als welche in Töpfen - auch wenn sie aus dem gleichen Saatgut stammen... :-k

Tropaeolum majus und Tropaeolum minus (Kapuzinerkresse)
> Ab und zu werden die Pflanzen dennoch angefressen, aber die Schäden halten sich sehr in Grenzen.


Zweijährige

Digitalis purpurea (Roter Fingerhut)

Verbascum species (Königskerze)


Geophyten

Crocus (Krokus)

Galanthus nivalis (Schneeglöckchen)

Hyacinthus (Hyazinthen)
> Ab und zu nagen die Schnecken die Blätter an.

Iris reticulata (Zwerg-Iris)

Narcissus (Narzissen)


Stauden, Farne und Gräser

Alchemilla mollis (Frauenmantel)

Aquilegia (Akelei)

Bergenia cordifolia (Herzblatt-Bergenie)
> Manchmal werden die Blätter angefressen, aber eher selten... fast schon "versehentlich"

Calystegia sepium (Zaunwinde)

Campanula portenschlagiana (Polster-Glockenblume)

Cerastium tomentosum (Niedriges Hornkraut)

Digitalis lutea (Gelber Fingerhut)
> Ab und zu werden die Blätter doch mal angenagt, aber eher seltener.

Dryopteris filix-mas (Wurmfarn)

Echinops (Kugeldistel)

Eriophorum angustifolium (Schmalblättriges Wollgras)

Festuca species (Schwingel)

Fragaria vesca (Wald-Erdbeere)
> Während die Früchte selbstverständlich von den Schnecken gefressen werden, lassen die Schnecken die Erdbeerpflanzen erstaunlicherweise in Ruhe!

Galium odoratum (Waldmeister)
> Erfahrungen stehen noch aus, bisher scheint sie aber uninteressant zu sein.

Geranium phaeum (Brauner Storchschnabel)
> Hier stehen Beobachtungen noch aus, bisher scheint sie aber uninteressant zu sein.

Geranium macrorrhizum (Balkan-Storchschnabel)
> Auch hier noch keine Beobachtungen, scheint aber ebenfalls uninteressant zu sein.

Geranium robertianum (Ruprechtskraut, Stinkender Storchschnabel)

Helleborus orientalis- Hybriden (Lenzrose)

Heuchera (Purpurglöckchen)

Humulus lupulus (Hopfen)

Iris
> Werden ab und an mal angenagt, insbesondere die nicht so hartblättrigen Arten wie Iris sibirica scheinen etwas schmackhafter zu sein.

Knautia drymeia (Ungarische Witwenblume)

Knautia macedonica (Mazedonische Witwenblume)
> In manchen Jahren scheinen die Blätter schmackhafter und interessanter zu sein... :-k

Levisticum officinale (Liebstock, Liebstöckel)

Limonium latifolium (Breitblättriger Steppenschleier)

Lythrum salicaria (Blut-Weiderich)

Paeonia (Pfingstrosen)
> werden manchmal auch mal "probiert", aber die Schäden sind gering

Papaver orientalis (Türkischer Mohn)

Phlox subulata (Moos-Flammenblume)
> Erfahrungen stehen noch aus, bis jetzt scheinen sie uninteressant zu sein...

Primula (Primel)
> Je nachdem, wo die Primeln stehen, geraten sie öfter oder eben weniger oft ins Visier der Schnecken.

Rudbeckia fulgida var. deami (Deam's Sonnenhut)
> Unsere Pflanze ist durch unzureichende Standortbedingungen eingegangen (zu wenig Sonne, zu starke Konkurrenz durch etablierte Nachbarpflanzen), die Schnecken haben sie nicht angerührt!

Saxifraga paniculata (Rispen-Steinbrech)

Sempervivum species (Hauswurz, Dachwurz)

Symphytum officinale (Beinwell, Comfrey)
> Manchmal werden die Blätter im jungen Alter mal "probiert", das allerdings nur wenn sie in erreichbarer Höhe sind (also nicht erst der kratzige Stängel hochgekrochen werden muss) und solange die Blätter selbst noch nicht zu alt und kratzig sind.

Telekia speciosa (Großblumiger Scheinalant)
> Ab und an geraten die Blätter der Pflanze mal ins Visier der Schnecken, dann werden sie eben angefressen. Ansonsten sind sie nicht so großartig von Interesse bzw. sie wachsen den Schnecken davon :mrgreen:

Urtica dioica (Große Brennnessel)

Vinca major und vinca minor (Immergrün)


Halbsträucher

Lavandula angustifolia (Lavendel)

Salvia officinalis (Salbei)


Verholzendes: Sträucher, Lianen und Bäume

alle Koniferen, insbesondere Chamaecyparis (Scheinzypresse), Juniperus (Wacholder), Picea (Fichte) und Taxus (Eibe)

Berberis (Berberitze)

Buddleja davidii (Sommerflieder)

Buxus sempervirens (Buchsbaum)

Carpinus betulus (Hainbuche, Weißbuche)

Clematis vitalba (Gewöhnliche Waldrebe)

Euonymus fortunei und Eonymus japonica (Spindelstrauch)

Fallopia baldschuanica (Windenknöterich)

Forsythia (Goldglöckchen)
> wird ab und an mal probiert und dann wieder in Ruhe gelassen

Ginkgo biloba (Fächerblattbaum, Ginkgo)

Hedera helix (Efeu)

Hibiscus syriacus (Garten-Hibiskus)

Hydrangea marophylla (Bauernhortensie)
> wenn den Schnecken nichts anderes einfällt, "probieren" sie auch hier mal; sie lassen es aber recht schnell wieder sein (schmeckt wohl doch nicht, wer weiß)

Ilex (Stechpalme)

Kerria japonica 'Pleniflora' (Ranunkelstrauch)

Magnolia stellata (Sternmagnolie)

Parthenocissus quinquefolia (Jungfernrebe, Wilder Wein)

Pyracantha coccinea (Feuerdorn)

Ribes und Rubus (Johannisbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren und Brombeeren samt ihrer Kreuzungen)

Rosa species (alle Gartenrosen, egal ob stachelig oder nicht)

Rhododendron und Azaleen

Syringa vulgaris (Flieder)


Abschließende Anmerkungen

Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass Pflanzen mit harten, eher ledrigen Blättern (z.B. Helleborus, Rhododendron) bzw. Pflanzen mit filzigen, behaarten Blättern (z.B. Digitalis, Cerastium tomentosum) bzw. Pflanzen mit Borsten oder Stacheln (z.B. Symphytum officinale, Rosa) von Schnecken gemieden werden.

Insbesondere die Liste der Gehölze erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, denn da gibt es sicher noch viel mehr Pflanzen, die für Schnecken uninteressant sind. Die Liste wird ggf. noch erweitert bzw. aktualisiert bezüglich der Erfahrungswerte insbesondere der neuen Pflanzen.
Bilder
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Saxifraga paniculata
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Campanula portenschlagiana
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Knautia drymeia
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Echinops
"Das ist die Hoffnung", sagte Ginkgo zu Wolf. "Es wird immer einen Weg geben, immer weiter gehen. Leben, das heißt in Bewegung zu sein."
(Ginkgo und Wolf: Bifröst und das Darüber hinaus)

Ich kenn viele Pflanzen! Aber noch nicht alle^^