Biologische Bildung von Sauerstoff in Böden

 
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Biologische Bildung von Sauerstoff in Böden

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Gepostet: 03.02.2014 - 13:18 Uhr  ·  #1
Seit vor fast einhundert Jahren die Photosynthese der Pflanzen entdeckt wurde, der Mechanismus also, wie die Pflanzen aus Wasser durch die Hilfe des Sonnenlichtes Sauerstoff mittels Oxidation bilden können, wurde nicht weiter geforscht, wie der Sauerstoff in der Atmosphäre der Luft entsteht. Jetzt zeigen neuere Forschungen, dass auch in dem Erdboden selbst Sauerstoff und Kohlendioxid gebildet wird, durch einen bisher unbekannten biochemischen Prozess, bei dem organisches Material zersetzt wird.

Böden bilden Sauerstoff
In den Böden, die für die Landwirtschaft als Ackerböden und Grünland dienen, aber auch in Waldböden findet dieser Prozess der Sauerstoffanreicherung statt. "Dieses Wissen sollte genutzt werden, damit das Kohlendioxid in der Atmosphäre verringert werden und damit der Treibhauseffekt minimiert werden kann", weist Professor Siegfried Fleischer der schwedischen Universität in Halmstad hin. Er entdeckte dieses Phänomen, als er die bakterielle Oxidation von Ammoniak untersuchte, eine chemische Reaktion, die im Ökosystem des Erdreiches stattfindet. Die Forscher erwarteten, dass sich der Sauerstoff bei der gleichzeitigen Zufuhr von Ammoniak verringern würde. Doch sie stellten im Labor fest, dass der Sauerstoffgehalt der Luft zunahm. Auch bei Wiederholungen des Versuchs zeigte sich das Phänomen. So war es nötig, die alten Denkmuster zu überprüfen und Professor Fleischer entwickelte daraus eine neue Theorie.

Völlig ohne die Einwirkung von Sonnenlicht
Er nahm zunächst an, dass das Wasser selbst zum Abbau des Kohlendioxides beitragen würde und versuchte auf diese Weise, das auch für ihn unerwartete und ungewöhnliche Ergebnis des Experimentes zu erklären. Denn Wasser ist überall vorhanden, auch dort, wo die organischen Reste von Pflanzen tief in der Erde zersetzt werden. Doch damit ließ sich noch nicht die Entstehung des Sauerstoffes erklären. Bei der Photosynthese der Pflanzen sind diese auf das Licht der Sonne angewiesen, doch bis in die dunkle Erde reicht nun einmal kein Sonnenstrahl. Das war eine Tatsache, welche die Forscher bisher nicht beachtet hatten. Deswegen entwickelte Professor Fleischer eine Arbeitshypothese und überprüfte diese mit Wasser, welches er durch Isotope markiert hatte. Damit ließe sich zweifelsfrei feststellen, ob der im Erdreich gebildete Sauerstoff wirklich aus dem Wasser des Bodens entstünde.

Bahnbrechende Ergebnisse
Professor Fleischer arbeitete dazu mit Forschern der Kernchemie und Spezialisten des Energiekonzerns Vattenfall. Er konnte gemeinsam mit ihnen nachweisen, dass der Sauerstoff ohne Licht im Erdreich gebildet wurde, aus dem Wasser, welches sich dort befand. 2013 wurde die wissenschaftliche Forschung und die Erkenntnisse von Professor Fleischer von der Universität Halmstad international bewertet. Die Kommission, welche diese Bewertung durchführte, bezeichnete die dabei gewonnenen Ergebnisse als "möglicherweise bahnbrechend".

Quelle: http://www.tellusb.net/index.php/tellusb/article/view/20490
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