GinkgoWolfs Blog
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Narzissen im Balkonkasten

permanenter Link von GinkgoWolf am Mi 25 Apr, 2018 18:51

Von meinen neu gekauften Narzissen hatte ich von der 'Rip van Winkle' und von der 'Jack Snipe' jeweils zwei Töpfe, Menge genug um damit jeweils einen Balkonkasten zu bepflanzen. Da ich in diesem Jahr irgendwie ein bisschen (zu viel) Pech mit meinen bereits vorhandenen Narzissen hatte (bezüglich Nässe/ Trockenheit), wollte ich vor dem Bepflanzen sicher gehen, dass die Balkonkasten-Bepflanzungs-Variante auch für die Narzissen funktioniert. Deshalb hatte ich vor einiger Zeit im Forum nachgefragt, ob sich Narzissen im Balkonkasten besser mit Wasserreservoir oder besser ohne halten lassen.
>> Link zum Diskussionsthread
Ich wollte damit sichergehen, dass es den Kleinen nachher auch gut geht.
Das Ergebnis der Diskussion ergab ja, dass eine ausreichende Drainage, auch in der Erde im Balkonkasten wichtiger ist als ein vorhandenes Wasserreservoir. Nässe können die (meisten) Zwiebelpflanzen nämlich überhaupt nicht vertragen! Diesen Hintergrund ließ ich in meine Bastelei miteinfließen und die vollständige "Bauanleitung" folgt hier nun im Anschluss...

Als Material verwendete ich:

- 2 Balkonkästen mit je 40cm Länge
- Erdsubstrat mit Torf
- Kokoshumus-Sand-Gemisch
- Aries Bio-Dünger (Langzeit-, pelletiert) NPK 7-3-6
- Blähton und Blähtonbruch
- Unkrautvlies

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Balkonkästen mit Löchern
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pro Kasten 17 Löcher für ausreichenden Wasserabfluss

Zunächst mussten die Balkonkästen mit Wasserabzugslöchern versehen werden. Gemäß des Ergebnisses des Diskussionsthread achtete ich auf einen ausreichenden Wasserablauf, also bekam jeder Kasten exakt 17 Wasserabzugslöcher (6 jeweils zu den Außenseiten und fünf in der Mitte).
Nur wen's interessiert: ich bohre Löcher in Plastiktöpfen immer mit Holzbohrern, da diese das überschüssige Material in einem kleinen "Käppchen" absprengen, man also keine überstehenden Nähte hat und nix nacharbeiten muss. Die Größe des Bohrers entspricht Stärke 9 (falls sich dafür auch wer interessiert... :lol: ).

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1-2cm hohe Drainageschicht aus Blähton, da drauf Unkrautvlies

Die unterste Schicht (etwa 1-2cm hoch) füllte ich in einem ersten Schritt Blähton ein, als Drainage. In weiser Voraussicht hatte ich auch in jede Ecke ein Wasserabzugsloch gebohrt, damit auch in keiner der Ecken später Wasser stehen bleiben kann.
Problematisch bei den meisten Drainageschichten ist ja die Tatsache, dass das Feinmaterial später mit dem Gießwasser in die unteren Schichten verfrachtet wird, die Drainage also schlimmstenfalls "zuschlämmt" und dann wirkungslos ist. Deshalb musste diese Materialverfrachtung irgendwie unterbunden werden.
Aus diesem Grund kam nun nach der Drainage ein Stück Unkrautvlies in den Balkonkasten. Diese Methodik hat auch in anderen Pflanzungen bei mir bisher bestens funktioniert. Das Vlies ist dicht genug, dass das Feinmaterial da bleibt, wo es sein soll bzw. durchlässig genug, dass evtl. vorhandene Feuchtigkeit aufsteigen (oder in diesem Falle abfließen) kann oder die Wurzeln der Pflanzen durchwachsen können.

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erste Schicht Blähton auf das Vlies

Auf das Vlies kam nun wiederum eine neue Schicht Blähton, die jedoch bereits mit dem einzufüllenden Erdsubstrat vermischt wurde. Als Substrat verwendete ich eine ganz eigene Mischung aus einer torfhaltigen Erde (mit torffreien Erden habe ich leider sehr schlechte Erfahrungen gemacht, weswegen ich keine solche verwendete), die ich mit einem Kokoshumus-Sand-Gemisch und Blähton/ Blähtonbruch vermengte.
Das Kokoshumus-Sand-Gemisch war in diesem Zusammenhang ein typischer Fall von "Recycling", denn darin standen lange Zeit die Sedum und Sempervivum eingebettet. Die letzten verbliebenen Hauswurzen hatte ich ausquartiert an andere Stelle, die Sedum waren eher nicht mehr zu retten. Also habe ich die Sedumkästen ausgekippt, im Groben alle Pflanzenteile und Wurzeln der letzten Bewohner aussortiert, aber das vorhandene Material gleich wiederverwendet. Gerade was den Blähton anbetrifft, sage ich immer: der ist so teuer, dass ich den nicht wegschmeißen muss, wenn ich ihn doch wiederverwerten kann! Also ab damit in die Narzissenkästen!

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Erdsubstrat gemischt mit Blähton
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weiter aufgefüllt und noch mehr durchmischt mit Kokoshumus-Sand und noch mehr Blähton...

Das Substrat wurde also gut durchgemischt, wobei auch ein Anteil an Langzeitdünger miteingearbeitet wurde. Im Anschluss wurden die Narzissen ausgetopft und vorsichtig auseinandergezogen, sodass man die einzelnen Zwiebeln zu liegen hatte.

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Narzissenpflanzen vorsichtig auseinander und im Kasten auf Position bringen
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interessant: so vermehren sich Zwiebeln (hier bei 'Rip van Winkle')

Vor dem Pflanzen schaue ich immer, wie sie denn am besten Platz finden können, damit sie dann nicht ständig wieder aus- und dann wieder eingebuddelt werden müssen. Außerdem sollen die Zwiebeln ja rechts und links von sich noch genug Platz haben, um sich gut zu entwickeln bzw. neue Brutzwiebeln bilden zu können. Beim Pflanzen wiederum achtete ich darauf, dass direkt unter den Wurzeln eine dünne Schicht Blähtonbruch als "Extra-Drainage" liegt, damit insbesondere der Zwiebelboden keinesfalls zu nass steht.

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als oberste Schicht wiederum Erdsubstrat aufbringen

Als letztes deckte ich das Substrat oben mit einer weiteren Erdschicht ab, da so auch beim Gießen die Blähtonbestandteile nicht weggeschwemmt werden können. Das fertige Ergebnis der bepflanzten Kästen habe ich zunächst nicht angegossen, da sowohl Zwiebeln als auch Wurzelwerk der Narzissen vom letzten Wässern (vor dem Umpflanzen) noch ausreichend feucht waren. Das Angießen habe ich dann aber einen Tag später nachgeholt, wobei ich so wässerte, dass das überschüssige Gießwasser den Weg aus dem Wasserabzugslöchern fand.

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fertiger Kasten 'Rip van Winkle'
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gleiches auch für die 'Jack Snipe'

Nun hoffe ich, dass meine Balkonbepflanzung mit den beiden Narzissensorten auch im nächsten Jahr zuverlässig wieder und zur Blüte kommt. Die eine 'Jack Snipe' war übrigens schon in der Topfpflanzung so schief; im Kasten habe ich die Zwiebel wieder gerichtet, damit sie nächstes Jahr hoffentlich wieder "gerade" austreibt.
Bilder
"Das ist die Hoffnung", sagte Ginkgo zu Wolf. "Es wird immer einen Weg geben, immer weiter gehen. Leben, das heißt in Bewegung zu sein."
(Ginkgo und Wolf: Bifröst und das Darüber hinaus)

Ich kenn viele Pflanzen! Aber noch nicht alle^^