Februar 27, 2001 - März 7, 2001

 Unbekannte Unterwelt
Höhlen als geologische Archive und Lebensraum einer kuriosen Fauna
Höhlen beherbergen nicht nur eine grossartige Naturschönheit und eine geheimnisvolle Tierwelt, sondern ermöglichen es auch, geologische Ereignisse zu entschlüsseln, die Millionen von Jahren zurückliegen. In Regionen mit vielen Höhlen und einem grossen Anteil an Karstwasser im Trinkwasser bedarf es zur Ausscheidung von Grundwasserschutzzonen sorgfältiger hydrogeologischer Abklärungen.

Die meisten Höhlen sind das Produkt eines erstaunlich einfachen Rezeptes: Erforderlich sind ein wasserlösliches Gestein wie beispielsweise Kalk, schwach saures Wasser sowie eine beträchtliche Menge Zeit. Das Niederschlags- und Schmelzwasser, das durch die Anreicherung mit Kohlendioxid aus der Atmosphäre und dem Boden aggressiv geworden ist, fliesst durch winzige Spalten und Risse im Kalkgestein dem Grundwasser entgegen. Auf dem Weg nach unten wäscht die ätzende Lösung laufend Kalk aus; die winzigen Spalten und Risse werden zu Kanälen und schliesslich zu begehbaren Gängen. Sinkt der Grundwasserspiegel, weil der Fluss, der das Gebiet entwässert, sich in die Talsohle frisst, beginnt das Wasser in der Höhle abermals durch kleine Spalten und Risse auf ein tieferes Niveau hinunter zu sinken. Früher oder später fällt die Höhle mehr oder weniger trocken und bildet das oberste Stockwerk eines zunehmend umfangreicher werdenden Höhlensystems.

Im schweizerischen Höhlenverzeichnis sind rund 7500 Höhlen mit einer Gesamtlänge von etwa 1200 Kilometern registriert. Von den weltweit zehn Höhlen, die über 100 Kilometer lang sind, befinden sich zwei in der Schweiz: Das Höllloch im Muotatal (SZ) ist mit über 180 Kilometern die längste Höhle der Schweiz, gefolgt vom Sieben-Hengste-Hohgant-System nördlich von Interlaken mit fast 150 Kilometern. Ein Dutzend weiterer Höhlen sind länger als acht Kilometer. Die Verteilung der Höhlen richtet sich nach dem Vorkommen von leicht löslichem Kalk, Dolomit und Gips. Solche Gesteine sind im gesamten Jura und in den Alpen vor allem am nördlichen Rand anzutreffen.

Vielfältige Beweggründe
Die Höhlenforschung hat hierzulande eine lange Tradition. Bis vor kurzem noch hat sich die 1936 gegründete Schweizerische Gesellschaft für Höhlenforschung (SGH) alleine um die Erkundung, die Dokumentation und den Schutz vonHöhlen gekümmert. Auf Erkundungstouren entdecken die rund 1100 Mitglieder der SGH jedes Jahr etwa 10 Kilometer neue Höhlengänge. Dabei geht es nur bedingt um das Sammeln von wissenschaftlichen Erkenntnissen, wie eine Umfrage beiMitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Hölllochforschung gezeigt hat: Die Beweggründe, in Höhlenhinabzusteigen, reichen von «naturwissenschaftlicher Neugier» über «Grenzsituationen durchstehen» bis hin zur «Suche nach sich selbst». Auf Anregung der SGH wurde im Februar 2000 das Schweizerische Institut für Speläologie und Karstforschung (Siska) in La Chaux-de-Fonds eröffnet,mit dem die Höhlen- und Karstforschung professionalisiert werden soll.

Höhlen können beispielsweise Informationen über frühere geologische Ereignisse liefern. So konnte Pierre-Yves Jeannin vom Centre d'Hydrogéologie der Universität Neuenburg und Direktordes Siska zusammen mit zwei Kollegen beim Sieben-Hengste-Hohgant-System anhand des Reliefsder Höhlengänge acht verschiedene Entstehungsphasen unterscheiden. Die Wissenschafter machten sich die Tatsache zunutze, dass die Gänge einer Höhle unterhalb des Karstwasserspiegels eher einen runden Querschnitt aufweisen, während die zum grössten Teil luftgefüllten Gänge oberhalb der Sättigungsgrenze auf Grund der dominierenden Tiefenerosion eher stufig wie ein Canyon geformt sind. Jede der im Sieben- Hengste-Hohgant-System vorgefundenen Schnittstellen zwischen den beiden Relieftypen deutet somit auf einen ehemaligen Karstwasserspiegel.

Die älteste der acht Schnittstellen befindet sich auf einer Höhe von fast 2000 Metern über Meer, die jüngste ist noch immer aktiv und liegt auf rund 700 Meter. Zwischen den einzelnen Stockwerken muss der Karstwasserspiegel demnach innerhalb relativ kurzer Zeit um mehrere hundert Meter gefallen sein. Verursacht wurden diese raschen Veränderungen vermutlich durch tektonische Prozesse bei der Hebung der Alpen undeiner zeitgleich einsetzenden Erosion der Alpentäler. Zurzeit versucht ein Projekt der Universität Freiburg und des Siska, aus den Sedimenten der einzelnen Stockwerke das Alter der Phasen zu ermitteln. Die Resultate der Studie könnten der Alpengeologie interessante Daten liefern.

Mit erstaunlichen Beobachtungen sind französische Forscher aus dem Dieboldslöchli vier Kilometer südlich von Basel zurückgekehrt. Sie entdeckten in einer rund 30 mal 40 Meter grossen Halle zahlreiche abgebrochene Tropfsteine, an deren Stümpfen sich bereits wieder kleinere Tropfsteine gebildet haben. Altersbestimmungen an den Bruchstellen ergaben, dass in der Zeit zwischen 1000 und 1400 n. Chr. ein zerstörerischesEreignis im Dieboldslöchli seine Spuren hinterlassen haben muss. Ein Blick in die Geschichtsbücher verriet den Forschern, dass am 18. Oktober 1356 ein Erdbeben die Stadt Basel fast vollständig zerstörte. Jüngere Untersuchungen haben gezeigt, dass das Epizentrum einige Kilometer südlich von Basel gelegen haben muss, also in der Nähe der Höhle. Die Forscher weisen allerdings darauf hin, dass noch weitere Studien in anderen Höhlen in der Umgebung von Basel durchgeführt werden müssen. Sollte sich bestätigen, dass sich frühere Erdbeben anhand von Anomalien von Tropfsteinen datieren lassen, so könnte man damit die Wiederkehrperiode von grösseren Erdbeben abschätzen.

Empfindliche Wasserversorgung
Einer der Forschungsschwerpunkte von Jeannin ist der Schutz des Karstgrundwassers, das besonders anfällig auf Verunreinigungen ist. Da sich das Sickerwasser in Karstgebieten besonders rasch durch Klüfte, Spalten und Höhlen im löchrigen Untergrund fortbewegt und nicht in reinigenden Bodenschichten gespeichert und gefiltertwird, können Schadstoffe mit unveränderter Giftigkeit ins Grundwasser gelangen. Viele Orte inder Schweiz sind allerdings auf eine Wasserversorgung aus Karstquellen angewiesen. So beträgt der Anteil des Karstwassers beim Trinkwasser im Kanton Neuenburg etwa 60 Prozent, in der Bergstadt La Chaux-de-Fonds beinahe 100 Prozent. Auch viele kleinere Jura- und Alpengemeinden sind vollständig auf eine Versorgung mit Karstwasser angewiesen.

Die Ausscheidung von Grundwasserschutzgebieten gilt in solchen Fällen als wichtigstesInstrument, um möglichen Verunreinigungen vorzubeugen. In Karstgebieten wurden allerdingsviele Schutzzonen ohne ausreichende hydrogeologische Abklärungen eingerichtet. Zudem sind Zonen mit entsprechenden Auflagen bezüglich der Landnutzung in vielen Gebieten entweder gar nicht vorhanden oder unrealistisch gross. Mit Kollegen des Centre d'Hydrogéologie hat Jeannin nun im Auftrag des Bundes eine Methode entwickelt, mit der besonders empfindliche Gebiete in Karstgebieten entdeckt werden können.

Dabei geht es darum, verschiedene Parameter, die für die Durchlaufgeschwindigkeit des Karstwassers von der Oberfläche zur Karstquelle entscheidend sind, zu kartieren. Zu diesen Parametern gehören beispielsweise die unterirdischen Höhlensysteme sowie die Beschaffenheit und Speicherfähigkeit des Bodens und des oberflächennahen Karstes. Alle Informationen werdenauf eine Landkarte übertragen, um besonders sensible Gebiete auszuscheiden. Dabei kann es vorkommen, so Jeannin, dass die empfindlichen Stellen zehn Kilometer von einer Quelle entfernt sind, während das Gebiet angrenzend an die Quelle keiner besonderen Schutzmassnahmen bedarf. Es könnte durchaus sein, dass verschiedene Grundwasserschutzzonen in Karstgebieten verlegt werden müssen.

Skurrile Höhlenbewohner
Ewige Dunkelheit, tiefe Temperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit, wenig Nahrung - kaum eine Umgebung ist so lebensfeindlich wie eine Höhle. Da in unterirdischen Hohlräumen keine grünen Pflanzen wachsen, sind die Lebewesen weitgehend auf die «Brosamen» angewiesen, die mitdem Wasser von aussen in die Höhle gespült werden. Dennoch haben sich einige Tierarten an diewidrigen Verhältnisse angepasst. Diese Lebewesen sind meist kleiner, haben einen langsameren Stoffwechsel und eine längere Lebensspanne als ihre nächsten Verwandten an der sonnigen Erdoberfläche. Die Haut der Höhlenbewohner ist ohne Pigmente und ihre Augen sind zurückgebildet; dafür haben sie andere hochempfindliche Sinnesorgane zur Wahrnehmung von Beute und Feinden entwickelt. Es wundert daher nicht, dass die nach Regengüssen an die Erdoberfläche gespülten Grottenolme in Slowenien und Kroatienim 17. Jahrhundert für Larven von Drachen gehalten wurden. Das etwa 30 Zentimeter lange, blassrosa bis weiss gefärbte, augenlose und mit zwei roten Kiemenbüscheln bestückte Tier sieht unbestreitbar wie die verkleinerte Ausgabe eines Ungeheuers aus.

In der Schweiz wurden bisher 95 Arten von echten Höhlentieren beschrieben. Es handelt sich dabei ausschliesslich um wirbellose Arten wie Würmer, Krebstiere, Schnecken, Insekten, Tausendfüssler und Springschwänze. Fast die Hälfteder Arten haben ihren Erstfundort in schweizerischen Höhlen, und von diesen wiederum kommen mehrere Arten nur in der Schweiz vor. Die 95 Arten sind allerdings nur der harte Kern der Höhlenbewohner, diejenigen also, die niemals ausserhalb ihres unterirdischen Lebensraums anzutreffen sind. Mehr als 600 weitere Arten gelten als sogenannte Höhlengäste, die den Untergrund zur Nahrungssuche verlassen müssen. Zu dieser Gruppe gehören beispielsweise die Fledermäuse, denen die gleich bleibenden Temperaturen und die Abwesenheit von Raubtieren in Höhlen behagt. Weitere rund 100 Arten sind fähig, ihr gesamtes Leben entweder innerhalb von Höhlen oder an der Erdoberfläche zu verbringen.

Den Rekord bezüglich der Artenzahl haben die USA inne, wo selbstverständlich auch die längste Höhle der Welt - das Mammoth-Höhlensystem mit über 550 Kilometern Länge - zu finden ist. Amerikanische Wissenschafter haben kürzlich 927 Arten von echten Höhlenbewohnern gezählt, von denen über die Hälfte eine eng begrenzte geographische Verbreitung besitzt.

Fragile Strukturen
Da sich Höhlentiere an ein konstantes Milieu angepasst haben und wegen der dürftigen Nahrungsbasis nur über wenige Reserven verfügen,reagieren viele Arten sehr empfindlich auf Störungen durch Umweltverschmutzungen und Besucher. Vor allem Fledermäuse sollten während desWinterschlafs nicht gestört werden, da das Aufwachen viel Energie kostet. Nachhaltige Störungen können auch die reizenden Dämpfe von Karbidlampen verursachen, die in die engsten Ritzen und zu den darin verborgenen Fledermäusen vordringen.

Schützenswert sind Höhlen aber auch wegen der vielen Formenschätze, die durch zu häufiges Betreten und Vandalenakte bedroht sind. Zu den unterirdischen Kunstwerken zählen etwa Sinterkaskaden, fragile Kristallgebilde und Tropfsteine. Die Zerstörung des Höhlenschmucks ist praktisch irreversibel: Tropfsteine wachsen mit einer Rate im Bereich von Zentimetern pro Jahrtausend. Weniger offensichtlich ist die Schutzwürdigkeit von Höhlen mit Sand- und Lehmanhäufungen. Solche Sedimente können aber als Zeugen vergangener geologischer Vorgänge oder zurückliegender Zeitepochen der Landschaftsentwicklungvon wissenschaftlichem Wert sein, da entsprechende Ablagerungen an der Erdoberfläche der Erosion zum Opfer gefallen sind. In der Schweiz stehen allerdings nur die wenigsten Höhlen unter gesetzlichem Schutz.

Gregor Klaus

Der Autor hat Geographie und Biologie studiert und arbeitet als freier Wissenschaftsjournalist.

Weitere Informationen finden sich unter www.isska.ch/
 Datum: 7.3.2001

von greenseek 


 Geringere Viehdichte
Berlin (AP/epd) – Die Umweltschutzverbände Nabu und BUND wollen im neuen Naturschutzgesetz ein Verbot „grüner Gentechnik“ und eine striktere Handhabe gegen Agrarfabriken durchsetzen. Beide Verbände erklärten, die von Bundesumweltminister Jürgen Trittin vorgelegte Novelle sei schon ein echter Fortschritt. „Aber wir werden um jeden Millimeter an Verbesserung kämpfen“, sagte Nabu-Präsident Jochen Flasbarth. Das Umweltministerium erklärte, Nachbesserungen seien noch möglich. Trittin hatte Anfang Februar den Entwurf für die Novelle vorgelegt, die das bisherige Bundesnaturschutzgesetz ersetzen soll. Kernpunkte sind ein Biotopverbund von zehn Prozent der Landesfläche, strengere Anforderungen an Landwirte und geringere Entschädigungsmöglichkeiten.

BUND und Nabu fordern vor allem, dass die Anforderungen an die „gute fachliche Praxis“ für Landwirte – also die Vorgaben für ihre Wirtschaftsweise – strenger gefasst werden. Neben einem Verzicht auf gentechnisch veränderte Pflanzen und auf Hochleistungs-Mastbetriebe soll dabei eine geringe Viehdichte auf Grünland und sparsame Nutzung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln festgeschrieben werden, wie BUND-Vorstandsvorsitzende Angelika Zahrnt sagte. Nabu-Chef Flasbarth sprach sich dafür aus, die Viehhaltung an die Fläche der Betriebe zu binden. Erforderlich sei eine Regelung, dass beispielsweise so genannte Viehbesatzdichten von mehr als zwei Großvieheinheiten pro Hektar nicht mit dem Bundesnaturschutzgesetz vereinbar seien. Trittin und Landwirtschaftsministerin Renate Künast hätten in einem Brief an die beiden Verbände Nachbesserungen bei der „fachlichen Praxis“ zugesagt, allerdings noch ohne Einzelheiten. Hier werde sich zeigen, „ob die angekündigte Agrarwende ernst genommen wird“, sagte Zahrnt.

Trittins Sprecher Michael Schroeren sagte, man werde die für diese Woche angesetzte Anhörung der Verbände dazu nutzen, um weitere Vorschläge zu prüfen und das umzusetzen, „was sinnvoll und möglich ist“.

Quelle: http://www.sueddeutsche.de
 Datum: 7.3.2001

von greenseek 


 Österreich profitiert vom heimischen Wald
Er "schluckt" mehr Kohlendioxid als er abgibt

ACCRA, GENF, WIEN (SN-bm, APA, dpa).

Die Treibhausgase könnten mit bereits vorhandenen Technologien in den kommenden 20 Jahren erheblich reduziert werden. Allein die Hälfte der Verringerung sei mit Mitteln zu schaffen, bei denen die daraus resultierenden Energieeinsparungen größer seien als die Kosten. Zu diesem Schluss kommt ein neuer UNO-Klimabericht, der am Montag in Accra (Ghana) vorgestellt wurde. Sparen für die Umwelt könnte demnach ja sogar noch ein Geschäft werden.

Die dafür notwendigen Technologien sind entweder bereits ausgereift, etwa wie die Nutzung von Biogas für Heizkraftwerke, oder die Brennstoffzelle, die erst in der Entwicklung steckt. Ebenso ist der Hybridmotor bei Autos noch Zukunft. Der Bericht über die praktische Umsetzung einer Reduktion von Treibhausgasen wurde jetzt von dem zwischenstaatlichen UNO-Gremium für Klimaveränderungen (IPCC) herausgegeben. Die beiden vorherigen Berichte dieses Jahres über die zu erwartende Erwärmung und die Folgen für die Natur hatten im Jänner und Februar weltweit Alarm ausgelöst.

Speziell für das äußerst waldreiche Österreich ergibt sich eine günstige CO-Bilanz, wenngleich dazu gesagt werden muss, dass der CO-Ausstoß in Österreich derzeit ansteigt, anstatt zu sinken, wie zur Erreichung des Kyoto-Ziels nötig wäre. Und dennoch: Nach einer Untersuchung des Österreichischen Umweltbundesamts (UBA) haben die heimischen Wälder deutlich mehr Kohlendioxid aufgenommen als abgegeben. Das geht aus einer soeben veröffentlichten UBA-Forststudie hervor, die den Zeitraum von 1961 bis 1996 untersuchte.

Ein Wald ist wie ein riesiger Organismus, der atmet. Zum Wachstum benötigen die Pflanzen Kohlendioxid, das sie der Luft entnehmen. Wenn die Pflanze aber stirbt und verrottet, oder aber verbrannt wird, gibt sie das Kohlendioxid wieder an die Luft ab. Solange sich also ein Wald ausbreitet, ist die CO-Bilanz günstig, schrumpfen die Waldflächen, kippt die Bilanz ins Negative.

Für Österreich errechneten die Waldforscher in diesem 35-jährigen Zeitraum eine Netto-Aufnahme von 15 Prozent der österreichischen CO-Emissionen. Das heißt, die Wälder haben 15 Prozent mehr CO "geschluckt" als sie abgegeben haben. Als Grund für diese Positiv-Bilanz sehen die Forscher vor allem die Tatsache, dass die Nutzung der heimischen Wälder zwar stetig steigt, der Wald aber rascher nachwächst, als ihm Substanz entnommen wird. Sie warnen jedoch, dass sich solche Bilanzen sehr schnell ändern können

Quelle: http://www.salzburg.com
 Datum: 6.3.2001

von greenseek 


 Kinderarbeit für Kulturpflanzen
Die Gentechnik macht´s möglich. Pflanzen, die sonst jahrelang brauchen, um Früchte zu tragen, werden durch eingepflanzte Erbanlagen zu Frühreifen.

NEW YORK. Mit Hilfe der Gentechnologie können Obst- und Nussbäume schon im ersten Jahr Früchte tragen. Derzeit verstreichen noch Jahre, in Einzelfällen Jahrzehnte, bis das erste Obst gepflückt werden kann.

Zwei zusätzliche Erbanlagen

Jose Martinez-Zapater vom Nationalen Institut für Lebensmittel- und Agrartechnologie in Madrid und seine Kollegen kurbelten das schnelle Wachstum ihrer Orangen an, indem sie den Pflanzen zwei zusätzliche Erbanlagen einsetzten. Diese stammen aus der genetisch besonders gut erforschten Ackerschmalwand Arabidopsis thaliana. Das berichtet das amerikanische Wissenschaftmagazin «Nature Biotechnology» am Donnerstag.

Auch in der nächsten Generation
Die Wissenschaftler hatten bereits bei Tabak- und Reispflanzen sowie bei Pappeln und Eschen bewiesen, dass die Spanne bis zur ersten Blüte auf diese Weise drastisch reduziert werden kann. Die Fähigkeit zur Reife im Eilzugtempo wird den Angaben zufolge auch an die Nachkommen der Versuchspflanzen weitergegeben. Sonst verlieren gentechnisch veränderte Organismen verlieren oft ihre neu erworbenen Erbanlagen im Laufe der Generationen wieder. (nz/dpa)

Quelle: http://www.netzeitung.de
 Datum: 5.3.2001

von greenseek 


 Argentinien will Millionen von Rindern impfen
Buenos Aires - Argentinien hat ein Sofortprogramm für die Massenimpfung von bis zu zehn Millionen Rindern gegen die Maul- und Klauenseuche angekündigt. Damit wird rund ein Fünftel des Gesamtbestandes erfasst.
Gemäss Landwirtschaftsbehörde handelt es sich aber um eine rein vorsorgliche und örtlich begrenzte Massnahme. In Argentinien gebe es keinen nachgewiesenen Fall der Seuche. Bauern hatten jedoch wiederholt von infizierten Tieren im Norden des Landes berichtet. Diese seien vermutlich aus Nachbarländern eingeführt worden, hiess es. Argentinien gehört zu den weltweit wichtigsten Rindfleischproduzenten.

ms (Quelle: sda) http://www.news.ch
 Datum: 2.3.2001

von greenseek 


 Verdächtiges Fleisch verkauft
M öglicherweise mit Maul- und Klauenseuche belastetes Schaffleisch ist in Deutschland in den Handel gelangt. Die Tiere stammten von einem Hof in Südhessen, sagte ein Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Wiesbaden am Donnerstag gegenüber FOCUS Online.

400 verdächtige Schafe seien auf dem Hof bereits notgeschlachtet worden. Sie seien am 16. Februar von einem britischen Hof geliefert worden, der von der Seuche betroffen ist.

Die Sprecherin fügte hinzu, die Schafe seien getestet worden, mit einem Ergebnis sei aber frühestens Anfang der kommenden Woche zu rechnen.

Angst auch in NRW

In Nordrhein-Westfalen wird ebenfalls vermutet, dass Tiere mit der Seuche befallen waren: Am Mittwoch begann nach der Massentötung von Schafen eine groß angelegte Desinfizierungsaktion. 1500 Schafe seien im Kreis Neuss getötet und entsorgt worden, um ein Übergreifen der Seuche auf Deutschland zu verhindern, sagte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Agrarministeriums. Im Kreis Aachen wurden 350 Tiere getötet. In den betroffenen Betrieben mussten Boden, Stroh und Betonteile, die mit Blut oder Speichel in Berührung gekommen sein könnten, ausgewechselt werden.

Bei fünf Schafen in Nordrhein-Westfalen waren Antikörper gegen die Seuche entdeckt worden. Weitere Analysen sollen klären, ob die Tiere auch von den Krankheitserregern befallen waren. Die Schafe mit Antikörpern müssen zumindest mit infizierten Tieren in Berührung gekommen sein. Sofort war um die betroffenen Betriebe im Umkreis von drei Kilometern eine Sperrzone errichtet worden.

Seuche gefährdet Menschen nicht

In sehr seltenen Fällen sei MKS auf den Menschen übertragbar, der Virus stelle jedoch keine Gefahr dar, so Bernd Haas, Leiter des deutschen Referenzzentrums für MKS in Tübingen.

Quell: http://focus.de
 Datum: 2.3.2001

von greenseek 


 Die Emanzipation der Farne
Der bisherige Stammbaum der grünen Pflanzen gerät immer mehr unter Beschuss. Denn Genanalysen liefern unerwartete Befunde.

Von Gina Kirchweger

Farne und Schachtelhalme sind nicht - wie lange angenommen - niedrige Übergangsstadien zwischen Moosen und Blütenpflanzen. Ganz im Gegenteil, sie sind die nächsten lebenden Verwandten von Samenpflanzen. Das berichten Wissenschaftler vom Field Museum of Natural History in Chicago in der Wissenschaftszeitschrift "Nature" (Bd. 409, S. 618).

Die Farnspezialistin Kathleen Pryer und ihr Team untersuchten 35 Pflanzen, die die wichtigsten Gruppen der vaskulären Pflanzen repräsentieren; das sind solche, die spezielle, wasserleitende Gefässe besitzen. Sie verliessen sich aber nicht nur auf anatomische Merkmale, sondern nahmen auch die DNS-Sequenzen von vier Genen zu Hilfe. Das Ergebnis: Schachtelhalme und Farne sind enge Verwandte. "Das war wirklich erstaunlich. Schachtelhalme besitzen ein so eigenartiges Aussehen, dass bis jetzt niemand so recht wusste, was sie damit tun sollen", erklärt Pryer.

Die wirklich grosse Überraschung kam aber, als Pryer und ihre Kollegen aus ihren Daten schlossen, dass Farne und Samenpflanzen auf einen gemeinsamen Vorläufer zurückgehen. "Farne stellten nicht das Sprungbrett für die Evolution von Samenpflanzen dar. Sie trennten sich vielmehr vor mehr als 400 Millionen Jahren und entwickelten sich in unabhängige Richtungen. Das widerspricht der vorherrschenden Lehrmeinung", erläutert Pryer.

"Das kann gar nicht passiert sein"
Die meisten Botaniker betrachten Farne als ein Zwischenstadium in der Evolution, aus dem schliesslich Samenpflanzen hervorgingen. In der Folge wurden viele Aspekte von Samenpflanzen von Strukturen in ihren vermeintlichen Farnvorfahren abgeleitet. "Aber das kann gar nicht passiert sein, wenn sich Farne und Schachtelhalme als selbstständige Gruppen entwickelten", gibt Pryer zu Bedenken.

Eine ehrenwerte Position
Es gab bisher verschiedene Hypothesen über die verwandtschaftlichen Beziehungen dieser Gruppen", meint Peter K. Endress, Professor für Systematische Botanik an der Universität Zürich. "Diese Arbeit macht wahrscheinlich, dass Schachtelhalme und Farne eine Gruppe bilden, die ihrerseits als Schwester der Samenpflanzen erscheint."

Pryer und ihre Kollegen führten ihre Untersuchungen im Rahmen des Deep-Green-Projektes durch. Diese Initiative ist eine Kollaboration zwischen Wissenschaftlern, die es sich zum Ziel gesetzt haben, die Evolution und die Verwandtschaftsverhältnisse aller grünen Pflanzen zu untersuchen.

Sie konnten bereits mit interessanten Ergebnissen aufwarten. Zum einen mit DNA-Analysen, welche die Theorie unterstützen, dass alle grünen Pflanzen, angefangen von der winzigsten einzelligen Alge bis hin zum grössten Mammutbaum, von einem gemeinsamen einzelligen Vorläufer abstammen, der zirka vor einer Milliarde Jahren lebte.

Zum anderen wurde kürzlich der Stammbaum der Blütenpflanzen umorganisiert. Die Magnoliengewächse, von denen der Tulpenbaum in unseren Breiten wächst, standen lange im Verdacht, mit ihren grossen, einfach gebauten Blüten den untersten Zweig am Stammbaum der Blütenpflanzen darzustellen.

Diese ehrenwerte Position kommt neuerdings Amborella zu, einem unscheinbaren Strauch, der nur in Neukaledonien, einer abgelegenen Insel im Südwestpazifik, wächst. Laut Pryer muss man mit noch mehr Überraschungen rechnen. Besonders was Moose und Tannengewächse betrifft.

Momentan freut sie sich aber erst mal über die Genugtuung, nicht mehr der Arbeit an "niedrigen" Farnen bezichtigt zu werden.

Quelle: http://tages-anzeiger.ch
 Datum: 1.3.2001

von greenseek 


 Wissenschaftler - Vorsicht bei Gen-Pflanzen
In einer neuen Aufsehen erregenden Studie der „Royal Society of Canada“, der bedeutendsten wissenschaftlichen Institution des Landes, fordern Wissenschaftler einen viel vorsichtigeren Umgang bei der Prüfung von gentechnisch veränderten Pflanzen. Sie warnen, dass die internationalen Standards für Testverfahren für gentechnisch veränderte Lebensmittel „wissenschaftlich ungenügend“ sind.

Gen-Lebensmittel könnten „ernsthafte Risiken für die menschliche Gesundheit, extensive, irreversible Störungen auf natürliche Öko-Systeme“ darstellen sowie „zur Verringerung der Artenvielfalt“ führen.

Quelle: http://www.kurier.at
 Datum: 1.3.2001

von greenseek 


 Lebenszeichen aus der Vorzeit des Mars
US-Wissenschaftler haben neue Hinweise auf organisches Leben in der Vergangenheit des Mars entdeckt. In einem 1984 in der Antarktis gefundenen Mars-Meteoriten seien Magnetit-Kristalle enthalten, die klar biologischen Ursprungs seien, sagte Imre Friedmann vom Ames-Forschungszentrum der US-Raumfahrtbehörde NASA. Die entdeckten Eisenoxide bildeten in dem Meteoriten "Perlenketten", wie sie nur durch organische Prozesse in Lebewesen geformt werden könnten.

Friedmann erklärte in der Zeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences", außerhalb lebender Organismen "würden derartige Ketten wegen der magnetischen Kräfte sofort in sich zusammenfallen". Die Magnetit-Ketten hätten lebenden Organismen "wie ein Kompass" vermutlich als eine Art Orientierungshilfe gedient. In dem Meteoriten hätten sie überdauert, während die Organismen selbst längst zerfallen seien. Den Forschungsergebnissen zufolge gleichen sich die Kristalle in ihrer Größe, berühren sich nicht gegenseitig und seien "kurvig" geformt. Auch dies seien Zeichen für die biologische Herkunft.

Die hohe Konzentration der Magnetitkristalle in dem untersuchten, nur 1,8 Kilogramm schweren Mars-Meteoriten deute auf eine weite Verbreitung auf dem Roten Planeten hin. Am Beispiel irdischer Bakterien, die von Sauerstoff lebten und sich mit Hilfe von Magnetitkristallen orientierten, könne auf die Präsenz von Sauerstoff auf dem Mars in der Vergangenheit geschlossen werden. Es habe daher wahrscheinlich "Pflanzen ähnliche Organismen" gegeben, die - wie auf der Erde - Sauerstoff mittels Sonnenlicht produziert hätten.

Der Meteorit ALH-84001 entstand nach wissenschaftlichen Erkenntnissen bei einer Kollision zwischen einem Asteoriden und dem Roten Planeten vor 3,9 Milliarden Jahren. Nach einem weiteren Zusammenstoß im All wurde er vor 13.000 Jahren auf die Erde geschleudert. Die NASA hatte im vergangenen Juni Fotos der US-Sonde Global Surveyor vom Mars präsentiert, auf denen Rinnen, Kanäle und Flussdeltas zu erkennen sind. Wissenschaftler werten dies als Hinweis, dass es auf dem Mars zumindest vor langer Zeit Wasser gab und damit organisches Leben prinzipiell möglich gewesen wäre.

(AFP)

Quelle: http://www.donau.zet.net
 Datum: 28.2.2001

von greenseek 


 Maul- und Klauenseuche in England
Massenvernichtung ist angelaufen
London - Es ist ein gespenstisches Bild. Mit Öl und Diesel getränkte Tierkadaver werden bei Eintreten der Dunkelheit Stück für Stück von Schaufelbaggern in tiefe Gräben geworfen. Wenig später lodern Flammen in der klaren Frostnacht, ein Übelkeit verursachender Geruch breitet sich aus.

Tag und Nacht sollen jetzt an zahlreichen Orten Großbritanniens die Tierkadaver brennen, um die sich ausweitende Maul-und Klauenseuche zu bekämpfen.

"Wie ein familiärer Todesfall"
Die am Sonntagabend eingeleitete Massenschlachtung von zunächst etwa 2000 Tieren gilt für viele nur als der Anfang. Experten warnen davor, dass die Epidemie das Ausmaß der letzten großen Seuche von 1967 annehmen könnte, als in Großbritannien fast 500.000 Tiere notgeschlachtet wurden.

Angefangen hatte alles auf der Farm der Gebrüder Bobby und Ronnie Waugh in Heddon-on-the-Wall in Northumberland, die als mutmaßlicher Herd der Seuche gilt. Dort wurden in der Nacht zum Montag 800 getötete Schweine auf einem 40 Meter langen Haufen verbrannt. "Es ist der traurigste Tag unseres Lebens. Nach 40 Jahren auf der Farm ist es so, als hätte uns ein Todesfall in der Familie getroffen", sagte einer der Brüder der "Sun".

Exporte in die EU erfolgt
Inzwischen hat sich die Seuche auf mindestens sieben weitere Standorte in Großbritannien ausgeweitet. Für erhebliche Unruhe sorgt dabei die Entdeckung, dass auch ein Großbauer im südwestenglischen Devon betroffen ist, dessen Hof mehr als 640 Kilometer von dem mutmaßlichen Ursprungsort der Seuche entfernt liegt. Von dem Gehöft in Devon wurden Rinder und Schafe in EU-Länder exportiert.

Quelle: http://mainz-online.de
 Datum: 27.2.2001

von greenseek 


 

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